
Dabei kam dann aber doch noch eine sehr spannende Besetzung bei raus. (Roland Emmerich liebt uns.)

Michael ist Ute Lemper, wir sind Deutschland.

Dabei kam dann aber doch noch eine sehr spannende Besetzung bei raus. (Roland Emmerich liebt uns.)

Michael ist Ute Lemper, wir sind Deutschland.

Aufgewacht, gerade als Rufus Wainwright in mein Gästezimmer eingezogen ist. Dabei hätte ich so gerne tiefschürfende Gespräche mit ihm geführt, unter anderem über Dakota Fannings Zukunft (She´ll be big. Huge) und ob wir sie nicht adoptieren wollen.

(Pic taken from Wainwright´s video of „Across the Universe“.)
Hinweis: Beim ersten Laden rumpeln die Bilder etwas. Geduld! Am besten erstmal Laden und dann, wenn fertig, auf „replay video“ klicken. Es lohnt sich. Die Bilder stammen aus „Grey Gardens“, die Tänzerin ist Little Edie Beale, eine Cousine von Jackie Onassis.
Und wem der kleine Vorgeschmack gefällt, der soll sich melden, ich möchte doch demnächst einen Grey-Gardens-abend geben.
(courtesy of witz, via www.perezhilton.com)
(zugegeben – es handelt sich nur um eine rückansicht. aber immerhin.)
courtesy of killahead

(Ist wahrscheinlich vorher schon jemand draufgekommen. Egal. Ist echt tipptopp, das Kochgerät.)

Photo by the best Weichzeichner in the world: Shouloum, 2005
I love Polaroid. Unschlagbares Licht.
Schöner verhören: „I wore Cologne in the valley of Death“
Da hatte ich Rufus Wainwright zuviel Genialität unterstellt. This line is now mine!
Immerhin: Preis der Deutschen Schallplattenkritik für Aerial. Congrats, Kate! Next single please.
Immer wieder schön…
Man hat die Haare ziemlich glatt gekriegt, obwohl von der Panthene Spülung nur noch ein Rest da war. Geht aus dem Haus, es regnet nicht, es schneit nicht. Man stellt fest, dass man pünktlich ist, weil der weiße Hund herade an der Haustür vorbeigeht, der immer nur dann vor der Haustür vorbeigeht, wenn man pünktlich ist. Der Hund lächelt. Man schnalzt freundlich zurück, steigt in den Wagen, der direkt vor dem Haus geparkt ist. Der Ipod beglückt einen mit „Somewhere in between“, so dass man die ganze Fahrt über singt. An einem Zebratstreifen freut man sich über eine türkische Mutter mit zwei circa zweijährigen Zwillingsmädchen in rosa und gelb mit Klackerschuhen. Als man beim Linksabbiegen dem Taxi die Vorfahrt nimmt und „sorry“ signalisiert erntet man einen freundlichen Gruß. Man findet einen Parkplatz direkt vorm Office, steigt aus, während Kate Bush gerade in eine ansteckenden Samba ausbricht, die selbst die Sonne zum Strahlen animiert. Man folgt einem jungen Schwulenpaar in schlabberigen Jeans – sie halten sich an verhakten Zeifgefingern, trotz der Kälte – und haben kesse Hüte auf. Die beiden verschwinden in der Ubahn, jemand hält einem die Tür zur Bäckerei auf. Man entstöpselt einen der beiden Ohrstöpsel zwecks Kommunikation mit der Bäckereifachverkäuferin, doch die hat, obwohl der Laden voll und Herr Dick noch gar nicht an der Reihe ist, das Käsebaguette schon auf den Tresen gelegt. Sie lächelt und zwinkert. Herr Dick legt ihr die zwei Euro hin und wünscht ihr einen schönen Tag.
„Dir ooch, meene Sonne.“
Ja, sowas gibt es auch.

