Archiv der Kategorie: Movies from HELL!!!

DESPERATE HOUSEWIVES, MITTWOCH AUF RTL

Mittwoch ist so ein Tag, an dem ich schon gar nicht in die Fernsehzeitung schaue. Was soll denn Mittwochs schon kommen? Außerdem habe ich gar keine Fernsehzeitung, so war es der Zufall der wollte, dass ich gerade rechtzeitig um 20.15 Uhr RTL einschalte und in den Genuss einer meiner momentanen Lieblings-Schauspielerinnen komme: Katja Saalfrank. Die SUPERNANNY!!!
Die „Supernanny“ ist neben dem RTL-Frauentausch mittlerweile eines meiner lebsten Formate. Warum mag ein Schwuler eine Sendung, in der es um missratene Kinder und unfähige Erziehungsberechtigte geht? Genau deshalb. Ich liebe es, WIRKLICH verzweifelte Hausfrauen zu sehen. Dann Auftrtitt Katja im strengen Kostüm, die prächtigen Augenbrauen, die sich in Krisenmomenten gefährliche nahe kommen, ein Kopfschütteln, leise Bemerkungen („Ich bin jetzt wirklich erschüttert“) in die Kamera. Und zum Schluss der Sendung schlägt der kleine Jonas die noch kleinere Lena nicht mehr blutig und Pemmela sagt nicht mehr „Votze! Votze! Votze!“ (mit „V“) zu ihrer Mutti.

Gestern war so etwas wie die Nanny-Gala. Katja war zuvor von einem Supervisagisten (neues Format?) besucht worden und muss ihm streng zugeraunt haben „Audrey Hepburn, aber mit Haaren wie Anne Will“. Das Eregbnis konnte sich sehen lassen. TipTop. Sie überstrahlte die D-Kategorie-Promis um Längen. Um Längen war das Format auch verlängert worden, nach zwei Gläsern Wein fiel mir das jedoch nicht mehr so auf. Katja war anfänglich noch sehr nevös, was sich jedoch schnell legte. Leonard „Exclusiv-Ersatz-für-Frauke-Ludowig“ Diepenbrook war auch nervös, deshalb erwähnte er zweimal, dass er als Waldorf-Kindergartenkind imstande sei, seinen Namen zu tanzen. (Ich beispielsweise kann meinen nur pinkeln, in den Schnee. Und auch das nur, wenn ich sehr sehr viel getrunken habe, ist ein ziemlich langer Name). Und den Rest habe ich vergessen. Auch das üblich für eine Folge der Supernanny. Da die Familien sich binnen der Sendezeit immer von Monstren in Stepford-Mutationen verwandeln, bleibt kaum eine Erinnerung an sie hängen. Und das ist die Magie von Katja Saalfrank. Das hat etwas Göttliches.

OLIVER, STONED?

„Alexander“. Selten so gelacht. Fast bepisst, ehrlich gesagt. Oliver Stone, schlag mich ruhig tot, aber „Alexander“ ist wirklich der mit Abstand grottigste Film, den ich je mit perverser Faszination bis zum Ende angeschaut habe, weil ich fassungslos war, wie bescheuert man ein paar Millionen Dollar an die Wand setzen kann. Es ist nicht nur so, Olli, Alter, als hättest du die Dollars an die Wand gesetzt, sondern noch ein Heer retardierter Einäugiger dafür bezahlt, jeden Dollarschein einzeln abzulecken.
Angelina (ich liebe dich, aber meinst du nicht, dass man vorm Dreh auch mal einen Blick ins Drehbuch werfen könnte?) – du warst böse. Illustriert durch das Phalluss-Symbol Schlange als Spelzeug. Zwei Männer (Val Kilmer und ein anderer) waren einäugig und nie zeitgleich im Bild. Gab es nur eine Augenlos-Prothese?
Mackedonien? Ist das wo die „Macke“ ihren Ursprung hat?
Der Alexander war der einzige Name den ich mir merken konnte. Alle anderen hießen sowas wie Putrikantos, Hurmofrides, Pratroquatsch. Das war schon sehr amüsant. Auch die Perücken – sehr gelacht. Und lange gelacht – war ja schon sehr lang der Film. Der schönste Satz… irgendwas mit „offen“. Irgendwas (Fenster, Tür, Pratroquatsch?) war „offen wie ein Säuglingsarsch“. AAAAAAAAAAAAAAAHHHHHRRRRRGHHHHHHHHHHHHHH! Oliver, du Stone, du – hat Keith Richards die Dialoge geschrieben??? Präposthum?
Wie kann kann kann eine Produktionsfirma grünes Licht geben für ein Projekt, das so substanzlos wie überflüssig ist? Wie können namhafte Schauspieler sich das Gröhlen verkneifen bei Dialogen, die selbst ein Kind beim Krippenspiel als krampfig empfinden würde. Ja, Colin – Dich meine ich. Nur weil man einen Schauspieler 17 (empfundene) Stunden anschaut heißt das nicht, dass die Achtung vor ihm wächst. „Alexander“ ist wie ein in Zeitlupe bezeugter Autounfall. Faszinierend. Anders als bei einem Autounfall musste ich häufig sehr lachen. Warum durfte Sherilyn Fenn nicht mitspielen??? Und Sir Anthony Hodgkins – warst du alt und brauchtetest das Geld?
Hey Olli, nimm´mir nicht übel – ich bin nur „offen“ – wie ein Säuglingsaaaaaaarrrrrrrghhh!!!

