…das ganze Ding zu canceln. Überprüfen ob aus Angst, Trotz oder weil die Arbeit mir über den Kopf wächst.
Archiv des Autors: glamourdick
TESTING TESTING
So ein 8-Euro-Tramezzini-Toaster ist doch ein dolles Gerät. Man wirft was aufs Golden Toastie und tut Ruccola drauf und wenige Minuten später schon hat man das Gefühl, man habe aufwändig etwas für sich getan. Und für diesen Beitrag bekommen ich den 8-Euro-Tramezzini-Toaster nicht etwa geliehen. Nein! Weit gefehlt! Ich darf ihn behalten. Weil ich ihn bezahlt habe. 8 Euro. Dafür kann man sich sowas nichgt selber machen. Und morgen teste ich die Mikrowelle.
IL GLAMINO
„Am Ende ist Leiden doch ein „Nicht-Verstehen“. Und wenn man etwas nicht versteht, muss man Vertrauen haben.“
Ich erinnere mich, zwischen meinem 16. und 22. Lebensjahr mit diversen esoterischen Grundsätzen durchs Leben gegangen zu sein. Und zwar nicht mal schlecht. Ich habe aufmerksam auf alles geachtet, was mir geschah, habe mich über Lieder im Radio gefreut, die mir eine Nachricht oder eine Entscheidungshilfe zu schicken schienen. Wenn ich eine bestimmte Frage hatte, konnte ich sicher sein, dass irgendjemand mir ungefragt ein Buch oder einen Film empfehlen würde, in dem die Antwort oder zumindest ein Lösungsvorschlag zu finden war. Koinzidenzen, Synchronizitäten – wenn man auf so etwas achtet, hat man stetigen Anlass zur positiven Überraschung.
Als Student der Religionswissenschaft habe ich mich von allem entfernt, was auch nur entfernt mit Spiritualität zu tun hatte. Esos waren unhip. Ein anständiger Agnostiker konnte schließlich nicht sagen, „och, heut abend geh ich doch noch mal raus“, weil im Radio Petula Clark´s „Downtown“ lief. Nun könnte ich aber gar nicht behaupten, dass das etwas spiritistischere Weltbild mir in irgendeiner Form geschadet hätte. Im Gegenteil – das Leben schien bedeutungsvoll. Das Erleben mitteilsam. Ich lief mit einer Aufmerksamkeit durchs Leben, einer Wertschätzung, die die positiven Aspekte hervorhob.
Die Lektüre von Hape Kerkelings Jakobsweg-Buch „Ich bin dann mal weg“ (aus dem obiges Zitat stammt) rief in mir die Erinnerung an damals zurück. Kate Bush´s „Strange phenomena“ fiel mir auch wieder ein – darin geht es um genau dasselbe – durchs Leben zu gehen und ein bisschen Magie darin zu vermuten. Selbst wenn die Magie nicht wirklich existiert – was kann es schaden, wieder etwas mehr auf die Zeichen zu achten? Allem etwas mehr Bedeutsamkeit beizumessen. Dem Buddhismus glaube ich, wenn er sagt „die Welt ist schlecht“, aber genau so bin ich Shirley MacLaine für die letzten Sätze dankbar, die sie sagte, als sie noch halbwegs bei Sinnen war „it is mankind´s moral obligation to seek happiness.“ Und wo fiel ihr das ein? Auf dem Jakobsweg! Es geht letztlich nur darum, der Schlechtigkeit der Welt zu trotzen und dass man es sich gut gehen lässt und Freude am Dasein hat. Dabei niemandem willentlich Schaden zufügt. Seine Feinde und sein Scheitern als Lehrer begreift. Immer auch den Aspekt des eigenen Selbst in dem sucht, was einen wahnsinnig macht oder was man hasst. Ich hasse dadurch nicht automatisch weniger, ich zwinge keine Wut nieder – im Gegenteil, ich lebe auch die Wut aus und warte oft genug nicht darauf, dass das Karma seinen Job macht. Aber ich glaube, dass Menschen, die hauptberuflich hassen, keinen wirklichen Spaß am Leben haben. Hass setzt Verbissenheit voraus; Verbissenheit bedeutet letztlich Energie zu verschwenden, die man in Spaß und Freude fließen lassen könnte.
