BANGA – DAS HATTE ICH BEFÜRCHTET

You are... The Dreaming
You are Kate’s fourth album, The Dreaming! Let’s
face it — you’re wild, dark, and more than a
little bit crazy. You might even scare people
away the first time they encounter you. But
your own special brand of untamed genius should
be fully appreciated and taken on its own
terms. Key songs: Sat in Your Lap, Suspended in
Gaffa, The Dreaming.

Which Kate Bush Album Are You?
brought to you by Quizilla

weak

DIE GEHEIMEN PLÄNE DER ELEPHANT LIBERATION ARMY

Der Plan sieht vor, dass GlamourDick am Freitag pünktlich um 7.30 Uhr aufsteht, damit er spätestens um 9.30 Uhr das Haus verlassen kann. Zuvor wird Karstadt angerufen, ob das Objekt vorrätig ist. Wenn nicht, muss er wohl oder übel nach Neukoelln. Egal. Für das Objekt würde er auch nach Gera oder Neubrandenburg reisen. Etwa zur selben Zeit am Ereignishorizont: Feldflaschen werden gefüllt, Butterbrote mit vegetarischen Aufstrichen belegt. Je nach Klima, wird nach Regenjacken gesucht. Sonnenbrillen gehören in jedem Fall ins Gepäck – es muss mit Anfällen großer Rührung gerechnet werden.
Zeitnah in Neukoelln eilt ein schwarzgewandeter Glam die Gänge des übel ausgeleuchteten Mediamarktes entlang, da Karstadt vermutlich wieder gepennt hat. Das Objekt wird in dreifacher Ausfertigung gekauft, möglicherweise auch vierfach – man geht kein Risiko ein.
Rote Ampeln ignorierend rast ein silberner Hyundai von Neukoelln nach Friedrichshain, parkt erratisch. Der Koffer mit den Objekten wird in das neue, extra für diesen Zweck weißgestrichene Zimmer getragen, die Objekte im Mac gerippt – vielleicht die längste halbe Stunde im Leben der beiden Protagonisten. Mit zitternden Händen und heißen Kabeln werden zwei Ipods präpariert. Auf Telefonanrufe, Mitbewohner, Nachbarn kann nun keinerlei Rücksicht mehr genommen werden. Mobiltelefone werden achtlos auf den Boden geworfen. Die Protagonisten eilen zum Wagen, die Ipods beben und stöhnen vor entrückter Erwartung. Ein Park muss her, ein Wald, ein Fluss, ein Fleck Sensualität in der Haupstadt wird angesteuert. Mit weichen Knien und emsig pochenden Herzen verlassen die Protagonisten das Gefährt, betreten Land, schauen Luft, Erde, Wasser, sich tief in die Augen, steuern die Geräte aus, drücken zeitgleich auf „Play“, reichen sich die Hände und stürzen kopflos, ganz Herz und Seele in die Welt von „Aerial“.
Und dann.
Die Eiszeit ist vorüber.

zooportal

Sie werden sich nicht erinnern, wie sie es dorthin geschafft haben, aber hier stehen sie am Elefantenportal des Berliner Zoos. Etwas asynchron singen sie Kate Bush und wogen rhythmisch-hexig die musikalisch durchströmten Arme. Der Stein erweicht, die Elefanten erheben sich und strecken die Glieder. Sie haben viel zu lange gekniet. Jetzt ist man gut gerüstet, Lucky aus seinem Büro zu entführen. Zu dritt mit zwei liberierten Elefanten geht es dann weiter zum Kanzleramt, wo sich bereits die über Berlin verstreuten Kate-liebenden ELA-Mitglieder eingefunden haben. Einige haben bereits einen Elefanten befreit, andere freuen sich über die bevorstehende Aufgabe.
Es ist ein langer Tag, es ist ein Tag voll poetischer Ekstase. Ein Tag, an dem dunkle Haaransätze von selbst erblonden.
Und dann und wann.
Debbie Harry wird dabei beobachtet, wie sie aus einer Lidl-Tüte Rubine, Smaragde und Ecstasy-Pillen auf die Befreier regnen lässt. Ein gekaperter TV-Aufzeichnungswagen beschallt nun die Elephant-Liberation Army und begleitet die Tausendschaften aus der Stadt, der nächste Zwischenstopp wird eine Insel in der Themse sein, die Bush-Familie zu grüßen, dann ist der Londoner Zoo an der Reihe und sicherlich läuft man auch irgendwann Ines Schreiber über den Weg.
Ja, so wird der Freitag.

