Es findet gerade sehr viel innen statt, „Klappe halten“ trifft es am Besten, denn was da drinnen ist, muss sich sortieren. Parallel zur inneren Sortierung binge-watche, lese ich, die Momente schätzend, an denen ich nicht mein Leben resümiere (no less). Abgeschlossene Lebensthemen, die plötzlich am Telefon sind und blöken und ich denke, fuck you, überleg Dir was Du sagst, oder Du landest in meinem Buch, und zwar anders als geplant. Ein paar trockenste Horrorszenarien, (wie das mit der Steuer, das gar nicht aufhört), führen zu einem Zustand, in dem die Angst vor der Angst wieder präsent ist – auch völlig berechtigt. Dass es nur eine leise Panik ist, ist den Tabletten zu verdanken.
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HILFREICHTUM
Bei dem ganzen Arschlochismus in deutschen Provinzen eine zarte Gegenentwicklung, am Sonntag am See erlebt – ich pumpe mein Boot auf, gegenüber parkt eine attraktive Blondine ihren Sportwagen ein, steigt aus und lächelt mich höflich fragend an – „Sagen Sie, es ist ganz blöd, aber mein Handy ist kaputt. Dürfte ich mir kurz Ihres leihen, ich muss meine Mutter anrufen.“ Na klar. Während sie telefoniert bekomme ich das Boot startklar. Eine ältere Dame kommt auf mich zu. „Entschuldigung, aber, haben Sie noch etwas Zeit und könnten wir uns einen Moment Ihre Pumpe leihen?“ Als die blonde Lady mit dem Telefonieren fertig ist, hat das ältere Ehepaar auch zwei Luftmatratzen seetauglich.
Nach Havarie zurück vom See am Wagen kommt eine weitere Dame auf mich zu und möchte wissen, ob ich ihr sagen kann, wie sie am Besen mit dem Bus zum Wannsee kommt. Ich biete ihr an, sie an der Bushaltestelle rauszulassen.
Ich denke, man tut, was man kann, und das fühlt sich auch noch gut an. Und so werde ich heute mal die LGBT-Frau kontaktieren, die sich um Syrer mit Problemen im Flüchtlingsheim kümmert und fragen, ob da jemand akut bedroht ist und für ne Weile mein Gästezimmer brauchen kann, bevor eine endgültige Wohnung gefunden ist.
(Ist doch alles eine Frage des gesunden Menschenverstands und der eigenen Kapazitäten. Wir sind doch ganz schön reich, wenn auch nicht auf dem Konto.)
Selten…
…hat es sich so gut angefühlt, die Miete überweisen zu können.
Ferner liefen Keingeisthasen
Stelle ich also beim Auspacken fest, eigentlich schon vorher, beim Heben des Pakets, dass das neue Boot nicht 2 Meter 35 hat sondern 2 Meter 95. Das ist toll, weil darin bequem zwei großwüchsige Menschen sowie deren Gepäck und Proviant Platz finden und zwar bequem. Das wiegt dann aber auch 15 Kilo, was jetzt kein Riesengewicht ist, es sei denn man trägt das Boot rechts geschultert, Proviant, Anker, Badetasche links, die Paddel und das äußerst praktische Sitzkissen irgendwie noch rechts unterm Arm und dann kommt eine 55kmh Windböe. Slapstick. Aber egal. Das Boot liegt so gut auf dem Wasser wie keines zuvor und insbesondere bei guter Gewichstverteilung, d.h. ein Mensch vorn, einer hinten, schießt es geradezu übers Funkelwasser und wir sind ohne Cola-Pause in einem durch auf dem Mittelteil des Sees, wo geankert wird.
Auf dem See und in Gesprächen leiste ich Denkarbeit und komme mit entscheidenden Plänen weiter. Die Agentin ist aus dem einjährigen Elternurlaub zurück und fragt, was so ansteht. Ich sage, dass Oktober ein guter Zeitpunkt ist, ein neues Projekt anzugehen. Sie fragt, ob ich mir auch ein Sachbuch vorstellen kann. Ich sage, dass ich da schon lange um ein Thema kreise, das viele Belange angeht, die im Zentrum meines Interesses stehen. Wir sind uns einig. Für einen Roman bin ich nach wie vor zu fanatsiebeschränkt, obwohl Storyline und Konzept vorliegen. Mein Gefühl sagt mir aber, dass das andere Thema umfassender ist und ich mir da etwas von der Seele schreiben kann, das mir für andere Themen im Weg liegt. Dass ich erst mal ein bisschen aufräumen muss, bevor ich neu möbliere, sozusagen, um auch einmal sozusagen so zu sagen.
