Cousine vom HBF abgeholt, Spätzle-Express und Gespräche bis 3, dann gestern morgen Xmas-Shopping am Potsdamer Platze. Fertig mit Einkäufen, als der richtig hysterische Weihnachtseinkauf losgeht. Frühstück im East London. Cousine die Firma gezeigt, Kollegin mit nach Xberg gebracht. Am Heinrichplatz entzückenden Laden entdeckt (let it bleed), ein burgunderfarbenes Beanie und eine gelbe Sonnenbrille gekauft. Weiter in den Voo Store, danach Kaffee und Kuchen im Bravo Bravko, mit MS und der amerikanischen Nachbarin. Noch kurz in den entzückenden Geschenkeladen in der Ohlauer – „steht Dir gut der Schal!“ Für die Cousine und mich Armbänder gekauft, meines schon auf dem Nachhauseweg verloren, herausragendes Dinner im Ruby´s mit Getränken auf´s Haus und erstklassigem Service. Gespräche bis 2. Und jetzt mit Cousine in den Harz. Happy holidays!
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S.J. Watson: „Before I go to sleep“
Wieder so durchbrochene Nächte, ich mag das ja mittlerweile. Wach sein, wenn es sonst keiner ist. Von Samstag auf Sonntag die Peter Berlin Doku nochmal angeschaut, danach Nights in Black Leather. Von Samstag auf Sonntag dann unzählige Folgen Once upon a Time – nicht richtig gut, nicht richtig schlecht, solide Familienunterhaltung.
Weitaus gehaltvoller – der Roman Before I go to sleep von S.J. Watson. Frau wacht morgens neben einem Kerl auf, den sie nicht kennt, in einem Haus, das nicht ihr eigenes ist. Der Mann klärt sie auf – er ist ihr Ehemann und sie leidet an den Folgen eines Autounfalls: einer selten Form der Amnesie. Im Schlaf wird ihr Gedächtnis wieder auf Tabula rasa gesetzt. Um einen Plan von ihrem Leben zu bekommen, beginnt sie, Tagebuch zu führen. Schlichtweg genial konzipiert und, anders als man befürchten könnte (aufgrund des Wiederholungsmoments), von geradezu rasantem Tempo, stimmungsvoll, ein wahrer page-turner, nach dem man erst mal nicht weiß, was man danach lesen soll. Aber dafür habe ich ja meine Lieblingsbuchhändlerin, die mir auch dieses Buch ans Herz gelegt hatte.
XMASPaPaParty
Die Firmenparties sind so legendär, dass sich sogar ehemalige Mitarbeiter einschleichen. Was ganz schön ist – so hat man einen Überblick über die History und Zukunft von dieser Gruppe von Menschen, die irgendwie bei uns gestrandet ist (wie ich auch). Das ist eine sehr heterogene Mischung von Charakteren – einige mag man im day-to-day mehr als andere, aber es öffnen sich Dimensionen über Emotionen. Am Donnerstag kam eine Kollegin verspätet und brach in Tränen aus, als ich sie darauf hinwies. Dann nahm ich sie an der Hand und sie berichtete kurz über den Grund für die Tränen und ich offerierte ihr hier bei uns zu bleiben, wo sie irgendwie gestützt und geschützt ist oder nach Hause zu gehen, und sich dem Kummer hin zu geben – sie wählte letzteres. Für die anderen sah es so aus, als hätte ich sie zum Weinen gebracht, die hatten nicht gesehen, dass ich sie in den Arm genommen und fest gedrückt hatte, als sie ging. Und drum war ich froh, dass sie zur Party kam, alles wieder etwas besser war, und ich das erste persönliche Gespräch mit ihr führte und sie als den bewundernswerten Mensch erkannte, den ich zuvor nicht in ihr vermutet hatte. Und auch sonst – ich schaue durch den Raum und da sind so viele wunderbare Menschen, die dazu beitragen, dass ich gern in dieser Firma arbeite. Talent, Charakter, Humor, Empathie – ein Altersspektrum von Mitte 20 bis Ende 40, und ich sitze gern mit ihnen am Tisch. Manche nerven, aber an diesem Abend irgendwie weniger oder gar nicht. Der Wein ist okay, das Essen fantastisch – ich esse Sachen, die ich nicht wirklich erkenne, die aber köstlichst sind. Süßes mediterranes Gemüse, ein edles Kartoffelpüree, das mich bestens auf das morgige Post-Thanksgiving-Dinner vorbereitet, an dem ich, wie gewöhnlich, für mashed potatoes und brussel sprouts verantwortlich bin.