Ich beginne mit einem Geständnis: Ich besitze circa zwei Dutzend Barbra Streisand CDs. I suddenly feel as if I´ve taken all my clothes off. Zu meiner Verteidigung kann ich folgendes vorbringen: Mit Broadway Stars ist es wie mit Pornofilmen. Zunächst nimmt man, was man kriegen kann (angefangen mit den Unterwäscheseiten des Otto-Katalogs) und langsam entwickelt man ein Gespür dafür was einem gut tut (Falcon Videos, Endsiebziger des letzten Jahrhunderts). Heute erinnert mich der Gesang Barbra Streisands in Konsistenz und Aroma an einen flatschigen Austernpilz, der einem im Mund herumwabert. (Ich hasse Austernpilze). Im Fahrstuhl zur Hölle, wo Frauen immer menstruieren und Männer immer pupsen müssen, läuft „People who need People“ in Endlosschleife, nur unterbrochen von Opus´“Live is live“.
Seit ich mich von Frau Streisand verabschiedet habe, dachte ich eigentlich, mein Broadway Rezeptor sei jenseits von Judy Garland eingetrocknet, aber das war, bevor ich Bernadette Peters zu hören bekam – seit vier Tagen wandere ich auf einem Klangteppich aus Wolken. Bernadette kennt man hierzulande (wenn überhaupt) hauptsächlich als Filmschauspielerin. In den Staaten zählt sie neben Elaine Page und Patti Lupone zu den „Reigning Queens of Broadway“. Ihr erstes Engagement hatte Miss Peters dreijährig. 55 Jahre später (ja, schauen Sie sich das Foto ruhig noch einmal an, Ute Ohoven – denn genau so sieht ein fantastischer Facelift aus) ist das Broadway Baby die Königin – von Gipsy Rose bis Mama Rose – was für eine Rollenfachschleife!
Ich verliebte mich Ende der 80er ein bisschen in die Dame, als ich sie in der Tama Janowitz-Verfilmung „Slaves of New York“ sah. Einige Jahre später erstand ich die DVD von Stephen Sondheims „Into the Woods“ und war endgültig geliefert. Da steht diese kleine Person und schmettert, dass man nur noch so schlottert und bebt. Man sieht – dies ist keine Sängerin, dies ist ein Mensch der singt und erfolgreich das Gefühl vermittelt, Emotion unmittelbar zum Ausdruck zu bringen. Wohlklingend, aber nie notenversessen. Die Illusion von Spontaneität, die Ausdruck größter Schauspielkunst ist und dies in einem Genre, in dem Menschen in Gefühlslagen in Gesang ausbrechen! Märchen für Grownups. Und man glaubt jede Note! Mach das mal nach Ute Lemper! Bernadettes Kunst ist organisch, wie bei Judy, wie bei Kate; ihr Ausdruck so eigen und intim wie bei Axl und bei Ingrid und bei Kurt. Seele die sich aufbäumt wie Tsunami; geschossen durch ein Prisma von ausdrucksstarker Persönlichkeit. Wenn Liza und Madonna nur noch als Lizenznehmerin ihres alten Images auftreten – Miss Peters Kunst ist wahrhaft zeitlos. Wie Judy kann sie weitermachen udn weitermachen und ich hoffe, das wird sie tun.
In Deutschland war es bislang schwer, an Peters-CDs heran zu kommen, und erst vor ein paar Tagen entdeckte ich, dass der große Penner unter den Internet-Anbietern, ausgerechnet Itunes, endlich aufgestockt hat. Seitdem trage ich den Broadway im Herzen, lausche den bombastischen Orchestrierungen, der charmanten Auswahl bekannter und noch nicht gekannter Songs, denen Bernadette die Seele eintreibt, dass es rauscht. Bernadette, live in der Carnegie Hall mit „Sondheim etc.“. And now, for me everything´s coming up roses…
Und wer jetzt denkt – die Frau hat ja alles – Geld, Erfolg. Und dass Glam so über sie schreibt wie sonst nur über Kate, Marilyn und Tuva – zügelt euren Neid. Im vergangenen Jahr hat sie ihren Mann verloren. Tot. Und schön war der, und 20 Jahre jünger. Mein Beileid hat sie.
Am 1. Mai im Lincoln Center, da wär ich gern dabei!