Eine Woche Schreibpause, aus Versehen. Einer meiner Lieblings-Couchies war zu Besuch, dann zwei Abende im GC, einer mit Luckie, der folgende mit Lucky, Skailight und seiner Schnecke. Am Samstag abgereist in den Harz, noch ein Dinner außerhäusig – mit der Familie und der angeheirateten französischen Familie. Sonntag: Konfirmation des Neffen. Champagner, Käse und Wein haben die Frenchies mitgebracht, auch der Rest des Essens ist fantastisch. Montag aus dem Harz direkt ins Büro. Am Abend Lieblings-Couchie verabschiedet. Am Dienstag fallen mir im Büro die Augen zu. Am Mittwoch, Wecker nicht gestellt, wache ich um 9.30 auf. So wird es auch heute kaum Schreibzeit geben. Auch morgen ist office. Am Freitag kommen Skailight und Schnecke. Und am Samstag werden wir dann die Party vorbereiten. Weiter im Text dann frühestens Montag. Aber ist auch schön im wahren Leben.
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Scripted REALITY
Im Lesetempo durch eine Liebegeschichte und eine Rache-Komödie. Zumindest die Liebesgeschichte habe ich in Echtzeit erlebt, die Rache-Geschichte ist das Buch selbst (und nicht an der zweiten Großen Liebe meines Lebens, so einfach mach ich es mir nicht.).
Der junge Mann, der da so weit weg ist fragt interessiert nach den Skeletten in meinem Keller, die machen ihm keine Angst. Wie wohltuend, weil ich wähhrendessen redigiere. Nicht nur das Buch, denke ich. Ich überrasche mich, dass ich damals gedacht hatte, dass die Liebe gegen die Angst hilft. Nö. Vergessen hatte ich, dass der Mann damals schon einen ziemlich guten Rat hatte.
Leseprobe.
»Hast du mal überlegt, wie ich mich fühle, wenn ich merke, wie unwohl du dich fühlst? Wieso kannst du die Sachen nicht leichter nehmen?«
»Meine Ängste sind also albern?«
»Natürlich ist es albern, wenn du in einer Schlange im Supermarkt Angst bekommst. Wovor, frag ich dich? Dass die Kassiererin dich verprügelt? Komm runter, Tim.«
»Runterkommen? Glaubst du, dass das so einfach ist? Ich weiß, dass es irrational ist, aber eine Panikattacke ist dann plötzlich sehr real. Wenn ich Kontrolle über meinen Körper verliere und weiß, das ist unaufhaltbar, das wird sich ne halbe Stunde hinziehen. Irgendwie logisch, dass ich mich nicht drum reiße, mich in Schlangen zu stellen oder in Menschenansammlungen.« Ich bin überrascht über die Lautstärke meiner Stimme.
»Glaubst du, dass es von selbst weggeht? Unternimm was.«
Ich brauche eine Weile, bis ich eine Antwort finde, die mir nicht total verlogen vorkommt. »Ich dachte, das tue ich gerade.«
Titel des Projekts – siehe oben.
HOHL
Flugzeug bleibt verschwunden, Pistorius bleibt verdächtig. Sie wissen vielleicht, dass der Umstand des Verschwindens an sich für mich ein Faszinosum darstellt. Dass die Abwesenheit von etwas, bzw die Unbestimmbarkeit irritiert, erleben wir gerade eben so sehr, wie die Schöpfung eines zeitgenössischen Archetyps, eine Art männliche Disney-Hexe in Gestalt eines beinamputierten Sportlers, dem es in seiner beachtlichen Karriere gelungen ist, sich und uns vieles zu beweisen. Ob es ihm bei der Unschuld gelingen wird, ist hingegen fraglich. Pistorius, angesichts dieser Umstände, könnte nicht nur kotzen – er tut es auch. „Peng“,. möchte ich im Sinne von Fabian Hischmann hinzufügen. (Meines Erachtens sind seine verstörten Reaktionen nicht Ausdruck von Trauer, sondern Folge einer Panik darüber, dass der Golden Boy dieses Mal nicht die Kontrolle hat und von Gewinn-Chancen nicht die Rede sein kann.)
