…ich in Erwägung ziehe, zu telefonieren, nur um Klagegeräusche abzusondern. If your phone should ring, do me a favour lieber Leser, don´t answer. I don´t really want to be witnessed. Ich glaub, ich sprüh mir einen whiff Ameisenkillerspray auf die nächste Zigarette.
Archiv der Kategorie: Glam gruebelt
JA,…
… es ist tatsächlich einer dieser verschissenen Tage, an denen sich die Welt gegen einen verschwört.
Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it.
Und noch mal: Fuck it.
Herr, lass es Nacht werden! Dès que possible.
ODER AUCH THOMAS HARDY
„This planet does not supply the materials for happiness to higher existences. Other planets may, though one can hardly see how.“
UND ZUM DRITTEN
„What if God exists but he doesn´t really like people very much?“
GLAM, POSTKOITAL
Ich date nicht mehr, ich habe wieder ausschließlich Sexdates. Gesagt, getan. Und prompt –
Immer die Arie mit dem Flurlicht/ Klolicht-Schalter. Immer machen one night stands das Flurlicht an, dann wieder aus, dann das Badlicht an. Das ginge ja noch. Aber: den selben Irrtum, wenn sie aus dem Bad wieder rauskommen: Flurlicht an, Flurlicht aus, Badlicht aus. Meine Nachbarn gegenüber wissen schon bei dieser Lichtabfolge – Glam fickt mit einem oder (nach Häufigkeit) mehreren Unbekannten.
Eigentlich läuft alles ganz gut, dann lässt er eine Magnumflasche Poppers geöffnet aufs Bett fallen. Einige dort draußen wissen, was das bedeutet. Man entfernt Körperteile aus Öffnungen, reißt Tagesdecke und Laken herab um zu überprüfen, ob es auch die Matratze erwischt hat. Es hat. Dann bleibt nichts, als sofort, aber subito, die Waschmaschine anzuschmeißen, alle Fenster aufzureißen (waren sie hitzebedingt ohnehin) und das laute Fluchen zu unterdrücken, was soviel Blut ins Hirn strömen lässt, dass an eine Erektion in den nächsten 20 Minuten höchstens zu denken ist. Dann liegt man nebeneinander auf dem Bett, sich des Schwitzens jetzt erst richtig bewusst und weiß nicht, ob man überhaupt nochmal angefasst werden möchte. Und aus der Matratze wabert der stumptrübe Dampf alter Turnschuhe, verquirlt mit Nagellackentferner und dem Zeug, mit dem sie Leichen konservieren. Poppers forever! At least for the next week. Sprecht mich also nicht auf meine verquollenen Augen an, ich kann nichts dafür. Betriebsunfall.
Edit: 0.30 Uhr. Waschmaschine geöffnet, Luft geholt – sofortige Anschwellung von Blutgefäßen. Gefühl sinnloser unbedingt zweckzuentfremdender Fortpflanzungswut. Merke: Poppers nicht bei 40° zu entfernen.
JUNGFRAU AUS FRIAULI, BAGGER DEN VOLLEYBALL!
Deutschland traurig. Deutschland weint. Wir sind kein Papst mehr. Mal schaun, wie gut wir in Pokerface sind. Oder ob´s jetzt den internationalen Gästen an den Kragen geht.
Einer dieser Tage, an denen ich den Ohrstöpsel gar nicht aus dem Ohr nehmen werde. Und wo sind all die Fahnen hin?
Übrigens: ich hab nur die Zugabe gesehen, also dies drangehängte. Und dabei Musik gehört. Und gerade als das erste Tor fiel sang Bowie „Heroes“ (dazu irgendwann später mehr). Das musste ich fast zwanghaft ganz dolle aufdrehen und die Nachbarn und die Kollegen drüben im Altenheim halten mich jetzt für Sophia Lorens heimlichen Sohn. Dürfen sie. Spaghetti! Biscotti! Amaretti!
