Im Teenage: Jil Sander. Irgendwie erdig, kantig und mit einer synthetischen Note. Dann Opium von Yves Saint Laurent. Ja, pour -femme. Den Trick hatte ich von einer Großen Liebe. Warm, stickig, wildly intense. Als Nuttendiesel verschrien immer noch einer meiner liebsten Düfte, auch wenn ich ihn selbst (bis auf weiteres) nicht mehr trage. Das wechselte sich dann ab mit Egoiste Platinum, bis es davon ganz verdrängt wurde. Dem Platin-Egoisten blieb ich auch einige Jahre lang treu, dann kam eine kurze Phase, in der ich viel ausprobierte und für unpassend befand. Und seit ein paar Jahren rieche ich nach Zigraettenrauch und Givenchy pour Homme und das wird auch noch eine Weile so bleiben.
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DIE SCHLÜPFER DER ANDEREN
Unterhosen, die vor Betten auf dem Teppich liegen, können etwas ungemein Poetisches haben. Wie eine Seerose, dachte ich unlängst an einem sonnigen Morgen. Es sind dann aber nie die eigenen.
SPÄTE RACHE oder EMPRESS ELIZABETH I
Eigentlich sollte gerade in diesem Moment meine Liz-Taylor-Couture in Produktion gehen. Mir gefallen nämlich die T-Shirts, die es grad gibt, überhaupt nicht. So beschloss ich die Liz-Collection. Mit tollen Fotos aus Cleopatra und Wer hat Angst. Dann stellte ich fest, dass ich nur ein einziges verwertbares Cleo-Pic besitze (bildgoogeln geht nicht, weil mein Drucker sich mit dem MacBook nicht versteht). Und kein einziges von Wer hat Angst. Das ist dann natürlich blöd. Und dann sah ich dieses gelbe T-Shirt und fand, dass es eigentlich nur von einer Blondine geziert werden dürfe. Und so wurde aus der Liz-Collection eine Marilyn-Collection mit einem Liz-Cleo-T-Shirt, quasi als Kontrast, für Tage an denen ich mich unblond fühle. Dabei wollte ich doch ganz stringent pro Saison einer neuen Diva zum Glam-customized-Ruhm verhelfen. Also geht in diesem Moment die 1962-Glam-Customized-Collection in Druck. Nur dass die Copyteria eigentlich gar keine bunten T-Shirts bedrucken kann. Aber ich lass mir ja nicht einfach sagen „geht nicht“. Ich hab gesagt „Machen Sie man ruhig mal, Kollege, ich nehm´s auf die schnieke Tinker-Bell-Kappe“. Und jetzt geht also mit fragwürdigem Ausgang dann doch meine erste Fashion-Collection in Produktion. Und ehrlich gesagt find ich´s auch wieder cool, dass Marilyn als Gewinnerin im T-Shirt-Match hervorgeht. Wenn´s schön wird, dann verklopp ich den Scheiß im Internetz. Und wenn nicht, dann erst Recht, denn was soll ich mit hässlichen T-Shirts?

Herzlichen Glückwunsch nachträglich, altes Schlachtross. Wer hätte gedacht, dass Du sie alle überlebst. Außer der Doris! Und wenn Ihr von diesem Foto 15 Jahre Alkoholmissbrauch abzieht, dann seht ihr, wie Glams Mutti mit 40 aussah.
30h, THE FINAL CHAPTER: IM VORORTSZUG (LE P´TIT TRAIN)
Hey, hey, suburban gay
I must just say
That I like your way
Petit dieu de la banlieue
J´aime des pantalons
Et j´aime thes cheveux
Your style is precious
Your eyes shine like stars
Jai vu un dieu
Dans la banlieue
J´ai vu un ange
Ca te dérange
Ca te dérange?
