Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

WER ZEIT HAT, BRAUCHT NICHT VOR oder GRANNY, IT´S COLD OUTSIDE

Eine Überdosis Weihnachten schon vorm Frühstück. Als sei man mit einem Katapult in einen amerikanischen Weihnachtsbaum geschleudert worden. Zuckerstangensüß. Glee overdose. Und trotzdem wieder sehr sehr schön – allem voran die Brittany-storyline: Artie stellt fest, dass sie noch an den Weihnachtsmann glaubt und die anderen reißen sich ein Bein aus, dass es dabei bleibt. Brittany wünscht sich dann vom Shopping Mall-Weihnachtsmann, dass Artie wieder laufen kann. Hmpfh. Tough task. Aber wir haben ja Bieste. Auf die ist Verlass. Und Sue als Grinch. So green! Und natürlich Kurt und Blaine, siehe vorletzter Beitrag. Yum.

Im Supermarkt an der Kasse wird mein christmas spirit überprüft. Kleine alte Frau mit einer Tafel Schokolade:
„Ick hab nur dit aiiiiine Teeeeiel, darfick voaaaa?“
„Nein. Dürfen Sie nicht.“

Soweit haben mich die Glees dann doch nicht rum.

RUBBERBAND GLAM

„See those trees bend in the wind
I feel they´ve got a lot more sense then me
You see I try to resist…“

(Kate Bush, „Rubberband Girl“)

Den Sonntag dann mit Schauspiel verbracht, manchmal hilft es ja auch dem Selbst, den anderen etwas vorzumachen. Das ist wie dieser blöde Selbsthilfe-Tip immer mal wieder zu lächeln, das geht von außen dann irgendwann auch nach innen. Angeblich. Fakt war allerdings dass der Körper gestern noch sehr stark mit dem Abbau ungesunder Substanzen vom Freitag beschäftigt war. In so einem Zustand Sozialkontakte zu pflegen oder auch einfach nur die Einladung zum Kaffee anzunehmen, keine gute Idee. Also beschäftigte ich mich damit, meine Ängste zu reduzieren. Zunächst in dem ich sie nach außen hin runterspielte, dann lesend – kein Erfolg, dann mit der dritten Staffel „Veronica Mars“, die für genau solche Sonntagnachmittage auf Halde lag. Nach der vierten Folge ging´s so. Das Ungerechte an meinem Alter ist, dass der Körper immer länger braucht, einen feinen kleinen Absturz zu verarbeiten. Das finde ich ungerecht, denn je älter man wird, desto mehr hat man sich solche Abstürze verdient. Denn je älter man wird, desto wichtiger wird es, sich jung und unbeschwert zu fühlen. Unbeschwert, ein wirklich schönes Wort und die Erklärung dafür, warum im Alter so viele Menschen gebeugt gehen.

PORCELAIN or GLAM WANTS TO BE A HUMMEL II

Geht so ein knatternder Arbeitstag fast nahtlos über in ein Experiment, an dem, dank Frau Frost, nun auch ich und Mlle Modeste teilhaben. Kate Bush´s „Hounds of Love“, getanzt von Behinderten und Nicht-Behinderten. Eine knappe Stunde Kälte, weißes Licht, Dunkelheit, ein rotes Wollknäuel. Das Strahlen einer der Darstellerinnen haut tief in mich rein und bindet sich auf meiner Kate-Rezeptions-Ebene, also irgendwo in dem Refugium zwischen Herz und Seele, jenseits Wissen und interpretieren oder kritisieren. Wir haben alle unsere eigene persönliche Kate. Und wenn wir sie ernst meinen, dann entsteht aus ihrem Werk etwas uns doch ganz Einzigartiges. Ich saß da und dachte an „Ashby House“ und wie fantastisch die Kraft der „Hounds of Love“ ist, und was Schönes diese Hunde gebären, immer noch und in welch feiner Gestalt.

Zu Hause konnte ich dann nicht zu Hause bleiben. So I applied some Venomous Villain eyeshadow and spent the following 8 hours (wie sich später herausstellte) in the place that used to be my second living room. And it felt like home. We met Quinn Fabray and her boyfriend and unfortunately, our meeting then led to a fight between them, shame, such sweet souls. As soon as they were gone-
„Look! He looks like Kurts older brother!!!“
So we met Kurt´s brother, but everything, as always is the case in that place, was a bit twisted, and he´s got baggage, but still, a little kissing was okay. I didn´t write down his number but Roomie did. Like my therapist, he seems to think I need a guy. Maybe he´s right. A Kurt with baggage. When I pretend-left the place, Kurt´s brother came after me. Maybe now, it´s time for me to go after him. Or maybe it´s just one more hour in the 1001 nights of Berlin that make Berlin the town I chose, many many midnights ago. Berlin, you cunt. I love you.

