Die Baby-Schwäne auf dem Schwielowsee sind schon fast ausgewachsen und herrlich silbergrau, fast wie schwimmende Weimaraner. Aber die Schwanen-Daddys äußerst aggro. War ein bisschen Eden Lake. Die Co-Matrosen mussten dem Biest mit dem Paddel drohen, als ich an Land ging. Frechheit, zumal ich „Black Swan“ mittlerweile schon 3 Mal gesehen habe und wir auch noch eine Nina an Bord hatten. Strike schlägt vor, heute doch wieder zum bewährten See zu fahren. Da gibt´s leider kaum Seegang, aber das Wasser ist sauberer. Und die Schwäne freundlicher.
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EIN DATUM, DAS ICH NICHT TIPPE, WEIL ICH ES HASSE aber das hatte keinen Einfluss auf die Qualität des Tages.
Es ist jetzt diese Woche im Jahr, wo Sie sich schon selbst melden müssen, wenn Sie mit Strike und mir adventures auf Seen haben möchten. Und die Woche ist schon halb rum. Und andere waren schneller. Und im Grunde sind wir uns selbst genug. Ich sag halt nur. Ich rufe niemanden an. Bei Hotel Mama geht übrigens die Telefonnummer nicht mehr und Koma will ick nich unter ihrem Kerl wegreißen. Bislang war es jedenfalls fantastique. Sogar die Rückfahrt heute war knorke mit ner playlist für nen Latino-Ex und so Wind im Haar. Yo. Und La Nina zum ersten Mal an Bord. Und ich wüsste so gern, wo gerade „Holiday“ gespielt wird, im Hof, ich würd gern mit denen mitsingen. Das sind die Momente, wo mir Roomie fehlt. Aber nicht so, dass ich heulen würde. Da gibt´s andere, die ich mehr vermisse.
LUCY JORDAN MINIATUR oder EARLY IN THE MORNING AND I AINT GOT NOTHING BUT THE BLO-O-OG
2.50 aufgewacht und eigentlich ist Urlaub und eigentlich spricht nichts dagegen, nochmal raus zu gehen, außer, dass morgen schön wird und es schade wäre, den Tag zu verschlafen. Boah bin ich aufregend. Mein innerer Anarchist ist sogar zu pazifistisch, jetzt die „Memphis Blues“ zu hören, wobei jetzt der Zeitpunkt wäre, aber ich will den Mitbewohner nicht wecken. Early in the morning…
Urban, aber netz-affin macht man dann das Äquivalent und um 3.07 kommt die Anfrage „Willst Du ficken?“ Grundsätzlich, ja. Aber Du könntest mein Sohn sein und außerdem hast Du kein Foto, also fuck off.
Das kommt vielleicht nach außen rüber, als hab ich heute 30 Seiten geschrieben. 2 waren´s. Weiß auch nicht, wo der Schlafbedarf herkommt. Vielleicht ermüdet mich der Larsson. Lisbeth hat ganz Ikea aufgekauft. Und dann war sie Lebensmittel shoppen. Tiefkühlpizza und so. Ich weiß nicht. Dann hat sie ein T-shirt mit einem frechen Spruch über ihre neuen Brüste gezogen. Vielleicht machen die Slashers was falsch. Die Mrs war heute zu einem Essen bei einer Organisation, wo ihr ihr neue Kollegin vorgestellt wurde, eine poshe Londoner Adresse. Zuletzt in der Öffentlichkeit sah man sie in einem neo-byzantinischen Restaurant. Ich komme mir schon unverschämt vor, wenn ich die ungeschminkt beschreibe, ist doch auch keine Frau Mitte 20 mehr, also schreib ich doch nicht auf, welche Tiefkühlpizza. Okay. Ich hab geschrieben, was sie mit der Minibar gemacht hat. Und, dass sie auf der Heath Chablis getrunken hat. Schon am Nachmittag. Aber sie ist frisch getrennt, ich bitte Sie. Und morgen slash heute irgendwann muss ich mich entscheiden zwischen London und Berlin. Vielleicht hat sich die Agentin bis dann gemeldet. Auch falsch. Früher habe ich auch nicht die Reaktionen abgewartet, sondern einfach gefuckingschrieben. Genau. Und so mach ich nachher weiter. It´s my choices. And then, a lot of editing.