Hey, hey, suburban gay
I sit beside you and I pray
Thank the Gods you crossed my way
Ton rire vampire
Tes jambes cigarrette
Tu es craché dans mon désire
I´ll never regret
I´ll never forget
Your style is precious
Your eyes shine like stars
J´ai vu un dieu
Dans la banlieu
J´ai vu un ange
Ca te dérange
Ca te dérange?
THE GLAM CARPET-SHOW
Wie immer grandios: Nicole. In Rot. Die Elfenbein-Feen-Nummer hat jetzt Naomi Watts übernommen und kann sich damit sehr gut sehen lassen. Ebenfalls hinreißend in blass: Kate Winslet. Penelope sehe ich lieber in kräftigen Farben. Abigail bewundernswert kindlich gestylt. Mal sehen wie die Olsens das wegstecken. Cate entwickelt sich mit den smoky eyes und dem sleek snake-dress ebenfalls zum Hollywood-Star, der diese Bezeichnung verdient. Gwyneth hat das Haar-Styling bei Nicole abgekuckt, aber es kann nur eine Blondine geben und die muss gefärbt sein. Der Oscar für´s beste Blond geht wie immer an Nicole. Reese hat sich modische Anregung bei den Olsen-Hexen gesucht. Divorce doesn´t become her. Jessica Biel? Trocken Brot. Jodie war in einem lesbischen Haar-Salon, das Ergebnis entsprechend nüchtern. Helen Mirren kann dieses Jahr offenbar nichts falsch machen. Großartige, würdevolle Robe. Ob Faye Dunaway sich manchmal fragt, wie sie jetzt wohl wirklich aussehen würde? Wenn man auf der Straße einer Langhaarigen folgt, sie überholt, ihr dann ins Gesicht schaut und hat Faye vor Augen – da nimmt man doch die Beine in die Hand und rennt, oder? Cameron – bitte nächstes mal einen Friseur aufsuchen. Selbst Jodie sah am Kopf besser aus. Beyoncé – löst in mir wie immer das egal-egaler-geht´s-nicht-Gefühl aus. Und den Katastrophen-Oscar für das leidigste, widerlichste, unpassendste, würdeloseste Outfit überreiche ich feierlich an Meryl. Eine Kunstlehrerin an der Waldorfschule 1987. Waren die billigen Klunker aus der Obermaier-Kollektion?? Gab´s die im Dutzend billiger???
Wer mir immer besser gefällt, auch weil er sich zunehmend in Marlon Brando verwandelt: Leo. I like the chubby look. Zweitgeilste Schnitte: Sacha Baron Cohen. Und über Al Gore habe ich mich gefreut. Gespenstisch: Marc Anthony. JLow, wie immer vergeblich eine Liz-Taylor-Travestie auf den roten Teppich rotzend, hat ihn ganz offensichtlich ausgesaugt und leergelutscht.
Soviel dazu. Mehr bei Anke .
DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE oder LAUT SCHALLT ES IN DEN DUNKLEN RAUM
„Amelie – die kleine Amelie wird gebeten, sich am Infotresen einzufinden. Die Mutti wartet dort auf Dich.“
Merke – auch wenn ursprünglich genau so verabredet, ist obiger Satz ein schlechter Code, jemanden aufzurufen, nun den Darkroom zu verlassen, da es draußen bereits hell wird.
„Ich konnte ja schlecht alles stehen und liegen lassen. Sonst hätten ja alle gewusst, dass ich die kleine Amelie bin.“
Schon wahr.
LIEBSTER RAKETENPRINZ!
