Archiv des Autors: glamourdick

GIB MIR 4

Von der zauberhaften Cassandra kam die folgende Aufgabe.

4 Jobs in meinem Leben
– Geschäftsführer eines CD-Labels
– Klamottenstapler bei H&M (yes, me too)
– Ghostwriter
– Tänzer (yes, me!)

4 Filme, die ich immer wieder sehe
– Sommersturm
– All about Eve
– Grey Gardens
– Ken Park

4 Orte, an denen ich gelebt habe
– Harz Mountains
– Neukoelln
– Kreuzberg
– batesmotel.twoday.net

4 TV-Serien, die ich sehr gerne sehe
– Melrose Place
– Desperate Housewives
– Six Feet under
– Sex and the City (ich geb´s zu und schäme mich nicht.)

4 Urlaubsorte
– Kapverden
– Ibiza
– Faro
– Los Angeles

4 Lieblingsgerichte
– Caesar Salad
– Ofentortilla
– Currywurscht und Pommes
– Spargel mit Hollandaise

4 Webseiten
– www.imdb.com
http://p081.ezboard.com/bthehomegroundandkatebushnewsandinfoforum
– bittersweetchoc.twoday.net
– spreepiratin.twoday.net

4 Orte, wo ich jetzt lieber wäre
– auf einem Kate Bush Konzert
– Goa
– im Bett mit dem Engel aus dieser Geschichte
– auf der Bank, die gewonnenen Millionen abheben

4 Blogger, die das hier mitmachen sollen
Frau Mai
La-la-Lucky
Frau Breezerbox
Diagonal

GLAM DRINKS THE MUSIC

Und hat man gerade keinen Übersee-Cabernet zur Hand, dann git man sich mit diesem sehr schlichten Cocktail die Kante:

Lovers and Browning Elizabeth Taylor Elizabeth Taylor in London
Junimond Rio Reiser
The Killing Moon Echo & The Bunnymen
The Man With a Child In His Eyes Charlotte Church
Queen Victoria Elizabeth Taylor Elizabeth Taylor in London
Brazil Kate Bush Brazil
Die Engelsbraut (Ria) ! Frost/ Betancor / Mouron / Dee Diva Gut
Newfound Lover Tuva Novotny Filmmusik Smala Sussie
11:59 Blondie Parallel Lines
Queen Elisabeth I at Tilbury Elizabeth Taylor Elizabeth Taylor in London
Mad world Gary Jules & Michael Andrews
Fade Away And Radiate Blondie Parallel Lines
Rapture Riders (Full Version) Blondie/The Doors Rapture Riders – EP
Oxygene Cora Frost Fugu
Wir Flieh’n Cora Frost Fugu
Hounds of Love (New Mix) The Futureheads The Futureheads
Sexual Healing Kate Bush King Of The Mountain
An Land Georgette Dee & Terry Truck Kupfermond
Somewhere Georgette Dee & Terry Truck Drachenland
Home sweet Home Element of Crime Peter Pan

