neon fur and cigarettes
kissing into closing time
the city´s full of movie-lads
bimbos, babes and suffragettes
we gaze and talk and think
and drink our drink, it´s pink
Archiv des Autors: glamourdick
GLAM SAGT NIE WIEDER EIN SCHLECHTES WORT ÜBER DIE POST
„Das Angebot gilt nur für Leute unter 26, aber das dürfte ja bei Ihnen der Fall sein.“
Edit.
Oder hat sie gesagt „über“ 26??? Sie klang so überzeugt.
ROMY
Habt Ihr auch schon den aktuellen Spiegel gesehen? Schönstes Cover ever. Habe leider erst die erste Seite des Romy-Artikels lesen können, hätte aber hinter jedem Satz bislang ein Häkchen machen können.
Edit. Gilt für den gesamten Artikel. Neben dem Buch von Michael Jürgs das Beste, was je über Romy geschrieben wurde. Und, für den Spiegel außergewöhnlich, mit einer wunderschönen stylishen Bildauswahl.
THE QUEEN´S NOT DEAD


STAR STRUCK oder GHOSTWRITING
1995, ich konnte einfach nicht mehr freundlich sein. Die Leute um mich herum wurden mir zuviel. Der Job im Theater war eine dysfunktionaler Rummelplatz geworden, auf dem zu laut gebrüllt wurde, und ich wollte nichts mehr, als mich daraus zu befreien. Eigentlich lag das nur an dem Langhaarigen, mit dem ich zu Nirvana getanzt hatte und dann hatten wir uns geküsst und Lippenstift verschmiert und uns unter unseren langen Haaren heraus verliebt angeschaut und es wurde doch nichts daraus. Der wär´s gewesen, das war mir klar und das schlug mir ein halbes Jahr so sehr auf die Stimmung, dass ich einen Rückzug brauchte. Ich war Mitte 20 und bitter. Neuanfang. Und so wurde aus mir der studentische Geschäftsführer eines feinen kleinen Plattenlabels das zwei namhafte Künstler der Chanson-Szene ins Leben gerufen hatten, um ihre CDs selbst zu produzieren. Ich kannte die beiden als Performer und freute mich, in ein Feld zu wechseln, wo ich so wenig wie möglich mit meinen Bossen zu tun haben würde, die lebten nämlich nicht in Berlin und waren die meiste Zeit auf Tournee. Keine Freundschaften, keine Kungeleien, kein Rummelplatz. No tears no tangles. Ein Büro ganz für mich allein, was ganz schnell etwas langweilig wurde, aber dann holten wir langsam andere Künstler aus der Szene mit ins Boot und ich hatte viel zu tun. Mit einigen verbindet mich heute noch Freundschaft. Mit anderen habe ich mich vor Gericht getrennt. Einige Begegnungen aus dieser Zeit haben für mich historisches Ausmaß.
Spätestens, als ich mit meinem damaligen Chef zusammen zog, musste ich mir die Frage stellen, ob ich mich durch Freundschaften zu Promis aufwerten wollte. Irgendwann später dann stellte ich mir die Frage, ob ich durch die Freundschaft zu Promis meinen eigenen Status kleinhalten wollte. Ich bekam ja den Glanz vom Rande her ab, was will man mehr? Ich spiegelte mich in meinen Starfreunden, sah Aspekte meiner Selbst, manchmal auch meinen Einfluss, eine Inspiration. Anstatt mich nach meinem ersten eigenen Buch publizistisch weiter zu entwickeln, nahm ich einen langjährigen Ghostwriter-Job an, zu einem Zeitpunkt, wo ich bereits intensivst in meine Sozialphobie verstrickt war und jede Aufmerksamkeit, die man mir entgegen brachte, einer Bedrohung gleichkam. Gespenstisch, in der Tat. Mit der Porno-Queen Essen zu gehen war, obwohl wir befreundet waren und die Zeit miteinander genossen, ein zweischneidiges Schwert – zuviel Aufmerksamkeit für meinen Geschmack.
Schreiben und veröffentlichen schien mir immer der geeignete Weg, mich auszudrücken, ohne dabei gesehen zu werden – das Gespenst hinter dem Text. Ich habe nie einen Verlag um Publicity-Maßnahmen oder Lesetourneen gebeten – dafür wäre ich viel zu nervös gewesen. Aber es hat mich durchaus geehrt, in der Fiktion von anderen aufzutauchen, in einem Lied oder einem Buch oder einem Dankeschön in einem Booklet meines Schweizer Lieblingssängers. In Buchstaben. Oder gebannt in eine Fotografie, eine geklatschte Elfe.
Fiktion hat mich immer beflügelt – sei es, wenn ich las oder wenn ich schrieb. Ich wollte alles immer etwas larger-than-life, etwas pointierter, etwas glamouröser.Celebrity-struck war ich seit frühester Kindheit. Hollywood war meine Bibel. Und als Kind hatte ich durchaus die Sehnsucht, selbst ein Star zu werden. Berühmt, geachtet. Ab einem gewissen Alter stand die Angst dem im Weg. Next-best war wohl, mit den Stars etwas zu tun zu haben. „Glam kann gut mit schwierigen Leuten“ hieß es. Das kann ich jetzt nicht mehr und ich vermisse die Fähigkeit nicht. Wenn jemand sich wie ein Arschloch aufführt, denke ich nur „Arschloch“ und behandle ihn nicht wie einen Tanzbären, den es zum Trick-Vorführen zu überlisten gilt.