Danke für die schöne Abschiedsparty. Ich weiß nicht, wie´s bei den anderen war, aber für mich war´s ein legendärer Roses-Abend, an dem alles stimmte (außer, dass Cashmere Cutie nicht dabei war). Die richtige Mischung Leute (alt, neu, geliehen, blau), Musik, die sich einfach gut reinblendete und nicht so auffiel. Gabriella am Tresen. Lasterhafte schwule Blogger. Der beste Polaroidfotograf der Welt. Frankie in love. Der attraktive osteuropäische Taschendieb, der mich auf dem Klo ficken wollte, den ich aber nicht ließ – nur küssen – und das mit eh nichts in den Taschen, was er hätte klauen können. Ein Mann, der mich von der Bühne (!) kannte. Einer, der mir ungefragt seine Blaue-Seiten-Adresse zusteckte (Telefonnummern waren gestern). Und eine leise Wehmut, dass Du uns bald hier in der Kälte sitzen lässt. Wo wir uns so lange schon kennen und uns doch eigentlich gerade erst richtig kennen lernen, nicht zuletzt Dank Deines stylishen, schlauen, sexy Blogs. Und der bleibt hier, hoffe ich! Ich freue mich auf Deine Berichterstattung aus 1001er Nacht. Many thanks, très bon voyage und eine wundervolle Zeit mit Wüstenprinzen und wüsten Prinzen!
Love, Peace and
Glam
ZIELSTREBER
Es macht gerade irrsinnigen Spaß, nach anderthalb Jahren mal wieder in dem alten Business zu arbeiten, in dem ich mich Sätze sagen höre wie „Ich habe noch keinen Designer ausgesucht – da soll XY unbedingt mitentscheiden und sagen, welche Vorlieben usw. Wir richten uns da gerne nach ihm!“ Denn, wenn XY happy ist, dann bin ich es auch. Und das alles auch wirklich zu meinen. That´s Glam life. Live.
KEINE NACHT MIR ZU LANG
Wie geil! Eines meiner Lieblingsbücher ist verfilmt. Und dank ihm weiß ich, wo ich es mir anschauen kann.
Von Barbara Vines Romanen darf man keine Inhaltsangaben machen. Ich habe längst aufgehört, mir die Klappentexte durchzulesen. Die Synopsen klingen banal, aber aus dem Banalen das Tragische oder das Tiefe erwachsen zu lassen, das ist ihre Kunst. „No night is too long“ zählt für mich zu ihren Besten. Desweiteren „Asta´s Book“ und „Brimstone wedding“. In „No night…“ geht es darum, wie Liebe plötzlich aufhört. Das ist jedenfalls das, was ich damals in dem Buch am besten beschrieben gefunden habe. Erst ist sie da, dann ist sie weg. Das ist niemals besser veranschaulicht worden als in der Figur des Tim Cornish, der die Geschichte erzählt, die damit beginnt, dass er Briefe bekommt. Briefe, in denen von Schiffsunglücken und deren Überlebenden berichtet wird. Von Verschollenen und Gestrandeten. Und mehr braucht man nicht als Vorab-Info. Lesen!
A SMUGGLER´S LIFE oder DIVA COOL

Timan erinnerte mich durch seinen Beitrag daran – eine Autobiographie in Bildern. Hauptsächlich assoziativ, manchmal auch journalistisch illustriert. Daniel Schmids „A Smuggler´s Life“. Eines der schönsten Bücher in meinem Besitz. So eines, von dem man sich nicht trennen wird. So etwas wie ein neuer Mac, nur in Gestalt eines Buches. Meines hat dann auch noch eine Widmung von der Cover Lady, die, und deshalb schreibe ich das auch – Ende des Monars zwei Konzerte im Berliner Ensemble geben wird. Ich bin gespannt, ob sie wieder Elvis auf die Bühne holt, ob sie sich auf dem Boden rollen wird oder, ganz stilisierte Studienrätin am Lesepult, die „Seelandschaft mit Pocahontas“ auferstehen lässt. In jedem Falle wird es ein Fest, bzw zwei Feste. Unvergesslich ikonoklastisch, puristisch hysterisch und von freudvoller Distanziertheit. Man muss sie sehen, um es zu begreifen.
Und es ist gerade noch Zeit, das andere Buch nochmal zu lesen. Das, das ihren Namen trägt: „Ingrid Caven“ von Jean Jacques Schuhl.