Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

FIREWORK

Vorm Einschlafen ein Portrait über Dolly im WDR, die Glamutter hatte angerufen und darauf hingewiesen. Sehr lustig, sehr echt, sehr Dolly. Das Erste am Morgen, eine Mail von Dolly mit einer Pornobewerbung in Fremdsprache, mit der Bitte, ob ich dem Bewerber antworten könne. Erst mal durch die Links geklickt, also ich würde sofort mit dem drehen wollen. Irgendwie ist es heute eine Stunde später als sonst und alle sind früher wach als ich. Die amerikanische Nachbarin bringt mir Text zum Redigieren, dann, zu meiner großen Überraschung, ruft Strike an, weit vor seiner eigentlichen Zeit, und kommt gleich zum Kaffee vorbei. Mrs Slasher sitzt jetzt schon den zweiten Tag auf der Parkbank, spätestens morgen muss ich sie wieder reinholen, ist ja nicht schön, bei dem Wetter, aber auf ihre Parkbank scheint die Sonne und Kinder lassen Drachen steigen und hören „Firework“ in der Glee-Version, nicht Katy Perry.

Do YOU ever feel like a plastic bag?

Gestern Heidi versucht zu erklären, was die Romanfiguren für mich sind. Sie hält vermutlich wieder alle für alter egos meiner selbst, nicht ganz zu unrecht, aber trotzdem falsch. Das Schöne ist ja, dass ich Mrs Slasher durch selbst erlebtes und Kate Bush-Songs schicke, aber sie erlebt es völlig anders und mit anderen Konsequenzen. Ihren eigenen eben. Und macht alles viel richtiger als ich es würde. Aber ist ja auch Fiktion. Korrigierte Realität. Mrs Slasher und ich, wir würden uns gut verstehen.

Und dann schaue ich mal bei Katy Perry nach und siehe – sie hat ein ganz süß kitschiges Video, das sich sehen lassen kann:

Katy Perry – Firework (Official Music Video) von ChaOko_01

GEPARKT

Abschiedsdinner mit Los Ninos bei Rocco. Die beiden sind jetzt auf dem Weg nach New York, dann New Haven. Zu Hause zwei Folgen „Misfits“ – courtesy of Tod Spango, mal wieder ein Treffer. „Skins“ meet „Heroes“ und ein bisschen „Torchwood“. Und viele Ideen drin, mit denen ich selbst gerade arbeite, aber, Gott sei Dank für mich, in einem ganz anderen Umfeld. Herr Strike kann sich jedenfalls schon mal vorfreuen, sowohl auf „Misfits“ als auch auf die ersten Kapitel vom Ashby-Sequel.

Heute die Schreibreihenfolge umgekehrt, erst Roman, dann Bloggen. Wobei ich eigentlich auch nix bloggen könnte, ist gerade nicht so aufregend. Schriftsteller hat Rücken und schreibt mit Schal um die Schultern. Die erste Hürde ist genommen – ich habe die desolate Protagonistin aus der üblen Eröffnungs-Sequenz heraus gerettet. Sie sitzt jetzt auf einer Parkbank und darf sich etwas erholen. Die Verschnaufspause sei ihr gegönnt. Und ich koch mir jetzt auch erstmal einen Kaffee. (Es ist fast mystisch, wie sehr sich die Figuren behaupten und mit Charakterzügen und darauf basierenden Aktionen mitunter gegen meine Autorengewalt durchsetzen. Die sagen mir gerade selber, was für sie geht und was nicht. Vielleicht ist es ja keine Fiktion, vielleicht ist es eine Standleitung in ein Paralleluniversum.)

25.7.11

Back at the desk, das Arbeits/Gästezimmer ist wieder meins. Los Ninos sind schon fast wieder auf dem Weg zurück in die Staaten, heute abend gehen wir aber noch eimal essen.

Gestern Angstschub an der Karstadt-Kasse, ich konnte kaum meinen Namen schreiben und die Kassiererin schaute sehr skeptisch auf mein Gekritzel, runzelte die Stirn, lachte mich an und sagte beim Vergleichen von Karte und Quittung „Na ja. Aber schönen Tag noch.“ Werden die mittlerweile geschult, mit solchen wie mir umzugehen? Ich hab das dann weggeatmet, was nicht ganz so einfach ist – versuchen Sie mal Bauchatmung in so einer Verfassung, es bleibt alles oben, leichter wird´s wenn man den Bauch berührt. Am Besten geht´s wenn ich mit der Atmung schon vor der Kasse anfange, aber wenn dann, wie gestern, der Buchungsvorgang abgebrochen wird, dann setzt das einen Stressfaktor drauf und es schraubt sich binnen Sekunden hoch. Strategien zu haben ist hilfreich, lieber wäre mir allerdings, die Grundlagen der Verunsicherung ließen sich endlich beheben – daran arbeite ich, und es ist nicht einmal Psycho-Arbeit, sondern Geld-verdien-Arbeit.

26.7.11

Und jetzt ist das Hirn mal so kräftig durchgepustet. 2 1/2 Stunden geschrieben und redigiert. Durchgepustet, fortgepustet, ich könnte sofort schlafen gehen. Aber war gut. I´m getting there. And so is Mrs Slasher.

WHY oder IF I COULD TURN BACK TIME

Vom vorletzten Geld eine Portion Käsespätzle gekauft, obwohl alle Zutaten für ein 4-Komponenten-Dinner da waren. Das geht noch nicht, das ist noch zu besetzt.