Ins perfekte Promi-Dinner gezappt und angewidert hängengeblieben. Eine Fußballgattin, ein Ex-Fußball-Luder, Jenny Elvers und eine Schauspielerin, die ich nicht kannte. Gattin und Luder waren ein Rudel Wölfe, die unbekannte Schauspielerin das Lamm, das zum Fraß vorgewurfen wurde, und Jenny Elvers stammt aus der Heide und sie will nicht immer auf Alkohol angesprochen werden, was schwierig ist, wenn die Gastgebererin was? als Aperitiv serviert, und Jenny stattdessen was? zu trinken bekommt. Die Rauheren der Frauen, also Gattin und Luder, bezeichnen einander und wohl auch Jenny Elvers als Sau. Haifischen gleichen sie ähnlicher. Das ganze wälzt sich über drei Stunden, aber es ist gerade soviel Grobheit, vermischt mit Dummheit und mangelnder Bildung/ Eloquenz/ Grazie in Deutschland zu sehen, dass ich das nicht auch noch auf D-Promi-Niveau im TV nachgespielt sehen muss. Das Schlimme ist doch, dass diese Sendung ihr Publikum nicht anwidert oder abschreckt, sondern die Zuschauer das Weibergezänk vermutlich 1 zu 1 unterhaltsam finden. Ferner bemerkenswert: wie Til Schweiger die Menschen anscheißt, die den Großteil seines Kinopublikums ausmachen. Hochachtung! (In Echt.)
Selbstmitleid in der Sonne
Der Plan war, bei Ikea zwei Regale zu holen und die DVDs ein- und umzusortieren. Regal 7, Fach 4 und dann nehm ich eins raus und – Och nö. Zwei davon? Krieg ich nicht im Auto unter. Und überhaupt. Zweimal 20 Kilo fünf Treppen hoch bei 25°. Muss nich. Ich hab Urlaub. Stattdessen Gardinen für´s Arbeitszimmer. Zu Hause stell ich fest, dass ich natürlich die falschen Wandverschraubungsgegenstände gekauft habe. Doublefuck. Ich klatsch die Stores also irgendwie vors Fenster und das ist alles nicht wirklich befriedigend. So ist das eben, wenn man den ganzen Scheiß allein stemmen muss. Gefährlicher Gedanke, denn der führt immer weiter in die Selbstmitleidsspirale.
Aber heute kommt das neue Boot. Und das Skailight. Hope, after all.
Saturday on the lake with George
Als das Hauptboot, praktischerweise vor dem See-Gang, blöderweise nach dem Vollständigen aufpumpen, ein bösartig zischendes Geräusch macht, könnte die Laune eigentlich kippen. Zuletzt hatten sich die beiden Hauptkammern vereinigt – so dauert es nur Minuten bis die Luft komplett raus ist. Ein klarer Fall für die Mülltonne. Dann ist da aber noch das kleine Gelbe im Kofferraum, bei dem ich nicht mehr weiß, was damit faul war. Zu zweit und mit unserem üppigen Proviant ist das Boot so voll, dass normales Paddeln nicht möglich ist, weil für die Arme kein Spielraum ist. Als ich ein Paddel aus der Halterung nehme sehe ich auch, was das Problem mit dem Boot ist – die Halterung ist kurz vorm Abreißen. Also paddeln wir ohne – er links, ich rechts, und so kommt man auch leidlich gut voran. Es ist zwar etwas eng, aber vor ein paar Jahren waren wir noch viel enger, daher geht´s. Er passt gut hierher. Für das Boot ist er eigentlich zu lang, aber vom Gefühl her ist alles richtig. Das größte Kompliment ist ja, wenn jemand auf dem Boot einschläft. Während er das tut bestelle ich das Nachfolgeboot und einen Anker.
Ich mach ein Foto und es ist ein Kuddelmuddel aus Strukturen, Farben, Formen und Flächen. Aber in seiner Komposition macht es schon wieder Sinn, das schwarze Wasser mit den heißweißen Lichtreflexen, das Grün der Blätter, das Gelb des Bootes und das türkisene Tuch mit der radioaktiv-Fuchsia-farbenen Stickerei, darin der George, Haut, Haare und ein Lächeln im Gesicht.