Dachte ich gerade so drüber nach.
HOMO ERECTUS

(Photo by Brynntrup. Dankeschön!)
NIEDERSACHSEN
…und jetzt, wo ich schon mal hier bin, überlege ich doch tatsächlich, ob ich nicht für Sonntag einen Frühschoppen in Niedersachsen abhalten sollte. Aber ich kenne ja nur einen niedersächsichen Blogger, die anderen beiden Niedersächsinnen sind in Berlin und Hamburg, für die Rheinländer und Innen wird´s zu weit sein. Vielleicht sollte ich mir solche Gedanken in Zukunft paar Tage früher machen.
OVERGLAMMED oder GESTERN WOLLT ICH NOCH LESEN
Nachdem mich gestern Abend die Kraft dergestalt verlassen hatte, dass ich, anstatt mit der Nachbarin Geburtstag zu feiern, um 23h im Bett lag, starte ich heute après office in ein Wochenende, das wohl weitestgehend von Bustaben (geschriebenen oder noch zu schreibenden) verschont bleiben wird. Mal zwei Tage nicht zu schreiben wird guttun, aber das Lesen werde ich, wie in den vergangenen Tagen, schwer vermissen. Und damit ich noch ein bisschen Blogsurfen kann, halt ich jetzt die Klappe und geh lesen. Enjoy the weekend, Bloggers. Und – I hate to say it: André bloggt*.
*Danke für den Hinweis!
GLAM´S SPITTING IMAGE
Eine ca 10 Jahre alte Dokumentation auf DVD gesehen. Hatte verdrängt vergessen, dass ich selbst dort interviewt wurde. Beim Betrachten angesichts meiner selbst vor 10 Jahren errötet. Nicht nur wegen der Rouge-Noir-Fingernägel in Kombination mit einem orangefarbenen Satinhemd, zu dünner Augenbrauen und entsprechender Oberlippe.
Douglas Coupland hat geschrieben, dass sich selbst im Fernsehen zu sehen in etwa so sei, wie ein Glas voll mit der eigenen Spucke auszutrinken. Solang die Spucke im eigenen Mund ist, ist alles okay, aber kaum ist sie draußen, ekelt man sich vor ihr.
BUSY GLAM
Also Crashkurs in Photoshop bei der Nachbarin, in 1 1/2 Stunden Flyer-Vorderseite gebastelt. Rückseite mit Pressetext heute. Nachbarins Mutter vom Flughafen abgeholt. Auf Gabelflügeln, die länger als 16 Stunden dauern, gehen grundsätzlich Gepäckstücke verloren, also einmal mehr eine heitere Stunde mit den zumkotzenunfreundlichen Gepäcksuchsäcken Sachbearbeitern der Lufthansa verbracht. Parkkosten auf dem Kurzzeitparkplatz 13 Euro. Noch Zeit zum Umziehen, dann zu Rocco und seinen Brüdern. Michael B. Web 2.0 aus Erfahrungsberichten heraus sympathisch gemacht. „Da stelle ich beispielsweise ein Banner ins Netz, das eine Bloggerin mir gebastelt hat – in Affentempo und mit Style und Elegance und eine Stunde später, beim Blog-Zappen sehe ich mein Banner auf der Seite eines penisaffinen Herrn, dem ich noch nicht begegnet bin, den ich nur vom Lesen kenne. Stell dir das mal vor!“
Anruf von meiner Erzählerin, der Königin der Knorrpromenade. Mittwoch Trockenlesung geht klar. Anruf von Schauspieler 2, vorgestern erstmals kontaktiert. Hat gestern Buch gelesen. Berichtet überzeugend, beeindruckt zu sein und freut sich auf die Lesung. Bestätigt Mittwochstermin. Hebt genau die richtigen positiven Seiten am Buch hervor und bestätigt den einen Kritikpunkt, der mir in den nächsten Wochen Arbeit machen wird: Akt 1 kürzen.
