Archiv der Kategorie: Lessons in Glam

ROMY

Habt Ihr auch schon den aktuellen Spiegel gesehen? Schönstes Cover ever. Habe leider erst die erste Seite des Romy-Artikels lesen können, hätte aber hinter jedem Satz bislang ein Häkchen machen können.

Edit. Gilt für den gesamten Artikel. Neben dem Buch von Michael Jürgs das Beste, was je über Romy geschrieben wurde. Und, für den Spiegel außergewöhnlich, mit einer wunderschönen stylishen Bildauswahl.

HILFREICHE GEDANKEN HEUTE GRATIS UND DIREKT VOM ERZEUGER

Wenn es gut ist, sich daran freuen, dass es gut ist.
Wenn es schlecht ist, sich auf den nächsten guten Moment vorfreuen.
Nicht denken – heute muss ich wieder 8 Stunden in diesem Büro sitzen, sondern – Super! Heute kein 10-Stunden-Tag an dem ich in zwei Büros muss!
Wenn es ganz ganz schlimm ist:
* ans Geld denken
* an den Dienstschluss denken
* daran denken, dass man jederzeit kündigen kann, nur dass dann *1 wegfällt.
* daran denken, dass Nettigkeit bei manchen Menschen nicht funktioniert und alle diesbezüglichen Versuche stoppen. An Amanda Woodward denken.
* an Thomas Hardy denken – die Welt ist kein prinzipiell gütiger Ort
* im korrekten Umfeld Gütigkeit walten lassen, um ein Gegengewicht zu liefern
* an Heather Locklear denken, die bei Melrose Place 6 Jahre lang als „Special Guest Star“ gecredited wurde, obwohl sie nun wirklich in jeder Folge dabei war.

WRONG NUMBER

Ein paar Anrufe kommen ja durch die geschädigte Telefonleitung noch durch. Aber ausgerechnet, wenn meine Pizza gekommen ist, die wagemutig von Neukoelln den Weg ins kriegsgebeutelte SO 36 gefunden hat? Das Display zeigt eine lange nicht angezeigte Telefonnummer, die eines ehemaligen Chefs. Ich denke, na okay, Tag der Arbeit halt – geh ich mal dran.
„Hallo?“
„… ähhhhh—-„
Anhand der Nummer und des „ähhhs“ identifiziere ich die vermutlich-noch-immer-Frau des mittlerweile-langjährig-ehemaligen Chefs und sie will wissen: „—- wer spricht denn da?“
„Dick. GlamourDick*.“
“ – Oh, da habe ich mich wohl verwählt.“
„Kann passieren. Tschüss Kiki**.“

* Hier müssen Sie sich jetzt den bürgerlichen Namen vorstellen.
** Name vom Glam verfremdet.

GLAM MACHT SICH SCHON AM MITTAG EINEN SEKT AUF EIS oder INSIDE ASHBY HOUSE oder HE COUGHED AND SHOOK HIS CRUMPLED WINGS, CLOSED HIS EYES AND MOVED HIS LIPS: „IT´S TIME WE SHOULD BE GOING!“

Eben mit einem Klick einen ganzen Text verschwinden lassen. Vielleicht soll man über ganz ganz frische Projekte noch nicht schreiben. Nur soviel – das viele wirkliche-Leben-Arbeiten hat in mir eine Sehnsucht nach dem Schöpfen und Kreieren jenseits von Blogeinträgen wiedererwachen lassen. Und dann, nach dem Skizzieren einer sich zackig ausspiralisierenden, geradezu verwirbelten Outline, forste ich in meinem Notizbuch und entdecke die Skizze eines Texts, den ich völlig vergessen hatte. Suche, finde ihn und bin ganz begeistert. Und weil es draußen so heiß ist und so schön, da schenke ich Euch eine kleine heißkalte Ablenkung.

Sehen wir uns bei Frost im Tempodrom heut Abend? Und – es ist unglaubwürdig, aber wahr, spielt der Ipod in dieser Sekunde „Ein Engel hat mich bestiegen heut Nacht…“ von Cora.

And, yes – I should be published. Nicht nur hier, sondern in Print.