(They shimmer like mirrors in summer….)
JUD SÜßSAUER
Nach mehrwöchiger Beschäftigung mit Jud Süß war ich sehr neugierig auf Oskar Roehlers Blick auf die Geschichte. Sein Jud Süß: Film ohne Gewissen kommt auf den ersten Blick als solide gemacht daher, verliert allerdings, wenn man die Überhöhungen und Dramatisierungen feststellt, die bei einer Geschichte dieser Dramatik keinesfalls nötig gewesen wären. Ich will nicht spoilern, denn betrachtenswert ist der Film allemal.
Was die Rezeption allerdings schwer beeinträchtig ist das unkontrollierte Überchargieren Moritz Bleibtreus in der Rolle des Joseph Goebbels. In seinen Szenen reißt Bleibtreu einen aus dem Film heraus, weil er seinen Goebbels wie einen Comedy-Act inszeniert. Es wirkt, als habe er den Goebbels an Mr Burns an gelegt. Sein Goebbels brüllt und faucht, kann sich für keinen Dialekt entscheiden, und wenn er mal laufen muss, dann vergisst er auch mal eben seinen Klumpfuß, den er sonst so überdramatisch vorführt, als sei eines seiner Beine 30cm kürzer als das andere. Hier griff die Regie ebensowenig ein, wie bei der Inszenierung von Massenszenen. Dies wird dann besonders schmerzhaft bewusst, wenn Szenen des Films nachgespielt werden – Harlan war ein Komponist, Roehler ist in seinem Film überfordert. Einzig die Szene, in der Harlans Film in einem Zelt voller Frontsoldaten aufgeführt wird, man die Reaktionen der Soldaten sieht, an denen die Wirkmacht vor Harlans Film augenscheinlich wird, lässt erahnen, wie viel Potential hier verschwendet wurde. Der Rest des Films hat tv-movie-of-the-week-Qualität, was das production design, Schauspielführung und Drehbuch angeht. Die unsaturierten Farben sind ein Gimmick ohne Sinn, aeinzig ein Effekt, der von TV-Ästhetik ablenken soll, stattdessen aber nur das Artifizielle verstärkt, anstatt dem Zuschauer zu verdeutlichen, dass hier keine Fiktion, sondern eine quasi-wahre Geschichte erzählt wird. Ein Fehlgriff. Die paar wenigen Schocker-Szenen (Landgrebes Bomben-Sex beispielweise) tragen Roehlers Schriftzug, aber ein Mann für´s Feine ist er, wie auch Moritz Bleibtreu, in diesem Film nicht. Darstellerisch herausragend ist Tobias Moretti in der Rolle des Ferdinand Marian, der die Rolle des Jud Süß in Harlans Film spielen muss. Sein Dilemma ist in jeder Sekunde spürbar, sein Spiel authentisch und differenziert. Er begreift das Potential der Rolle und füllt es mit allen Mitteln seines Fachs subtil auf. Gleichzeitig spielt er im Film im Film den Jud Süß mit einer Suggestivkraft, die der des echten Marian in nichts nachsteht.
Ich war ein paar Mal an Fassbinders Regie-Arbeit erinnert – allerdings einerseits an die (frühen) Filme, die er durch Tempo verhuschte, andererseits die Nachkriegs-Trilogie (Maria Braun, Lilli Marleeen, Veronika Voß) in der er vormacht, wie man große Geschichten in Filmbilder umsetzt – das also, was Roehler in diesem Fall nicht gelang.
Alles in allem ein Film, für den die Messlatte hoch lag, aber unter ihr vorbeigeschrappt wurde. (Und dennoch sehenswert, ein wenig Beschäftigung mit der wahren Geschichte vorausgesetzt.)
IN THE CLOSET
Den ganzen Samstag latent schlechte Laune, da immer noch kein Seewetter. Kristina Söderbaums Autobiographie macht auch nicht gerade schöne Stimmung. Man kann nicht sagen, ist es Dummheit, Ignoranz oder Dreistigkeit – eine Mischung aus all dem – während der Weltkrieg tobt, Millionen vernichtet werden – Frau Söderbaum-Harlan schreibt über ihr Fluchtköfferchen, in dem sich Leckereien aus aller Herren Länder, Seife und feine Seide befinden. Hat sie von Gussy Jannings bekommen. Und das sich Lilian Harvey für einen Film extraschnell Französisch beigebracht hat – „sonst hätte man die Rolle einer Französin geben müssen“. Über einen Film, in dem man Marlene hatte besetzen wollen – aber die sei den Produzenten zu gewöhnlich gewesen… All die kulturpolitischen Dinner-Catfights, die sie mit Goebbels gehabt haben will, wo sie treffsicher die Pointen gesetzt und immer das letzte Wort gehabt hat. Nichts bleibt immer so heißt das suppendumme Machwerk; ich hätte es genannt Kristina Söderbaums Verblendung.