Auf dem Weg nach Hause schubst mich ein Aggro-Türke, so dass ich zu Boden gehe. Ich stehe wieder auf und schubse zurück und trete einmal fest zu. Was erstaunlicherweise ausreicht. Er rennt. Und ich bin noch im Besitz von Handy, Ipod und Portemonnaie. These are rough times, Darlings, we gotta rough it right back.
NEVERGREEN
Irgendwie so durch die Woche gestolpert. Sendungsbewusstsein below zero.
Im letzten Jahr immer wieder Romane gelesen, die thematisieren, was ja auch mir geschehen ist – der Tod der Industrien auf Grund von Geiz, der dazu führt, dass überbildete Menschen in Jobs landen anstatt in Berufen. (Paperback-writer ist kein Beruf, das ist eine Parallell-Existenz.) Gerade jetzt lese ich Gone Girl, das wohl deshalb so erfolgreich ist, weil es so gut ist. Perspektive 1: Eine Frau verschwindet, ihr Mann berichtet. Perspektive 2: die Tagebücher der verschwundenen Frau. Selten deckungsgleich mit den Berichten/ Erinnerungen des Mannes. Auch diese beiden herausgeflogen aus einer Luxus-Welt, gestrandet im Kaff, in dem er aufgewachsen ist. Man muss gar nichts vom Plot wissen – lesense ruhig, ist ein Kunstwerk, eine Geisterstadt von einem Buch.
Kürzlich wachte ich auf und dachte – noch ein Burn-out-Opfer mehr im Betrieb und wir firmieren um in Krematorium. Aber ist so. Diese Kultur verbrennt ihre Kinder, macht vor Erwachsenen schon mal gar nicht halt. Und man weiß gar nicht – ist es besser, im alten Modus zu wirken oder im Neuen? Ich seh das gerade am Beispiel des Verlags, bei dem ich veröffentlicht bin. Old school. Da werde ich sehr ungeduldig, weil ich merke, die existieren in einer anderen Zeit. (Und, ja, ich finde die Oper wird sträflich ernachlässigt.) Und dann kommt gestern die Anfrage, ob ich nicht bei einem Buchprojekt mitmachen möchte, das ich versuchte vor 6, 7 Jahren an den Mann zu bringen und bin extrem unaufgeregt. Ich bin ja jetzt schon in der Situation, dass ich ein Buch am Start habe und keiner weiß es.
Selbst Barbra Streisand hat ihren Überperfektionsanspruch eingestellt, indem sie ein 2012er Konzert veröffentlicht hat, das ich mir gestern in einem unerklärbaren Retro-Flash gekauft habe. Ich hatte wohl Sehnsucht. Nun ist die Frau, sowie deren Stimme, in den 70ern, so dass sich repertoire-technisch einiges verbietet – sie singt´s trotzdem. Und recht hat sie. Es hat etwas Rührendes, mal ein bisschen Kratzen in der Stimme zu hören.
Und so sitze ich Samstag um 10 in meiner Schreibklitsche, Streisand singt Evergreen, und wir alle werden auch nicht jünger.
99 LUFTBALLONS
Im Job Hochsaison, erträglicher Dank Pillen, anstrengend dennoch. Gestern im Ton ausgerutscht, als eine Angestellte von mir nicht die Antwort bekam, die sie wollte. Ich will ja gern alle lieb haben, aber es gibt ganz einfach batshit insane people and I don´t suffer fools gladly, wer tut das schon? Zum Ausgleich knalle ich mich mit Fiktionen zu, lesend, DVD schauend. Zwischendurch charmante Überraschungen: Kilian Kerner fühlt sich geehrt, in der Oper der Phantome zu stehen, das freut und ehrt wiederum mich. Andere feelgood-Momente, als mich Ex-Roomie fragt, rein hypothetisch, ob ich nochmal mit ihm zusammenziehen würde, spontan und aus vollem Herzen, „Ja“. Aber morgen fahr ich den Lastwagen für seinen Umzug in die alte Hood, in der ich die ersten Berlin-Jahre verbrachte.