Gestern hatte ich die Wahl zwischen House of Cards, einem dänischen Thriller mit Tuva Novotny und zwei deutschen Horror-Familien. Ich tat alles ein bisschen. House of Cards, wie immer, sehr sehr gut, der Tuva-Thriller fesselnd wegen seiner entsetzlichen Perückenarbeit, hinzu kam eine Kamera, die bestraft gehört – wie man eine wunderschöne Frau so hässlich filmen kann, es ist mir nicht begreiflich. Bei den Horror-Familien fiel nur die Entscheidung schwer, welche schlimmer ist. Der Fantasy-Clan der Hohlbeins oder die Ossi-Asi-Familie, die von RTL2 gratis 6 Wochen durch die Staaten touren darf und dort ihren Unmut über die amerikanischen Umstände und das Prinzip Arbeit ventilieren darf. Der schönste Satz fiel bereits in der ersten Folge: „Seit der Wende arbeitssuchend.“ Jetzt, mit RTL2, hat die Suche zumindest mal 6 Wochen pausiert. Wäre es ein amerikanisches Format, dann würde man hinter den Eltern Crackheads vermuten, aber hier sehen wir, dass es keine Drogen braucht, um ein kaputtes Paar zu zeichnen. Von „kaputt“ kann bei den Hohlbeins nicht die Rede sein, denen scheint es sogar recht gut zu gehen, wirtschaftlich. Hier stellt sich entsprechend die Frage „Warum???“. Die Familiendynamik um den schweigsamen Papa herum ist aufgeputscht, es wirkt, als hocken zu viele Menschen zu lange auf zu engem Raum zusammen. Dabei ist das Reihenhaus mit Koi-Teich durchaus geräumig. Dass der Papa irgendwann als erster vom Abendbrot aufsteht, sich verzieht und Fantasy schreibt – nu joar, Fantasy taugt durchaus zur Alltagsflucht.
ARM, SEXY.
Frau Koma kuckt mich ganz verschwörerisch an und sagt „Verliebt?“ „Äh. Nö. Weil ich nicht blogge?“ Das wäre ja, wie Freunde zu vernachlässigen, nur weil man gerade ne Affäre hat. Bin ich nicht der Typ. Ich blogge nicht, oder wenig, weil es mir nur selten noch ein Bedürfnis ist. Mein Blog-Verhalten der letzten Jahre war wie mein Konsumverhalten. Immer alles sagen wollen immer alles haben wollen. Von außen betrachtet muss das ausgesehen haben, wie Marilyns Shopping-Verhalten. „She spent money like a drunken sailor.“ Aber I never gave much of a fuck, wie es von außen aussah, schließlich handelte es sich ja um mein Leben, und Zensurversuche oder Rezensionen meines Lebens sind unangebracht. Es machte großes Vergnügen, täglich die Selbstdarstellung der anderen mit zu verfolgen und Teil einer Patchworkdecke mit halluzinogenem Muster zu sein. Jetzt lese ich alle paar Tage mal 2, 3 Blogs. Auf den meisten, die mich mal interessierten, passiert nicht mehr viel. Frau Koma hält die Torch hoch, mein Respekt. Manchmal lese ich, was in meinem Leben vor ein paar Jahren geschah, aber gerade jetzt finde ich es nicht so wichtig für mich in der Zukunft zu wissen, dass ich 2013/14 einen Crush auf James Franco gehabt habe und die dritte Staffel Borgen die Beste ist. Vielleicht nur festzuhalten, dass selbst mit Mitte 40 das Essen den Sex noch nicht abgelöst hat, meine Mutter kürzlich zu mir sagte „Nimm den Makler! Nimm den Makler!“ als ich die Berufe der Kerle aufzählte, die mich gerade interessieren. Dabei habe ich einen stärkeren Bezug zu Menschen, die Kreativität lieben, leben und brauchen. Einziger selbstverschuldeter regret* zur Zeit – dass ich jetzt, wo ich endlich den Namen meiner Kinder weiß (Rosa-Margarete aka Romy und der kleine Rasmus), zu alt bin, um ein guter Vater zu sein.
*Für den ausbleibenden Erfolg meiner Bücher mache ich nicht mich verantwortlich.
CATFISH
Drifte so durch die Wochen, freue mich über Babyfotos* und Schwangerschaftsnachrichten. Gestern großartige Doku gesehen:
* Genau genommen 1 Babyfoto. Noch nie zuvor so einen wunderschönen einen-Tag-alten Babyboy gesehen.
WINTER oder GLADGE
Ich hatte nicht damit gerechnet, wie wenig mir das Bloggen fehlen würde, ist alles gerade so ein organischer Prozess. Extrovertiert introvertiert sein, jetzt auch ohne das Extrovertierte. Hier nur eine Zusammenfassung für Stammleser.
Ich bin nach wie vor in einer Lese-Phase für Teil 3, mein Entertainment ist sehr Story-gebunden, weshalb der Herr Strike und die Lieblingskollegin, diejenigen sind, die sich jetzt schon die ganzen Spoiler anhören müssen, an denen ich schraube – bis das Buch mal geschrieben ist, werden sie sie hoffentlich vergessen haben und in den Genuss von ein paar Ohs und Ahs kommen. Wieder ist diese Recherche-Phase sehr aufregend und stimmungsvoll – ähnlich wie bei „Ashby House“ geht es tief in die Eingeweide meines kulturellen Backgrounds, und es überrascht mich angenehm, dass es da noch so viele unentdeckte Geschichten gibt, die mich inspirieren. Eine zentrale Figur, die Dreh- und Angelpunkt für das Mystery hätte sein sollen, gefällt mir jetzt so gut, dass ich ihr eigentlich mehr Raum geben möchte, als allein die Auflösung zu bewohnen. Mal schauen.