Den Sonntag rettet ein Glas Crémant in der Sonne, gefolgt vom Besuch der Amerikanischen Nachbarin und Lana-Banana. Eigentlich muss sie Steuer machen, ich schlage vor, das kann man ja auch in der Sonne, und so füllt die Nachbarin neben mir in der Hollywood-Schaukel Bewirtungsquittungen aus und ich lese in einem Buch, in dem es schon wieder um Krieg geht. Labfordshire Lana ist ganz verliebt in uns und liegt nach dem Verzehr ihres Begrüßungsknochen glückselig in der Sonne.

(Hier war die Sonne bereits weitergezogen.)
Am Abend treffe ich Ex-Roomie, den C. und beider Freundin F. am L.Platz. Nachdem wir mit dem Thema Amerika und die Homo-Ehe durch sind, diskutieren wir die politische Korrektheit bei Mittzwanzigern. Mir fällt der Transgender ein, der mir von Vorstellungsgesprächen mit Zimmerbewerbern für seine WG berichtete. Die Bewerber mussten pro-transgender sein, versteht sich, desweiteren mussten sie dem Verbot von sex-, gender- und überhaupt jedwedem shaming zustimmen.
„Sex-shaming?!
„Na, wie wenn ich mit nem Finger auf den Typen zeige, der aus Deinem Schlafzimmer kommt und sowas sage wie Boahr, Resteficken oder was?“
„Aber dann hat man ja gar nix mehr zu lachen.“
„Yo.“
Während wir reden wird nebenan der Trödelladen entrümpelt. Vor der Tür stehen Sachen zum Mitnehmen. Ungefähr eine Stunde lang steht ein Paar vor einem Küchenschrank, dessen Tür immer wieder selbständig aufgeht. Sie betrachten, betasten, besprechen den Schrank. Vorderansicht, Seite, Rücken. Sie tun eigentlich alles, außer ihn anzulecken, zu exorzieren oder Gegenstände in etwaige Öffnungen einzuführen. Kurz achten wir einmal nicht auf sie.
„Hey! Sie sind weg!“
„Der Schrank ist noch da!“
„Wo sind sie hin?“
„Narnia?“
GLAMANIPULATION
Den 30° im DG am Samstag geflüchtet und einen schönen Spot am Kanal auf der Maybachseite entdeckt. Durch den Zaun geklettert, paar Meter durch die Büsche geschlagen, hingesetzt und dann einfach nur gewartet, bis der Schweiß trocknete. Währenddessen Madonna auf dem Ohr und so ganz selbstvergessen, den Paddlern und Touribooten zugeschaut und nachgewinkt. Bis plötzlich aus dem Augenwinkel – ich sitze direkt auf der Mauer – ein Schubser und ich bin im Dreckwasser – jemand hinter mir. Unmittelbar direkt. Shocks!
„Glammy! Ich hab zwei Mal ganz laut gerufen!“
Ich nehm die Stöpsel aus dem Ohr und vor mir steht die T., mit der ich mich eigentlich immer schon mal mit ner Flasche Wein an den Kanal setzen wollte. An diesem Tag ist es nur Coke lemon, aber so sitzen wir ein Stündchen und erzählen uns was. Gegen 15h scheint die Sonne nicht mehr direkt auf den Balkon und die Wohnung ist wieder erträglich. Ich sitz in der Schaukel und lese den herrn schernikau, bis das erste Gewitter losgeht.
