Archiv der Kategorie: Lessons in Glam

SLIPPING OUT OF THE CATAPULT

Before there was something as stupid as a Cornflake Girl, there was something as silly as a Rubberband Girl. And if it took 18 years for me to get the lyrics – well, that´s the time it takes for a human to grow to maturity (of sorts).

RUBBERBAND GIRL (Kate Bush)

See those trees
Bend in the wind
I feel they’ve got a lot more sense than me
You see I try to resist

A rubberband bouncing back to life
A rubberband bend the beat
If I could learn to give like a rubberband
I’d be back on my feet
A rubberband hold me trousers up
A rubberband ponytails
If I could learn to twang like a rubberband
I’d be a rubberband girl
A rubberband girl me
A rubberband girl me
Oh I wanna be a rubberband girl

When I slip out
Of my catapult
I gotta land with my feet firm on the ground
And let my body catch up

A rubberband bouncing back to life
A rubberband bend the heat
If I could learn to give like a rubberband
I’d be back on my feet
A rubberband hold me trousers up
A rubberband ponytails
If I could learn to twang like a rubberband
I’d be a rubberband girl
A rubberband girl me
A rubberband girl me
Oh I wanna be a rubberband girl

Give like a rubberband
Twang like a rubberband
Snap like a rubberband

Rub-a-dub-a-dub-a-dub
Rub-a-dub-a-dub
Rub-a-dub

One rubberband won’t keep you up
Two rubberbands won’t keep you up
Three rubberbands won’t keep you up
Here I go…… Whoa whoo…….
…. Yeah!

One rubberband won’t keep you up
Two rubberbands won’t keep you up
Three rubberbands won’t keep you up

GIFTED GLAM

Als ich die Hände vor den Mund presse und meine Augen sich auf Untertassengröße öffnen, wird die Lieblingskollegin aufmerksam.
„Was ist los, Glam?“
Mit zittrigem Finger zeige ich auf die Screen. „Ich hab den Raben gefunden. In Deutschland gibt´s den gar nicht mehr. Aber hier.“
Sie kommt herum und schaut.
„Den MUSST Du haben. Und bei dem Preis!“
„Der kostet eigentlich 300 Euro!“
„Bestell ihn.“
„Aber ich bin derjenige, der seine Vorsteuer gerade nur anteilig zahlen konnte!“
„Du hast doch bald Geburtstag, ich beteilige mich.“

Nich ohne Neid betrachte ich die Urlaubsbräune der anderen geschätzten Kollegin und vor allem auch das T-Shirt, das auf dieser Hautfarbe besonders gut zur Geltung kommt.
„Gefällt´s Dir?“
„Love it.“
„Dacht ich mir, deshalb hab ich Dir auch eins mitgebracht!“

„Und diese Ultraschallbürsten sind wirklich deutlich besser, Lucky?“
„Ich bring Dir morgen eine mit, die werden immer doppelt ausgeliefert.“

Während wir in der kleinen Schlange stehen und darauf warten, dass Herr Grant die Queen of Denmark Deluxe für Frau Frost signiert, kann ich meinen Blick nicht von dem exquisiten T-Shirt abwenden. 5 Euro in Cash fehlen mir jedoch zu meinem Glück.
„Das würde Dich schon sehr sehr, ich meine säääääähr säääähhhhrrrrr glücklich machen, dieses T-shirt zu besitzen, nicht wahr?“
„Ja, Frau Frost.“
„Dann soll es sein.“

Geschenke machen viel Spaß, vor allem im April!

WAS ABSTURZ AUCH BEDEUTEN KANN

Dass man sich unter jemandem wiederfindet, dem man eigentlich gerade Tschüss sagen wollte, und dann hatte man schon ein Schlückchen getrunken und schwupps schwuppt einen der Abschiedsknutscher auf den Boden und dann, ja – dann liegt man da und lacht. I love my life.

(Nee. Nicht was Sie denken.)

GLAM SETZT DEN I-PUNKT

An einem Arbeitsplatz an dem Ort, wo ich meine Miete verdiene, liegt ein Stapel Bücher. Die Kurzfassung von „Simplify your Life“ – wie genial ist das – die simplifyte Fassung sozusagen. „Wassersport für die Seele“. Desweiteren ein Büchlein, eine dickere Broschüre eigentlich nur, von einem russischen Autoren, der einem in 30 Tagen beibringen will, wie man konzentrierter durch Leben geht. Konzentration, so, so – darum geht´s: runterdampfen auf´s Nötigste. Ich blättere ein bisschen darin herum und lese Sätze wie „Am 23. Tag konzentrieren wir uns auf die Zahlenreihe 33 23 19 17 8 5 2 1. Wir lernen Gegenstände oder Haustiere aus der Entfernung zu animieren. Haben Sie einen Hund in der Wohnung oder im Haus? Ein Äffchen, einen Papagei?“

