Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

Die Woche im Rückblick

Die Woche so ein einziger Swooosh – viel zu tun, Saisonstress, der aber nicht so nah rankommt wie früher. Eine wunderbare neue Mitarbeiterin, über deren Anblick ich mich jede Minute freue. Wunderbare Buchempfehlungen der Lieblingsbuchhändlerin. Den Soundtrack lieferte die ganze Woche Bastille, eine Empfehlung des 16jährigen Neffen, mit dem ich vor ein paar Monaten The Smiths-Zitate ausgetauscht habe. Kleine Nervigkeiten, wie z.B. Twitter, das mich ganz entschieden nicht will. Account gehackt, Passwort zurückgestellt, neues Passwort wird nicht akzeptiert. Der zweite Versuch zu twittern gilt als eingestellt. Neo_Barock ein früh verstorbener Twitterer. Dann die wochenlangen immer wieder stockenden Verhandlungen mit dem Verlag über das Gratis-Ebook. „Bilaterale Verhandlungen“. Gestartet werden soll es dann jetzt doch, vermutlich übernächste Woche.

Ein charmanter Flirt, der morgen in einem Spaziergang in Phase 2 hätte gehen sollen, jetzt leider verschoben. Dabei keinerlei Emo-Stress – so richtige Andock-Rezeptoren für Melo oder Drama sind gerade gar nicht vorhanden. Ich interpretiere „verschoben“ wirklich als „verschoben“. Und selbst, wenn nicht – I have been around so long, in einigen Fällen hält der unsichere Teenie in mir jetzt oft genug die Fresse. Was auch daran liegt, dass das Leben doch tatsächlich erstmal keinen Plan hat, zu enden, und dass es auch nicht aufhört, mir spannende Begegnungen ins Script zu schreiben. Ich hatte mir Mitte 40 wirklich viel viel finsterer vorgestellt.

TAGEBUCHBLOGGEN 7.10.13

Tabak kaufen, Bank, Bäcker. Im office angekommen hab ich ein halbes Brötchen in der Hand als Der Kleine Mann mit der Post kommt und mir ein dreieckiges Paket mitbringt, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich bitte die käsebrötchenfreie Kollegin für mich zu zeichnen, aber das macht der Kleine Mann dann selbst. Erstaunlich – seine Glamourdick-Signatur sieht meiner sehr ähnlich, ist aber etwas hübscher. Da ich ja nichts bestellt habe, ist es ein bisschen wie Weihnachten und als mir Winona entgegen schaut bin ich ganz selig – das Plakat hatte ich vor mehr als einem Jahr auf die Wishlist gesetzt und beinahe schon vergessen. Es ist atemberaubend schön und wird demnächst gerahmt. Um 13h eine Schulung, um 16h ruf ich beim Psychiater an, wo ich um 17h einen Termin habe, den ich um 18.30h wahrnehmen soll. Ich komme dann um 19.15 dran, macht aber nichts, ich hatte die Frau Pessl dabei, und „Die Amerikanische Nacht“ entfaltet einen Sog, in den man sich auch im Wartezimmer stürzen kann. Die Konsultation verläuft kurz und knackig, alles fein, Blutwerte gut, es gibt keine Untersuchungen über das Absetzen von Citalo*pram. Wenn ich mich mal danach fühle, könnten wir´s runterdosieren, aber hat alles keine Eile. Seh ich genau so. Der Strike hatte eine Tüte mit Leihgaben aus dem Hause Dick dabei, und auf dem Weg zum geschätzten Weinladen in der Weserstraße, wo man mir eine (und zwar die allerallerletzte) Kiste Pinot-Silvaner aus dem Hause Stumpf zurückgestellt hat, fällt mir ein, dass Ex-Roomie gerade aus dem Krankenhaus gekommen ist, und, bettlägerig, eine Tüte Entertainment gut vertragen könnte. Vor Ort liegt er und eine Tüte mit Spritzen und Pillen an seiner Seite. Die OP war am Vormittag und gerade eben sollte die Hauspflege eigentlich Spritzen verabreichen, hatte aber nur Puls und Herz auf ihrem Zettel stehen und verließ das Krankenlager unverrichteter Dinge. Der C. ruft derweil im Krankenhaus an, wie man sich jetzt zu verhalten hätte. Sei die Spritze dringend oder käme man bis zum nächsten Termin (heute um 9) ohne sie aus. Die Ärztin (Ich mach keine FERNDIAGNOSEN! KOMMSE MIT IHREM FREUND GEFÄLLIGST HER!!) rastet aus und knallt den Hörer auf. Auch die GlaMom, die vor langer Zeit mal Krankenschwester war, weiß nicht, ob das Cortison drängt, aber empfiehlt sinnvoll – ruft den Notarzt. Was der C. auch tut. Auf dem Weg nach Hause fällt mir ein, dass ich noch die Strikes des Lucky abholen muss, der Z. hat sie schon parat, und zur Nacht schau ich ein bisschen Präkariats-TV, mehr muss nicht. Leute, die arm sind wie ich und dabei aber null Geschmack und kaum Intelligenz haben. Irgendwie tröstlich.

