
(courtesy of katebushnews.com)
NEVER LEAVE YOUR LUGGAGE UNATTENDED
Und dann war da auch noch mal eine sehr lustige Nacht – das muss mein zweites Date nach der Trennung von D. gewesen sein. Ein Spanier, natürlich Carlos, sehr groß, soooo ein Kreuz, ebenmäßig-markantes Gesicht mit einem strahlenden Gebiss. Wir hatten sehr angenehmen Sex und lagen danach auf dem Bett, streichelten und massierten uns und klagten uns unser Leid betreffs der Männer, in die wir eigentlich gerade verliebt waren. Irgendwann sehr spät höre ich die Wohnungstür – Georgette wohnte wegen Auftritten bei mir und mir fiel ein, dass sie Gunnar, den Lichttechniker mitbringen wollte.
Carlos und ich streichelten und redeten weiter. Dann musste er aufs Klo, ging mit seinem stattlichen Körper und langem schönen Schwanz aus dem Schlafzimmer in den Flur. In der Küche, direkt gegenüber dem Schlafzimmer, saß Georgette und trank mit Gunnar. Carlos grüßte höflich und ohne jede Scham über seine mangelnde Bekleidung.
Als er eine Stunde später nach Haus fuhr, ging ich in die Küche zu Georgette und Gunnar und Georgette gab mir die High Five.
„Treffer, Sweetie!“
„Als sie die Schuhe vor der Tür gesehen hat, war ihr schon klar, dass das ein Hengst sein muss!“ Bemerkte Gunnar.
„Ich war neugierig und hab seinen Ausweis im Portemonnaie gefunden.“
Carlos Jacke hatte in der Küche gelegen.
Never trust your friends.
LIEBESBRIEF, CA. 1999
Du warst böse
Du wirst zahlen
Wenn Gottes Mühlen
Auch langsam mahlen
Du warst fies
Du warst schlecht
Du warst link
Und ich hab recht
Spar dir die Antwort
Ich will keinen Rückbrief
Stapel hoch weiter
Ich schwör dir – du fällst tief
Lass mich in Ruhe
Ich liebte dich nie
Schwirr endlich ab
Und dann fick dich ins Knie
LUCKY DAYS AND NIGHTS
Irgendwie glitschte der Samstag unspürbar in den Sonntag über und man tat, was die Restenergie erlaubte. Redete, sang ein wenig, hielt im Internet Ausschau nach Sexdates, zu denen man eigentlich kaum imstande war (außer F., dem ich meinen Wohnungsschlüssel gab, damit er ein ungestörtes Erlebnis haben konnte.)
Nebenbei gelang es uns, die Spuren der Party sehr relaxt zu beseitigen.Und als dann die Sonne wieder unterging, war es langsam Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Was ein wenig abstrakt war, hatte man sich doch das ganze Wochenende sehr zu Hause gefühlt.
Boah war das schön!
MORGENMUSIK
Aus dem Bad zwei Geräusche abwechselnd: Würgen und Lachen. Ray amüsiert sich mit seiner neuen Zungenbürste.
HAUSFRAUENGLAMOUR UND DER ELEFANTENPLAN
Mit dem Elefantenplan bin ich noch nicht weiter gekommen. Vielleicht unterstützt mich der Ereignishorizont dieser Tage mit einem Foto für die Kampagne. Die beiden Elefantenstatuen am Zoo-Eingang auf der Budapester scheinen mir ein geeigneter Backdrop für Glamour-Pics.

(Auf diesem Bild wirken die beiden sehr sinister. Wenn man an ihnen in der farbigen Realität vorbeigeht, strahlen sie eine majestätische Ruhe aus. Betrachtet man sie jedoch genauer, so erkennt man den Zorn in ihren Augen.)
Die lebenden Elefanten im Zoo bringen mich zum Weinen, mit denen lasse ich mich erst fotografieren, wenn sie wieder in freier Wildbahn sind. Vielleicht sollte ich mit Goldie Hawn Kontakt aufnehmen.
Ray fragt aus der Küche, wo der süße Senf sei – die Frühstückswurst schmecke wie Köter. Was sie vermutlich auch ist.