GLAMOURPUNK oder DER SEHR SEHR IMMANENTE TEXT
Ingrid Caven scheppert das Pigall´s und die Glamourdick Mansion in Grund und Boden, so dass die Sterberate im Pflegeheim gegenüber rapide hochschnellt. Die Hitze auch noch! Die stinkende Straße in der heut morgen ein LKW stand, ich weiß nicht, was es war, das der geladen hatte, aber es tropfte auf die Straße und trieb mir Tränen des Erbrechens in die Augen. Wie früher beim Blasen, als ich es noch nicht so drauf hatte. Die armen Pflegies.
Caven also. Sollen froh sein, dass es nicht „Evita“ auf Koks ist. Hatten wir auch schon. Bis sie mich auf dem Balkon fotografierten, im Winter, mit dieser ausladenden Geste mit den diktatorgattinnenischen* Ellbogen (Bögen?) „I had to let it happen, I had to change!“ Ich war nicht einmla blond, geschweige denn Zopfkranzfrisur. Keine Ahnung was sie mit den Fotos gemacht haben, wahrscheinlich sind sie verstorben, noch während sie die Polizei anriefen. „Herr Kommissar, wir haben Fotos von den Übeltäter, wo zu nachtschlafener Zeit „Wein nicht um mich Argentinjen“ aufet Dach sang, ohne blonden Zopf um Schädel und — chr chr ärggggh – – – .“ Irgendein Enkel hat jetzt die Kamera, den Film (Altenheim, alte Kameras) bestimmt desinteressiert weggeschmissen, schulligung – weg-JE-schmissen. Schade drum.
„Merci. Au revoir. Auf Wiedersehn.“ Sagt Ingrid. Und: „Halle Lujja.“ Ich geh schlafen. Im Gästezimmer. Im Schlafzimmer ist zu laut.
*Was wäre das Leben, wenn man sich nicht mal selbst vor sich selbst erstaunen könnte?
9 1/2 WOCHEN, 9 1/2 MÄNNER*
Die Datingphase begann mit der ungarischen Nachtviola. Dem Ende derBegegnung von überschaubarer Länge (2 Dates) habe ich bereits ein Denkmal gesetzt, das bei Epicore Veröffentlichung fand. Dann zwei One Night Stands, beide gut. Dann ein Spaziergang mit einem Herrn, der zwar Kate Bush und Cora Frost mochte, aber das war auch die einzige Gemeinsamkeit, außerdem mochte er die falschen Lieder. Es blieb beim Spaziergang. Danach kam Mr. King, der zunächst überaus angetan schien und für eine Woche lang eine hohe Dosis Dick bekam. Er sagte Fußball ab, weil Herr Dick nicht mitschauen wollte und beschwerte sich später, es sei alles immer nur nach Herrn Dicks Nase gegangen (dabei hat der dem Mr. King seinen Fußball wirklich gegönnt, wollte aber um keinen Preis dabei sein. Ab einem gewissen Selbstzufriedenheitsstadium schreckt einen ein Abend allein zu Haus keineswegs mehr, in Dicks Fall sind das Abende in guter Gesellschaft. Und merke: lasse niemals zu, dass sich ein Mann von seiner Fußballübertragung trennt: Gefahr von heimtückischen Phantomschmerzen.) Danach der stylishe Tättowierte, ein Gayromeo-Kandidat, der mit „ich möchte ein Kind mit Dir“ die Konversation eröffnete. Man verbrachte einen reizenden Abend in der Hollywoodschaukel. Am nächsten Tag gab sich der am Vorabend noch sehr verknallt gebende plötzlich sehr einsilbig. Einen weiteren Tag später hatte er Herrn Dick auf seiner Favoritenliste in den Blauen Seiten gelöscht. Immerhin teilte er schließlich schriftlich mit, dass der Abend ganz toll gewesen sei, er aber „mit Deiner Art“ überfordert war. Believe me, das bin ich auch manchmal. Aber ist nun mal meine. Meine Art. Dann