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MAYBE I WAS AFRAID BEFORE

In der ziemlich langen Schlange vor der Kasse fallen mir dann zwei Sachen ein.
1. der andere Supermarkt im Dorf hat gerade geschlossen (was die ziemlich lange Schlange erklärt.)
2. Ich habe kein In*sidon genommen.

Dann habe ich mich damit beruhigt, dass In*sidon ja eigentlich eh nie geholfen hat und es genau so wahrscheinlich war, mit eine Attacke zu bekommen wie ohne. Natürlich geht dem Kassierer an meiner Kasse dann das Wechselgeld aus, greise Greise brauchen ewig, ihre Einkäufe einzupacken, Kunden zahlen auf den Cent genau mit Centmünzen – kurz, es war ein Alptraum. Ich habe zur Entspannung den Körper angespannt, Fuckyoufuckyoufuckyoumonika gesagt, Symptome waren in Alarmbereitschaft. Dann innerlich gesungen Oooooh Baby do you know what it’s worth? Nicht mehr alles Lyrics zusammen bekommen, das Lied dreimal durch und an der Kasse dann alles in Ordnung und ziemlich erleichtert raus. Das war das erste Mal in Monaten, dass ich alleine in einem Supermarkt war, ohne Medikament und die Petra im Griff hatte. Es wird sicherlich noch geschehen, dass andersrum die Petra mich, aber Sie machen sich keine Vorstellung, was das für mich gerade jetzt bedeutet.

HANGING HILL

Nachdem ich monatelang nichts gelesen habe, gestern „Hanging Hill“ in einem Rutsch. Zwischendurch hat Mo Hayder ja immer mal einen Aussetzer („Pig Island“ fällt mir ein, selten so gelangweilt), aber mit „Hanging Hill“ ist sie zurück in Bestform. Die Lebenswege zweier Schwestern, getrennt aufgewachsen und entfremdet, kreuzen sich erneut, als es im Umfeld der Töchter der jüngeren Schwester zu einem Mordfall kommt. Zoe, die ältere Schwester, übernimmt die polizeilichen Ermittlungen.

Es geht in diesem Buch natürlich auch um die Auflösung des Mordfalles, aber im Vordergrund stehen die psychologischen Verstrickungen aller Beteiligter. Hayder hat ein feines Netz gewoben, stimmige, glaubwürdige, aus dem Leben gegriffene Charaktere, die auf den unterschiedlichsten Ebenen miteinander verbunden sind. Sie führt vor, wie Verbrechen nicht aus einer spontanen Idee heraus verübt werden, sondern auf einen Nährboden zurückfallen, den die gesamte Gesellschaft füttert. Ich habe mich beim Lesen oft an die frühen Romane von Barbara Vine erinnert gefühlt, in denen Schuld und Sühne das Haupt-Thema sind. Verbrechen und die Klärung desselben sind das Herzstück eines Thrillers. Die meisten kommen damit schon aus. Hayder kreiert aber den kompletten Organismus um das Herz herum – von den Beweggründe für ein bestimmtes Handeln bis zu den Auswirkungen und Konsequenzen. Großartig und rasend spannend.

Fußnote: Es gibt noch ein weiteres klassisches Vine-Merkmal, aber dazu müsste ich spoilern.

GD´s DAY OFF

ferris

Breakfast with Skailight, dann etwas Redigieren, dann „The Help“, der ziemlich lang ist, so dass ich, um pünktlich zur Verabredung zu kommen, die letzten Minuten verschieben muss.
In der Sonne vor der Ankerklause mit Lieblingsfotograf und dessen charismatischer Schwägerin, talking book things. Der Trend geht weg vom Verlag. Nachdem ich schon zwei Industrien überlebt habe (Music & Porn), ziemlich angeschlagen, muss ich mir für die Zukunft überlegen, wie veröffentlichen. Meine Kindle-Verkäufe deuten in eine gewisse Richtung: für ein Printbuch gehen fünf Ebooks raus. Das wird dann irgendwann eine Rechenaufgabe, der ich mich stellen muss. Aber erst für den dritten Teil.

Dann „The Help“ zu Ende geschaut – wunderbar – es folgte ein Schlaf, der mit Nachtruhe verwechselt wurde und anschließend um 2.00 Ferris angeschaut – oh wie zauberhaft gnadenlos schön.

