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Rücksichten

Die Wochen rauschen so durch und man spürt kaum, dass wir mitten in der Hochsaison sind und deren Ende absehbar ist. An den Vormittagen schreibe ich, nach einer Pause, in der ich auf´s Agenten-Feedback gewartet habe. Dann kam seine Reaktion „sehr berührt“ und ich war sehr glücklich und machte mit frischem Elan weiter. Es fühlt sich an als schreibe ich ein Manifest aller meiner Hauptthemen. Die damit verbundenen Rückblicke schmerzen weniger als befürchtet, aber ich reagiere ansonsten auf alles sentimental. Heute Tränen bei John Grants neuem Video. Der man singt mir nicht nur aus der Seele, er findet auch die passenden Bilder. Auch er einer, den die Vergangenheit nicht ruhen lässt, aber der etwas aus ihr macht.

Bring it! Shake it down! Bring it oooh-on: SUMMER!

Höchst illegal läuft hier der dritte Akt, der noch gefehlt hat, auf den ich warten wollte, aber sie lässt sich zuviel Zeit. Die DVD könnte doch schon längst da sein. Und selbst von diesem etwas schrappeligen Bootleg stellt sich dieses Gefühl wieder ein, diese bedingungslose Sinnlichkeit, die Herzhitze, ich will diesen Sommer nicht ohne seinen Soundtrack; jetzt ist er da und tatsächlich, die Liebe, die sich im Raum entfaltet, auf der Bühne, im Zuschauerraum, die ist selbst hier spürbar. Ein Flügelpaar, das sich erhebt, aufschwingt und einen durch die warme Luft gleiten lässt, trägt.

Broadchurch 2 (Keine Spoiler.)

Mit drei Tagen frei am Stück der neuen Pille noch eine Chance gegeben. Was schlimmstenfalls geschehen könnte, darauf war ich ja vorbereitet. Also kam das Trippen am Samstag nicht überraschend und auch die sonntägliche Depression war zu erklären und ihr Ende absehbar.

Broadchurch, Staffel 2 geschaut und alle 20 Minuten den inneren Hut gezogen. Wie es denen immer wieder gelingt, die Spannung zu steigern, tatsächliche Schocks zu liefern, und das mitten in einer Episode und nicht als cliffhanger – WOW. The Fall ist im Vergleich artifizieller. Anderson und Dornan sind screen-Wesen, die Broadchurch-cast wirkt realistischer, echter. Auch die Platzierung in der Landschaft, in der alles weit ist, im Gegensatz zu der Nähe und Verstricktheit der Figuren in Broadchurch (und Sandbrook). Die Geschichte der ersten Staffel weiter zu erzählen – unter der Prämisse der Auflösung von Staffel 1 – das ist nicht nur eine mutige Entscheidung, sondern die einzig richtige. Miller und Hardy als Ermittlungsteam mit einem ganz neuen Kriminalfall zu beauftragen, wäre ein Jammer gewesen, da die Story der ersten Season ausreichend Komplexität und Textur hat. Man will wissen, wie es jetzt weitergeht und obwohl auch das Ende der Staffel 2 diese Frage evoziert, wird man nicht um ein grandioses Finale betrogen. Die haben, tatsächlich, alles richtig gemacht.

Gern würde ich den sehr schönen Trailer posten, aber für ganz akribische Betrachter könnte dieser Spoiler liefern. Sparen Sie sich den. (Und kann bitte jemanden den Grafiker des DVD-Covers kündigen oder soll ich ihm oder ihr vielleicht die verbleibenden 47 Tabletten Partypharmaka schicken?)

Keith Badman: Marilyn Monroe – The Final Years oder Nomen est Omen

John F. Kennedy hat also Marilyn von den toten Roswell-Aliens erzählt. Und die war böse mit den Kennedys und plante 3 Tage vor ihrem Tod eine Pressekonferenz. Zwischenzeitlich fuhr sie mit ihrer Haushälterin Pflanzen für den neuen Garten kaufen. Petunien, Begonien. Sowas. Kurzer Abstecher zum Arzt für Barbiturate. Am Abend fuhr sie einen Happen essen und als sie das Restaurant verließ begegnete sie einem lokalen TV-Team. Dem berichtete sie von ihrer Alien-PK. Haben Sie nicht gesehen, das Interview? Logisch, denn in jeder amerikanischen Nachrichtenstation gibt es einen CIA-Kontakt, der in solchen Fällen Beweismaterial vernichtet und Erinnerungen löscht. Deshalb verschwinden jedes Jahr 2 amerikanische Journalisten mindestens. Während nun Marilyn in ihrem Garten Begonien pflanzen möchte, was nicht ganz einfach ist, denn zwei Tage später wird sie tot sein und ihr gesamter Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis klingelt eben noch mal durch, könnt ja das letzte Mal sein – ersinnt sie Statements für die Däniken Kennedy PK. „Weltpresse! Habt Acht! Ausserirdische sind unter uns!“ Dann muss sie noch schnell das neue Drehbuch für „Something´s got to give“ mit Dean Martin besprechen. Und dann wäre da noch die lästige Kolumnistin Dorothy Kilgallen, der das Foto vom Mafia-Gang-Bang des letzten Wochenendes in der CalNeva-Lodge untergejubelt wurde. (Die anderen 7 Fotos aus Frank Sinatras Kamera hatte man vernichtet oder sie sind mit Jimmy Hoffa verschwunden.) Die ganze Zeit am Telefon fragt sie sich, wie jetzt Fidel Castro durchkommen soll, wo ständig besetzt ist. Ihre Haushälterin Eunice Murray führt derweil in der bescheidenen Küche der Hollywood-Ikone telekinetische Versuche mit dem neuen mexikanischen Service durch und im Gebälk überm Wohnzimmer knarzt es, weil der heiße Draht der CIA-Überwachung vor Überlastung durchschmort. Und wer geht nun mit Pudel Maf Gassi?

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So ungefähr. Mir tut jeder Baum leid, der für dieses Buch fallen musste.