Archiv der Kategorie: Lessons in Glam

GLAMS KRONJUWELEN

Auf der Suche nach dem hier, der gestern mein Outfit veredelte:

ring1

fand ich nicht nur diese Präziose*:

katebutton

(einen historsichen Kate-Bush-Button, ca anno Babooshka), sondern auch noch dies:

tracygum

Ein Tracey-Chapman-Radiergummi. Weiß jemand ob das einen Wert hat und ich es bei Ebay für einen Mercedes umtauschen kann? Oder möchte irgendein Blogger vielleicht ein Tracey Chapman-Radiergummi?

Und eh ich´s vergess: happy Birthday Kate Winslet, Clive Barker, Guy Pearce and first, foremost – Inky-Baby-Godchild!!

*mit „ä“ sieht irgendwie komisch aus.

SUNDAY IN THE TIERPARK WITH GLAM

westkreisch

Und weil sich partout niemand fand*, der mit mir in den Ostzoo Tierpark wollte, um das Elefantenbaby anzuschauen, bin ich halt alleine hin. Tiere kucken mit Musik im Ohr bei Sonnenschein. Kann man ruhig mal machen. Frische Luft gewürzt mit Tierkacke jeder Couleur, das ist doch ein gepflegter urbaner Sonntag. Man kann schließlich nicht immer in Cafés hocken und sich um den Rest Rührei beim Frühstücksbuffet prügeln, zumal das Buffet-Rührei grundsätzlich zu trocken (fällt von der Gabel) oder zu flüssig (muss ich kotzen) ist. Also ins Glam-Mobil gesetzt, in den Osten gefahren, der Ipod hat eine Zufalls-Auswahl alter Diven kombiniert, die sich gewaschen hat (Helen Vita, Liz Taylor, Ingrid Caven als Schwerpunkt) und es war mir eine Freude, mit den ganzen anderen skurrillen Ostbürgern Tierliebenden über den verworren angelegten Asphalt zu flanieren, immer in Vorfreude auf das kleine graue Baby, von dem ich mir ein warmes, sattes Seelengefühl erhoffte, auf das ich auch gerade sehr angewiesen bin, angesichts meiner entsetzlichen Laune und Launenhaftigkeit.

DICKHAUT

In diesem Tierpark gibt es sehr viele Tiere, die man gar nicht sehen muss. Tiere, bei denen man denkt, wie schön es ist, urban zu leben, wo das Wildeste, was einem über den Weg fliegt, eine Nebelkrähe ist. Tiere, die Gerüche verströmen, die einen in jeder anderen Situation zur Axt oder einem Zerstäuber greifen ließen.
In einem recht eleganten Outfit, das von der überdimensionierten Gürtelschnalle, die mir das Skailight geschenkt hat, dergestalt perfekt akzentuiert wurde, dass selbst meine Stylistenfreunde vor Neid erblassen würden, stiefelte ich entlang all jener Scheußlichkeiten der Natur, die man in einem Ostzoo so findet. Opossen. Gnus. Kreischeulen. Jungfamilien, deren Muttertier sich die Augenbraue ganz dünn rasiert hat, damit sie zum kurzgeschorenen Schädel des Vatertiers passen. Das Kleine hat meist schon halbjährig Schatten unter den Augen und riecht nach dem Nikotin selbstgestopfter Zigaretten, die auf dem Polenmarkt erworben wurden. Was mich vor der totalen Depression rettete war die Musik in meinen Ohren und die Vorfreude auf das Elefantenbaby. Nach 30 km Fußmarsch war ich immer noch nicht bei den Dickhäutern angekommen. Und mir wurde klar, dass ich den ganzen Weg ja auch noch zurücklaufen musste, und das in den Gucci-Schuhen, die ich mir eine halbe Nummer zu klein gekauft habe, weil sie in meiner Größe nicht mehr vorrätig waren. Nach der nächsten Biegung fielen mir jedoch einige Steine vom Herzen, denn ich stellte fest, dass ich gar nicht linear aufs Elefantengehege zugesteuert war, sondern eine Runde gedreht hatte. Ich befand mich wieder am Eingang des Zoos! Nun denn – soooo weit war der Weg ja nicht gewesen (Plusquamperfekt, sehr beliebt im Osten!), also noch schnell zum Babyfanten, auf ein Neues! Mittlerweile hatte sich der Zoo schon etwas stärker bevölkert. Neben den bereits erwähnten Jungbrütern gab es nun auch eine ansehnliche Anzahl nahezu Verstorbener. Die Greisen waren eingelassen worden! Ich beschleunigte meinen Gang und machte mich abermals (ein Wort, das ich gerne häufiger verwenden würde) auf die Suche nach dem kleinen Grauen. Und geriet vom Weg ab. Ich fand mich neben einem Karussell, in dem schattenaugige Kinder zirkulierten und Speichelfäden auf verblasste Karussellpferdchen triefen ließen. Untote, die ihren Leichenduft mit Franzbranntwein und Lidl-Seife zu übertünchen versucht hatten, stapften die Asphalt-Alleen entlang und beinahe wurde ich von etwas überfahren, das von der Aufschrift „Bimmelbahn“ verunziert wurde. Ingrid Caven besang den Schwarzen Wald ihrer Kindheit im Saarland, da wurde es mir eng ums Herz. Kein Gedanke mehr an den kleinen Grauen. Solle er sich weiterhin verstecken wo der Pfeffer wüchse. Ich wusste nur noch eines – ich musste raus. Schnellstmöglich. Von gesagt getan keine Spur, wenn man sich im Wald verirrt hat. Ich weiß nicht mehr wie, aber irgendwie gelang es mir. Ich fand den Ausgang. Ich gestehe, dass ich das Ende dieses Beitrags etwas verschludere, aber das hat viel damit zu tun, dass eben das Telefon klingelte. Billy Holiday called.