DELIVERANCE oder WE DESERVE IT

Könnte gerade Ketterauchen, warum eigentlich auch nicht? Und ein Wein liegt auch kalt und warum auch nicht? Briefumschläge und Briefmarken gekauft, ein bisschen signiert. Den Eltern. Der Schwester. Der Nina und der Betsy eins ins Fach, und eins in die Post an die Dolly und den Michi und die Dee. Der Cora möcht ich´s gern selbst geben. Der amerikanischen Nachbarin bring ich´s vorbei, der Lieblingsfotograf kommt gleich rüber. Erika! Die Oper! Und Magda und Miriam. Und dem Skailight und Roomie/Ex-Roomie und der Lieblingsdänin würd ich eigentlich auch gern gleich eins rausschicken. Aber sind gar nicht genug da :-/

„This girl was dreamt for me
And I was dreamt for her“,

Laura Shalott, wenn Sie dies lesen, schicken Sie mir bitte Ihre Adresse. Ich möchte Ihnen so gern unser Werk zukommen lassen.

„Many miles, many roads we have travelled
Falling down on the way
Many hearts, many years have unravelled
Leading up today.

And I thank you.“

Original:

Not quite so-Original aber ooch schön:

GRATEFUL TO LIVE IN A TIME WHERE SUCH GENIUS IS AROUND

Ich komme überhaupt nicht drüber weg. Diese Schönheit. Das erleben zu dürfen. Insbesondere „Lake Tahoe“ killt mich. Wenn der Hund träumt… Heartbreak. Und einen ganzen freien Tag zu haben damit, immer mal wieder ein paar Stunden Ruhe, und wirken lassen, und dann nochmal ran und eins auswählen und ansteuern. Es ist wirklich kein einziges Lied dabei, das abrutscht. Jeder Song ein Kosmos, sublim und erhaben. Wenn Deine Heldin wieder auftaucht und immer noch Deine Heldin ist, seit 33 Jahren – that´s special. Very very special. Thank you. You´ve come home.

FOLLOW THE GLAMOURDICK ROAD

Seit 6 auf den Beinen. Zum ersten Tee Briefe statt Blog geschrieben. Arbeit, dann Heidi, dann Kaffee statt Disconap – gen Mitternacht kommt Jungblogger Hearty an, der sich gerade mittels Apps durch Berlin manövriert. Heidi von Lucky gegrüßt und sie grüßt zurück. Immer wenn sie mich fragt, wo wir denn noch hinwollen, therapeutisch, denk ich, sie hat auch erkannt, dass wir eigentlich fertig sind. Jetzt ist´s an mir und dem Schicksal, bzw. dem Weg, den ich gewählt habe und vor dem jemand die Schranken weggerissen hat. Papa, watch me walk. Proud. Unashamed. Der Horror-Autor mit den Ängsten.

Die Blog-Besucherzahlen gehen gerade durch´s Dach – die wichtigsten Kate-Bush-Foren haben mich verlinkt, ich bin offenbar wirklich der erste, der neben der monatlichen Musikpresse „50 Words for Snow“ ausführlicher besprochen hat. Und, ganz süß – ich wäre an deren Stelle pissed, dass jemand anders die pre-listen-Gelegenheit hatte – sie freuen sich und sind happy über jede Info, die sie bekommen können. „It was just so beautiful it was just so beautiful it was just so beautiful“ singt sie gerade; in Ermangelung der schönsten aller Winterplatten hör ich „Aerial“. Und das mit Twig dem Wonderkid erlebt zu haben – wir, die wir uns mit Musik infiziert, injiziert haben, seit wir uns mit 13, 14 Jahren über den Weg gelaufen sind. Es ist poetisch-musikalisch gerecht-gen-zwangsläufig.

Dem Hearty seinem Helden hab ich heute den Glam-Kanon aufgezwungen, mit etwas Glück lesen Sie demnächst eine radikalmoderne Einschätzung von „All about Eve“, „Whatever happened to Baby Jane?“, „Sunset Boulevard“ und „Rebecca“.

Undsonstso? Reicht doch.

Jetzt geht Kate in „Nocturn“ ins Wasser und ich in die Küche, einen Wein aufmachen.

ROMMIDEMMI

An viele Ost-Schreibweisen von Namen hat man sich ja mittlerweile gewöhnt: Janet, Madlen, Jaklin und so. Aber aus Romy Rommi zu machen? What´s next? Merriling?