(Und, ja, der Blogger hängt in dieser frühen Morgenstunde mit einem Mal Erinnerungen nach, Sommer-Erinnerungen – es ist diese Art Geisterstunde, die Sie bekommen, wenn Sie mitten in der Nacht aufwachen, fälschlich eine oder zwei Zigarette rauchen, die sie noch wacher machen, was sich schon wieder nach Drogen anhört, dabei waren es nur Pueblos, wo es draußen unvorstellbar leise ist und man sich Sachen Dingen Ereignissen stellt, die man wach am Tage etwas beiseite schiebt, um besser durch den Tag zu kommen. Aber machen Sie sich nicht meine Sorgen. It´s just a case of the early-in-the-morning-blues. Plus a bit of wirtschaftlicher Ruin. Don´t believe them when they say you write better on an empty stomach, they´re fucking lying. I wish them all an empty stomach.)
Und, nein – ist natürlich nicht die erste Nacht ohne ihn, aber jetzt lassen Sie mich doch bitte posten was ich will, um 4 oder sonst wann. Ist ein schönes Lied und schon fast vergessen. Wenn Sie schon nicht kommentieren und hier gratis mitlesen, und meine Wishlist ignorieren, dann müssen Sie auch ertragen, was ich hier poste. Sorry, aber ich bin in der netten Fassung einer fuck-you-mood. Ich hätte auch Gaga posten können, will ich damit sagen. Anyways. Ich versuch jetzt mal, zu schlafen. Und hey ho to Twitterer – kiekma: man kann so nen stream of consciousness auch ohne begrenzte Zeichen! Luxus!
FERIEN-TV MIT GLÄMMI
Gestern einfach mal im Bett geblieben und über Farben sinniert, in denen ich das Schlafzimmer irgendwann mal streichen werde. Zu der frisch erworbenen Kunst wünsche ich mir eine kaltfliederne Wand. „Ein buntes Grau!“ Schlägt Miss Julie vor. Sie hat mich exakt verstanden. Aber dann hab ich mich ja schon entschieden, also leihe ich mir Filme aus, mach ich ja ungern, weil ich die nie am selben Tag zurück bringe und somit einen Tag extra zahle. Hat es sich gelohnt? Och. Na ja. Jo.
Vom Kinderkitsch „Beastly“ fand ich den Trailer schon entzückend, weil der unglaublich zugerichtete Boy einfach nur geil aussieht und ich mir den ganzen Film wünsche, sie verwandeln ihn nicht zurück. Das andere Problem mit dem Film sind alle anderen Rollen, außer die des Vaters, aber der kommt eh kaum vor. Ich weiß nicht wer auf die Idee kam, einen Olsen-Zwilling als Hexe zu besetzen, wenn die ganz klar aus der Familie der Trolle stammt und den ganzen Film chargiert, als befände sie sich auf einem Laufsteg (träum weiter, Troll!) und nicht in einem Kinderkitsch. Ich habe auch noch nie dickeres Make-up auf einem noch recht jungen Gesicht gesehen und ich meine jetzt nicht dekorativ sondern camouflagierend. Neil Patrick Harris kann ich auch nicht ausstehen und die Hauptdarstellerin ist mir auch nicht nachvollziehbar. Hat aber trotzdem Spaß gemacht. Dann noch den schwedischen Film über das Hockey-Team, das auf Synchronschwimmen umschwenkt. Ich schwöre – die Dänen hätten mehr raugeholt, aber alles in allem unterhaltsam, nur das Ende ärgert, denn wer lässt sich denn schon eine große Show-Nummer zum Finale entgehen?? Okay – die Schauspieler waren synchronschwimmend vielleicht nicht Olympia-tauglich, aber schon mal was von Stuntmen gehört?
Hier mal Beastly-Trailer:
(Steht bei Videworld übrigens bei den Horror-Filmen, well, da werden ein paar Splatter-Freaks ganz schön diabetisch reagieren.)
