Archiv der Kategorie: Lessons in Glam

„WITH YOUTH YOU GET TO TOUCH THE FUTURE.“

Wie er da so saß, auf dem Bett in die Kissen eingekuschelt, und sein nackter Fuß ragte mir entgegen und es war ein zauberhafter Fuß, der gehalten werden wollte, und ich hatte mir geschworen, nicht den ersten Schritt zu machen, aber dann war vielleicht dieser Fuß der erste Schritt, und mehr als zurückweisen kann er ja auch nicht, also den awkward moment in Kauf genommen und den Fuß gehalten und es wurde eine intensive Nacht. Wow. Das einzig blöde an Xenophilie ist ja, dass die dann immer wieder abreisen. Aber vielleicht ist das auch der Reiz? Ich werde es ergründen, eines Tages. Wenn das weitere Nächte wie diese bedeutet.

SCHWULER MIT GLAM

„Hast Du Lust mit ins Konzerthaus zu kommen – das Staatsballett macht eine Hommage ans Ballets Russes, mit Ausschnitten aus Balletten von Fokin und Nijinsky.“

Da stutzte ich und befand, ich kann gar nicht schwuler texten, doch dann fügte ich hinzu

„Ich krieg Steuerkarten.“

FRAGE/ GEGENFRAGE

Auf dem Weg zum Geldautomaten auf der Potse spricht mich eine Nutte an.
„Ey, hast Du Lust?“
„Ey, hast Du Augen im Kopf?“

So ähnlich schon einmal erlebt als eine Horde Jungeltern auf der Gneisenau für eine 30-Zone demonstierte und eine Mutti an mein Autofenster kam.

„Guten Tag. Haben Sie Kinder?“
Antwort s.o.

GLAM UND DIE AUTORENFÖRDERUNG

„(Titel von der Redaktion verschwiegen)“ ist ein Roman, der in Berlin spielt, in dem es ausnahmsweise nicht um´s Kotzen, Ficken und/oder das Berghain geht, in dem Inzest, der Islam, das Christentum und Drogenmissbrauch keine, oder wenn, dann nur untergeordnete Rollen spielen. Es ist kein Buch über, sondern gegen den Berliner Januar. Tatsächlich beginnt die Erzählung im Frühling 2011. Es würde den Autor glücklich und stolz machen, wenn er dennoch oder bestenfalls sogar deshalb vom Senat gefördert würde.

TRANSFORMERS

Ein Tag an dem ich mir Flügel wünsche, schmutziggrau bitte, 5 Meter Spannbreite. Und mit den anderen Krähen durch Straßenfluchten stürzen bis die Tauben kreischen.

(Nasse Krähen, die so ein bisschen gerupft aussehen – fast so schön wie Elefanten.)

CAPT´N DICK

Der Moment, wo man a) feststellt, dass es da hinten nicht schon wieder aufhellt und b) man in der Zeit, die es bräuchte, dorthin mit dem Boot zurück zu kommen, wo man aufs Wasser gegangen ist exakt der Zeit entspräche, die es bräuchte, das Boot bis zum Rand mit Regenwasser zu füllen, zumal c) eines der Boote seit Allerkürzestem gerade nicht mehr ganz so seetauglich ist – so dass man also d) den kürzesten Weg an Land nimmt, und sich, wie Herr Strike anschaulich beschreibt, irgendwie behilft.
„I wanna run naked in a rain storm. Make love on a train, cross-country“ sage ich, aber Strike weiß, dass ich nur zitiere. So stapfen wir, in waldbodenmatschgefüllten FlipFlops, unsere Boote wie Stolas tragend. Die haben uns nun schon so lang so zuverlässig getragen, wird Zeit, dass wir mal eine Weile sie schleppen.
Das Schöne am Nasswerden – wenn der Moment erreicht ist, wo es nasser nicht mehr geht. Wo die Haare am Kopp klatschen, die Regentropfen von den Regentropfen abperlen, man feststellt, dass man sich genau so gut dem Nass sein hingeben kann. Und so, anstatt gleich zum Auto zu stapfen, gehen wir nochmal ins Wasser, das in etwas die gleiche Temperatur hat wie die Luft und der Regen und lassen es auf uns niederprasseln.

Das Schönste aber – das mit dem Strike gemeinsam zu erleben, der sich tatsächlich freuen kann wie ein Baby, dem man spielerisch mit Kitzeln droht. Baby, you´re a firework!

IN TOO DEEP

Und dann läuft „In too Deep“, das ich ja seit meiner Selbsteinweisung nach Weihnachten irgendwie nicht mehr aus dem System bekomme – whooh hooo – und ich denke an Heidi, wie sie mich fragt, ob sie sich Sorgen machen muss um mich, jetzt, und ich sag „Nein, brauchen Sie nicht“, und denke so übers Sterben nach, rein theoretisch, also wirklich keine Sorgen machen, und denke, wie schön das wäre, wenn eine hundertjährige Belinda Carlisle das Lied auf meiner Beerdigung singen würde, das wäre perfuckingfect, notfalls darf es auch vom MP3-Player oder dem technischen Gerät der Zeit dann kommen und die Krönung aber wäre, wennn schon ein Grabstein, dann mit der gleichnamigen Aufschrift und einem Pfeil nach unten. (Und darunter in Klammern: Whoo-hoo.)