Lehrauftrag Glam – erst „All about Eve“, dann „Connie & Carla“. Durch den Besuch allerdings out of synch mit mir selbst. Es war schön, das full house, die Besuche, die noch dazu kamen, aber das Wochenende brachte keine Erholung, zeitweilig musste ich mich verstecken, um nicht zu überdrehen. Momente, in denen Realität durchbrach – auf der Insel mit Strike, ein heftiger Wind weht, und das, was mich wirklich beschäftigt, liegt auf dem Tisch, wabert Wind-unirritiert auf Höhe eines blauen Gauloises-Aschenbechers, eine kleine finster blaue Wolke, ein kaltes Feuer, ein Irrlicht im solar plexus. Irrlichter. Das geschieht mit dummen Nixen. Selten das Gefühl gehabt, die Uhr zurückstellen zu wollen, ein paar Monate, aber jetzt. Ich will die Leichtigkeit zurück, es ist gerade alles schwer, bleiern, je na´aime plus le bleu.

Überall Urlaub. Haben Sie sich einfach mal überlegt, was für eine Unverschämtheit das ist, wenn alle weg sind, zur gleichen Zeit? Der Strike, die Lieblingskollegin, der Bomec? Wo soll ich mich jetzt erden?

Dann gestern von der Insel ans Ufer geschaut und an Norwegen gedacht, paar hundert Meter, überlegt, wie lange 80 Schüsse dauern, krank krank.

Ich will der Woche nichts unterstellen und lass mich gern mit dem Gegenteil überraschen.

(Und wenn Sie was für mich tun wollen: beten wäre eine Möglichkeit. Desweiteren – wenn ein Zeitingenieur mitliest hätte ich gern die Anleitung für´s Zeit-zurückdrehen. Und ansonsten können Sie mir was von meiner Amazon wishlist schenken, meine Email finden Sie unten rechts.)

Und wieder singt die kleine Meerjungfrau, aka die blöde Seekuh.

Whoo. Hoo.

SCHLAUER MIT STRIKE

„Ich hatte eigentlich gedacht, dass das Schreiben irgendwie therapeutisch wirken würde, aber jetzt -„
„Dass es weh tut heißt nicht, dass es nicht auch therapeutisch ist.“

BERLIN IST AM MEER

Ich hab kein Salzwasser mehr in mir. Wenn Los Ninos im Späti Bier kaufen gehen müssen sie mir Meerwasser mitbringen. „Dancer“ ist doch wirklich der genau beschissene Frauenhassfilm, den ich in Erinnerung hatte. Trier. Trierdrops keep falling down my head. Zur Ergänzung slash von Tröstung kann man nicht sprechen Bjoerk-DVD. Isobel. It´s oh so quiet. It is. Los Ninos machen Disco-nap. (Vorhin, während im Hintergrund Selmasongs liefen, nicht abschätzend, „what´s that weird music?“) Me oh my – Bjoerk IS weird. In a Kate kind of way. Keine wie sie. Da kommt auch Annie Lennox nicht ran.

Oh, ich schäme mich so für das, was ich Mrs Slasher antue und hoffe, ich bekomme sie da sauber raus. Aber ich bin immerhin kein Trier. Wo Mrs S war, da war ich auch. Ich schieb nicht die Mutti vor.

Jetzt ruft Strike an und sagt, Amy Winehouse ist tot. Und man weiß nichts von der Todesursache. Also vermuten kann ich. Das Leben? Wer von den Sang-Elstern noch lebt, das überrascht eigentlich mehr. Dennoch, Amy, hab´s gut, da oben, auch wenn Du es hasst, da oben, und nicht da unten gelandet zu sein.

SELMASONGS

Nach dem Prolog heute die Eröffnungsszene für Ashby-Sequel geschrieben. Überrascht festgestellt, wie das mit dem kreativen Schreiben manchmal so funktioniert – wie da vieles von selbst kommt, was man eigentlich gar nicht konzipiert hatte. Beim jahrelangen Blog-Stückseln nicht mehr auf dem Schirm gehabt, wie sich das bigger picture formt. Aber ich bin langsamer geworden. Acht Seiten am Stück war mal.

Und jetzt „Dancer in the Dark“. Mir ist nach Schluchzen, das nichts mit mir zu tun hat.

22.7.11

Testosteron galore, noch vor 10. Drei Männer im Schlafzimmer, einer in der Küche und dann kommt der polnische Elektriker und weiß nicht, wo er hinschauen soll. Ich schlage ihm die Sicherungen vor, die sind im Flur, da ist er sicher. Er erklärt mir etwas auf Polnisch, aber schließlich schafft er es doch, dass das elektronisch betriebene Dachfenster im Bad sich wieder schließen lässt und der Regensturm fürderhin nur noch draußen stattfindet. „Dziękuję“ sage ich und da lacht er froh und geht, vielleicht auch einfach weil er erlöst ist, dass er nun die Wohnung wieder verlassen darf.
Los Ninos gehen Lebensmittel kaufen und ich sitze in einer Pfütze aus Selbstmitleid auf dem Bett, wie auch Mrs Slasher, irgendwo, vermutlich in einem Hotelzimmer, einen starken, süßen Kaffee mit Milch und Süßstoff neben sich auf dem Nachttisch. Und sie fühlt sich immer noch geschüttelt und gebeutelt, aber das kennt sie ja, das ist nicht das erste Mal. Und bevor alles wieder besser werden kann, kommt es erst einmal so richtig richtig schlimm. Könnte ein Schreibwochenende werden.