Archiv des Autors: glamourdick

IMAGINARY HEROES

„But you mess with my kid and may God himself descend from heaven to protect you, because as long as I live – and I will outlive you all, I will wake up and go to sleep at night just dreaming up ways to make your petty, insignificant lives into hell on earth. You fuck with my kid again, you fuck with him – and I will fuck with everything you hold dear.“
Sigourney Weaver in „Imaginary Heroes“. Die beste Sigourney seit Ripley. In einem der besten Filme über dysfunktionale Familien seit „The Ice Storm“.

imaginaryheroes

For more: Movie site.

BUT SEE HOW DEEP THE BULLET LIES oder I KNOW IT´S OVER WHEN I KNOW IT´S OVER, DO I?

Die schöne Playlist läuft ein zweites Mal und die Erinnerung ans erste Hören ist noch ganz frisch, da hörte sich alles noch anders an. Jetzt ist ein trauriger Keith Urban-Song völlig befreit von Ironie. Meine Finger riechen noch nach ihm, und das wird wohl alles bleiben, von ihm, hier. Ein Geruch. Abwaschbar.

Der Begriff „sich auf etwas gefasst machen“: Selbst wenn die Sprachmitteilungen mit „Darling“ und „Sweetheart“ beginnen ist das noch kein Zeichen für eine Sache, die sich vom Guten zum Besseren entwickeln könnte. Schließlich ist er auf den blauen Seiten noch mit dem Tag „suche Date“ unterwegs, das gibt zu denken, da kündigt sich die Kündigung schon an, bevor es mit dem Anfang so richtig angefangen hat. Trotzdem erscheint er strahlend zum Dinner, genießt, erzählt, hört zu, die Themen überschlagen sich. Will plötzlich spazieren gehen und meine Befürchtung „er hält es in der Wohnung nicht aus – ich bin too much für ihn“ bewahrheitet sich eine halbe Stunde später. Als wir uns auf dem Rückweg meiner Haustür nähern frage ich mich schon, ob er noch vor der Tür sagen wird, dass er dringend nach Hause muss, oder ob er noch einmal die fünf Treppen mit hochkommt. Er kommt mit, aber ganz langsam, erst drei Schritte hinter mir, dann fünf, dann ein halbes Geschoss. Als ich ihn in die Wohnung lasse, sehe ich die Flucht in seinem Blick. Auf seiner Stirn steht „Du machst mir Angst, Du bist zuviel, ich will den ganzen Ballast nicht“. Ja, soviel passt auf eine Stirn, wenn man klein schreibt. Trotzdem gebe ich ihm, mir noch eine Chance. Wir liegen auf dem Bett, sein Kopf auf meiner Brust, ich betrachte die Kopfwunde, er ist schweigsam, ich möchte ihn fragen, ob meine Hände ihm lästig sind, aber das ist überflüssig, weil ich es weiß. Und möchte dann sagen „Ich lass Dich gehen, geh ruhig, ist ja nicht schlimm, man kann sich ja mal irren.“ Aber auch das krieg ich nicht raus. Irgendwann dann, zehn Minuten später kriegt er die Kurve. Und geht. Und bevor ich die Tür schließe, schaut er noch einmal, denkt „Tut mir Leid“ und mein Blick sagt „Mir erst.“ Und dann war es das und dich denke noch, „früher hätte ich bei so einem Erlebnis gedacht – wie komm ich drüber weg, jetzt denk ich, wie mach ich das blogbar.“ Und fühle mich beschissen, weiß aber zugleich, dass ich mich schon beschissener gefühlt habe. Dann widerum ist da ja noch mit der Glamschen Retardwirkung zu rechnen, mal schauen, wann´s mich überkommt.

Samstag. Die Balkonbauarbeiter sind weg (nein, ist nicht fertig geworden), ich mach mir eine Flasche Wein auf (zunächst einmal die, die er gestern Abend mitgebracht hat, die soll weg), um mich gezielt abzuschießen. Das klappt ganz gut. Um halb 10 bin ich besoffen, als das Telefon klingelt. Nein, es ist nicht er, obwohl der Anfang der Geschichte wie eine Sex-and-the-City-Episode wirkt, ist mir klar. Es ist jemand anderes, mit ganz viel Freude in der Stimme.
„Glammy, ich habe nachgedacht – ich möchte gern, dass Du wieder für mich arbeitest, Du hast mir gefehlt, das letzte Jahr, und ich wüsste nicht, wer den Job besser machen könnte als Du.“
Und da fang ich an zu heulen. 22 Stunden später. Weil es gar nicht mal so ist, dass ich mir selbst immer too much bin, sondern oft die Umstände mich zu dem machen was ich bin. Emotionally bruised. Mein Leben hat manisch-depressiv-hysterisch-schizoide Züge. Nicht ich. Aber mach das mal jemandem klar.