Um es mit Nena zu sagen
Ich schalt mich ein, ich schalt mich aus, ich glueh in tausend schicken Farben. (Nee, keene Drogen. Schreiben, schlafen, schreiben, geschriebenes streichen, schlafen, schreiben. Jetzt aber erst mal wieder schlafen.)
SLUTFLOAT
„Eigentlich müsste ich Dich ja jetzt in die Stadt fahren, nicht raus.“
„Wieso?“
„Na, heute ist Slutwalk.“
„Ach, Scheiße, da wär ich echt gern dabei gewesen.“ Ist doch so. mühsam erarbeitet man sich einen Ruf, dann wollen sie einen ehren und man erscheint nicht zur Preisverleihung.
Aber so fahren wir die Stadtautobahn entlang Richtung Abfahrt Schlossstraße. Kurz vor der Abfahrt Filanda liegt etwas auf der Straße, was Herr Strike als Bake (oder Bahrke oder Baake) bezeichnet, schlagt selbst nach. Dick kommt seiner Bürgerpflicht nach.
„Wie geht die Nummer von der Polizei.“
Strike weiß es.
„Das war jetzt die Feuerwehr.“
Erstmal sind alle Notruf-Hotlines besetzt, es scheint viel Not zu sein, möglicherweise all die Schlampen, dann, nach einem Plausch mit einem Offizier oder so geht es weiter an den See. Erst ist noch Wind und Wolken, aber dann Sonne und klares, kaltes Wasser. So kann meinetwegen die ganze kommende Woche werden.
PARALLEL, UNIVERSEN
Arbeite mich also durch das quietschbunte Manuskript, die wievielte Überarbeitung? Nummer 6 oder 7? Und anstatt mich zu langweilen, freu ich mich an der Story, nach all den Jahren. Am Vormittag habe ich noch an der Fortsetzung geschrieben und jetzt, im ersten Band, lernen die sich kennen, die sich am Anfang der Fortsetzung trennen. Alles an einem Tag, das nimmt mich mit. Und dann, vor einer halben Stunde, bin ich so 40 Seiten vorm Ende, mitten im Finale, und werde ganz sentimental, und es fliegt ihnen alles um die Ohren und da öffnet sich das Portal, und ich blättere um und vor mir eine Seite, ganz in schwarz. Ich stutze. In redigierten Manuskripten gibt es keine Seiten ohne rot, in meinen jedenfalls nicht, allein schon wegen meiner sehr individuellen Kommasetzung. Und dann fällt mir ein, dass sie ja geschrieben hat – redigiert bis Seite 280 oder so. Und jetzt bin ich meines Höhepunkts beraubt, ich hatte mich darauf gefreut, heute mit dem Redigieren (zumindest auf dem Papier – das ganze muss ich auch noch ins Dokument tippen) fertig zu werden. Argh.
Apropos Höhepunkt. Die Sex-Szenen habe ich diagonal gelesen, weil es mir so indiskret vorkam, den beiden beim Sex zu zu schauen. Das wäre, wie Freunden beim Sex zu zu schauen. Macht man ja auch nicht. Außer manchmal. Herr Strike kann Ihnen ein Lied davon blasen, hat er aber bestimmt schon. Macht er ja gern. War aber auch ein stranger Morgen mit dem Kubaner im Whirlpool. Aber ich bin nicht sauer. Ist ja auch ein Credit, irgendwie. Seitdem ist amtlich, dass ich früh morgens null gag reflex habe.
Ich bin so erleichtert, die Geschichte weiter erzählen zu können, ich würde emotional abschmieren***, wenn es das jetzt gewesen wäre. Das ist wie ein Baby, das jetzt alt genug für die Einschulung ist und ich habe keine Ahnung, wie es in der Schule klarkommt. All die Jahre Arbeit und die damit verbundene explosive Gefühlsmischung – dass das irgendwann mal von Lesern bewertet werden wird, kaum vorstellbar. Wehe, ihr prügelt mein Kind in der Pause!
Dann wieder die Heidi-These auf das Buch angewandt, wer bin ich denn eigentlich am meisten? Gestern Abend war mir irgendwann sehr Steerpike. Aber meine Mischung aus Selbstgerechtigkeit und Selbstungerechtigkeit, das ist schon sehr Mrs. Slasher. Vielleicht setze ich eine flaschengrüne Lederjacke auf meine Amazon-Wishlist.