Dieses Buch ist kein Bestseller geworden, zu kompliziert, noch dazu setzt es Haustiere voraus, was den betroffenen Leserkreis deutlich dezimiert, oder auch verärgert, wenn man erst nach dem Kauf die Aufgabe für Tag 23 liest und sich den weitaus anspruchsvolleren Akt auszuüben gezwungen sieht, eine Tasse im Schrank per Gedanken zum Fliegen zu bringen. Als Mitarbeiter an einem Ratgeber und Autor eines anderen, geprägt von einem Dasein als jemand, der mit Worten arbeitet und viele Stunden an PCs und Macs verbringt, möchte ich Ihnen jetzt die Lebensweisheit liefern, die mir diese Arbeit gebracht hat. Gestern morgen nämlich, kurz vor 7, als ich meinen morgendlichen Beitrag für diese Seite verfassen wollte, auf die Tastatur tippelte und keine Buchstaben erschienen. Leise Panik aufkam – wie alt ist eigentlich Dein Mac, Dick? Da kam der Satz und ich tat wie mir meine innere Stimme bedeutungsschwanger anempfahl: Ich habe Opera geschlossen, Safari geöffnet und – da waren sie wieder, die kleinsten aller Wortbestandteile*, meine hoch geschätzten Buchstaben. Jetzt also, machen Sie sich gefasst auf den einen Satz, den sie brauchen, um ihr Leben in den Griff zu kriegen, Sie brauchen nicht einmal losziehen oder auf Amazon klicken, um sich den simplifyten Simplifier zu besorgen. Sie benötigen kein Äffchen, kein Pferd und auch keinen Papagei. Ich schenke Ihnen:

Wenn es so nicht klappt, versuchen Sie´s mit einem anderen Browser. (Quite often, it´s as simple as that.)

*Okay, der I-Punkt ist es in Wirklichkeit. Aber egal.

NAKED LIES

„It´s so embarassing – everytime I open the door to the builders, I´m still in my house coat.“
„Not to worry. I already told them that you´re the naked cleaner I´m hiring.“

IN TOO DEEP oder SOMEWHERE OVER THE EDGE

Und wieder war ich irrtümlich davon ausgegangen, so eine Art Neely O´Hara-treatment zu bekommen. Eine Spritze zum Nerven beruhigen und ein Einzelzimmer. Stattdessen wird mir erst mal Blut abgenommen, mein Alkoholpegel gecheckt, Blutdruck gemessen. Dann weist man mir einen Schlafplatz zu. In einem Doppelzimmer.
„Ähm, Entschuldigung, aber – das kann ich nicht, ich hab da diese Problem, die Phobie.“
„Wir können Ihr Bett auch gern da hinten auf den Gang stellen. Da ist es ruhig, nachts.“
„Vielleicht war es doch keine gute Idee -„
„Versuchen Sie erst mal zu schlafen.“
Ich versuche, aber es will mir nicht gelingen. Ich gehe eine rauchen. Die Abteilung ist die einzige, die noch ein Raucherzimmer hat. Jetzt wissen Sie, wo ich mich befinde.
„Herzlichen Glückwunsch, dass Du gekommen bist. Oh – Du rauchst Luckies, darf ich eine haben?“
Dann reden wir ein bisschen, so gut das geht. Dann ein weiterer Versuch, zur Ruhe zu kommen. Weiteres Scheitern.
„Wäre es möglich, noch einmal mit dem Arzt zu sprechen?“

„Wir können Sie nicht herauslassen heute nacht. Sie haben über zwei Promille.“
„Aber es wird alles noch viel schlimmer, wenn ich von so vielen Menschen umgeben bin.“
„Wie haben Sie sich das vorgestellt?“
„Gar nicht. Ich wusste nur nicht mehr wohin.“

Immer, wenn ich aufwache, ist es draußen noch dunkel. Es wird die längste Nacht meines Lebens. Und der längste Morgen. Der Zigarettenvorrat tendiert gen Ende. Ich kenne bereits vier Patienten namentlich, die, die Luckies rauchen, und habe das Gefühl, hier nicht hinzugehören. Aber vielleicht trennt mich und sie auch nur die Medikation.

Arztgespräch. Ich darf gehen. Herr Strike holt mich ab. Vorher, ich steh an einer Kreuzung, alles ist weiß und morgendlich, kommt eine Frau auf mich zu und fragt nach der Blücherstraße.
„Danke junger Mann. Und guten Rutsch!“ Den hatte ich. Gestern. Einmal über den Rand.

Und zurück.

„Das war jetzt der lowest point. Jetzt noch die Reue. Dann muss es besser werden. Ich weiß nur noch nicht wie.“