Meine Angst und mein Berufe passten gut zusammen und als ich die Berufe verlor blieb zunächst einmal nur die Angst. 3 Wochen kurz vor dem Selbstmord, dann die Entscheidung, mich um mich selbst zu kümmern und gesund zu werden. Denn erst als ich sprichwörtlich arbeitsunfähig wurde merkte ich, dass die Phobie so ausgeprägt war, dass ein Vorstellungsgespräch für einen neuen Job undenkbar war. Insane? Maybe not. Crazy, edgy, neurotic – for sure. Phobia ist nicht von ungefähr kein Mädchenname.
10 Jahre among the Stars. 2 Jahre in Therapie. Und jetzt langsam ein Gefühl dafür, wer ich bin und warum und wer ich eigentlich sein will. Ein paar Tricks, die Angst im Zaum zu halten. Eine Entschlossenheit, mich aus Gefängnissen zu befreien, auch auf die Gefahr hin, im nächsten zu landen. Die Elfenbeintürme stehen leer. Lasst den Elefanten ihre Zähne. Es gibt da draußen etwas, jemanden – irgendwo zwischen Liebeslied und Pornofilm. Der Aufstieg beginnt auf dem U-Bahnhof, tief, tiefer, „denn irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht“. Ehrlich. Ganz in echt.
GLAM JAMMERT WEITER
Meine Freizeit gestern war in etwa so spaßig wie meine Arbeit. Die alten Methoden, mich in gute Laune zu versetzen, sind abgewetzt. Auch nach der siebten Folge Melrose Place ging´s mir nicht besser. Und das obwohl ich den NTSC-Knopf auf meiner DVD-Fernbedienung entdeckt habe und MP erstmals in vernünftiger Bildqualität genießen konnte. Und, wenn auch lieb gemeint, haben die Fotos von kürzlich auf Luckys Dach nicht die Stimmung gehoben. Merke: Keine Kameras zulassen when drunk and awake for 30 hours and over 35 and immer noch nicht geliftet.
GLAM SEES NO PARAMOUNT NEED TO HOLD ONTO WHAT ISN´T HIS
Es war halt so gar nicht geplant. Ich war immer davon ausgegangen, dass mein Erwachsenenleben sorgenfrei, glamourös und einfach star-mäßig sein würde. Ich hab doch an Madonna geglaubt! Everybody is a star when you express yourself. Und entsprechend wird man dann reich, wenn man sich selber ist und so toll und shiny shiny. Und dann ändert sich die Zeit und man ist vielleicht ein kleiner Glanz im Internetz, aber da gibt´s kein Geld für. Und eine Jugend entwickelt sich, der man fern ist, obwohl man sich selbst noch gar nicht für wahnsinnig erwachsen hält, vielleicht, weil man mangels Fortpflanzungsauftrag nie Elternmäßig Generations-Position beziehn musste. Bestimmte Chancen bekommt man nicht mehr. Und kann aber wegen der Madonna-Sozialisierung auch nicht „ja“ sagen zu einem Job hinter einer Kasse oder einem Tresen. Man war ja schließlich mal jemand und etwas und schillerte im Seitenglanz der Sterne. Das Mindeste wäre doch gewesen, wenn man bei D&D Advertising den Lindy-Toys Account betreut hätte, so wie Alison und Billy. Aber nein. Sydney war eh cooler. Und hungriger. Und hatte ihre Porno-Tantiemen und den besten Look. Und muss sich dann von einem Aas wie Samantha über den Haufen fahren lassen (übrigens noch ein Grund, wegen dem ich „Weeds“ nicht anschauen kann – diese Samantha-Schauspielerin).
So why not just release the gates and let them all come out?
Remember that without them there would be no Paramount
No paramount need to hold on to what isn’t yours
Release the stars
Release the stars, release your love, release the stars
Release your love, ‚cause Hollywood is over
Why do you keep all your stars in from your studio on Melrose Avenue?
Weißt du was, Madonna? FUCK YOU!
FIGHT HOMOPHOBIA
Recommended Viewing: The Laramie Project.
THE GOSPEL ACCORDING TO GLAM
Und dann stehst Du im Stau, eine Unverschämtheit, denn Du hältst Dich gerade im Traum auf und so etwas wie ein Stau geht nicht in einem Traum. Fragst Dich die stauüblichen Fragen „Wie lange noch, warum überhaupt undsoweiter“ und dann siehst Du diesen einen Wagen, der die Abfahrt blockiert und die dazugehörige Trulla, im gleichen Moment nähert sich ein Polizeiwagen. Von den anderen Wartenden angeheizt, beratschlagt die Polizei die Trulla, die ihren Wagen unter den Arm nimmt und von dannen zieht. Die Stimmung ist gelöst als alle wieder in ihre Autos steigen.
„Einen Moment noch“, wendet sich der Diensthabende an die Menge, „Und welches Lied singen wir jetzt?“
Aus einer weiblichen Dreiergruppe tönt es selbstbewusst „Oh happy Day!“
Der Polizist klatscht in die Hände und stimmt an. Und während sich unsere Wagen langsam wieder in Bewegung setzen, legt sich der Gospel übers Land.
AND NOW FOR SOMETHING COMPLETELY DIFFERENT oder JOB ESSEN SEELE AUF
Hilfe! Es muss doch möglich sein, jeden Tag in eine freundliche Firma zu gehen, seine Arbeit zu erledigen, Geld dafür überwiesen zu bekommen und den Rest seines Lebens zu genießen. War ich in allen anderen Jobs in Watte gewickelt oder weshalb zieht mich das so runter? Es geht an die Substanz. Ich. will. raus.