DOG DAY

Eine strangely unbefriedigende Therapiesitzung. Sie forscht und forscht und es kommen immer wieder Fragen, die ich nicht beantworten kann. Wenn es eindeutige Antworten gebe, dann wäre ich nicht in Therapie. Das ganze wird nicht einfacher durch die leichte Schizoidie eines Menschen im Umbruch. Mit 30 hatte ich mal geschrieben „Was gestern gut und wichtig war ist heute null und nichtig“ und darauf gereimt „Du tickst ja nicht mehr richtig“. Da bin ich also gerade. Und man kann mich nicht mal abholen, weil ich in Bewegung bin. Ich habe das Gefühl, ich spalte mich, so dass jeder eine andere Portion Glam bekommt. Und mancher gar keine, ist nicht bös gemeint.

Nach der endlosen Autofahrt im Schritttempo durch die Autoverpesteten Straßen immerhin ein vier-Komponenten-Dinner. Und dann den Abend richtig ruiniert mit „Eat Pray Love“. Im Kino wäre ich raus gegangen. So hab ich einfach ausgeschaltet. (Nicht mal „Dog Days“ abgewartet.) Ein Film mit Julia Roberts und Tuva Novotny (!!!!) von Ryan Murphy (!!!!) und sooooooo schlecht.

Mein Aufwachen koinzidiert mit Roomie´s return, so gibt es jetzt ein Foto von uns im Sonnenaufgang, einer trunken, einer schlaftrunken, einer mit Prada, einer mit Cavalli-Brille.

WHILE HE WAS OUT or IS GOD AN EVIL DWARF?

Asks Brittany S. Pierce and the answer probably is „Yes.“ Or it´s like Coupland wrote, God has probably (and obviously) lost interest in us. Kurt thinks he´s probably a jerk – creating gays and followers who think they´re not supposed to be on the same planet. And is there a season where people are worse – even more evil and stupid – than in preparation for God´s son´s birthday? I´ve never been one of those christmas haters but I´m turning into one. Really, the only fun about christmas was the presents and now that there´s the no-presents-policy (I find it equally bad not to buy presents as not to receive any) I just can´t be much bothered. Christmas means a three hour car ride on slippery streets in a car that I´m continually afraid will fall apart any time soon. Traffic jams. Then two tense days filled with stupid tasks, one day of too heavy food and no presents, another heavy-food-day and then back to work, pretending it´s just any Sunday. Oh yes – I´m totally getting into the spirit. Fuck Christmas, fuck Jesus and fuck you, Evil Dwarf with your stupid sense of humour. If any.

My favourite christmas movie is „While she was out“, where Kim Basinger gets into a bit of trouble (aka killing spree) because she thinks she needs to go out and buy some gift wrapping paper. Goes to show.

NO VEMBER

Gerade mal eben so ein Schrei-Moment. Toughest day at work this year, so far. Da reicht die Energie am Abend nicht mal mehr für Veronica Mars, Staffel 3. Geschweige denn Essen zubereiten. Glee Vol 4 und nachdenken über die Sachen, die ich nicht blogge. Ja. Die gibt´s. Und die Kälte, die mich freakt, und es ist erst November. Und, nein, Leserin, Leser – ich hab kein Mitleid mit Ihnen, dafür, dass Sie das mitlesen müssen. Hat mit mir ooch keener. Fuck you and good night.

