Archiv des Autors: glamourdick

30h, THE FINAL CHAPTER: IM VORORTSZUG (LE P´TIT TRAIN)

Hey, hey, suburban gay
I must just say
That I like your way
Petit dieu de la banlieue
J´aime des pantalons
Et j´aime thes cheveux

Your style is precious
Your eyes shine like stars
Jai vu un dieu
Dans la banlieue
J´ai vu un ange
Ca te dérange
Ca te dérange?

Hey, hey, suburban gay
I sit beside you and I pray
Thank the Gods you crossed my way
Ton rire vampire
Tes jambes cigarrette
Tu es craché dans mon désire
I´ll never regret
I´ll never forget

Your style is precious
Your eyes shine like stars
J´ai vu un dieu
Dans la banlieu
J´ai vu un ange
Ca te dérange
Ca te dérange?

LEIGH IN LOVE

Es hat ihn erwischt. Ein bisschen verknallt war er ja auf Anhieb. Aber jetzt wird´s ernst. Der junge Mann aus der Kohine-Familie hat alles was ein Lover braucht. Charme, Sex, Witz und einen schicken, wenn auch virtuellen Körper. Aber mehr hat Leigh ja auch nicht zu bieten. Die beiden haben sich übers Ficken kennen gelernt. They met their match. Fremde gesellen sich dazu, weil ihnen das Liebesspiel der beiden Vergnügen bereitet. Darüber hinaus kuscheln sie auch sehr gerne. Legen sich in eine Düne und lassen den lieben Gott einen alten Mann sein. Unterhalten sich und schaukeln sich erotisch auf und ab, verbal.
Das interessante – Leigh hat sich verknallt, nicht Glam. Glam hat kein Interesse, den Schöpfer von Mr. K. kennen zu lernen (zumal der in Kanada lebt) und ist recht zufrieden mit Leighs Auswahl. Die beiden sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Wenn sie nicht zeitgleich online sind, dann amüsieren sie sich anderweitig, wissen aber, dass das vergleichsweise schaler Virtu-Sex ist, denn keiner spricht so schön Porno wie Mister K. und Mister Leigh. Wie praktisch das ist – ein herzliches Fickverhältnis ohne Eifersucht. Es gibt Sachen die im 2nd Life praktischer geregelt sind, als im Ersten.

JETZT BIST DU ASCHE, ASCHE

C´était une grande sensation damals. Ein Lied das so richtig in die Zeit klatschte, feinster Gymnasiastenpop. Danach war alles anders. Und was ist geiler als ein Lied über eine verstorbene Tänzerin, zu dem man einfach tanzen muss?

Mais c’est la mort
Qui t’a assassinée Marcia
C’est la mort
Tu t’es consumée Marcia
C’est le cancer
Que tu as pris sous ton bras
Maintenant tu es en cendres, cendres

Zum Sterben schön. Les Rita Mitsouko. Fiel mir wegen „Le Petit Train“ ein, zu dem ich leider keinen Clip finden konnte. Remember – das war das erste europäische Bollywood-Video.

THE GLAM CARPET-SHOW

Wie immer grandios: Nicole. In Rot. Die Elfenbein-Feen-Nummer hat jetzt Naomi Watts übernommen und kann sich damit sehr gut sehen lassen. Ebenfalls hinreißend in blass: Kate Winslet. Penelope sehe ich lieber in kräftigen Farben. Abigail bewundernswert kindlich gestylt. Mal sehen wie die Olsens das wegstecken. Cate entwickelt sich mit den smoky eyes und dem sleek snake-dress ebenfalls zum Hollywood-Star, der diese Bezeichnung verdient. Gwyneth hat das Haar-Styling bei Nicole abgekuckt, aber es kann nur eine Blondine geben und die muss gefärbt sein. Der Oscar für´s beste Blond geht wie immer an Nicole. Reese hat sich modische Anregung bei den Olsen-Hexen gesucht. Divorce doesn´t become her. Jessica Biel? Trocken Brot. Jodie war in einem lesbischen Haar-Salon, das Ergebnis entsprechend nüchtern. Helen Mirren kann dieses Jahr offenbar nichts falsch machen. Großartige, würdevolle Robe. Ob Faye Dunaway sich manchmal fragt, wie sie jetzt wohl wirklich aussehen würde? Wenn man auf der Straße einer Langhaarigen folgt, sie überholt, ihr dann ins Gesicht schaut und hat Faye vor Augen – da nimmt man doch die Beine in die Hand und rennt, oder? Cameron – bitte nächstes mal einen Friseur aufsuchen. Selbst Jodie sah am Kopf besser aus. Beyoncé – löst in mir wie immer das egal-egaler-geht´s-nicht-Gefühl aus. Und den Katastrophen-Oscar für das leidigste, widerlichste, unpassendste, würdeloseste Outfit überreiche ich feierlich an Meryl. Eine Kunstlehrerin an der Waldorfschule 1987. Waren die billigen Klunker aus der Obermaier-Kollektion?? Gab´s die im Dutzend billiger???