pinkflaming

*Timon, Dich hätt ich ja gern gefragt, aber ich hab Deine Telefonnummer verschlampt, ich Schlampe.

P.S.: Krasse Unverschämteit, dass sie die Elefanten neben den Toiletten untergebracht habem und dass keiner der versprochenen Hunde an mir vorbei geflogen ist. Was mir auch noch so durch den Kopf ging – outdoor cruisen ohne Homos. I was out of place, kann das sein?

WARNUNG: Ich will keinen einzigen Kommentar betreffs des Anrufs von B.H. Bleibt beim Zoo-Thema. Vom Billy-Holidate berichte ich zu angemessener Zeit. Dann könnt Ihr Euch austoben.

FROLLEIN STERBEN

diana

Mademoiselle Mourir
Mademoiselle Mourir
La terre, elle va tourner
Sans votre sourire
Sourire mélancholique
Comme c´était tragique

Princesse paresseuse
Déesse déclassé
Débutante débile
Féline, folie, fragile
La plus belle bulimic

Frollein Sterben
Frollein Sterben
Hinterlässt zwei junge Erben
Frollein Sterben
Frollein Sterben
Wirst nicht mehr lebendig werden

Lady Die
Lady Die
Lady Die Dead Death
On a street in Paris
You´re breathing your last breath
The planet keeps revolving
Your mysteries don´t need solving
The Queen has bowed her head.

Bild-38-

GLAMOUR HORROR

Glamour Horror
Won´t leave it alone
I don´t know –
Is this the right thing to do?

Ich mag, wie sie* den Stuhl wirft, den Tänzer mit der Maske und die ektoplasmischen Skizzen von gleichzeitiger Anwesenheit in multiplen Universen. Und die Dimension, die dieses Lied skizziert – dass nämlich ein berechtigter Zweifel ein Horrorfilm sein kann. Aber eben in der Hammer Horror Tradition, nicht so mit abgefetzten Gliedmaßen und eingedrückten Augen – eher mit einem grauschläfigen Minirock-jagenden Vampir. Grusel. Grusel steht zu Zweifel wie Horror zu Angst. Blutige Cousinen.

* Und wenn ich noch mehr Vergleiche mit Feist und dieser Siobhan Dingsda höre, breche ich Euch auf das Paparazzi, um es mit Gaiman und Pratchett auszudrücken.

