Sick, dirty, trashy, sweaty, seedy und enorm muschig. I LOVED it and spent the night spamming Facebook mit Nic&Zac-pics. Es ist nicht die Szene, in der Nicole auf Zac pinkelt, die mir am Besten gefallen hat (und die is schon doll!), aber es kommt nah ran – sie tanzen im Regen und er trägt nur Schlüpper. (Zwischendrin verspürte ich den Impuls, mit Nicole Kidman Kinder zu haben: die Zwillinge Norma und Jeane. Mit John Grant als drittem Erziehungs-berechtigten – aber Unvernüftigen im Gepäck würden wir einen 1a Landgasthof aufmachen, mit Singbühne, versteht sich.
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Lois Banner: „Marilyn: The Passion and the Paradox“
Ein paar Besuche im neuen Lieblingsbuchladen bin ich um das Buch herumgetanzt. Vom Regal genommen, geblättert, zurückgestellt. Nachdem der Laden ja von einer Dame betreut wird, deren Buchgeschmack ich vertraue –
„Ich hab schon mehrere Dutzend Marilyn-Biografien. Brauche ich noch eine?“
„Die ist anders.“
Gekauft. Die Lese-Erfahrung in einem Satz zusammenfassend: Wenn Sie in Ihrem Leben EINE Marilyn-Biografie lesen müssen, dann diese. Lois Banner, Historikerin und Gender-spezialisiert, hat eine enorme Recherche-Arbeit betrieben, frühere Biografien auf die Authentizität ihrer Quellen überprüft (oft mit krassen Ergebnissen) und das erste Buch geschrieben, das Marilyn in ihrem historischen Kontext, bzw in ihre historischen Kontexten betrachtet. Eine Kindheit in den 20er und 30ern, elf verschiedene Pflegefamilien, ein Aufenthalt im Waisenhaus. Eine erste Ehe in den 40ern, der Weg von der Kindsbraut über die Arbeit in der Fabrik bis zum ersten Model-Shoot, dann der langsame, zähe Aufstieg ins Model-Business, die konsequente Karriereleiter – endos lang und mit zersägten und fehlenden Sprossen, schließlich die Erschaffung von Marilyn Monroe und eine 12 Jahre währende Karriere, die von Kämpfen um Image und Selbstwert geprägt war, um Kunst inmitten einer Industrie. „She did it the hard way“ steht auf Bette Davis´ Grabstein, dies trifft auch auf Marilyn zu. Psychische Probleme, die in Richtung Borderline-Persönlichkeit tendieren, ein Mensch zwischen Neurose und Psychose, der ein Engel sein konnte, wenn man ihn ließ, der aber einfror und zumachte, wenn nicht. Die massiven Angstzustände vor einem Auftritt, die Unfähigkeit, den Trailer zu verlassen, wenn sie sich nicht ausreichend vorbereitet fühlte – der Konsum von Medikamenten, die nicht wirklich halfen, aber schwer abhängig machten. All dies erklärt sich, wird verständlich, wenn man sich die Möglichkeiten vor Augen führt, die es zu Marilyns Lebzeiten (noch) nicht gab. Das amerikanische Mindset der 50er und frühen 60er, die Verklemmtheit in Sachen Sexualität – Marilyn taucht da als Lichtblick auf. Als ein Mensch, der mit kindlich-konsequenter Logik ist, was er ist – ein sexuelles Wesen, und in dieser Natur gleichzeitig völlig rein und un-verschämt. Die Leichtigkeit ihrer Darstellungen und die Unverkrampftheit ihrer Model-Posen (ab Mitte der 50er, als sie die Hollywood-Glamour-Cheesecake-Phase hinter sich gelassen hatte und sich dem Fotografen Milton Greene öffnete), stehen in starkem Kontrast zum Kampf, zu dem ihr Leben geworden war. Der Kampf um Filmrollen, dann der Kampf um gute Filmrollen (der bis zum Schluss anhielt – Marilyn bekam von der 20th Century Fox nicht etwa