Wer mir immer besser gefällt, auch weil er sich zunehmend in Marlon Brando verwandelt: Leo. I like the chubby look. Zweitgeilste Schnitte: Sacha Baron Cohen. Und über Al Gore habe ich mich gefreut. Gespenstisch: Marc Anthony. JLow, wie immer vergeblich eine Liz-Taylor-Travestie auf den roten Teppich rotzend, hat ihn ganz offensichtlich ausgesaugt und leergelutscht.

Soviel dazu. Mehr bei Anke .

30h, Teil 5: REGRETS I HAVE A FEW

Ich habe überlegt, es mit dem Konzert in meiner Paris-Berichterstattung so zu handhaben wie Nena in ihrem Buch mit ihrer NDW-Karriere. Auslassen. Ein cooler Zug. Mach ich aber doch nicht. Also.

Er war stimmkrank. Hakte bei den hohen Noten, entschuldigte sich, ärgerte sich und machte sich über den Stimmverlust lustig. „The next song – i´m gonna sing in Judy´s key. Let´s see what happens.“
Wenn Rufus Wainwright seine Stimme verliert, dann hört er sich interessanterweise an wie Dean Martin. Anstatt auszusingen und nachklingen zu lassen, blieb ihm oft nur möglich, anzudeuten. Professor Higgins-mäßig. „This is Liza Minelli´s revenge“. Nur mag ich Dean Martin gar nicht.

Wenn das Konzert perfekt gewesen wäre, dann wäre ich im Olympia mit dem Platz verschmolzen und man hätte aus meinen Überresten eine Kerze machen können, vielleicht auch zwei. Aber abgesehen vom krankheitsbedingten Stimmumfang: a born entertainer. A laugh and a cry and a tap to the foot. 2 Stunden Gänsehaut. Ewas skeptisch war ich, als „Stormy weather“ an Martha W. ging, doch was Miss Wainwright da ablieferte war awe-inspiringly beautiful: a new take on a sung-to-death-number, stormy wuthering weathers. She lit the torch and set flames to the Olympia. Lorna Luft durfte auch was singen und ist besser bei Stimme als ihre doofe Schwester Liza, die unter ihrem Mädchennamen Minelli übrigens eine Schuh-Boutique in Paris betreibt (leider habe ich das Schaufenster nicht fotografiert.) Anyway – Lorna kann stark vibrierend singen, aber ihr Auftritt veranschaulichte auch, warum sie nie ein großer Star geworden ist. Star quality – zero points.

Alles in allem jedoch – adorable. Judy war mit uns. Und mehr erzähl ich nicht, weil ja der Großteil meiner Leser eh nix mit Rufus anfangen kann. Und weil ich es schon ein wenig bereue, dass ich ihn nicht at the top of his form erleben durfte. Und dass man ihm anmerkte, wie sehr er es hasste, nicht so zu können, wie er es gewohnt ist. Verschieben wäre eine Option gewesen, aber für einen zweiten Trip nach Paris hätte mein Budget nicht gereicht. (Das Publikum bestand nur zu 50% aus Franzosen, der Rest war angereist.) Die standing ovations hat er verdient – sie galten eher der Tatsache, dass er das Konzert durchgezogen und nicht abgebrochen hat. Regrets i have a few. Auch den blöden Streit in der Straße der weißen Mäntel. I don´t know what it is, sometimes.

whatitis
(Die süße Französin mit dem selbstgemachten „I don´t know what it is“-T-shirt.)