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten TÄNZERN, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

TIRILI!

dohlen
(Das passiert, wenn man bei der Google-Bildersuche „Dohlen“ eingibt. Eigentlich wollte ich einen ganz anderen Effekt für dieses Posting – etwa so:
dohle
aber die drei Cousinen vom Trio Bulgarka, die im Allgäu das Perückenkombinat „Zum Silbernen Dutt“ geplündert haben, gefielen mir auch sehr gut.)

Kja tschack!

(Nur noch zweimal aufwachen!!)

PANORAMIC: A HEART LIKE A LION

Heute ist so ein Tag, wo ich in Demut und Dankbarkeit quelle wie ein Schwamm. Hat vielleicht mit dem schönen Sex letzte Nacht zu tun und ganz sicher mit „Nocturne“ von Kate Bush, aber noch entschiedener mit Thomas, meinem heterosexuellen Freund, den ich in meiner schwärzesten Zeit kennengelernt habe, der mich unschockiert durch Pest und Cholera und Elektroschocks begleitet hat und dessen Herz so groß ist, dass es mir Angst machen würde, wenn nicht ausgerechnet er ein Mensch wäre, der mir keinerlei Angst macht. Er weiß, dass man, einer Aubergine nicht unähnlich, kaum angeschnitten, Bitterstoffe veräußert und er weiß, dass man eine aufgeschnittene Aubergine erstmal auf Salz legt, um die Bitterstoffe zu entziehen. Warum fällt mir keine schönere Metapher ein? Er hätte sie verdient.
Er rennt nicht weg. Er fragt nach, ohne zu nerven. Er bleibt. Und er hat keine Angst, sein Herz zu öffnen. Gegenseitig und einvernehmlich und ehrlich sind wir aufrichtig. Weil uns wehgetan wurde, werden wir einander nicht wehtun, das ist klar.
Ein schwuler und ein heterosexueller Mann – die haben keinerlei Berührungspunkte, dachte ich. Weit auseinandergehende Interessen. Das war einfältig gedacht. Was ich an Thomas liebe, ist, dass er mich durch pure schiere Präsenz eines Besseren belehrt und so neue Wahrheiten entstehen, die alte, falsche Ideen ablösen.
Wenige Menschen schließe ich rein in mein Herz. Manchmal war mein Herz ein Stundenhotel und ich der besoffene Concierge. Jetzt ist es ein bunt bevölkertes San Simeon in dem die Preziosen meine Freunde sind, die alten Langgeliebten (Lucky und Choc und Frank und mein Kai) und die neuen, die dazukommen. Die Neuzugänge in diesem Jahr: ein Herzberger Mädel und ein Mann mit Herz, Thomas, der mutige Löwe.

Und die Möbel für das Zimmer in Deinem Herzen habe ich schon eingekauft, alle brandneu!

NOCTURNE

Vogelgesang in ziemlich mittelbarer Nähe. Aufstehgeräusche. Ein Geruch von – Kohlenstaub. Gemischt mit Räucherstäbchen, wie sie in den 80ern parfümiert waren. Die Aufstehgeräusche kommen aus einem Nebenzimmer, das ebenso wenig zu meiner Wohnung gehört wie das Schlafzimmer, in dem ich gerade wach werde. Neben einem warmen, schönen, schlafenden Körper, der als innenseitiger Löffel an meinem (Körper, nicht Löffel) ruht – so ordentlich wie in der Schublade, warme Haut an warmer Haut, erregbares Gewebe ebenfalls in Aufwachposition.
Ich schaue an eine Decke, ca 50 cm über mir. Wenn dies kein Kleintiergehege ist, dann erwache ich also gerade in einem Hochbett. Im Fenster gegenüber sehe ich eine Brandschutzmauer. Wen hat die je vorm Brennen geschützt? Mich jedenfalls nicht. Langsam und vorsichtig tapse ich die Leiter gen Fußboden hinab und beginne, meine Sachen, die mir gestern vom Leib gerissen wurden, dorthin zu tun, wo sie zuvor waren, an meinem Körper. Bei der Suche nach der Unterhose fällt mir ein, dass ich keine anhatte. Unterhosen sind heikel – seh ich Calvin muss ich lachen, andere mögen meine Dolce & Gabbana-Fakes von H&M nicht. Pfiffig, darauf zu verzichten! Wenn mir das in dreißig Jahren passiert, dann nur aus Senilität. Honni soit und so weiter. Wenn ich mir davon etwas versprochen hatte, ohne Unterhose zum Date zu gehen, dann hat es geklappt. Ich blinzele nach oben, gen Decke, er blinzelt halbwach zurück und lächelt halbseitig. So blinzeln Mittzwanziger. So wohnen Mittzwanziger. So ficken Mittzwanziger.
Auf der Straße, die Sonne geht auf, steck ich mir eine Zigarette an, streiche die in alle Richtungen abstehenden Haare an den Kopf, lächele beidseitig und freue mich, dass ich solche Momente nicht nur aus Reruns von „Sex and the City“ und Erinnerungen an meine Mittzwanziger Vergangenheit beziehe. Und tiriliere ein wenig mit den Dohlen. Kja tschack, Kja tschack, kja tschack! (dtsch: a diamond sky, a diamond night, a sea of honey, look at the light!)