VOGELSCHLAG

Ich wappne mich aus dem Hauseingang ins tosend tobende, also tosbende, nein tobsende klingt schöner, also ins besagte Schneegestöber, und aus dem Eingang links, aus dem gewöhnlich nur Berufsschüler, Narcotics Anonymous-Angehörige und Blaumannträger kommen rutscht ein Wesen auf das gefrorene Schmutzeis, das ja seit Wochen Berlins Profil ist. Ein Wesen, blassgefroren und von schmaler Silhouette, mit blondierten Haaren und wohlgeformten, aber zusammengepresssten Lippen. Schneeflocken schmelzen in seiner blass aber deutlich sichtbar orange-lila-pink-leuchtenden Aura. Mein Blick bleibt in seinem hängen und nur peripher nehme ich die ungelenke Bewegung wahr, in der er über das Eis manövriert. Er ist in Eile. Ich auch. Es ist scheißkalt. Und so eilen wir. Erst er, ich hinterher, obwohl mein zugeschneiter Wagen (wo habe ich ihn geparkt?) vermutlich in einer ganz anderen Richtung steht.
Noch im schlierenden Rennen, Gleiten, streift er den streng taillierten schwarzen Mantel ab, wirft ihn beiseite, er fliegt in die Gosse, sofort schmilzt er sich bis zum Boden durch. Sein Hemd ist sommerlich pink, von D&G, ich habe das gleiche, komisch. Weiter geht es, die Oranienstraße hinauf. Jetzt fliegt eine verknüllte Karstadt-Tüte, landet auf einem Autodach, er bleibt kurz stehen, verharrt, als wolle er sich zu mir umschauen, aber zum Zögern ist jetzt keine Zeit, er knöpft sein Hemd auf, es flattert im Schneesturm, und jetzt zieht er in einer glatten Geste den Nietengürtel aus der engen Acne-Jeans, knöpft sie auf, ein unbeholfener Moment, als er sie herabzieht, balanciert und über die klobigen schwarzen Stiefel zieht. Sie fliegt in den Sturm, wird von einer Böe weggerissen und knallt in das gegenüberliegende Schaufenster des Schuhladens. Er trägt keine Unterwäsche, sein Arsch ist fast so blass wie der Schnee, nur um einiges schöner geformt. Jetzt erst streift er das Hemd ab und da sehe ich sie, noch ganz zerknüllt, als ob verschlafen. Als er sich zu mir umdreht, bemerke ich zunächst, dass er nur minimal behaart ist. Rotblond. Eine feine Linie, die auf kerzenwachsweißem Torso vom Bauchnabel hinabschlingert und erst kurz über seinem von der Kälte unbeeindruckten Schwanz weiter wird. Der Kontrast mit dem pinken Hemd, das nun auf dem Kopf eines vorbeitrottenden Rottweilers Zwischenstation macht, utterly stylish. Auch die Brustwarzen strahlend pink. Er zieht die Augenbrauen kurz zusammen, nickt grüßend und dann breitet er die Flügel aus, schmutziggraue Flügel, eine Spannweite von ungefähr drei Metern, sie brechen durch den Sturm, eine zugegebenermaßen etwas tuntig wirkende Geste, aber von schlichter Grazie und, anatomisch bedingt, gottgegeben.
„I might be back in the summer. Winter in Berlin really sucks.“ Und als er die Flügel schlägt, wird der Schnee zu Regen und in seiner Abflugschneise glitzern die Tropfen wie Diamanten.
„See you around!“ rufe ich ihm nach und sehe, wie er, mittlerweile auf Höhe des vierten Stocks angekommen, bestätigend nickt und lächelt und mit dem Finger die Straße hinauf auf etwas deutet.
Ah! Da steht ja mein Wagen!

RUCKZUCK IST DIE LIPPE DICK

Beinahe hätte ich´s verschlafen. Aber wenn auch verspätet, die frohe Kunde kommt bestimmt: Deutschlands Boulevard-Journalisten haben die Promis des Jahres gewählt. Dass Rudolph Mooshammer tot ist, scheint kein Hinderungsgrund für den ersten Platz zu sein. Auch Platz 2 ist mit einem Zombie besetzt: Thomas Gottschalk. Aber der Grund für mein Schreiben ist der dritte Platz. Deutschlands drittbeliebtester Promi ist Ute-und-Chiara-Ohoven!
Utes Verdienste sind unbestritten. Alljährlich lädt sie die C-Prominenz zu einer Felljacken-Tombola, selbst Petra Schürmann und Haut und Knochen von Inge Meysel werden für diesen Event reanimiert. Außerdem geht sie mit totgeweihten Tieren in Altenheime und verbreitet dort Stumpfsinn und Malzbonbons. Anzumerken ist, dass Ute immer tipptopp gepflegt ist. Warum aber muss sie sich den hart erkämpften Platz mit dem Kuckucksei Chiara teilen, deren Hauptmerkmal die selbstgefüllten Lippen sind, die uns leise zuzuraunen scheinen „Lieber wär ich eine Thyssen“. Chiara, diesem armseligen Versuch einer Paris-Hilton-Travestie, der nicht einmal eine anständige Bulimie hinbekommt. Chiara, deren Anblick selbst hart gesottene Taff/Pro7-Zuschauer nach der abgewetzten Fernbedienung greifen lässt?
Also ehrlich. Für Ute tut´s mir Leid. Auch, dass es nur ein halber dritter Platz geworden ist. Mein Vorschlag: Chiara auf ein Internat in den Irak schicken. Dann klappt´s nächstes Jahr vielleicht mit dem ersten. Ganz für Dich allein, Ute!