der Küsser vom Straßenfest, der überraschend von sich hören ließ. Das zweite Date, sittlich bei Latte Macchiato, brachte viele Parallelen an den Tag, sowie große Sympathien und Neugier seitens Herrn Dick. Vielleicht waren es die falschen Parallelen. Das nächste Date mit ihm, geplant für den Folgeabend, wurde dann per SMS abgesagt. Die Mitbewohnerin habe ihren Großvater an den Tod verloren. Jetzt schiebt man also schon die Verwandten von Mitbewohnern vor, aus Sorge um´s Karma und die leibliche Verwandtschaft? Hätte es nicht auch ein Hamster getan?**
Ich weiß nicht, ob es nachvollziehbar und/oder angesichts der Vielzahl unglaubwürdig ist, aber in jede Begegnung schritt ich mit weihnachtlicher Neugier, froher Erwartung und einem Fünklein Hoffnung. Die inflationäre Häufung mindert meines Erachtens keinesfalls die Glaubwürdigkeit: ich lerne einen Menschen nicht in einem Tag kennen, nicht in einer Woche. Es gibt Menschen, die habe ich nach Jahren noch nicht begriffen. Und dann hast Du sie endlich begriffen, stell Dir mal vor: da haben sie sich von heute auf morgen verändert! Steht ja jedem zu.
I need t i m e to get a picture. Ich brauche m e h r Zeit, mich zu entscheiden. Die anderen waren schneller.
Mein Vorteil – da ich ja nicht weiß, wie diese Menschen wirklich sind, fällt mir das Vergessen leichter. Ich habe keinen der Herren ausreichend kennen gelernt, um ihn wirklich vermissen oder bereuen zu können.
Vorsatz: Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber Dating-Days are over. Von nun an wird wieder nur gefickt. One Night Stands müssen sich nicht mit der komplexen Persönlichkeit des Dick auseinandersetzen. Es reicht, wenn sie ihm einen blasen.
Sekundärer Katatstrophendatings-Gewinn: Dafür, dass mir Menschen immer eher Angst gemacht haben war ich ganz schön mutig.
* Spanien war zu dunkel. Ich tippe auf 2,5.
** Edit: Mir wurde glaubwürdig ge-smst, es habe sich wirklich um den Großvater gehandelt, und ich entschuldige mich hiermit für meine Unterstellung und bedanke mich für die klärende SMS.
GLOOMY SATURDAY
So eine ganz obskure schlechte Laune, die sich aus ungeputzter Wohnung, nicht vorhandener Abendplanung, Sparsamkeit und Abwesenheit sozialer Kontakte zusammensetzte. Auch die Tatsache, dass dank dreier AnruferInnen drei Nachmittag/Abende in der kommenden Woche angenehm verplant sind, änderte nichts an der Stimmung. Selbst der neue Film von Don Roos: Keine Wirkung, im Gegenteil. Dann lagen da, zwischen Gleitmittel und Kondomen noch ein paar Schlaftabletten auf Aminosäurenbasis und dank ihnen Glam um 23.00 Uhr im Bett.
Ausgeschlafen gehe ich jetzt einmal in mich und beginne die Produktion des Textes, der analysiert, woher die schlechte Laune wirklich kam. Morgen auf diesem Blog.
SOMMERZAUBER 3, APRÉS SUN
2000.
Viele Monate später, beim Versuch, sich den Erzauberten hässlich zu reden, alles wie einen dummen Irrtum erscheinen zu lassen, die Große Liebe abzustreifen (obwohl sie angewachsen war), weil sie ihn verlassen hat, wird er immer wieder an dessen Schuhe denken, denn die waren, neben seiner Selbstgerechtheit, sein schlimmstes Attribut. Und tanzen konnte er auch nicht. Wie ein Gummiball. Und das mit den Schuhen.