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30.6.13

Eigentlich wollte ich nach Filmmuseum und Jungs-zum-Bahnhof-bringen direkt zurück zum Potsdamer Platz, um den Gatsby anzuschauen, aber dann war ich so randvoll mit Geschichten, dass ich das verschob. Stattdessen tranquility und am Abend Bette Davis in Now, Voyager, dem Ur-Format für alles, was im ZDF sonntags um 20.15 Uhr läuft. Trotzdem immer wieder schön.

THE LINE OF BEAUTY

Ich habe zwei Versuche unternommen, „The Line of Beauty“ von Alan Hollinghurst zu lesen, beide sind schon ein paar Jahre her. Wenn ich mich recht erinnere war mir die Erzählung zu — akademisch? Die Betrachtung der Protagonisten zu kalt. Es machte mir einfach kein Lese-Vergnügen. In der BBC-Verfilmung (3Teiler, 180 Minuten) hingegen, funktioniert die Geschichte ganz hervorragend.
Upper Class-Familie nimmt den besten Freund des Sohnes auf. Nick soll auf die bipolare Cat aufpassen, während die Eltern Urlaub in Frankreich machen. Nach dem Urlaub wird beschlossen, dass er bleibt. Und bleibt. Und bleibt. Er gewöhnt sich an den Lifestyle. Es ist die Geschichte eines schwulen Emporkömmlings im England der Thatcher-Jahre. (Sein Aufstieg ist natürlich stoppable…) Geprägt von Geheimnissen, Schmeicheleien, Verdrängung, Sex und Drogen. Die Inszenierung ist solide genug, den Betrachter zu packen. Und ich werde dem Buch eine dritte Chance geben.

SEUL SUR LAC

Das erste Mal seit Jahren allein auf den See. Schön mit ner Flasche Wein abgeschossen und den Gatsby mit Kopfhörern gehört, bisschen gelesen (Pines heißtet und ich hab noch keine Meinung), dann gedämmert. Dieses Maß an Entspannung – auch prä-Nuviana – es liegt offenbar an der Bewegung des Boots auf dem Wasser. Dieses leichte Rumruckeln. Das Boot dreht sich – dreht mich wie ein Dönerspieß, der erratisch rotiert. Und ich liege in der Sonne und zeitweise unter dichten grauen Regenwolken, die zu faul zum Regnen sind, und rotiere und vor Ruhe komme ich nicht mal zum Schwitzen.

Der Schlachtensee, so merke ich, ist mein Freund. Dorthin zu fahren ist nicht wegfahren, sondern wie nach Hause kommen. Das geht auch gut allein. Allein mach ich mir auch andere Gedanken, als im Gespräch. Also, allein bin ich ja nicht, ich hab ja den See und der hört nicht zu, der kriegt das telepathisch mit und kann das gut ab. Also denke ich das alles aus – bis an den Rand -, die lange Strecke von 15 Jahren und dem See könnte es egaler nicht sein, aber ich erwarte ja auch keine Meinung von ihm, und auch nicht von mir, es ist kein Platz für Wertungen und Urteile, sonder von Stimmung, von Frequenz.

Für die ferne Zukunft: son bisschen Asche aufheben, und Ihr wisst, was zu tun ist.

35VKL

(Das schickte mir das Patenkind vor ein paar Tagen per whattsap und kommt ungefähr hin. Glam @30/ 35.

LASS UNS DIE NACHT ÜBERSTEHEN. UND DANN DAS KRANKSEIN. UND DANN DIE LIEBE*

Dass ich 15 Jahre später noch darüber schreiben würde hätte ich nicht gedacht. 10 vielleicht. Aber 15 ist schon eine Generation später, oder? Ich schreibe aber auch nur, weil ich diesen „was letztes Jahr geschah“-Widget habe. Und ich schreibe, weil ich der lebende Beweis dafür bin, dass man sie überstehen kann, die Große Liebe. „This too shall pass“, hatte ich mir nach der Trennung immer wieder gesagt und nicht wirklich geglaubt, but it does. It does get better. Und auch, wenn es weird war, ihm vorletztes Jahr ausgerechnet auf der Havel über den Weg zu schippern – ich mit meinen Eltern und der Familie meiner Schwester, er mit seinem aktuellen Kerl – Liebe empfand ich nicht mehr für ihn.
Der Abbruch des Kontakts baut natürlich den Meta-Raum aus, der sich um eine gescheiterte Beziehung aufbaut. Und dem Mann dann wieder zu sehen, ohne dass er einen sieht, das ist ein ziemlich fettes Ding. Da hat man ein abgeschlossenes Kapitel aus einem alten Buch auf einmal in den Tagesnachrichten. Souverän wäre ich auch heute noch nicht, wenn er mir über den Weg liefe, aber das hat nichts mit ihm zu tun, sondern mit der absurden Höhe des Piedestals, auf das ich unsere Beziehung gestellt hatte.


Echt – Junimond von herzchen

Schuld ist auch ein bisschen mein Ipod-Autoradio-Adapter, der nicht funktioniert, so dass ich versehentlich eine Cassette (!!) aus dem Jahr 1998 abspielte.