GLAM PRESENTS TALLULAH, DAHLINGS

tallulah
„My father always warned me about men and drink. He never said a word about ladies and cocaine.“

In Zeiten, wo kaum noch jemand weiß, wer Bette Davis war, habe ich ein Anliegen: Wenn Menschen wie ich einmal aussterben, dann stirbt mit ihnen auch das Wissen um Wesen wie Lya de Putti, Gloria Swanson und – und deshalb schreibe ich dies nieder: Tallulah Bankhead.
Tallulah ist die Schauspielerin, nach der Bette Davis die Rolle der Margo Channing in „All about Eve“ anlegte. (Ganz am Rande: „All about Eve“ ist der beste Spielfilm aller Zeiten, gerade ist eine Special DVD erschienen.) Tallulah, die bisexuelle, kettenrauchende Bourbostimmige Südstaatlerin bemerkte nach Betrachten des Films über Bette: „When I get hold of her, I´ll tear out every hair in her moustache.“
Tallulah hat nur wenige Filme gedreht, was darauf zurück zu führen ist, dass niemand gerne mit ihr arbeitete. Trotzdem war sie auf britischen und amerikanischen Bühnen jahrzehntelang ein Star. Ihre Rivalität mit Bette begann schon in den Dreißiger Jahren, als beide für die Rolle der Scarlett in „Gone with the wind“ gecastet wurden und hielt an, da Theaterstücke in denen Tallulah erfolgreich spielte, grundsätzlich mit Bette Davis verfilmt wurden. Zu gern hätte ich Tallulah in „The Little Foxes“ gesehen, wie sie ihrem Gatten, der gerade einen schweren Herzanfall hat, in die Augen schaut und sagt
„I hope you die. I hope you die soon. I´ll be waiting. For you. To die.“ (Schenkt man den damaligen Kritiken Glauben, dann HABE ich Tallulahs Darbietung in der Darbietung Bette Davis´gesehen. Bette wusste, wenn etwas gut ist, dann kopiert man´s eben.)

Da alte Diven zwangsläufig in Horrorfilmen ihre Rente erleiden, hieß Tallulahs letzter Film Mitte der 60er Jahre „Die! Die, my Darling!“ (Das war nach Bettes Performance in „Hush, hush sweet Charlotte“). Jodie Foster zollte ihr in „Bugsy Malone“ Tribut, als sie sang „My name is Tallulah, I come from bad places, I don´t remember names, but I remember faces“. Da sie sich keine Namen merken konnte, nannte Tallulah jeden „Dahling“. That was before „Sweetie-Darling“ was invented. Cheers Tallulah-Dahling, I remember your name.

Zum Vergleich: Bette als Margo
margo
„Bill´s 32. He looks 32. He looked it ten years ago, he´ll look it twenty years from now. I hate men.“

Und noch etwas für jene, die Falten mit Format lieben: Kathy Bates, Joan Allen und – yessss, Jessica Lange drehen gerade gemeinsam ein road movie!!!

GLAM LOVES PARIS

Ich habe nichts gegen Paris Hilton. Ich bin sogar froh, dass es sie gibt. Wäre Paris nicht als Hilton geboren sondern als Mandy Kowaltschick, dann hätte sie sich dreizehnjährig hinterm Auto-Scooter schwängern lassen, ihren Hauptschulabschluss abgebrochen und außer den Nachbarn in ihrem Wohnsilo und den Beamten auf dem Sozialamt hätte niemand was von ihr mitbekommen. Und das wäre äußerst schade, weil dann einzig Anna Nicole Smith für die Debilität der westlichen Welt Schaulaufen müsste.
Paris ist dumm, das mag sein. Paris hat nur zwei Blicke
a) fragend. Aber selbst ihr fragender Blick wirkt hohl.
b) lachend.
Wenn sie lacht, dann lacht sie einfach und zwar recht debil. Die Steigerung des hohlen Blickes ist ihr Ausdruck, wenn sie betrunken ist. Die Lider etwas gesenkt, der Rest des Gesichts straff.
Ähnlich unbeweglich wie ihre Gesichtsmuskulatur sind ihre Hüften. Paris kann nicht tanzen. Ihre Stilettos scheinen häufig im Boden verankert, fesgeschraubt steht die Ruine, so dass ihr lediglich ein Wanken und Bewegen des Schädels als Ausdrucksmittel übrig bleibt. Wanken und auf High Heels langsam vorankommen sind Paris Lieblingsbetätigungen. Einkaufstüten rechts und links an den Armen befestigt bringen sie in aufrechter Position in eine stabile Haltung. Man könnte Paris als Bastelsatz fertigen. Dazu braucht man zwei Besen, eine Grapefruit, 2kg Spgahetti und eine Rolle gelben Vogeldraht für die Arme.
Paris ist schon okay. Die wirkliche Pest ist Nicole Ritchie. Wenn die jemals die Weltherrschaft erlangt, dann müssen wir uns warm anziehen.

„Why don´t they make doors on cars that a grown up person can walk through? How am I supposed to fit through such a tiny hole, you bitch?! Argh – fuckin scary, man. Crazy fat ass car designers…“

paris
(Hier ein aktuelles Bild. Es ist nicht überliefert, ob Paris es mittlerweile aus dem Wagen heraus geschafft hat. Übrigens eine der seltenen Aufnahmen, die Paris mit angewinkelten Stöckchen -äh- Beinen zeigt.)

