Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

BLAU ZU SCHWARZ

Profil hatte ich gespeichert. Gesicht und Körper kommen mir bekannt vor. Keinerlei Erinnerung an Begegnung. Darf man dann Message schreiben und fragen? Oder unter Drogensex verbuchen?

CALL ME

Nee, ich hör hier nicht auf. Ich hab nur ein neues Spielzeug. Und mein neues Entertainmentcenter Mobiltelefon hat leider 30% der Telefonnummern aus meinem Adressbuch verschluckt, also melden Sie sich!

REMEMBERING BATES MOTEL

Die Polizistin war eine Super-Badminton-Partnerin, aber auf so ne Kindergartenmäßige Tour besitzergreifend, die wollte dass ich am Liebsten mit niemandem sonst zu tun habe, ging ich also auf Distanz. Die anderen beiden Verbündeten, Menschen, die mir emotional und intellektuell verwandt waren, fingen irgendwann eine Affäre an und da brauchte ich mich gar nicht distanzieren, das erledigte sich von selbst. Und später wollte ich dann auch keinen Kontakt mehr, als ihre Affäre sich erledigt hatte und wir alle wieder in unseren Leben angekommen waren. Die Polizistin war ein paar Wochen später wieder auf Antidepressiva und hörte sich betrunken an, als ich sie am Telefon hatte. (Who am I to judge – wir feierten meine Rückkehr mit einem Koksgelage.) Der weibliche Teil des Ex-Kurschattenpärchen heim in der Familie. Ihn treffe ich noch manchmal zufällig, wenn die Narcotics Anonymous-Gruppe paar Häuser weiter zum Rauchen auf die Straße geht.

Für Neuleser: Die ganze Geschichte hier. (Müssen Sie rückwärts lesen, beginnt mit dem letzten Tagebucheintrag.)

GLAM AM KANZLERAMT

Er hatte damals die Technik gemacht, so als Jungspund in engen Hosen, als die gar nicht stylish waren, mit gespiketen Peroxid-Haaren. Sie trat dort auf und sang bezaubernd in pailletierten Abendkleidern, und ich verkaufte die Tickets und brachte manchmal Sekt auf die Bühne, einmal, das fiel mir heute ein, in einem Barockmäntelchen aus dem Fundus der verstorbenen „Freien“ Volksbühne, das aber sowas von drüber war, dass ich heute erröte. Das waren legendäre Nächte, in denen Künstler aller Richtungen jammten bis zum Morgengrauen, drei Sommer lang, eine Zeit, die für mich prägend war für alles, was danach kam. Heute trafen wir uns zufällig wieder, in einer ähnlichen Location wie damals, jetzt alle Freelancer, und stellten fest, dass wir nach vielen vielen Jahren wieder für den gleichen Auftraggeber arbeiten – einen anderen als damals, aber einen, der uns ebenfalls ein gutes Gefühl gibt. Gutes Gefühl.

DAS SCHWEIGEN oder UNEXPECTED SONG

Mein Mitteilungsbedürfnis auf Blog-Ebene ist gerade sehr eingeschränkt. Ein paar Unerfreulichkeiten will ich gerade nicht loswerden, das würde ihnen mehr Raum bieten, als sie verdienen. Da verschaff ich mir in Gesprächen besser Luft.
Aber auch die bezaubernde zwischenmenschliche Begegnung von gestern, die im Bett begann und in einem langen Küchentischgespäch gipfelte, gehört eigentlich gar nicht hierher und wird nur festgehalten, damit ich mich in einem Jahr, wenn ich den Schnee-vom-vergangenen-Jahr-Button klicke, freudvoll erinnern kann.

@ Tod Spango: LOVING THE ALIEN

Hatte „Ship of Fools“ komplett falsch in Erinnerung*, mit einer Ausnahme, der Oskar Werner – Simone Signoret storyline. Es ging mir mit Oskar wie damals – herzeröffnend, und Simone tat mir in ihrer Rolle ein wenig leid und in ihrer Besetzung noch ein wenig mehr, denn was hätte Marilyn wohl aus diesem Part rausgeholt, 38jährig, had she lived to that age. Ist Oskar nicht ein Blutsbruder von Monty Clift? Hätten die beiden nicht zusammen glücklich werden können? Oder gar zu dritt?

Vampire sind seit „Twilight“ leider der Pferderoman/Comic des 21. Jahrhunderts. Pale Beauty. Früher sehnten sich Mädchen nach was Strammem zwischen den Schenkeln, heute nach was Feuchtem an der Kehle. Eine eigentlich spannende Entwicklung, bedenkt man, dass Vampire immerhin ein Jahrhundert lang für Sex ohne Liebe standen – jetzt stehen sie für Liebe ohne Sex, quasi. Vampire sind gemickeymouset worden. Schuld ist Anne Rice. Ja, Coppola auch. Und dennoch ist Coppola´s Dracula der Höhepunkt des Vampirs in unserer Kulturgeschichte. Believing the strangest thing.

*Ich hatte ihn mit einem anderern Oskar-Werner-Film, „Voyage of the Damned“, vermischt.