Am Sonntag hat es sich soweit abgekühlt, dass es leider mit dem Boaten auf dem See wieder nichts wird. Aber da ist ja noch eine Einladung auf´s Tempelhofer Feld, ein bestandenes Examen zu feiern. Unter den Gästen Ex-Roomie und Ex-Roomies entzückender einjähriger Sohn, ein echter Charakter. Irgendwann kommt das Thema auf Roger Waters (obwohl das Durschnittsalter – das Kind nicht einbeziehend – bei ca 27 Jahren liegt) und ich kann Geschichten aus dem Krieg erzählen, damals, als wir Tanzsoldaten waren, als der Potsdamer Platz noch eine Brache war. Wie Joni Mitchell mich fotografierte und Cyndi Lauper uns juvenile delinquents aus dem Rückfenster ihrer Limousine zuwinkte. Wie Ute Lemper einmal mit den High Heels auf dem Schotterboden ins Straucheln kam und ein Tanzsoldat ihr „Bück dich, Ute“ zurief, was sie nicht sehr positiv aufnahm. Was vielleicht den Ausfall ihres Mikros zur Folge hatte, im TV vor mehreren Millionen weltweit übertragen, stapft sie stumm durch die Kulisse, bis ihr Lied vorbei ist. Lemper ab, Ton an.
Am Abend ein unmoralisches Angebot, das ich dankend ablehne – er ist verpartnert. Und eigentlich gar nicht mein Typ. Aber er hat nen guten Humor. Und schwarzlackierte Fußnägel. Und wir haben einen erschreckend ähnlichen Sprachgebrauch. Und bezeichnet Bowie als Gott. Und manipuliert mich sehr erfolgreich.
Vor Jahren mal in der Therapie:
„Aber Glam, Sie müssen vorsichtig sein mit so manipulativen Leuten.“
„Wieso denn? Wenn er mich dahin manipuliert, wo ich hin will?“
Und denke so – hm. Mit dem hätte man ganz sicher richtigen Spaß beim Sex. Also Fun-Sex statt pornopoppen. Und das erste negative, was er über mich erfährt, ist, dass ich manchmal inkonsequent bin und auf alberne Prinzipien wie „kein-Sex-mit-Verpartnerten“ pfeife.
Und wenn Sie sich fragen, was aus den drei Anfragen von kürzlich wurde: der Serbe kommt erst am Dienstag nach Berlin, der Ginger ist zwar Zucker, optisch, aber unsere Gespräche ließen den Esprit des Gesprächs von gestern Abend vermissen, und mit dem zu jungen treff ich mich morgen.
Zu später Stunde noch Precht im ZDF, ich schau dem so gern zu und finde es nicht fair, wie er beleuchtet wird. Ich liebe diese Mischung aus Intelligenz, Sexiness und leichter Verschrobenheit. Leider erwirken seine Gedanken Bedenken zur Nacht in mir Material für ausgeprägte Terrorträume, in denen mir eine Ärztin ein Auge ausstechen möchte, auf dessen Linse sich die Zahl 62 festgesetzt hat, ein Computervirus millimeterkleine, aber gerade noch erkennbare Comicfiguren auf Computerscreens installiert, die darin ein Eigenleben aufnehmen und ich in meinem Kinderzimmer über Unmengen abgestellter Schuhe meiner früheren Freundin, der G. stolpere. Aber der Traum endet im Privatjet Jessica Langes, die auch überall High Heels rumzustehen hat.
After the Party, Duft aus Blütenkelchen.
Seit der Party sind die Krähen verstört. Die vielen Menschen an ihrer Futterstelle. Oder sie fanden den Negerkuss, den ich als Party-treat für sie hingestellt hatte, bedrohlich. Jedenfalls liegt da ein Hundekuchen, den sie bislang nicht abzuholen wagten. Ich hab jetzt den Negerkuss entsorgt.
Es war wieder einmal ein wunderbarer Abend mit den Ausgewählten und auch der folgende letzte Urlaubstag war sunshiny und wie echter Stadturlaub. Picknick am Kanal, Eisessen, ein köstlicher Wein im Spindler am PL-Ufer. Seit gestern hat mich der Alltag wieder und ich suche mir an jedem Tag etwas aus auf das ich mich freuen kann. Heute ist das die Lieblingskollegin, die ich im Office nur noch einmal wöchentlich sehe, was aber auch okay ist, weil wir uns so mehr privat treffen müssen und da haben wir mehr Zeit für Gespräche – im Job sind da ja immer Unterbrechungen.
Mit dem neuen Lebensjahr setzte seltsamerweise ein Tapsen-Regen auf den Blauen Seiten ein. Well, „Regen“ – 5 heute morgen. 3 davon von recht charmanten Herren, einer leider noch in Serbien, einer, der eigentlich wirklich zu jung ist (eigentlich) und ein Ginger, der mich sexy findet. Ich ihn auch.