gute Filme angeboten, sonder meistens Schrott, den sie sich weigerte zu spielen, ihre eigenen Wunsch-Projekte musste sie sich ein ums andere Mal erkämpfen, mitunter gerichtlich, manchmal taktisch), der Kampf um Anerkennung als Künstlerin und Geschäftsfrau, der Kampf, Mutter zu werden (sie litt unter Endometriose, die mit starken Schmerzen verbunden ist und erlitt während ihrer Ehe mit Arthur Miller mehrere Fehlgeburten), der Kampf um den Erhalt ihrer Ehen, der Kampf, nicht, wie die Mutter, in der Psychiatrie zu enden. Selbst ihre Arbeit am Set war Kampf. Durch ihr häufiges zu-spät-kommen machte sich sich am Set nicht gerade Freunde. Dreharbeiten mit Marilyn waren für alle Beteiligten Schlachten. Regisseure waren erst wieder von ihr begeistert, wenn sie die Resultate auf der Leinwand sahen. Vom Waisenkind zum Star ihrer Zeit und darüber hinaus, von einem Kind, das herumgereicht wurde wie Falschgeld zu einer Frau, die den berühmtesten Sportler, dann den meistgespielten amerikanischen Dramatiker zum Ehemann hatte und die schließlich mit dem Präsidenten ihres Landes eine Affäre hatte – sie hat viel erreicht, was sie erreichen wollte. Und sie hat viel dafür zahlen müssen. Ihr früher Tod lässt sie als Opfer erscheinen, aber Lois Banner arbeitet heraus, dass sie ein trickster war, eine Innovatorin. Eine Kämpferin. Eine Frau, die das Motto der Freien Liebe gelebt hat, als die Hippies noch nicht einmal existierten.
Ich schreibe mich gerade wieder in eine Marilyn-Rage. Wie die meisten ihrer Verehrer, hätte ich sie wahnsinnig gerne gerettet, verteidigt, bewahrt. Und das Gefühl hatte ich, als ich Lois Banners Buch las. In einigen Theorien folge ich ihr nicht, aber die Arbeit, die in dieses Buch gesteckt wurde, die Sorgfalt und Genauigkeit, die Schonungslosigkeit und gleichzeitige Empathie für ihre Hauptfigur – sie sind mit Herzblut getränkt.
WEITER MIT SCHWÄNZEN
Jesse resigniert. Nach ein paar Jahren in San Francisco ist aus ihm immer noch kein bedeutsamer Künstler geworden, also beschließt er, es irgendwo zu versuchen, wo nicht zuviel Ablenkung ist. I want your love folgt ihm vom Vorabend seines letzen Tages in SF an. Die erste Einstellung zeigt, wie der Film operiert. Wir sehen Jesse im Gespräch mit Freunden. D.h. wir sehen Jesse in Großaufnahme, seine Freunde hören wir nur. Die Geschichte(n), die erzählt werden, sind Alltagsgeschichten eines schwulen Freundeskreises. Das geht von banalen Party-Stories bis zu existentiellen Problemen und darüber hinaus ins Intime. Sprichwörtlich. Ähnlich und doch ganz anders als in John Cameron Mitchells Shortbus, wird hier expliziter Sex gezeigt. Inklusive Ständer, inklusive Sperma. Das kommt in seiner Aufrichtigkeit überraschend, aber auch sehr – ähem – organisch. Der Sex ist explizit, authentisch und gänzlich unpornographisch. Das heißt nicht, dass es keinen Spaß macht zu zuschauen, sondern, dass die Schauspieler nicht für die Kamera spielen, sonder einfach nur echt sind. Der Film ist nicht spektakulär, aber in seiner unhysterischen und realistischen Darstellung, in seiner reduzierten Geschichte ein feines Meisterwerk und, was die Darstellung dessen angeht, was wir alle machen und nur mit besten Freunden drüber reden (außer, wenn wir es im Blog veröffentlichen), also Ficken, ein Meilenstein. Glam hearts Travis Mathews, writer and author.