Höre Helden und bin so post partum, dass Sie mich besser nicht anschnipsen. So fucking exhausted. Narzißtisch schizoid werde in von dem Buch zusammengehalten, aber gilt ja auch umgekehrt.
*
Ganz stolz zeigen meine Eltern ihren Gästen die Doppelseite mit der Buchankündigung inklusive Rockstar-Photo mit schwarzem Lidschatten. They´ve come a long long way.
*
„Was unter Schmerzen geboren wird
Muss unter Schmerzen verloren gehen
Es gibt nichts was wir tun könnten
Es gibt nichts was wir tun könnten
Es gibt nichts was wir tun könnten
Außer uns auszuruhen. „
(Helden)
*** Actually schmiere ich emotional ab, aber es ist nicht die Finsternis, die es sein könnte und in erster Linie auf Erschöpfung zurück zu führen. Wenig geschlafen, und das nicht gut.
A ROOM OF HIS OWN
Die Sonne sticht, die Luft ist schwül und feucht, aber im Schatten im Garten ist es kühl. Es ist quasi Urlaub und ich schreibe maximal 2 Seiten pro Tag, wegen Ablenkungen. Wenn ich denke, mir fällt gerade nichts ein, dann sag ich mir, lass Dir was anderes einfallen und meist fällt mir dann was ein. Irgendwann nächste Woche werde ich die klassischen 30 Seiten Exposition haben, die man einreichen kann. Die Lektorin klang schon mal recht begeistert, als ich ihr am Telefon eine Skizze gab.
Leider ist immer noch zu viel Last und Druck da, ich bin verspannt, der Rücken tut weh, ich hätte gern richtigen Urlaub. Ruhe. Aber ab Montag ist dann wieder nur der Vormittag zum Schreiben da. Aber wird schon, irgendwie. Waren Sie schon mal erleichtert darüber, etwas zwanghaft zu tun? Ich schreibe, also bin ich nicht allein.
UND SONST SO
Bin jetzt auch auf dem Stieg Larsson-Trip, mitten in „Verblendung“ (habe das Buch aber nicht wegen des Titels, sondern wegen des Hype.) Kann mich nicht daran erinnern, zuletzt einen reinen Lese-Abend gemacht zu haben, aber gestern ging´s nicht anders, Tine Wittler konnte sich dagegen nicht durchsetzen. Abends skandinavisch lesen und morgens anglistisch schreiben. Ergänzt sich hervorragend. Dann blöderweise eine gefährliche Mail – das deadline.com Game kann betagetestet werden. „Nikki Finne wants you!“. (Ich hatte mich vor Wochen mal als Beta man beworben.) Aber erst brav 2 Seiten geschrieben und dann eine halbe Stunde gespielt. Farmville for movie-nerds. I got to be careful.
Mrs Slasher hat jemanden kennen gelernt, der ihr ein gar nicht mal so verlockendes Angebot unterbreitet. Aber sie hat ja keine Wahl. Also wird sie berufstätig. (Ich frage mich, wann die Ashby-Fahnen zur Endkorrektur kommen; weird, die Fortsetzung zu schreiben und dann noch einmal zurück zu gehen, während ich gerade die loose ends verwickele, die am Ende des Romans übrig blieben. Auch weird, wieder ins Blaue zu schreiben, ohne zu wissen, ob ich das Sequel überhaupt verkauft kriege. Und triple-weird, wie in der Fortsetzung klar wird, dass es ein bigger picture gibt und Ereignisse, die ich einfach so hingeschrieben habe, plötzlich im größeren Rahmen vernetzt werden, als wäre das schon immer der Plan gewesen. Das fühlt sich teilweise an, als ob nicht ich das tue, sondern die Figuren.)
30./31.7.11
Schreiben und schlafen. Zwischendurch „Camp Wrath“. Heute abend zweite Staffel „Misfits“ oder nochmal „Upstairs Downstairs“ wg. London-flavor? Jetzt aber noch bisschen schreiben, dann wieder schlafen.