GLAMMYDUMMY

Gerade eine Blog-Unlust, wie man vermutlich merkt. Das einzige Thema, das mich momentan ganz arg beschäftigt ist noch Tabu, aus Rücksicht auf Dritte. Es ist auch nicht mehr der Zwang da, alles zu teilen, das liegt daran, dass die ursprüngliche Blog-Szene weggebrochen ist und wir paar wenigen Übergebliebenen auf anderen Ebenen kommunizieren, wenn es etwas Wichtiges gibt. Mein Herz auszuschütten für die unbekannten unkommentierenden Faces in the Dark kommt mir vor wie ´ne Peep-Show, und wer stellt sich schon gern ohne irgend eine Art von Bezahlung hinter ne Schaufensterscheibe und wackelt mit dem Arsch und knetet die Titten?. Nicht mal Schaufensterpuppen tun das. Mit dem wackeln und kneten, mein ich.

RIVER OF NO RETURN

So ein paar Tage, wo ich eingefroren war in einer Bubble, aber nicht von innen bedingt, sondern durch Geschehnisse. Dann ploppte die Bubble und ich kompensierte den Rückzug mit einem konsequent sozialen Wochenende. Ein Kreuzberger Absturz in dem der Alkohol die Anspannung der vergangenen Woche fortwusch und ein paar Hirnzellen und Erinnerungen mit sich riss, down the river of no return… am Sonntag dann Frühstück mit Skailight und Lucky, Nachmittag mit Michael aus SF, Abend mit Ex-Roomie und dem C. Zwischendurch noch Wählen. Vor dem Wahllokal lief mir die charmante Barfrau vom Vorabend über den Weg – sie hatte mir für ca 8 Gläser Gin 10 Euro berchnet. Was es alles (noch) gibt.

Klasische Arbeitswoche, ein bisschen excited wegen der Oper und gespannt auf Rezensionen. Heute morgen einen Brief an eine rothaarige Lieblingsschauspielerin formuliert. Und morgen erst mal in den Harz.

BACK TO NORMAL oder ONE DAY, BABY, WE´LL BE OLD but just not yet

„Sag mal, hab ich gestern echt so nen sehr attraktiven arabisch aussehenden Anzugtypen mit nem Namen wie Christian mit nach Hause gebracht? Ich hab manchmal so Filmrisse, wegen der Pillen. Und vor allem, wenn uns Frauen Gin ausgeben im Bierhimmel. Michaela hieß die. An die kann ich mich nämlich noch erinnern.“
„Ja, aber der war ganz schnell wieder weg.“
„Aber wie? Ich meine… Da liegt ein benutztes Kondom und noch andere Sachen. Also so volles Programm“
„Kann sein, dass ich n Filmriss hab. Gin. Jägermeister.“
„Warum liegt hier mein Pulli?“
„Der hat Dich im Flur ausgezogen.“
„Ipod, Portemonnaie usw. alles noch da. Waren wir eigentlich wirklich noch im Roses?“
„Yo.“
„Ach deshalb. Komm, wir gehen wählen. Und hey, heut Nacht sind die Emmys!!“

18.9.13

Seit Freitag ist ein gefühlter Monat vergangen.

(Ich war ein paar Tage hier nicht im Backstage und hatte 150 Spam-Messages. Ich hab einfach pauschal alle gelöscht. Wenn was von Ihnen dabei war – sorry.)

THE LIFE OPERATIC

Weniger als einen Monat bis zum offiziellen Release, praktisch noch ca 2 Wochen bis ich das erste Exemplar in den Händen halte. Das Zweite. Eigentlich, wenn man Redaktionen, Ghostwriting und eine Übersetzung mitzählt, das zehnte. Es bleibt aufregend, aber bei Ashby House war es eine Art Wiedergeburt/ Neuerfindung. Jetzt also das Sequel und ich geh das Ganze sehr viel entspannter an. Ich hoffe, dass die Oper der Phantome gute Leser findet.

Worauf Sie sich einlassen – eine Fortsetzung. Seit den Geschehnissen in Ashby House sind sieben Jahre vergangen. Die Protagonisten sind gereift und vom Leben nicht schlecht gebeutelt. Da tut sich für Laura Slasher, frisch getrennt von ihrem Mann Hector, eine Chance auf: eine Geheimorganisation beauftragt sie mit dem Aufspüren (und Vertuschen) paranormaler Aktivitäten, die durch Portalöffnungen entstehen. Risse in Raum und Zeit, die die Tür zu Parallel-Universen öffnen. Ihr zur Seite gestellt wird die nicht sehr gesprächige, aber dennoch beindruckende Elle Carter. Ihr erster Auftrag führt die Agentinnen nach Berlin, denn dort steht eine Portalöffnung kurz bevor. In der Komischen Oper. Unfreiwillig und überraschend, wird die Pop-Sängerin Magdalena, die in der Rolle der Nixe „Rusalka“ in der gleichnamigen Oper besetzt ist, zur Vertrauten und Verbündeten.