GLAM , SPELLBOUND

Psychotherapiesitzungen werden gemeinhin einmal wöchentlich verordnet und das hat einen Grund. Man sagt, dass eine gute Sitzung den Patienten eine Woche lang beschäftigt. Und da ist etwas dran. Also hätte ich gestern besser mal ein bisschen Hausaufgaben machen sollen und die Session vom Mittwoch etwas nachwirken lassen, aber nein, die beiden DVDs „The Simple Life“ waren in der Post und so schaute ich mir lieber 10 Folgen kranken Entertainments pro Abend an, anstatt in mich hinein (böse Zungen sagen jetzt, dass der Blick in mich hinein nichts anderes preisgibt, ich sage dazu „exzentrisches Entertainment“). Hinzu kam ein schweres Essen, das zu nächtlichem Sodbrennen führte (ja, ich bin jetzt in dem Alter). Und tagsüber hatte ich in Truffauts Hirchcock-Buch über „Spellbound“ gelesen, für den Dalí die Traumsequenz gestaltet hat. Wem soll ich jetzt also die Schuld an dem ultraüblen Familienalbtraum geben, von dem ich schreiend aufgewacht bin? In dem Traum hatte mich meine Mutter verstoßen, weil ich durch eine Unachtsamkeit ihrer Firma Schaden zugefügt hatte. Mein Vater hatte pornografische Aufzeichnungen seines Sohnes entdeckt und meine Schwester saß auf dem Beifahrersitz eines fahrenden und leider fahrerlosen PKW und weigerte sich das Steuer zu übernehmen, wähend ich hinten saß und in beiden Händen Portemonnaies hielt, die ich unmöglich fallen lassen konnte. Als ich sie inständig bat, sich doch endlich ans Steuer zu setzen, deutete sie nur auf den Innen- und Außenspiegel, bzw. deren leere Rahmen und sagte – „Ich bin doch nicht bescheuert, das kann keiner von mir verlangen.“ Und dann kam der LKW.
Ich denke, ich verklag jetzt die Hilton.

GLAM BEKOMMT EINE GÄNSEHAUT WEGEN INES UND PAMELA

Eigentlich wollte ich heute einen unverfänglichen Beitrag über meine großen Sympathien für Paris Hilton schreiben. Meine Bewunderung über die Hotelerbin, die nichts kann, nicht mal tanzen, wächst, seit ich mir die ersten beiden Staffeln „The simple Life“ nonstop gebe. Aber Paris muss warten, denn eine andere P-Blondine, Frau Anderson, ist gerade mal wichtiger. Sie macht mir Angst, denn offenbar hat sie die amerikanische Ines Schreiber-Dependance eröffnet. Pamela Anderson hat sich dafür eingesetzt, dass eine Büste des Kentucky-Fried-Chicken-Gründers Harlan Sanders demontiert werden soll. Sanders stünde als Symbol für die Grausamkeit gegen Hühnchen. Seine Firma sei ein Betrieb, der die Hühner Gottes verstümmele.
Wir erinnern uns, dass Ines Schreiber kürzlich Gutfried und dem Wiesenhof den Krieg erklärte und unzählige genmanipulierte Hühnchen freisetzte, was zu meherern Auffahrunfällen und einigen Hack-Verletzungen an Kindern im Vorschulalter führte. Entweder hat nun Pamela Anderson diese glamouröse Seite genaustens studiert und kopiert unsere europäische Nationhalheldin (was in der Sache der Hühnchen vertretbar wäre) oder Ines hat unter Wasser, auf dem Weg zum Kontinentalhang Fähigkeiten erlernt, die es ihr ermöglichen, sich in dralle Hollywood-Chicks zu channeln. Wir werden die News auf imdb.com weiter verfolgen und darauf achten, ob Pamela Anderson sich Apfelsinen in die Extensions geknotet hat. Oder was ist es, dass da ihre Brust hebt? Mir wird Angst.

Nassrupf machiiiine, Nassrup-machiiiine. Nasssrupf – maaaaaaaaa chiiiiiiine!

P.S:: Habe heute den schönsten Referrer aller Zeiten: „Erwin Brockovich“. Das sollte doch mal mein Künstlername werden! Oder Rudy Garland.
P.P.S.: Habe eigentlich nur ich das Problem, Blogger.com-Seiten aufzurufen oder gibt es ein Blogger-Problem? Könnte auch an meinem Safari-Update liegen. Weiß wer was?