Das war ein goldener Sommer, in dem sich Bestandteile des heutigen Glams zementiert haben. Die Jahre darauf wurde ich dann erwachsen. Aber das Wasser habe ich mitgenommen. Und eine bestimmte Frequenz, auf der ich manchmal schwinge, und wenn sie gut ist, dann ist sie ansteckend. Und ich glaube, die hat viel mit Großer Liebe zu tun. Näher braucht man dem Göttlichen nicht zu sein. Darauf eine Belinda!


Belinda Carlisle – Heaven Is A Place On von jpdc11

Liebe Leserinnen und Leser da draußen im Licht – Glam wünscht Ihnen einen traumhaft schönen Sommer.

*Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

SHAMELESS

Donnerstags hab ich ja immer früh frei, aber, nachdem ich auf der Urbanstraße beinahe einen Vampir überfahren hatte – die sind wirklich nicht tageslichttauglich – war mir nach Ruhe und das Aufregendste des Tages war, dass ich Lebensmittel im Netto und nicht im Penny gekauft habe. Und der fucking Netto hat Knorrs Mac&Cheese nicht mehr, also war´s umsonst. Im Notizbook stand noch „Bierhain wg Cit.Pr“, aber die schicken mir das Rezept freundlicherweise per Post.(Der heißt nicht wirklich Bierhain, aber so ähnlich.) Aus einem Nachmittagsschlaf erwachte ich um 1, schaute Half Nelson*** zu Ende. Lohnte sich. Gosling, dieser Schurke, hach. Old habits die hard, so klickte ich mich ein wenig durch Gayromeo und fühlt mich ein bisschen schuldig, und weil ich einfach nicht müde wurde – Shameless*. Das machte mich dann so richtig wach. Also mit der Gießkanne auf den Balkon und geschaut, ob wieder Vampire gegen die Hauswand pinkeln, aber war nichts. Nach Konsultation des Notizbuchs erstand ich dann noch dies und kann Ihnen empfehlen das auch zu tun und es nicht über Clipgrab zu stehelen. Ich möchte, dass es Belinda gut geht.

Belinda Carlisle – Sun (official video) – Video Dailymotion.

***

*

VAMPIRES AND MERMAIDS

Am Dienstag dann klingelt das Telefon und es ist Couchie Lee.
„Glammy, is it possibly that I stay with you for another night?“
Of course it is. Turns out, dass die Couch bei den neuen Gastgebern den Namen nicht verdient und der Partner des Gastgebers dieses ganze Einquartieren von praktisch-Fremden ziemlich fragdwürdig findet und irritiert auf die Siegessäule schaut, in der diverse Partys und Events mit Kuli eingekringelt sind.
„Who circled these?“ Mit hochgezogener Augenbraue, versteht sich. Yuck. Gays judging gays.

„I´m glad you´re back. You set a record. You´re the first guest who comes back twice during one stay.“
„Do you know, the night we got stuck in Lucky´s elevator was the most fun night I had on this trip?!“
„Talking about it – do you remember me buying milk at the Späti?“
„Yes, milk and chocolate. You gave some to the people on the street.“
„Ah. And then wasn´t there…?“
„That, you mean. Oh yeah.“
(whispering)“Vampires…“

Magic Mike vorm Schlafen gehen. Erstaunlich und angenehm überraschend anders, als der Trailer vermuten lässt. Dennoch:

Die Körper sind natürlich massiv, aber nix gegen die Blicke von Matthew Bomer und Alex Pettyfer. SWEEEET. Und ist von Soderbergh, stellnse sich mal vor.

Wieder wird im Freundeskreis von Vampirattacken auf Touristen mitten in Berlin berichtet. Eine amerikanische Bekannte ruft entsetzt mit der Neuigkeit an, dass die Komische Oper im Herbst Rusalka bringt. Sie warnt mich eindringlich vor dem Besuch, hält sich aber bedeckt mit dem Grund, warum.

20.5.12

Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit der Lieblingsdänin zur „Alten Liebe“ zu fahren, es ist Spargelzeit und die „Alte Liebe“ berücksichtigt dies, und im Frühling gibt es kaum etwas Schöneres, als an der Havel entlang zu spazieren und dann gutbürgerlich auf dem Fluss Spargel zu essen. Aber das mindset war nicht so. Jennifer Egan klang im Kopf noch nach und irgendwie war´s in Glam Gardens frühlingshaft genug. Nach etwas Hugging verabschiedete ich Couchie Lee und verbrachte die nächsten Stunden mit Nachmittagsschlaf und Vorfreude, bis der Mann, der immer das richtige sagt und tut vorbeikam und das richtige sagte und tat.

Vor dem Einschlafen noch ein bisschen Night and the City geschaut, ein Jessica Lange blind spot, ein Film, an dem ich jahrelang vorgeigeschrappt bin. Zu recht, wie ich jetzt feststelle. Auch wenn es ein Vergnügen ist, Jessica zu zu schauen, wie sie die toughe Bar-Lady gibt – De Niro nervt und die Geschichte ist banal langweilig. Heute vielleicht besser noch einmal Paperboy (da nervt nur John Cusack).