Bring that one dance song on that can make me break down and cry…
(David Bowie, leicht paraphrasiert.)

Wo Ashby House sich in der Tradition des Schauer- und Spukhausromans verstanden hat, gepaart mit einer heftigen Dosis Soap-Opera, spielt die Oper der Phantome in einer realistischen Großstadtwelt. Urban Fantasy gewissermaßen. Aber, wie das Gebäude der Komischen Oper, von außen ein schmuckloser Kubus, tut sich im Innern eine weitere Welt auf: neobarock, opulent, überbordend.
War Ashby House eine Hommage an den klassischen Hollywood-Film, so ist es in der Oper der Phantome das Faszinosum der Musik, das sich als roter Faden durch die Erzählung zieht. 20 Sekunden eines Liedes können unsere Stimmung schlagartig verändern, uns in tiefe Trauer stürzen oder uns vor Freude zum Weinen bringen. Musik ist magisch. Auf der Bühne der Komischen Oper werden die Magie der Musik mit der Magie des Horrors aufeinandertreffen. Mitunter kollidieren, manchmal aber auch verschmelzen. Mittendrin als blutige Anfängerin im Portale-verarzten, die emotional herausgeforderte Laura, die die Hoffnung nicht aufgibt, dass sie fähig ist, ihren Job erfolgreich auszuführen. Und nebenbei: sich ihren Mann zurück zu holen.

DER BEITRAG MIT JESUS, LATSCHEN UND BROT.

Die Saison startet ungewöhnlich früh, die Woche war arbeiztsintensiv. Man merkt das daran, dass man auch an Dienstagen Montagskunden hat. Das sind die, die nicht wissen, dass wir 7 Tage die Woche erreichbar sind und sich übers Wochenende einen Brast aufbauen, mit dem sie dann am Montag (und Dienstag) endlich überlaufen dürfen. Es erinnert mich an Blake – Standing water breeds pestilence. Aber auch im Job spüre ich die Medikamente positiv – ich lass das nicht so nah ran wie früher. Und aufgefangen wird das auch durch die Arbeitsatmosphäre, einem wirklich guten Stab, in dem sogar die paar Antagonisten ihre Funktion erfüllen.

Spaßeshalber nehm ich mir die Wahren Worte Jesus zum Motto. Be nice. Ja, Glam zitiert jetzt Jesus Christus. (Nach, bzw während der Lektüre von John Nivens The Second Coming, dieser großartigen Vision, in der Gott Jesus in die zweite Runde schickt, nachdem der Planet ganz offensichtlich himmlische Einmischung dringend nötig hat. Nebenbei wird auch noch erklärt, wie es soweit kommen konnte: Gott hatte ein paar hundert Jahre Urlaub. Das Buch ist nicht nur unglaublich komisch, es ist zugleich blasphemisch und profund, nicht nur was Religion, sondern auch, was die Musikindustrie und den Tod des Albums angeht: free is a pretty big fucking incentive.)

Beim Putzen finde ich endlich meine weißen Havaianas wieder – sie lagen unter der Hollywood-Schaukel, wo ich sie wegen heftigem Geknutsche verloren hatte. Zwei Tage nach der netten Begegnung bereits Textnachrichten mit Vorwürfen, ob ich das Ganze nicht ernst nehme (ich vermute, weil ich nicht gleich verliebte SMSse verschickt habe).

Und nun auch noch ein Hausfrauen-Tipp, bzw Konsumenten-Hinweis – wenn Sie mal wieder ein Brot kaufen möchten, das duftet und schmeckt, wie Brot früher duftete und schmeckte: die Brezel Company wieder.

GLAM UND DAS MARKETING

Die Idee ist, das Ebook von Ashby House denjenigen gratis als Download anzubieten, die die Oper der Phantome (als Ebook) kaufen. So als Kaufanreiz für diejenigen, die sich sagen „Ach, da kenn ick den ersten Teil ja nich.“ Da das Buch eh bereits piratiert ist, kann´s nun ja auch gratis angeboten werden. Aber leiste ich damit der Piraterie Vorschub? Oder schaffen wir da eine Akzeptanz und Wertschätzung für den Verlag, der die Zeichen der Zeit erkannt hat? Ich bin hin und her, der Verlag ist es auch. Denn einerseits ist es ne coole Sache, andererseits eine Reaktion auf die digitale Verramschung, die Entwertung von Literatur/ Kultur durch den viel zu weit verbreiteten Anspruch, alles billig oder gratis zu bekommen.

Die Alternative wäre, gar kein Ebook anzubieten, aber damit kommt man nicht durch.

BERLIN SUMMER RAIN

Dann schlägt auf einmal der Sturm durchs Küchenfenster, dass die Wand meiner kleinen cabin in the sky vibriert, saust durch den Flur und reißt die Vorhänge zur offenen Balkontür hoch und hinaus, ich seh den Blitz, und der beleuchtet eine Regenschneise, die nicht vom Himmel herabsaust, sonder von einer weiteren Sturmböe horizontal durchs Bild geschoben wird.