FLEDERMAUSFÄKALIEN

Batshit-insane. Ist irgendwie keiner drauf eingegangen. Dabei gefiel mir das so gut. Könnte auch ein Lied von Ingrid Caven bezeichnen. Aber momentan fühl ich mich gut drin aufgehoben. Batshit insane. Und im Auto vorhin fiel mir David Sylvian ein: I wrestle with an outlook on life that shifts between darkness and shadowy light.
Batshit-depressed.
Get your freak out!
And if someone out there should worry about me: it´s not THAT serious. I´ve got friday to look forward to. Katemas.

TRUE TALES OF TERROR: EAST-GERMANY 2005

Sommer 2005. Ein charmanter Badestrand in Mecklenburg Vorpommern. Wasserklatschen, Kinderschreie, der Geruch von Piz Buin und stockigen Badelaken. Ein Klingeling macht mich aufmerksam auf einen Wanderer mit kreuzförmigem, blütengeschmückten Wanderstab, der eine Kette mit Holzscheibenanhänger um den Hals trägt. Wieder klingelingt er. Eigentlich unnötig, denn unmittelbar hinter ihm folgen ungefähr zwei Dutzend weitere Wanderer, welche der gleiche Holzscheiben-Anhänger-Schmuck ziert. Haben die christlichen Wanderer in einem Gemeinsamkeitsritual einen Baum zersägt? Sie nähern sich vom Waldweg und marschieren über den Strand zum Waldrand empor, lächeln freundlich (naturbreit), entledigten sich ihrer Kleider (Baumwollfasern) und gehen kollektiv baden. Es scheinen Westler zu sein, a) wegen des christlichen Wanderstabes, b) weil sie Badezeug tragen (Ossis baden nackt). Das ist auch ganz gut so, denn die jüngsten Wanderer mögen so um die Mitte 60 sein.
Bleiche Haut auf welkem Fleisch. Gut, dass sie an Gott glauben.
Ebenfalls anzurechnen: der konsequente Verzicht auf Nordic-Walking-Sticks.

ZWEI-FEL: HALLOWEEN-GHOSTWRITING

Jetzt ist Halloween und ich hab gestern schon das Halloween-Thema verbraten… Und mir auch noch „King Kong“ mit Jessica Lange auf DVD angeschaut. Aber das ist ja ein Monsterfilm, kein Horror.
Mein persönliches Horror-Szenario ist die zunehmende Mulitpilzität der Mitbürger. Seit Roxana und Mandy fasziniert mich das Phänomen der Schizoidie und ich sehe überall Anzeichen von Schizo-Genese. Die Aufspaltung von Beruf und Privat und Freund und Liebhaber und Blogger und Sohn und Tochter und Konsument. Das alles scheint sich nochmal intern aufzudröseln in Zweitbeziehung, Zweitberuf, Zweit-Blog, Zweit-Alles. Man muss sich schon fast neue Namen geben, Zweit-, Dritt, und Viertnamen, um noch alles zuzuordnen und absortieren zu können. Intern säkularisieren und trotzdem ein Individuum bleiben. Gives the word „ghostwriting“ a whole new meaning.
Vielleicht klärt sich alles, nach einer zweiten Tasse Tee.