30h, Teil 4: PARIS AFTER DARK

Nach Mitternacht werden wir drei ziemlich hungrig. Skailight und ich sind seit 4.00 Uhr morgens auf den Beinen und Ella ist heute erst aus London zurückgekehrt.
„Es ist der einzige Imbiss in Paris, wo sie sich ein halbes Jahr später noch daran erinnern, welches Dein Lieblings-Crêpe ist.“
Also stehen wir im Neonlicht der frühlingshaft milden Nacht am Crêpe-Imbiss und ordern. Eine junge Frau stößt zu uns, lange Haare und weit aufgerissene Augen, an denen man erkennt, dass sie blind ist, ohne dass man ihren Blindenstock gesehen haben muss. Sie bestellt sich ein Crêpe mit Banane und Nutella. Ich ordere ein Fromand aux Fromages.
Ah, sagt sie, sie wusste gar nicht, dass es an diesem Crêpe-Stand auch Fromands gebe. Dieser Satz spießt sich sehr eindringlich in unser Bewusstsein. Wie soll sie es auch wissen, wenn sie die Fromands nicht sehen kann? Das sind so Momente, die einem ins Herz stechen, mir jedenfalls. Mit Rufus hatte ich auch Mitleid, dazu später mehr, aber das Problem der Dame mit dem Nutella-Crêpe ist weitaus profunder, insbesondere in einer Stadt, die so wunderschön, so visuell ist.
Der Imbiss-Mann annonciert, dass ein Crêpe fertig ist und die Blinde sagt Dankeschön und streckt die Hand aus. Nein, nein – Missverständnis, es ist Ellas Schafskäse-Crêpe. Ach, da ist noch ein anderes Mädchen, sagt die Blinde und ich füge hinzu, jawohl und noch deux garcons. Ich habe zuviel getrunken, sagt sie und kichert. Das macht gar nichts, wir auch, sagen wir. Und dann – Stromausfall. Mit einem Mal geht alles aus. Licht, der Crêpe-Bräter, wir schauen uns erstaunt um, alle außer der Blinden, und schon ist das Licht wieder da. Aber der Moment hat gereicht, den Herzstich von vorhin ein bisschen zu mildern. Das Dunkle muss sie nicht irritieren, das kennt sie. Dann ist ihr Crêpe fertig, wird in Alufolie verpackt und sie verabschiedet sich. Fällt trotz Blindenstock beinahe noch über einen Stuhl, kichert, sagt noch einmal, wie betrunken sie ist und verschwindet um die Ecke.

ES IST MIR EINE EHRE

„Schreiben ist für Glamour Dick ein Zwang. Sein Prosastil ist mal witzig, mal melancholisch und immer sehr individuell. Seine Themen reichen von der Hochzeit seines schwulen Freundes bis zu Skurrilem aus der Modewelt. „

So schreibt die Welt Online. Und das freut mich, dass die hier mitlesen. Actually I just needed a bit of a Boost. Das heißt aber nicht, dass ich jetzt wieder ans Telefon gehe. Dazu braucht´s noch.

30 Stunden…, Teil 3: MONIKA, DIE SÜSSE oder PARIS 3

Sie sitzt an der Bar und sieht aus wie die Cousine meiner ibizenkischen Lieblingskellnerin: Mitte/Ende 50, lange Haare, enge Jeans, starkes Make-up. Ella, Sakilight und ich haben gerade unsere ersten Getränke geleert, das Konzert Revue passieren lassen und ich muss nun endlich meine Wainwright-Delpy-inspirierte Filmidee schriftlich festhalten, geh also an die Bar um mir Stift und Papier auszuleihen. Auch ihre Stimme erinnert an die ibizenkische Lieblingskellnerin. Reibeisen.
„Allo tu es Americain?“
„Non, je suis Allemand. Berlinois.“
„Aaaaahhhhh! Berlin. J´adore! J´étais la et c´est très liberale! Je suis Monique.“
„Je suis Glam, enchanté!
„Je suis putain, tu sais. Prostitute. Berlin est und paradis pour une putain!“
„Ah, c´est vraie? Do you think I should try it?“
Und die nächsten Minuten erklärt mir Monique die Vor- und Nachteile der Prostitution in Paris im Vergleich mit dem Arbeitsstandort Berlin. Ich hatte gleich gedacht, dass der Laden etwas vom Roses hat, wo man ständig mit fremden Menschen in bizarre und informative Gespräche abtaucht, um dann wieder aufzutauchen und weiter zu schwimmen. Mit einem Lächeln im Gesicht und ein wenig beschwingter als man noch vorher war.