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(Ca 5 Min.)

THE WAY WE WEREN´T

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Maybe some people arent´meant to be tamed. Maybe they need to run free until they find someone just as wild to run with.

(Carrie, SATC Season 2, „Ex and the City“)

But still. Mir ist schlecht.

THAT´S WHY WE ARE RAINBOW COLOURED AND PROUD OF IT oder FIGHT STATT PRIDE

Just when I thought I could not get my heart broken again by that woman and that song.

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(ca. 3 Min.)

Judy G., 1968

„Judy Garlands funeral in Manhattan (1969) resulted in an outpouring of New York City fans, with more than 20,000 attending her viewing, including 12,000 gay men. Five days after her death (on the night of her funeral), gay men fought back against police during a routine raid at the Stonewall Inn, a gay bar in Greenwich Village, which set off the gay liberation movement. Today, Gay Pride commemorates the Stonewall riots and the original gay rights movement during the month of June.“
Source: www.wikipedia.org

Fighting back, so we learn, can be quite important. Ich würde gerne den CSD-Touristen, die sich im Juni und Juli durch die westeuropäischen Metropolen feiern, ein Guerilla-Training verpassen und mit ihnen nach Warschau und Moskau reisen, wo schwule Demonstrationen, wenn sie nicht schon im Vorfeld offiziell verboten werden, meist in einer aggressiven Konfrontationen mit Neonazis enden. Versuch mal einem Nazi mit Logik zu begegnen, er versteht eh nur auf die Fresse. Die Energie, die die Kollegen Tanzschwestern fürs Ficken und Feiern versemmeln, kann viel zweckdienlicher umgesetzt werden. Wenn Ihr schon in die Gyms rennt und die Muskel stählt, dann nutzt sie zu etwas anderem als dem posieren. Dann widerum muss man sich die Frage stellen – warum die Gay Liberation unterstützen, wenn die befreiten Schwestern nichts Wichtigeres zu tun haben als Ficken und Feiern. Dann aber widerum sollte jeder ein Recht darauf haben, zu ficken und zu feiern.

AM FREITAG WAR GLAM DURCH NICHTS AUS DER RUHE ZU BRINGEN

Denn, tatsächlich, der polnische Balkonbauer schaut mich traurig an, als er mir mitteilt, dass die Bodenverlegung nun doch noch etwas mehr Zeit bräuchte. Er habe heute beim besten Willen nicht alles geschafft. Hm. Und Montag ginge es auch nicht weiter, weil er da in Polen sei. Man könnte jetzt explodieren, aber was nützt DAS? Dann erlebt man nie die neu verlegten babylachsfarbenen Fliesen, die die Vermieterin mit Bedacht und Geschmack nach Inspektion der Mansion ausgewählt hatte. Und zugleich wären die frischen, unverfugten Fliesen dann mit Dick-Explosions-Masse verunreinigt. Wäre schade drum, um Fliesen, um Dick. Auch schade um das geplante Balkon-Wochenende, die Pflanzorgie, den Sundowner in der Hollyoodschaukel. Also reißt man sich zusammen und geht Kartoffeln schälen. Als das Telefon klingelt und die Vermieterin freundlich anfragt
„Sagen Sie Herr Dick – wäre es ganz unverschämt, anzufragen, ob ich ihnen morgen am Samstag nochmal die Handwerker vorbeischicken kann, die Fliesen zu verfugen?“
„Aber nein, Frau S. Kein Problem.“
„Ab wieviel Uhr kann ich Ihnen das denn zumuten?“
„So ab 11.00 Uhr?“
„Wunderbar. Dann noch ein schönes Wochenende.“
„Herzlichen Dank, Frau S. Ihnen dasselbe.“
Und dabei habe ich diesen Monat meine Miete noch gar nicht gezahlt.
So, und jetzt schäl ich die Möhren. Es gibt Glamoursche Ofentortilla.

THE CLEAVAGE SALVATION ARMY or THE DISAPPEARANCE OF GLAM

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When we´re not busy praying, saving our planet and blogging, we like to get drunk, screw around, bang our heads and sing to some serious country tunes.