Glücklicherweise hat sich in Deutschland die Edition Salzgeber des Films angenommen, so dass es keine schlecht synchronisierte deutsche Tonspur gibt.
HIN UND WEG
LinkedIn-Konto nach einer Woche gelöscht, weil immer bizarre Mails Kamen: „Uschi Korken“ aus New Jersey bestätigt Ihre Kontaktanfrage. Aber nie eine Einladung geschickt. Das so 5 Mal. Noch ein Netzwerk mehr brauch ich wirklich nicht. Ich ärgere mich ja schon, bei Google+ sein zu müssen, wegen der Matrix, die ja das ist, was Winona im liebsten aller Alien-Filme. Android. Da fällt mir ein, dass ich auch noch nen Xing Account habe. Gleich mal hin.
MALERISCH oder BED BED BED BED HAIRDAYS
„Und wenn er nochmal kommt und das plötzlich polarweiße Schlafzimmer sieht – dann sagt Du ihm, Hey – lass uns heut im Arbeitszimmer ficken, im Schlafzimmer hat´s so schöne Auswirkungen gehabt!“
(Und nein, es war nicht wirklich der Sex, es waren der Strike und the finest Mr Grey Gardens, die mit dem Pinsel und der Rolle getobt haben.) Muchas Gracias Chicos!
Eigentlich müsste ich heute ja mit der Oper weiter machen, aber Young Mr Flirty Eyes ist noch bis Mittwoch in der Stadt und möchte mich gern treffen. (Und das, nachdem er mich an einen Samstagmorgen gesehen hat, ungeduscht und mit bed hair. Wunder gescheh´n.)
HAIL JUDY! (JUDY BO BOODY)
Sister Jude – The Name Game from Matt on Vimeo.
HAPPY BIRTHDAY, MOST GORGEOUS ACTRESS!
LIEBE IST
Da ging mir gerade beim Lesen das Herz auf und ich musste janz doll lächeln und ne kleene Träne hab ick ooch wegjedrückt. Hach!
GERMANY´S NEXT TOP PSYCHO
Im neuen Liebelingsbuchladen wieder fündig geworden. Look at me heißt es, geschrieben ist´s von Jennifer Egan und sprachlich ist es erstklassig. Gespannt auf die Geschichte. „Das hab ich gelesen, das hat mir sehr gefallen. Es gibt von der Autorin auch noch mehr, wenn´s Dir gefällt.“ Das ist es, was ich am Nachbarschaftsbuchladen so schätze – dass da Leute sitzen, mit Begeisterung an Literatur. Also empfehle ich ihr Beautiful Ruins – „Ah – das hat eine Kundin gerade bestellt!“ und weiß, dass es sich auf dem Büchertisch gut machen wird. „Letztens hab ich bei Euch auch so einen Treffer gelandet – The Art of Fielding!“ „Das hab ich auf Deutsch gelesen – Die Kunst des Feldspiels, sehr schön.“
Selber Tag, viele Stunden später, Wartezimmer des Nervenarztes. Abgesehen von einer türkischen Damie, so breit wie lang, die telefoniert und in Sekundenabständen Schmatzlaute absondert, eine attraktive Dame mit braunen Kulleruagen, Anfang 20 und ein aufgeräumt wirkender, sportlicher Blondie ca 30. Mehr wie beim Casting als wie beim Psychiater. Die Erfahrung zeigt, dass die Patienten einer Hausarztpraxis irrer wirken, als wir Psychos. Aber, und das weiß ich von Kindheit an, aus einem Dorf stammend, in dem die Nervenklinik der größte Arbeitgeber war und ist – wir sind in Behandlung…