DEUTSCHLAND SCHMEISST DEN SUPERSTAR RAUS

Als ob es darum ginge, wie perfekt jemand singen kann! Die kleene Lauren hat mehr Emotionen in ihrem Wispern als der wuchtige Mariah Carey-Verschnitt Arsch in der Hose. Die einzige Person mit Verstand in der Jury ist die Lukaseder, weil sie einen Schimmer hat, dass Star Quality wenig damit zu tun hat, wie „gut“ jemand singen kann. Das ist das Problem bei DSDS. Deshalb verschwinden die Sieger auch kurz nach ihrem ersten Hit – weil sie nichts als Kopisten sind. (Und auch die Grönemeyer-Nummer von Miss Babyspeck war reines Imitat, allerdings einmal um die Ecke: sie hat Sabrina Setlur einen Grönemeyer-Hit singen lassen.) Das Publikum entscheidet perfekt deutsch, wer da am Besten die Beyoncé gegeben hat. Dass die Kids nichts eigenes haben fällt erst auf, wenn die „Erfolgsproduzenten“ ihnen eine CD auf den Teenagerleib schreiben, die auch wieder nur eine Imitation von Charthits ist. Das will dann verständlicherweise keiner kaufen. Deshalb mache ich mir ein bisschen Sorgen um Max, der ja wohl die geilste Sau ist, die je bei DSDS mitgemacht hat. Looks, Präsenz, Gänsehaustimme, ganz viel „Eigenes“. Man kann nur hoffen, dass er NICHT gewinnt, damit er einen vernünftigen Produzenten findet und keine RTL-Platte aufnehmen muss. Und Lauren ist ja auch noch jung und wird möglicherweise ihren musikalischen Weg machen. Ich würde mir ihre Soloplatte jedenfalls kaufen. (Und hoffe auf ein „Wuthering Heights“-Cover.)
Der Vollständigkeit halber: der hessische Lionel kann auch nur schön (nach)singen und das Pummelchen mit der schlechten Frisur ist völlig indiskutabel. Mir graust bei der Vorstellung, wer für den anruft.

PROSTERN! oder HAPTISCHE HASEN

Die Nachbarin (nicht die amerikanische) zieht aus und schenkt mir ihren Kühlschrankinhalt. Auch alles aus dem Eisfach inklusive einer Flasche Absolut. Ich steh nach 5 Jahren wieder in der Wohnung, die ich selbst einmal bewohnt habe und eine halbe Stunde später kommt eine SMS von dem Herrn, mit dem ich die Wohnung einmal bewohnt habe. Verquaste Ostergrüsse, sehr evangelisch angehaucht. Vielleicht SMSse ich in ein oder zwei Jahren zurück. Das hat gerade keine Eile. Den ganzen Tag koch und brat und back ich und dann kommen die Kollegen mit schönen Gaben aus Schokolade und Kartoffeln, Salat und mit Alkohol und Beeren und wir lachen über die, die jetzt bei Lammbraten mit der Familie streiten, während wir auf dem Teppich liegen und zuviel rauchen und uns in Kaninchenfelle wickeln, wahren Luxus fühlend begreifend.
„Ich würd mich am Liebsten nackt drunter ausziehen, das ist so schön!“ Wofür ich Maggie so liebe, aber auch für die Anekdote mit Daniel B., dem sie betrunken von der Tanzfläche aus ein „Hey Daniel CLAP HANDS!!“ zuschmetterte, was Daniel B. sehr verunsicherte.
Dann schauen wir uns den Kunstporno an, in dem Männer in Schneemannskostümen onanieren und zum Abschied vom Betrachter heiter in die Kamera winken, bevor mein spezieller Favourite (ohne Schneemannskostüm) mit Bikinioberteil und unten ohne (nur mit Stöckeln) im Planschbecken seine Beine spreizt und sein unrasiertes Arschloch präsentiert und wirklich aussieht wie Jesus, ganz unschuldig und ursprünglich und auf eine wunderbar verkommene Art sexy und verschlafen und erzglamourös. Dann kommen die beiden Clowns (sprichwörtlich) und danach die Männer mit den Hasen-Öhrchen. Und wirklich erst da merke ich, dass der Film noch besser zu Ostern passt als der quietschbunte „Easter Parade“, den ich wegen Fred Astaire eh nie mochte. (Mag irgendjemand Fred Astaire??)

Zum Frühstück koch ich Kaffee für die übrig gebliebene Kollegin und dann kommt die amerikanische Nachbarin vorbei, weil sie so wach ist und ihr Mann noch schläft und wir hören illegale Musik und sind begeistert und ich denke FROHE Ostern!