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Mit Brittbee, Wortschnittchen, Lucky, und Ereignishorizont im Monster Ronsons. Auch dabei: Nicole und Kieran, die wir auf dem Weg aufgegabelt haben. Mich sieht man nicht, denn ich musste ja filmen. Heute hört man mich auch nicht mehr. Some would call it a sexy voice – I call it Bette Davis meets Johnnie Walker. Aber wen wir da im Film am Lautesten hören, das ist das Rockluder Lucky. Dem haben wir mit „I should be so Lucky“ auch einen akustischen Blumenstrauß geflochten. (Leider nicht auf Film.)
Ebenfalls auf der Playlist „I got you babe“, der Grusical-Hit „Memory“ (da müsst Ihr mal auf den Text achten. Schmeißt Dich weg.), „One way or another“ von Blondie und ein Pat Benatar-Medley. We are strong! We belong! Living on a power-keg and giving off sparks.*

*Erkennen Sie das Chanson?

GLAM GEGEN DIE BLOGROLL

Vorwort: im folgenden rede ich über Blogs, keineswegs über die Persönlichkeiten, die dahinter stecken.

Irgendwie, Darlings, ist n bisschen die Luft raus. Nicht, dass ich mir nicht alle halbe Stunde was aus den Rippen leiern könte, nee, das geht schon noch – aber das, was für mich das Bloggen in den ersten paar Monaten ausgemacht hat, das ist irgendwie futsch. Die flutschende Inspiration und genenseitige Befruchtung, die mir das perlende schäumende Bloggieren einmal so lieb gemacht hat.

Remember… da war Choc, die mich überhaupt erst drauf brachte. Die jeden Tag spritzigwütende Skizzen des Lebens und Erlebens lieferte. Schroeder erstattete enthusiastisch Bericht über geile Weiber, die ich mit Crazy-Noten versehen konnte. Burnster war highfire-cool aber noch jenseits des solipsistischen. MC mochte ich damals noch gar nicht (er schien so hetero, was er ja auch ist, aber eben auf ne Art, die mich irritierte), das kam erst später, dass ich ihn zu schätzen lernte, über den kann ich jetzt also nicht meckern, was an sich schon wieder schade ist, weil ich ja mit meiner Bestenliste meckere. Britt war die Königin von allen und zwar ebenfalls täglich, und auch Arboretum und Fraufrank waren recht äußerungswütig. Sie sehen, worauf ich hinauswill – mir sind ein paar wichtige Pfeiler der Inspiration weggebrochen. Meine Tageszeitung ist quasi um den Feuielleton und „Rund um die Welt“ beschnitten. Und wenn ich schon mal am Meckern bin: Ich höre keine Podcasts. Ich liebe das Netz, weil ich hier lesen und schauen darf, aber nicht hören muss. Liebe Fragmente – komm zurück zum Schreiben, bitte bitte.
Lucky war schon immer eher sporadisch, aber wenn, dann meist hochwertig. Der Ereignishorizont ist blogistisch so verlässlich wie das Wetter in Berlin und das gleiche gilt leider für den Raketenprinz und Pheerce. Goldkehlchen, die nur allzu selten singen. Cassandra? Fühl Dich ebenfalls angesprochen.

Das Schreckliche: Es gibt nicht so wahnsinnig viele tolle Blogs – sonst würde ich nicht meckern, sondern anderweitig weiterlesen. Mein Dank und meine tägliche Blog-Bestätigung an die Schwadroneuse, die Beine, Tod Spango (gerade heute morgen wieder), Ole, die Diagonale (aber vorsicht mit den podcasts!) und Lore.Berlin. You make me hope. Und ich werde Eure Blogrolls gnadenlos abhuren, á la récherche du kick perdu.

MAY BE

Ich liebe lettische Boygroups. Zumal ich den Sprachgebrauch bei Fremdsprachlern, die Englisch singen, oft sehr schön finde. Auch bei Björk. Sehen Sie „Brainstorm“, im Heimatlettland bekannt als Prata Vetra. Das Lied „Maybe“ ist schon ein paar Jahre alt, aber noch immer bestechend schön. Allein schon der Satz „Maybe… my animals live in your zoo.“
Das ganze erinnert irgendwie an tschechische Kinderfilme. Luzie, der Schrecken der Straße wohnt jetzt im Haus gegenüber.

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