Privatleben hab ich in Gestalt von den Blauen Seiten. Viel Gequatsche, wenig Action. Ich war aber auch ganz erleichtert, als der neueste Interessent, der jünger ist, als unser Altersunterschied, erstmal in den Urlaub fuhr, bevor es zum ersten Treffen kam. Ich fühle mich nämlich gerade sehr alt. Und wenn mich jemand fragt, was denn mein Leistungskurs war, dann noch älter.
Und in diesem Zusammenhang
Strike hat das sehr gut zusammengefasst. Und abstrahieren Sie ruhig mal, denken Sie mal aus Ihrem Heterrorismus heraus. „This pain“ exists. Und auch, wenn ich gern ein funkelnder Diamant bin – den Schmerz, im Deutschland der 80er ein Teenager gewesen zu sein, Zielscheibe eines permanenten Hate-Crimes, für den hat mich niemand adäquat entschädigt.
BESTANDSAUFNAHME
Im Grunde lebe ich ja ein sehr beständiges Leben. Ich übertreibe es nicht mit Konservativität, aber bin stolz und glücklich über meine langjährigen Freundschaften, die mir deshalb so wichtig sind, weil es ja Wahlverwandtschaft ist, the closest thing to having my own family. Aber selbst die Unbeständigen haben bei mir Bestand. Gestern, nach zwei Jahren Pause, weil ich einmal vergessen hatte zurück zu rufen, SMS einer ehemaligen Auftraggeberin. Als wäre nichts gewesen – ich meinen Augen war es das auch nicht – erst ein bisschen Geplänkel, dann die Anfrage, ob ich ihr bei einem Projekt helfen könnte. Nein, keine Zeit. „Schade.“ Dann eine Mail vom F., von dem ich vor einem Jahr das letzte Mal gehört hatte. Immer noch sehr glücklich in seiner Beziehung. Und ob wir nicht vielleicht mal wieder. Und warum auch nicht, es ist Winter und einfach ganz angenehm, wenn man 36° neben sich liegen hat.
HEIRESSES AND MONSTERS
Ipod shuffelt Hysterische und Melancholische, die Sonne scheint, gerade habe ich pünktlich die Steuer überwiesen. Vorm Jahresende noch den ganzen Elektroscheiß gekauft, der monatelang kaputt gewesen war. Jetzt wieder am Festnetz erreichbar. Ich geb da soviel Geld für aus, da macht es Sinn, auch zu telefonieren. Fühl mich jetzt trotzdem nicht erwachsen. 4 Thriller in Folge gelesen, dazwischen den neuen Coupland, den man bitte mit Rupert Everett und Ewan McGregor verfilmen möge. Jetzt freu ich mich auf mein Recherche-Buchpaket über zwei Einsiedler, bzw. Aussiedler, die irgendwie in Teil 3 mitmachen möchten. Ansonsten gilt es die nächsten 3 Monate zu überstehen, den Berliner Winter, hoffend, dass er sich nicht, wie letztes Jahr, auch noch den April und Mai krallt.
Dass meine Mitteilsamkeit, was das Blog angeht, gerade sehr eingeschränkt ist, ist vermutlich auf eine Abnutzungserscheinung zurück zu führen. Ich hab hier soviel rausgeballert, über die Jahre, ich muss vielleicht mal wieder paar Sachen drin behalten und schauen, was das mit mir macht.
27.12.13
Exakt eine Woche nonstop unter Freunden und in Familie, alles sehr schön und harmonisch. Das Bloggen hat mir nicht gefehlt, dachte ich. Was ich dann nicht an Sortierung und Strukturierung festgemacht habe, schreibend, das tobte sich gegenteilig in komplexesten Träumen aus. Vielleicht auch Spuren der Verarbeitung des Saisonstresses, so eine Art Retardwirkung, letzte Nacht meldete sich dann ein ferner Ex zu Wort, sein neuer Lover auch, der knutschte dann gleich mit zwei anderen Hipstern. Und ich fiel von einem Dach, kann mich an das Fallen nicht erinnern, ich kam aber gesund und etwas verwirrt wieder auf. Desweiteren – wenn ich so konstant in Familie eingebunden bin kommt kein einziger kreativer Gedanke. Und als meinte mein Körper, mir einen nicht sehr versteckten Hinweise zu geben – fette Erkältung. die erste des Jahres. Es wird auch die letzte bleiben.