Heute wird erstmal den ganzen Tag gekocht. Der selbsterfundene Nudelsalat mit den naheliegenden Zutaten und eine Kürbissuppe, die, mit Garam Masala aufgepeppt, einen Hauch Exotismus auf die Geschmacksknospen zaubert. Lucky macht eine andere Pasta-Variation sowie eine 60ies-Style-Curry-Soup und ein klassisches Chili für die Tiereverzehrer. Die Einkäufe gestern haben den Bremsweg meines Wagens bemerkenswert in die Länge gezogen und ich hoffe, er ist nicht über Nacht gestohlen worden, denn im Kofferraum ruhen 60 Flaschen unterschiedlich gefärbten Weins.
Wenn jeder noch was mitbringt, dann wird es eine rauschende Ballnacht. Leider ist Kai nicht dabei. And Ray is away performing Glamour at the Kit Kat. Und D. ist zwar in der Stadt, aber wir sind gerade mal wieder out of touch. So ist das mit den Waagen und Skorpionen.
In der Küche steht Ray vor dem Toaster und wartet ungeduldig. Die Wartezeit vertreibt er sich mit der Darbietung des Chansons „God bless America“. Das muss der Senf sein.
ASZENDENT WAAGE/SKORPION
Matthew Shepard schaut mich von meiner Arbeitswand an, wo ich ihn hingeklebt habe, für ein Projekt über Opfer, es ist ungefär ein Jahr her. Aus dem Nebenzimmer Le Rob. Nach anfänglichem Hören vn „Intensive Care“ war ich underwhelmed. Jetzt sprießen ein paar Liedknospen zu mir durch.
Alt (ich), neu (Rob-CD), geliehen (Stephen Duffy) und blau (ich komma bald). Auf Gayromeo fragt mich jemand Unattraktives, ob ich Wichs-mpgs von mir habe (Ja), und ob ich sie ihm mailen kann (Nein). Noch ein Glas Wein – ich meine, es ist Oktober, Merlot opportun. Und morgen Nacht (für Astro-Akribiker in der Nacht zum 23.) verlässt die Sonne die Waage und geht in den Skorpion. Und das ist der Tag, wo mein Aszendent steht. Und wo die besten Jungs der Welt geboren wurden (Kai und Jürgen).
Und der Aszendent steht für Lebensaufgaben und jetzt wäre die Zeit, sich für eine neue zu entscheiden. Wenn´s nicht schon 11 wäre, würde ich Roxana anrufen.
Auf Gayromeo fragt mich jemand, wie oft ich wichse. Ich sag ihm „Komm, wir sollten ficken“ und geb ihm meine Nummer. Und denke – so verabschiedet man die Waage, wie es ihr gebührt und so begrüßt man den Skorpion, wie er es gewohnt ist.
Bloggers, enjoy your weekend! I sure will!
GLAMOURSHOPPING

(pic courtesy of katebushnews.com)
Die englische Presse liegt auf dem Rücken und strampelt mit den Beinen vor Entzückung. Der Grund: „Aerial“ (out Nov. 4th). Und Glam zieht sich jetzt die roten Schuhe an, geht zu Karstadt und holt sich Kate Bush´s „King of the Mountain“. MMMMMMMMMMmmmmmmmmhhhhhhhhh, YES!
WARUM DIE GRUPPENTHERAPIE MIR WICHTIG IST
ROXANA:
Na also, ick musste ja nu letzte Woche bein Medizinischen Dienst. Die wolln ma jesund schreim. Und denn kiek ick heute bei meine Ärztin uffn Computer und les mein Befund. Da steht „arbeitsfähig“ und, wattema, ick hab´s ma notiert. Da steeeeeeeht nu also „Verdacht auf narzisstisch-schizoide Persönlichkeitsstörung“. Det musst ick nachher erstema nachschlahng! Und det bedeutet, ick halt ma mehr in meene kreative Welt auf als wie inner Realität. Und ick dachte die Salzteichfijurn wärn jut für mir, und det Makramee, denn da hol ick ma doch meene janze Bestätijung! Soll ick det jetzt uffjeben? Und wisster wer det ooch hatte? Vincent Van Gogh!
MANDY:
Na ick versteh die, dass die Dir jetze jesund schreim – zum Arbeeten broochste doch keene zwee Ohrn.
MANN, SOLCHE FRAGEN SCHON AM FRÜHEN MORGEN. UNGERECHT.
Bin ich momentan ein Nopportunist? Und bin ich da allein oder ist das wieder eine üble Entwicklung in these times of decay?