Desweiteren habe ich alle Freunde aufgefordert, mich von nun an Gabriele Susanne zu nennen, denn wenn ich dann den Kerner heirate bin ich Nena und geh auf Tour. Oh my, plötzlich Oma – ich sag´s Ihnen, das wird was.
JOJO MEYES: THE GIRL YOU LEFT BEHIND
Knochenbrecherhöllenrittsmontag. Danach The Girl you left behind zu Ende gelesen. Das hat mich jetzt, weil fast nur in Arbeitspausen gelesen, zwei Wochen entertaint. Etwas zwiespältig, weil natürlich kitschig bis zum Abwinken. Dann mein Lieblings-Peinlich-Ansatz – fremdsprachige Zitate, in diesem Fall deutsch, falsch geschrieben. Und mich nervt auch ein bisschen diese Opferfrauenrolle bei Jojo Meyes. Vom Leben oder dem Schicksal gebeutelt, von starken Männern manipuliert. Aber ja, am Ende kriegen sie die Kurve. Aber auch nur, weil sie durch ihr konsequentes gegen den schtrongen Mann anrennen sich etwas bewiesen haben. (Macht sich in dieser Zeit jemand Intelligentes noch die Mühe?) Praktisch ist ein Erzählstrang in einem deutsch besetzten französischen Dorf während des 1. Weltkriegs angesiedelt. Da darf sie sich nicht mal richtig wehren, nur mit Großmut, ihrem edlen Stolz und Windigkeit. In der zweiten Zeitebene auch wieder ein Opfer, das dann hochfährt zur gebeutelten Furie, bevor – na ja, Sie können es sich denken. Jojo Meyes eben. Aber wenn man die Charakter-Bewertung mal außen vor lässt, großes Entertainment. Mit aktuellen Zeitbezug, geht es doch um ein Bild, bei dem es sich möglicherweise um Kriegsbeute handelt, das unsere Protagonistin nichtsahnend in ihrem Desgigner-Flat hängen hat und das sie an ihren verstorbenen Architekten-Gatten erinnert. Können Sie lesen, wenn Sie nicht grad eben vom Slutwalk kommen oder sonstwie frisch femig fühlen.
Wochenrückblick
Die Woche hatte einen kämpferischen Unterton, dies mal vorweg, und Kämpfe zehren Energie, also war ich am Donnerstag eigentlich schon ziemlich platt, als das Skailkight mit dem E. kam und wir mit der Amerikanischen Nachbarin Indisch speisten. Als wir dann gemeinsam den Gatsby anschauten erkannte ich irgendwann, dass der Körper schlafen muss, stahl mich hinfort und schlummerte eine Runde auf dem Sofa im Arbeitszimmer. Freitag starteten wir im Voo-Store, das Skailight jedenfalls, ich trank derweil einen ausgezeichneten Kaffee beim Coffee Companion im selben Gebäude. Danach ein verkürzter Arbeitstag, da wir gegen halb 8 in Schöneberg sein wollten, wo die I., meine zweitälteste Schulfreundin, ihren Geburtstag feierte. Dort kam es zu einem Wiedersehen mit dem T., der seit 20 Jahren nicht mehr mit mir spricht, er saß aber am anderen Tisch, was das nicht-miteinander-sprechen vereinfachte. Gegen 21h wollten wir im Gorgonzola Club speisen, das Skailight hatte eingeladen, seinen Geburtstag nachzufeiern, und mit dem E., Herrn Strike und der Amerikanischen Nachbarin quetschten wir 5 uns an einen 4er-Tisch, an dem die Laune, trotz Enge, doch gut war, das Essen köstlich und die Bedienung, ebenfalls wie immer, die Beste, die es in Kreuzberg gibt. Das Paar, das den Laden betreibt ist so eingespielt, dass, so konstatierte Strike, es wie ein Tanz ist, wie sie miteinander umgehen. Ihre Ruhe färbte auch auf die anderen Angestellten ab, denen es gelang, in einem wirklich komplett überfüllten Restauarant das Essen pünktlich und köstlich auf den Tisch zu bringen. Und einer der klassischsten Kreuzberg-Momente ist erreicht, wenn im vorderen Bereich kein Essen mehr serviert wird und ungefragt die Aschenbecher auf den Tischen platziert werden. Zu Fuß zurück, wären wir beinahe noch im Roses gestrandet, aber, wenn man von den überfüllten Straßen auf die Menschen-Dichte der Inneräume schließen konnte, dann war es eine gute Idee, sich das zu sparen. (Dies wurde mir bestätigt, als ich am Samstag Mittag zu Fuß die gleiche Strecke zurückging, um den Wagen abzuholen und dem A. begegnete, der in einem der Clubs dort arbeitet und gerade erst den Laden abgeschlossen hatte. Er berichtete von einer recht höllischen Partynacht.)