A FOOL, GLAM, I oder THE TROUBLE WITH ANDRÉ, Teil 6

Sorry, very very sorry. Sorry ist der Dick auch. Und ein wenig wütend, vor allem, darüber dass er die große Beichte einen Monat nach Veröffentlichung findet und ganz offensichtlich nicht zu den Freunden und der Familie zählte, der sich Herr André bereits anvertraut hatte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war „Atti“ nämlich angeblich gerade in „London, beim Proben für die neue Show“. Wahrscheinlich hat er sich stattdessen in der Wohnung eingeschlossen, um Herrn Dick nicht zufällig über den Weg zu laufen.
Über anderthalb Jahre hat André Websites gebaut, die seine Geschichte a) erzählen und b) die Fakten der Geschichten in Querverweisen belegen. Er hat Filme erfunden, die mittlerweile in Movie-Datenbanken als “unreleased“ oder “ohne Release-Date“ geführt werden, als habe es sie wirklich gegeben. Sogar das American Film Institute hat nach einer Kopie von “Deed Poll“ angefagt (mittlerweile hat er ihn gedreht). Er hat Filmkritiken mit derselben Verve verfasst wie Interviews mit sich selbst und/oder mit Orlando Bloom. Gegen ihn ist die Eve Harrington in “All about Eve“ ein fantasieloses Waisenkind.

Tragisch, dass das Konzept dieses Hoax eigentlich genial ist. Zum Zeitpunkt des Geschehens wäre sie Spiegel-tauglich gewesen. Andrés schriftstellerische Fähigkeiten stehen seinem Web-Konstrukt in ihrer Vielschichtigkeit in nichts nach, der Junge hatte Talent. Tragisch ist allerdings auch, dass er das Konstrukt nicht als Hoax konzipiert hat, sondern als Alternativrealität, von der er sich bis heute nicht trennen kann, die er immer noch braucht, um “jemand“ zu sein. Noch immer existieren Sites, die er ins Netz gestellt hat, noch immer diskutiert er bei imdb.com und in anderen Foren unter verschiedenen Namen mit sich selbst, noch immer versucht er sich “wichtig zu machen“ und auf eine ganz bizarre Art und Weise ist es ihm sogar gelungen.

Zur Aussprache ist es übrigens nie gekommen. Der Dick fuhr sofort nach der Lektüre des Geständnisses zur Andréschen Residenz, doch ward ihm die Tür nicht aufgetan. Der Dick hatte nämlich am Abend einen Termin mit dem Quatsch Comedy Club und begehrte nun zu wissen, wie man mit den gefälschten Credits umzugehen gedachte. So blieb nur die bewährte Email-Kommunikation, mit der ich Euch an dieser Stelle verschone – mehr dramatische Beteuerung in obigem Stil, nur diesmal in deutscher Sprache.
Der Auftritt im QQC fand trotz gefälschter Vita statt und wurde zum Flop.

Der Dick ist mit der buddhistischen Lehre vertraut und hatte sich längst von dem ungesunden Kontakt gelöst, eine Lehre daraus gezogen und überlegte nun, wie und ob man angemessen auf so eine Mail reagieren könnte. „Please remove me from your mailing list“ schoss es ihm durch den Kopf. Doch dann entschied er sich, auf eine Antwort gänzlich zu verzichten. Kennen Sie den Ausdruck „Von jemandem nichts wissen wollen“? Pretty much sums it up. Doch wie die Abbildungen von Hautkrankheiten in medizinischen Büchern übt die Erinnerung an diese Geschichte eine perverse Faszination aus – manchmal klappt man das Buch an den schlimmen Stellen wieder auf, schlägt es zu und rennt aus dem Zimmer. E ruft ein gänzlich negativ besetztes Staunen hervor, von dem man sich nur mit einem kräftigen Lachen erholen kann.
Und für solche Fälle gibt es ja die message in a bottle, die heutzutage eine message in a blog ist. Raus damit ins Meer des Webspace, wo alles seinen Anfang nahm, als Herr Glamour eines Nachts im Frühsommer 2003 mal wieder mit dem Schwanz gedacht hatte.

Nicht dass Ihr denkt, da wäre noch ein Restherz, das Herr Dick nicht zurückbekommen hätte – nope. Sein Herz ist längst (bzw. unlängst) anderweitig unterwegs. Diese Geschichte, Bloggerinnen und Blogger, war strictly for your entertainment, a blast from the past. Und wenn wir alle imdb.com Glauben schenken können (aber können wir das noch?), dann seht ihr André demnächst neben, zwischen oder in Sharon Stone in „Basic Instinct 2“.

„The trouble with André
is he´s a liar“
(Shakespear´s Sister)