NOTHING EVER HAPPENS

„Machts Dir was aus bar zu zahlen – dann kann ich Dir 30% geben.“
„Kein Problem, super!“
Ich nehm den Flakon und kann jetzt endlich billig riechen.
Dann auch noch auf Parkgebühren verzichtet, also richtig was gespart. Vor dem Laden rauchen wir eine und gerade als sie mich auf mein Sozialleben in Zeiten der Hochsaison anspricht kommt es vorbei. Introducing Roomie to oldest friend.
Weiter die Friedrichstraße runter, frierend; für den richtigen Xmas-Shopping-Overkill ist es noch zu früh, die Straßen sind nur leidlich verstopft. Bisschen Dussmann, wo ich auf der Showtreppe einen Scarlett O´Hara-Moment lebe (it´s a great staircase, but you´re NOT Scarlett), komplizierte Oberteile bei H&M und vergebliche Suche nach bunten Skinnies – alles ist grau, blau oder schwarz, argh. Der blöde Geldautomat in der Skalitzer gibt mir kein Geld und zur Strafe lade ich mir Musik gratis aus dem Internet, Gott sei Dank ist der Kühlschrank voll, u.a. mit Baked-Beans-und-Porree-Pizza. Glee-Marathon. Sexten mit horny Italian, der mir den Link zu einem Porno schickt, in dem niemand mitspielt, den ich persönlich kenne. Als der Zigarettenmann kommt habe ich kein Geld, was ihm egal ist. Dann wird noch das Duette-Programm um „Maybe this Time“ ergänzt, nachdem der totgeglaubte Mitbewohner nur ein bisschen zombiesk wieder aufgetaucht ist. Und schon war es wieder rum, das Wochenende, ohne dass ich im Roses war. Aber ich hatte es am Telefon. Und, ja, natürlich weiß ich, dass „Maybe this Time“ kein Duett ist, aber man nimmt auch nicht einfach zwei oder drei Lieder und macht eins daraus. Ach, macht man doch? Siehste?!

GEILER STERBEN

„When Evelyn Waugh wrote in a review of The American Way of Death that Mitford did not have „a plainly stated attitude to death,“ Mitford asked her sister Deborah to tell Waugh, „Of course I’m against it.““
(Wikipedia)

Jessica Mitford. Der Vorname war mir entfallen. Jessica war die smarte der Mitford-Schwestern, die, die „The American Way of Death“ geschrieben hat, das Buch, in dem sie mit der Bestattungsindustrie abrechnet, und ehrlich – wie absurd sind Bestattungsriten? Särge? Einbalsamierung? Wenn ick ma tot bin, schmeißt mich weg. Und wenn Ihr Euch an mich erinnern wollt, lest ein Buch oder kuckt ein Foto an, meinetwegen singt das Elephant Love Medley und stellt Euch vor, ich sei der Kidman-Part, ich will jedenfalls nicht, dass mir irgendjemand auf nem Friedhof beim tot sein zuschaut, oben drauf son Steinklops, damit ich mich nicht rausstrampeln kann. Ich könnte schwören, dass der Grabsteinritus daher rührt, dass man nicht wollte, dass die Toten wieder auferstehen, also besser einen Stein drauf. Die christliche Kultur ist ja wirklich spooked, was Auferstehung von den Toten angeht, kein Wunder, dass „Twilight“ so erfolgreich ist.
Ich glaube auch, dass es eine Frage der Zeit ist, bis die althergebrachte Erdbestattung den gleichen Weg geht wie Festnetz und Fernseher. Es geht alles in Richtung virtuelles Totsein, also Blog statt Grabstein. Oder der Media-Markt steigt ins Sarggeschäft ein: Media Markt! Tot! Saturn? Tot ist geil!

(Und all diese Todesgedanken nur, weil die kleine Gemeinde, in der ich dereinst konfirmiert wurde, seit kurzem EUR 250,- berechnet, wenn eine Trauergemeinde den Gemeindesaal für Kaffee und Streusselkuchen nutzen will; man frag sich, wofür eigentlich das Kirchengeld ausgegeben wird. Ich habe jedenfalls angesichts dessen klar gesagt, where I wouldn´t wanna be caught dead.)

IOS 4.2

Anderthalb Stunden darauf verschwendet, auf meinem Ipod dieses wirklich pfiffige Update zu installieren, mit der man den Pod orten kann, wenn man ihn verlegt hat, bzw. wenn er einem gestohlen wurde. Man kann dann von einer Webseite aus das Pod/Pad/Phone „wipen“, oder auch auf Dauerklingeln einstellen, oder – brav – eine freundliche Mitteilung an den Dieb schicken. Ein digitales Rückholfädchen, mit dem man alles Stehlenswerte versehen sollte. Fahrrad anyone? Stellen Sie sich vor, wie das der Polizei die Arbeit erleichtern würde. Officer, fahren Sie mich in die Prinzessinnenstraße 12 oder so. Jeder Iphone-Besitzer seine eigene Jane Marple! Aber ging nicht. Mobile.me sagt, auch mein 3rd Generation Pod sei für dieses Feature gerüstet, Itunes behauptet aber mein Pod sei auf dem aktuellen Stand, es gebe dieses 4.2er Update für mich nicht. Okay – dann eben geradlinig: die App direkt aus dem Store auf den Pod, die erkennt aber den mobile.me-account nicht und nach anderthalb Stunden Tech-Wichserei hatte ich dann keine Lust mehr. Wenn man schon anfängt, in Foren des Rätsels Lösung zu suchen…