Dass ich das liebe ist ja zwangsläufig.
Archiv des Autors: glamourdick
NIX LOS BEI GLAM
All work, no play. Aber immerhin habe ich es geschafft, dass der Ipod die verschwunden geglaubten Playlists wiederentdeckt. Also konnte ich mir mit „Best of Rufus“, Nick Hornby und einer Flasche Pescador einreden, dass ich mir auch mal drei gemütliche Stündchen in der von Brittbee neu bezogenen Hollywoodschaukel gönnen kann. Kurzurlaub sozusagen, den mein Körper nicht mehr ganz begreift, da ich die vergangenen 12 Tage durchgearbeitet habe. Es kommt mir vor wie 20.
Hinterhofgeräusche:
– Wecker
– Hip Hop
– Kinderschreien
– Erwachsenenlachen, männlich, schmutzig.
– Telefon
– Fahrrad klackt an Fahrradständer
– Türknallen
– Türöffner (kapi zili)
– Eisentor scheppert
– Dire Straits (bei Weitem am Schlimmsten)
– Drogendealer mit Hörschaden und hoher Stimmlage preist Qualität von Liquid E.
MEMORY IN A BOX 2: GLAMBREAK
Ich habe mal einen Award zerbrochen, den ich stellvertretend für jemanden in Empfang nehmen sollte. Stellvertretend einen Award in Empfang zu nehmen ist ja an sich schon eine sehr unangenehme Aufgabe: Das Publikum freut sich, wenn der Name des Gewinners aufgerufen wird, über, für und mit seinen Star, der Star wird von der bescheuerten Kuh von Moderatorin auch angesagt (obwohl sie gebrieft hätte sein müssen, dass der Star anderweitig unterwegs) und dann muss Glam auf die Bühne und es kommen natürlich Buhrufe und viel Gemurmel „Wer ist das?“, „Ist das nicht?“ „Wo ist denn XY?“. Da es sich um ein Starduo handelte, das den Award verliehen bekam, war an meiner Seite die Ehefrau des anderen Teils des Starduos. Wir stellten uns vor (peinlich genug), stotterten unser stellvertretendes Dankeschön und traten ab. Sehr auf Adrenalin. Mit der hübschen kleinen Statuette, so dachte ich fälschlich, gibt´s an der Bar sicher ein Fläschchen Champagner gratis. Und so knallte ich sie theatral auf den Tresen. Versehentlich dabei zu klump. Erschrak. Verschwor mich mit der Ehefrau, dass dies niemand würde erfahren dürfen. Wir wollten dicht halten und das Ding würde ich kleben, dass man gar nicht sah, dass es einmal für ein Glas Schampus als ideeller Pfand verliehen und dabei beschädigt wurde.
Das Problem war aber, dass ich an diesem Abend so fantastisch aussah. Ich wollte den Leuten, die mich anschauen mussten, anstelle des Starduos, immerhin etwas bieten. Und so siegte die Eitelkeit, als mich ein Fotograf mit den beiden Hälften der Statuette ablichten wollte. Nicht dass es des Fotos und dessen Abdrucks bedurft hätte. Die Ehefrau hielt nicht dicht, nicht einmal einen Tag lang. Aber das Starduo war amüsiert. Und irgendwie auch im Nachhinein bestätigt, nicht selbst erschienen zu sein, denn was will man auf einem Event wo sie zerbrechliche Preise verleihen? Und würde mein Scanner funktionieren, dann könntet Ihr das glamouröse Foto von mir jetzt hier sehen, das ich aus meiner Memory-Box gefischt habe.
THE MOMENT I WAKE UP
Aber umgekehrt habe ich´s auch schon erlebt, vielleicht beschäftig es mich deshalb so. Marocco 1999. Da knallte ich aus süßen Träumen auf einen schmuddeligen Hotelfußboden. Man fühlt sich ziemlich verwirrt, wenn man aus dem Bett gekickt wird, in einem schrecklichen Hotel, zumal vom Partner. Zwei Wochen später war dann auch Schluss.
Cue: Annie Lennox
I used to have demons
In my room at night.
Desire – despair, desire – despair
So many monsters…
ONE MAN GUY IN THE MORNING, ONE-MAN IN THE AFTERNOON, ONE MAN GUY, WHEN THE SUN GOES DOWN I WHISTLE ME A ONE MAN TUNE
Wobei es schon seltsam ist, dass ich im Schlaf Menschen, die in meinem Bett liegen, herausschubse, mit Händen und Füßen (mal ganz abgesehen vom nächtlichen Reden, Wandeln, Telefonieren). Folgende Fragen ergeben sich:
1.1. habe ich das schon immer gemacht?
1.2. weshalb erfahre ich erst jetzt davon?
1.3. waren meine Schlafgefährten diskret oder war es ihnen peinlich, mir davon zu berichten?
2.1. aus welchem Grund tue ich das? Indiscriminately. (Ich mag ja meistens die Menschen, mit denen ich mein Bett teile.)
2.2. was spricht dagegen, das Bett zu teilen? (Es ist groß genug, wir haben schon zu 4t darin geschlafen).
2.3. Bedarf es einer charakterlichen Qualifikation, von mir nicht aus dem Bett geworfen zu werden?
2.3. Wenn ja, welcher?
3.1. Sollte ich, bei meinen unzähligen (wenn auch latent lapidaren) Schlafproblematiken langsam mal daran denken, eine Schlaftherapie zu machen?