Auf dem Rückweg nach Hause fiel mir ein, dass ich keine Milch mehr hatte und da ich nun eh auf der O-Straße war, beschloss ich, statt in den Supermarkt, doch zu Lebensmittel Hillmann zu gehen. Hier verirrt sich selten ein Touri hin und sie wissen nicht, was sie verpassen. Das Sortiment ist sehr überschaubar aber hochwertig. Man muss Wartezeit mitbringen, denn viele der Delikatessen bedürfen der Nachfrage. Und bei Hillmann nimmt man sich die Zeit. Während des Wartens konnte ich mich schon einmal mit den Käse-Spezialitäten vertraut machen. Den leckeren Kirschgeistkäse gab es diesmal nicht, aber ich ließ mir den Wildblütenkäse erklären und durfte probieren und yumm. Ein Rohmilchkäse mit Charakter, aber nicht zu intensiv, die Rinde essbar aus – Sie ahnen es – Wildblüten.
Nach Abreise vom Sakilight und dem E. war immer noch Samstag und ich schaute mir das fulminante Season 2 Finale von Revenge an. Dann fand ich noch einen Mann auf den Blauen Seiten und der sorgte dann für Entertainment in den Abendstunden. Und heut mach ich mal gar nichts, außer putzen, lesen und nachher vermutlich Hart of Dixie.
Freilich, Rat.
Den viertel Samstag einen beruflichen Brief verfasst, ihn dann, nach Rücksprache mit Strike, runtergeschraubt und dann heute mit einem Satz veredelt. Morgen geht er raus. Fast durch mit Jamrach´s Menagerie, ziemlich gebeutelt. Das Buch nimmt einen an Plätze mit – whoaaaw. Vorhin langes Telefonat mit der GlaMom, ganz viel Wärme, zwischendrin ein bisschen geweint, sie war am Grab der Schwester und da war ein kleiner selbstgebastelter Stern – und sie hatte sich für die Beerdigung „Weißt Du wieviel Sternlein stehen“ gewünscht. Und in anderer Angelegenheit konnte ich mit Kate Bush helfen. Wenn Du es in Deinem Herzen finden kannst – dann vergieb. Das hab ich jetzt extra mit Rilke „e“ geschrieben. Die Stunde kommt die Stunde kommt… Eines meiner Lieblingslieder der Go-Go´s (die sich wirklich genau so schreiben), allerdings:
Ja, es gibt Leute, mit denen ich gebrochen habe, wo der Zug abgefahren ist, die Brücken verbrannt sind, und es gibt Leute, mit denen ich gebrochen habe, wo eine neue Begegnung vorstellbar ist. Just not yet, es hat keine Eile.
VAMPING IT UP
Aus dem Schlafzimmer der acapella-Gesang von Belinda Carlisle – oooh Baby do you know what that´s worth – ooh heaven is a place on earth. Ja, wenn man zwei so beste Freunde hat, die am Aszendententag geboren sind. Heaaaaaaaven… Aszendententag ist auch Aufgabentag, also Mails und Telefonate mit dem Verlag – nächste Woche startet die Ebook-Aktion (ich glaub noch nicht wirklich daran) und es wäre ja schick, wenn man daraus eine Halloween-Aktion macht. (Auf Halloween freu ich mich, den verbring ich nämlich mit der Betzi und ihren Mädchen – wir werden obskure Horrorfilme anschauen und trick-or-trat-Kinder erschrecken, von denen es am Schlachtensee wahrscheinlich höchst aufgebrezelte geben wird. I am thinking Eddie Scissorhands for myself. Oder Zombie. Keinesfalls Vampir, obwohl ich da die besten Outfits für hätte. Auf Belinda folgt Bastille (siehe oben) mit Things we lost in the Fire in der Abbey-Road-Fassung. Lektüre derzeit Jamrach´s Menagerie. Gerade sehr schön alles!
21.10.2013, 17:05 Uhr
WDR3.