„Da ist so ein Hall, so ein statischer und manche Gespräche beenden sich von allein. Wenn man mich anruft, hört man „der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar, was ja so nicht stimmt – ich hab ja noch das Handy. Und oft hört man nur das Besetztzeichen, auch wenn die Leitung gar nicht besetzt ist. Außerdem ist die TDSL-Leitung viel zu langsam, ich kann keine Uploads machen und das ist ärgerlich angesichts des „Schade Schade“-Films, der am Montag auf meinem Blog erscheinen sollte.“
In dem Moment, wo der freundliche Call-Agent im Alice-Büro seine Kreuzchen auf der Screen macht ertönt nun plötzlich ein Freizeichen, Wählgeräusche und eine türkische Frauenstimme, die irritiert in unser Gespräch einbricht.
„Es scheint, als sei Ihr Anschluss doppelt belegt.“
„Ist Alice deshalb so preiswert? Das ist ja wie in dem Film mit Doris Day und Rock Hudson!“
„Vermutlich wurde bei Bauarbeiten ein Kabel verletzt, so dass sich jetzt die Adern zweier Anschlüsse berühren.“
Das hört sich alles viel zu organisch an. Aber realistisch – die Polen, die letztes Jahr meine Terrasse aufgerissen haben, betätigen sich in geheimer Mission im Hof.
„Und nun?“
„Wir können Ihnen am Mittwoch zwischen 13 und 17h einen Techniker vorbeischicken.“
„Da arbeite ich. Was ist der nächstmögliche Termin?“
„Mittwoch zwischen 13 und 17h.“
„Das sagten Sie bereits. Mein Telefon mag gestört sein, meine Ohren sind es nicht. Ich meinte danach. Haben Sie vielleicht ein Zeitfenster, das für Berufstätige geignet ist oder können Sie das Fenster ein klein wenig zumachen, also anlehnen meinetwegen – so auf 13 bis 14h?“
„Leider nein. Das ist das einzige Fenster, das uns die Telecom anbietet.“
Dann mein klassischer Satz für Call-Agenten: „Ich weiß, es ist nicht Ihre Schuld, aber verstehen sie meinen Unmut…“ usw usw.
Da ist es wieder, das böse Wort, das ich nie wieder hören wollte. Telecom. Noch immer verhöhnt sie mich, jetzt sogar via Alice.