Und eigentlich bin ich nur drangeblieben, weil ich sehen wollte, wie er mit den Elefanten über die Alpen geht. Weil ich doch Elefanten.so mag. Aber das war HANNIBAL!!!

Und danach zum Equilibrieren Schnelldurchlauf „Connie und Carla“ und „Oh happy Day“. Ich will nicht nach Hollywood. Ich will nach Dänemark.

HEY DUDE, WHERE´S MY CROSS

Ich könnte mir eigentlich kaum etwas Schöneres vorstellen, als einen Film, in dem lauter langhaarige gutgebaute Männer, Mitte 20 bis Anfang 30, größtenteils mit freiem Oberkörper umherlaufen. Mein Lieblingsgenre für diese Besetzung sind amerikanische Schwulenpornos aus den 70ern.
Jemand meinte es gut mit mir und schenkte mir eine Dvd. Auf den ersten Blick sah das alles prima aus, ich hätte vielleicht statt der Wüstenlandschaft einen Strand gewäht, oder eine sattgrüne, kuhbefreite Alpenwiese, egal. Es ließ sich, wie gesagt gut an. Doch dann begann der Schrecken. Die Männer stimmten zum gemeinsamen Gesang an. Nein – kein Musical. Schlimmer: eine ROCK-OPER! Damit nicht genug: Andrew Lloyd Webber. Jesus Christ Superstar. Die Geschichte kannte ich, der Gesang löste Würgeimpulse in der Kehle aus. Und selbst der supercool aussehende Film-Jesus konnte das Hippie-Getanze nicht retten. Ach hätte doch Peter Berlin eine Porno-Variante gedreht…
Das Machwerk steh jetzt direkt neben „The Wiz“ (siehe unten). Wenn mal wieder Kirchentag in der Hauptstadt ist, drücke ich´s vielleicht einem willig wirkenden Langhaarigen in die Hand.

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MOVIES FROM HELL3: BOXING HELENA

(Noch alles dran!)

Vorwort: Für diesen Beitrag entschuldige ich mich schon im Vorfeld bei Herrn Schroeder wegen der appen Arme und bei allen anderen für die Länge. This is actually the abridged version. The original was even longer….

In 1993 movie actress Kim Basinger had, some would say, a streak of bad luck. Sued by director Jennifer Lynch, daughter of director David Lynch, Basinger lost 9 Million Dollar in a law suit. The actress had to file banktrupcy and lost the village Braselton that she had aquired some years previously. Some would say the loss of your own village would be something worth considering when you face featuring in a movie like Boxing Helena.
Blonde voluptuous Basinger had agreed to star in the movie but changed her mind and eventually got sued to pay the large fine.
“What does “Boxing Helena“ mean“, you might care to know. The words have to be taken literally. It means putting a female named Helena in a box. In order to make her fit, her arms and legs get amputated. The fearless actress who took the part Basinger had turned down turned out to be Sherilyn Fenn, of Twin Peaks-fame. Sherilyn Fenn measures 155 cm. So, if you cut off her legs and assume that her torso is of average seize, we are talking
about a very small box, indeed.

Let us see what film critic Bret Fetzer had to say about “Boxing Helena“:

„Boxing Helena wants to be a penetrating investigation into the dark side of erotic desire. It doesn’t succeed. But it does achieve the dubious but delightful status of being an entertaining disaster. Glory in Sherilyn Fenn’s amazingly sincere attempt to take the script seriously! Thrill to the completely gratuitous sex scene between Julian Sands and a woman who doesn’t appear at any other moment in the movie! Gaze, jaw agape, at the ridiculous ending! The movie features a wonderfully overwrought performance from Bill Paxton and what is to date the last film appearance of Art Garfunkel of Simon and Garfunkel fame. While Boxing Helena doesn’t have the relentless ridiculousness of something like The Lonely Lady (with Pia Zadora!) or Showgirl, it has a giddiness that builds as it gets more and more improbable. Bad-movie fans will find it a delectable treat.“

Bret Fetzer, thank you. Others have paid more respect for Boxing Helena. Movie fan Trixy Borden writes on ImdB:

„Julian Sands plays Nick, an obsessed doctor who tries to regain the love of one of his former girlfriends he never satisfied in the past. Helena is the charm of his affection but wants nothing more to do with him. After teasing him at a party one night she realises that she forgot her purse and after going back for it gets hit by a truck on the road. Instead of calling an ambulance Nick treats her himself. By amputating her legs. She thinks even worse of him at this time and he then ends up having to remove her arms as well.
Boxing Helena is a tense fantasy thriller and if you enjoyed this I reccomend Misery, where Kathy Bates whacks and wrecks James Caans legs with a baseball bat and wins an Oscar for it. You can tell in the movie that Nick is obviously not with it and only removed her legs and arms to keep her there with him.There are some scenes that you might find offending and disgusting, but above all this its enjoyable.“

Others have provided intelligent insights about the possible meaning of the movie; Alexandra Lange from Tucson, Arizona writes:

„I believe that in the end, when he wakes up and it all was just a really really bad dream, Nick realises his folly and hopefully becomes a better person. At least the movie tries to tell US that story: that you cannot just
go ahead and cripple a person and then expect to have a loving, full relationship with them. The OUTWARD crippling of Fenn is symbolic of all the sorts of crippling that some people subject their „loved ones“ to in real
life. I believe it strongly: Sands simply CANNOT have real love for the woman in this story. You just DO NOT cut off arms and legs of loved ones. Ever! He is simply too juvenile and acting out his childish fantasies, and
unless he mends his ways and becomes a real man, he will never succeed in either attaining real love OR the woman he desires. Never ever.“

Karl Madsen from Los Angeles comments:

„The entire film is filled to the brim with bad, bad dialogue, which only makes you want to laugh more. At some point, Nick tricks Helena into going to his huge mansion, and she ends up running into the road, where upon a
truck hits her. Is she dead? Sadly, for the audience, no.“

His friend Anita DeLago adds:

„When Sherilyn Fenn gets her legs run over by the car….the way the scene played out made me and my roomates burst into laughter.“

A nameless citizen of Naples, Florida maybe sums it up best:

„Kim Basinger had to pay $9 million to get out of this train wreck of a movie; it was the best money she ever spent. Sherilyn Fenn was not so lucky and reassumed a carreer playing pretty women (legs, arms and all) in shitty movies.“

(Mit alles ab.)

KINDERKLASSIKERMISSBRAUCH

Die Geburt einer neuen Rubrik: Movies from Hell!

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Das Grauen trägt einen Namen und lauert als Sonderangebot in unzähligen deutschen DVD-Stores. Verkleidet als Remake des beliebten Klassikers „The Wizard of Oz“: „The Wiz“. In den Hauptrollen – Diana Ross und Michael Jackson. Eigentlich schlimm genug dies, handelt es sich um eine Diana Ross, die so abgemagert ist, so großäugig durch die deprimierenden Bauten huscht, die Schultern immer etwas eingezogen, als schlüge bald jemand nach ihr, dass außer Frage steht, mit welchen Drogen sie sich zugeknallt hat. Amphetamine und Koks. Ihr irrwandernder Blick suggeriert zudem, dass sie gerade von einem mehrwöchigen Acid-Trip herunterkommt. Auf diesem Trip scheint sie auch gleich das Bühnenbild entworfen zu haben: ja, Oz ist in Sydney Lumets Interpretation eine düsteres Dystopia, das nur durch die schalen Farben amateurhafter, verwaschener Graffiti aufgehellt wird. Die Amphetamine sind vielleicht die einzige Gemeinsamkeit, die Diana mit der Ur-Dorothy Judy Garland hat. Michael Jackson sieht in der Rolle der Vogelscheuche erstaunlich menschlich aus. Da ich den Film im Schnelldurchlauf gesehen habe, kann ich nichts zur Musik sagen. Irgendwann habe ich mich einfach gar nicht mehr getraut hinein zu hören – wie die singenden Wesen aussahen, das war schon schwer genug zu ertragen. Wenn man schon eine afroamerikanische Fassung dreht, dann kann man ja auch die ollen weißen Kamellen wie „Somewhere over the rainbow“ weglassen. So wird´s – – schwärzer. Auch das Haardesign entsprechend: Diana Ross, die bekanntlich nie Eigenhaar trägt, hat sich einen Mopp von der Textur eines Putzschwammmes aufgestülpt. Vielleicht WAR es ein Putzschwamm, vielleicht hat Diana Ross einen Schrumpfkopf, man weiß es nicht.
Der Film hat eine solche Beklommenheit in mir und meinem Gast ausgelöst, dass ich mich mehrfach entschuldigen musste und trotzdem noch eine gewisse Ermattung im Blick des Mitbetrachters ausmachen konnte. Es war kurz so, als habe der „Wiz“ seine Seele absorbiert. Dieser stumpfe, leblose Blick verschwand erst nachdem wir mit „Connie und Carla“ den Geist des „Wiz“ ausgetrieben hatten.
Wenn sie Kinder kennen, die Sie nicht mögen: Schenken Sie Ihnen diesen Klassiker des afroamerikanischen Kinos!