GLAM PRÄSENTIERT SEINE HAUSTIERE

Das Schöne am Junigeburtstag: Rosengeschenke. So denke ich jeden Tag an Frau Fragmente, die mir die farbschönste Rose überhaupt geschenkt hat. Von Pink über Rosé, Mauve, Lachs bis Orange. Und kaum ist sie ausgeblüht, fängt sie wieder von vorne an!

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Das ist die Lucky-Rose vom Vorjahr, sie blüht von Mai bis November und zwar üppig.

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Was ich immer noch suche: die lachsrosane Rose meiner Kindheit, die so stark duftete, dass sie Gardenien olfaktorisch übertünchen konnte. Nicht nur sah sie wunderschön aus und verbreitete den Duft, den ich heute mit Nostalgie gleichsetze – kandiert schmeckte die Blüte auch noch köstlich!

Und, wo das jetzt ein seltsamer Beitrag ist, überlege ich, auf dieser Seite ein Strickblog zu eröffnen. Oder was mit Basteln. Mal schauen.

HOW TO PIMP YOUR LIEBLINGSTRENDOBJEKT

Gehen Sie mal heute spätnachmittags frühabends auf die Schlesische Straße und werden sie Zeuge der neuesten Berliner Coolness. Ob Penner, Punk oder Unversal-Praktikant, ein Requisit ist in diesem Sommer unverzichtbar: die Bierpulle in der rechten, besonders gewagt auch in der linken Hand.

Die maskulin geprägte Unisex-Bierpulle hat sich allen anderen Mitbewerbern gegenüber durchgesetzt. Bierpullen, in denen sich Bier befindet, das mit Zitronenlimo, Drachenfrüchten oder auch Sun gepanscht wurde, ist entschieden unhip. Die Pulle sollte braun sein, der Inhalt nach Möglichkeit aus dem Osten.

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Als Style-Freak, der mittlerweile wie die anderen jungen Männer die Feinripp-Unterhemden seines Vaters in der Öffentlichkeit trägt, habe ich mir natürlich überlegt, wie man diesen Look dahingehend verfeinern kann, dass das uniformische dezent in den Hintergrund gedrängt wird und so habe ich den „Bierpod“ entwickelt: ein formschönes gusseisernes Trageobjekt mit Rattanbett und Bastpaspelierung, in dem die Bierpulle sicher ruht. Über einen Wasserschlauch verbunden, braucht man die Pulle gar nicht mehr aus dem Pod nehmen, um zu trinken. Der Bierpod ist äußerst variabel und trägt neben Bierpullen auch Champagnerflaschen und selbst die großen anderthalb-Liter-Flaschen Coke Lemon light. Ordern Sie Ihren Bierpod jetzt! Insbesondere wenn Sie später noch in die Schlesische müssen!

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DUFTBLOGGEN

gardenia

Schwer, dramatisch, durchdringend. Schwüüüüüüüüüül. Dangereux. Wie etwas aus einem Märchen. Poisonous. Eine Blüte – Du kommst. Zwei Blüten – Du vergehst.

SUNSHINE GLAM

So gegen 18 Uhr etwa ist die Sonne schon weit über den See gewandert und nähert sich den Baumwipfeln am Westufer. Das Licht fällt schräg ein und wird von der Wasseroberfläche gebrochen, so dass eine äußerst schmeichelhafte Beleuchtung entsteht und einem der Atem stockt, wenn diese Pärchen in ihren Mietboten vorbeirudern, die eigentlich schon ohne Beleuchtung sehr sexy und charmant gewirkt hatten. Denen kann man ruhig mal zurufen „Ihr seht super aus, das Licht macht Euch golden.“ Die freuen sich dann und haben etwas, worüber sie beim Abendessen kichern können. Man hat ihrem Glück einen Anstrich verpasst. Perfektion existiert in Momenten. Zu zweit oder dritt kann man es hinbekommen, diesen Moment wachsen und andauern zu lassen. Darum geht´s nämlich.