Zuhause. Noch Text formatieren? Zu ko. Das erste Mal seit Ewigkeiten öffentlich rechtliches Fernsehen, anderthalb Stunden am Stück: „Die Spielwütigen“, eine Langzeitdoku über vier Schauspielschüler. Hochgradig gut amüsiert und angeschaut bis um 1.00 vorbei. Wecker gestellt, 6.20 aufgestanden, 6.37 am Rechner. Ich krieg das noch hin mit den fehlenden 10 Minuten morgens. Die ersten drei hab ich schon.
Heute: Office. Flyer, Rückseite. Treffen mit Cora. Flyer und Drehbuch drucken. Copyshop. Geburtstagsdinner der Nachbarin. Packen für Wochenende bei Löwenmama. Und vielleicht schaff ich noch, die Penisgeschichte zu schreiben.

(Die angetrashte ÖkoPunkvariante. Der Flyer.)
NEUE ERFAHRUNGEN, Teil 1
Man erntet seltsame Blicke der Mitarbeiter, wenn man auf einem Din A4 Blatt Penisse skizziert.
AUS DER UHR RAUSCHEN DIE STUNDEN oder DAS PROBLEM MIT DEM PENIS
6.20 Weckerklingeln. Trotzdem erst 6.40 am Rechner. Wer macht da miese Geschäfte mit der Zeit? Schnellschreiben zum schnellaufwachen. Dann Geldjob. Schauspielern hinterhertelefonieren. Eine Erst-Lesegruppe für die Trocken-Lesung heute in einer Woche rekrutieren. Bei photoshopkundiger Nachbarin Flyer basteln. Mutter der Nachbarin vom Flughafen abholen. Vorher Auto aufräumen? Geburtstagsgeschenke für Nachbarin und Mutter (eigene). Pedro SMSen und Bedauern ausdrücken, dass er keine Co-Regie machen kann, da in den Karpathen. (Oder habe ich das gestern schon getan?) SMS-Ausgang vom Montag überprüfen. Gedenkminute für die Supportgroup! Supportschnittchen Textmaterial zukommen lassen. Fantastisches Banner von La Larousse in jpg verwandeln und auf Blog stellen. Schauspielern hinterhertelefonieren. Neue Drehbuchfassung ausdrucken und kopieren. Karikatur meines Penis anfertigen. Für erigierte Fassung entscheiden, da eindrucksvoller. Krone oder Diadem? Sprühschablone von Peniskarikatur anfertigen. Peniskarikatur in Flyer einbauen. Penisse dort auf den Boden sprühen wo ich Flyer verteile. Peniskarikaturidee (courtesy of Supportregierung) verwerfen. Peniskarikatur sieht aus wie die meisten Penisse. Allerweltspenis. Schockminute. *
Filmemacherfreund zum Eis und Support-Counseling treffen. (Penisse erörtern?) Veranstalter kontaktieren, was ich den ganzen Tag über vergessen haben werde. Die Sybille-Besetzungsfrage weiter ventilieren. Noch einmal über den Vorschlag von Deutschlands Theaterheld grinsen nachdenken, der mir anriet, Désirée Dschungel anzufragen.
Rattenscharfem Araber SMS schicken und noch einmal Bedauern ausdrücken, dass ein Treffen erst nächste Woche möglich. (Ich würde anrufen, aber ich verstehe sein Englisch am Telefon so schlecht.) Penis vorerst nur zum karikieren verwendbar.
6.34 Uhr: Browser stürzt ab, dieser Text verschwindet. 6.45 diesen Text flugs neu schreiben.
* an dieser Stelle kam mir der Gedanke „Kennst Du einen, kennst Du alle“ und wurde sofortwieder verneint. So verbrachte ich wertvolle Zeit damit, einige Penisse Revue passieren zu lassen und befand, dass das mal ein schönes Blogthema wäre. Nur eben gerade jetzt nicht, weil – siehe oben.