3.2. Gibt es Therapien, in denen man freundliches Schlafen erlernen kann?
3.3. Legt sich das von selbst, wenn ich mit der richtigen Person schlafe?
UND NOCHMAL, ZUM MERKEN, GLAM´S BUMPER STICKER
It´s a great staircase. But you´re not Scarlett.
(ZU) FRÜHDICK, MRS PRESIDENT
Weshalb kommt mir das heutige „früh“ so viel früher vor als das von letzter Woche Mittwoch?
Geena Davis war doll! Und das sogar auf deutsch.
WENN MAN DAS KIND SCHON MAL MIT DEM BADE AUSSCHÜTTETE
Gestern, anlässlich der Reunion mit einem besten Freund, in Kurzform von den vergangenen Monaten berichtet. Selbst erstaunt über die Parade, die da Revuemäßig an mir vorbeisteppte. Die Boys-Riege. In vergleichsweise kurzer Zeit sehr viele absurdeske Erlebnisse mit vielen fremden Menschen gehabt. Dann daran gedacht, dass die positiven Erlebnisse mit Menschen, die bis vor ein paar Monaten basically auch nur Fremde waren, die negativen sowas von aufwerten, dass ich mal Danke sagen muss. (Siehe unten.) Wenn mir vor 2 Jahren jemand gesagt hätte, wie ich heute leben würde, dann hätte ich es nicht geglaubt und wäre sehr sehr irritiert gewesen, und voller Angst. Jetzt erlebe ich es und erstaune mich über mein (therapeutisch hart erarbeitetes aber mittlerweile beständig funktionierendes) Equilibrium. Das Reunion-Gespräch ist, wenn auch viel mehr als das, eine adäquate Metapher: sich langsam vom Brunnenboden einer falschen Einschätzung (die einem ein übles Gefühl bescherte) mit den Fingern in die Backsteinmauer krallend empor gezogen, mühsam, angestrengt, und dann doch nach oben gekommen, auf das Plateau, wo die Basis der Freundschaft wieder gedeihen kann und wo gerade die Sonne aufgeht. A new day has come. Man kann Gefühle wandeln. This I learned.
Cue for Kate:
Look at the LIGHT!
All the times it´s a changing
Look at the LIGHT
Climbing up the aerial
BRIGHT, WHITE, COMING ALIVE, jumping off of the aerial
All the time it´s a changing
And all the dreamers are waking
Und weil es auch überhaupt keinen Spaß macht, alleine Elefanten und Mammuten zu befreien.
GLAM DANKT

I get a lot of support these days and it makes me humble and it makes me proud. Da wäre die wunderbar frisch in diesem Jahr entdeckte Freundin und Unterstützerin, die Hollywood-Queen, der Smarte Lawyer, die Bannerin, der Casting Advisor und die ganzen Banner-Schalter, zum Beispiel, um jetzt mal drei zu nennen, hier und hier und hier. Und das sind nur die Blogger! Dann sind da noch Sascha und Marco und Chris und Thomas. Das Skailight sowieso. Und Kollegin Nina. Meine Mum, die es cool findet, wenn ich im Internetz Wahrheiten sage, auch wenn ich mir Androhungen einfange. Anke, die von all dem nichts mitkriegt, weil sie mich nicht blogliest, aber mich liest, wenn sie mich sieht. Die Nachbarin. Und es freut mich ganz besonders, dass eine verloren geglaubte Freundschaft heute einen neuen Anfang genommen hat.
I put on this white dress for you!* (Das muss nicht jeder hier verstehn, doch jeder hat´s schon mal gesehn:) I´m kneeling for ya.*
*Bette Davis in „Jezebel“; et moi, ce soir, pour vous.
GLAMS LIEBLINGSDICHTERIN
„Marie Madeleine, Freifrau von Puttkamer, geb. Günther, geboren 1881 zu Eydthkuhnen, seit 1900 mit dem Generalmajor im Ruhestand Georg, Fr.hr. v.P. verheiratet, starb 1944 in Katzenellenbogen.“
Die Titel einiger ihrer Werke: „Die rote Rose Leidenschaft“, „Taumel“, „Krabben“.
Aus meinem persönlichen Lieblingsgedicht „Hass“:
„Geschlechtshass, – Sonderbare Nervenschwingung, –
Erinnerung an weltenferne Zeit.
Da noch vereint in zärtlicher Umschwingung
Die Wollust waren und die Grausamkeit.
Da die Begierde tobte ohne Schranke,
Da Körperkraft, die einz´ge Übermacht,-
Und da noch kein erhabner Gottgedanke
Aus einem Tier zum Halbtier uns gemacht.—
Das lieb ich so… Wenn die brutale Regung
Auftaucht in deiner wilden Manneskraft,
Und wenn ich fühl´in jeglicher Bewegung:
Wie sinnlos macht dich deine Leidenschaft.
Es werden dann zu schmerzhaft scharfen Bissen
Die Küsse, welche sonst lieb mich umschmeicheln,-
Wenn deine schönen Hände nicht mehr wissen,
Ob sie mich würgen sollen oder streicheln.“
(Matthes & Seitz Verlag, München.)
Es komt noch ein Vers, aber Madeleine wusste nie, wann Schluss ist. Ich liebe auch ihre Interpunktion. Nahezu Rilkisch.