Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

AND OF WHAT WAS FOLLOWING ME…

OMFG. Ich sehe, wie die kleine Kate sich da in ein Sofa kuschelt und auf einem Schwarzweiß-Fernseher diesen Film sieht, und wie sich diese Szene einbrennt, und danach dann „Nights of the Demon“ und da warnt eine Stimme „It´s in the trees – it´s coming!“ Und 20-oder-so-Jahre später macht sie dann das Lied mit den Hunden und dem Mädchen und dem Fuchs. Und erinnert sich natürlich auch an Hitchcocks „39 Steps“, und so schafft sie nicht nur mein zweitliebstes Lieblingslied, sondern auch einen bezaubernden 3-Minüter, aber hier sehen wir nun Jennifer Jones, eine Jagdgesellschaft und einen Fuchs. Sein kleines Herz schlägt ganz schnell. Der Film heißt so, wie der Ausruf des Jägers am Ende des Clips – treffend und irgendwie auch Kate-Bush-romantisch: „Gone to Earth“. (Michael Powell, 1951)

Der Vollständigkeit halber:


Kate Bush – Hounds of Love
Hochgeladen von val6210. – Musikvideos, Sänger Interviews, Konzerte und mehr.

Und wer mir den Namen des männlichen Hauptdarstellers herausfindet, bekommt eine Torte-oder-so.

MONEY CAN´T BUY IT

„Nee, keinen Film, wo wir heulen müssen – ich will nicht mit soooo Augen zu Belinda.“
„Were the world mine?“
„Au ja!“

(…)

„Na is ja toll, dass wir keinen Film sehen wollten, wo man am Ende heult.“ Und streicht sich ne Träne weg. Ich tu das gleiche.
„Aber ist doch ein schönes Heulen. Hab ich Dir auf Youtube eigentlich schon Kurt mit „I want to hold your hand“ gezeigt?“

Dass einen etwas bewegt, das kann man ganz sprichwörtlich erleben, wenn man versucht nicht zu heulen, wenn man heulen müsste. Mein Körper macht dann so Ausweichbewegungen. So ging´s mir dann auch gestern wieder, angesichts Kurts obiger Golden-Globe-Performance. Vielleicht, weil ich gerade selbst sehr bipolar bin, was meine familiäre Rolle angeht. Ich bin gerade sehr Sohn. Und ich bin gerade sehr Papa. Das ist beides sehr bewegend und schön. Es gibt also doch etwas jenseits der 36, auf das es sich lohnt, zu warten, auf das man sich regelrecht freuen kann. (Und dazu muss man nicht einmal selbst ein Kind in die Welt setzen, was auch den Vorteil hat, dass man jemandes Pubertät nicht mit erleiden muss.) Und, nein – ich meine das nicht despektierlich, wenn ich den Terminus „Kind“ verwende, aber es ist ein Unterschied, ob man brüderliche Gefühle für jemanden hat oder eben väterliche. Zeitgleich selbst ein needy child zu sein bewahrt mich davor, mich alt zu fühlen. Es fühlt sich jedenfalls gut an, wenn man gesagt bekommt – „Danke für Deine Unterstützung und Dein Verständnis“, wobei man gar nicht aktiv irgendwelchen support geliefert hat, sondern einfach nur man selbst war. Das Leben mag einem ein paar fiese Twists auf den Weg gelegt haben, aber irgendwo ist man ein doch recht guter Mensch geworden. Es fühlt sich gut an, da etwas weiter geben zu können.

DANACH WAREN WIR ÜBRIGENS IM SILVER FUTURE, WO ES BIER FÜR EINS FÜNFZICH GIBT oder GLAM GETS WEAK

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Man muss das einfach wegdrängen, dass man in der dritten Reihe steht und dahinter ist dann keine Reihe mehr, nur so versprenkelt paar Leute. Und nur wenig davon hübsch anzuschauen. Egal. Konzentriert man sich eben auf das Geschehen auf der Bühne. Belinda hat das Wegdrängen eingestellt. Sie ist ja jetzt auch nicht mehr auf Droge sondern auf Buddha. Und kommt ganz schmucklos heraus. Pferdeschwanz, schwarzer Pulli, schwarze Hose. Keinerlei eitler Tand. (Kein Soundcheck?) Sieht ein bisschen so aus wie „Kommt ja eh keiner, streng ich mich also auch nicht an.“

Macht sie dann aber doch, und zwar, ohne dass man ihr die Anstrengung anmerkt. Sie zaubert da einen Set hin, der so ist wie ich sie liebe – kalifornisch, knackig, colourful. Ist das nicht der Journlist vom Metal Hammer, er da total selbstverloren abgeht? Sich wiegt und mit dem Head bangt? Und auch ich kann mir nicht helfen und wiege mich, singe, gröhle. „Belinda“ möchte ich ihr zurufen, „Come back – next time we´ll all bring our friends!“ – aber das ist zu lang, also ruf ich nur „You´re wonderful!“ und sie hat´s gehört, sagt „Thank you“ und dann fügt sie hinzu „Danke!“. „This is my first time in Berlin“ sagt sie dann und jemand aus dem Publikum ruft „You´ve been here with the Go-Go´s in 1981!“. Ich füge hinzu „It´s on Youtube“. Well, sagt sie dann, sie war vielleicht physisch hier, aber so druff, dass sie keine Erinnerung mehr hat.

Ich strahle die ganze Zeit, das kenn ich so auch nicht. Aber es tut mir so gut, einen meiner holy redheads zu sehen, die berührt etwas in mir, she addresses a particular place inside me. Und sie singt all die schönen Lieder, und ich denke, dass ich nicht heftiger abgehen kann als bei „In too deep“, aber dann kommt mein Ashby-Lied – „Big Scary Animal“ und dann „Heaven is a Place on Earth“ und – unvermutet – kramt sie „Live your Life be free“ raus, und es wird auf einmal buddhistisch, obwohl es ja eigentlich ein Stalker-Lied ist. I must say, liebes, Internetztagebuch, that I´m very much in love with Miss Belinda Carlisle. Und nächstes Jahr bekommt sie von mir ein signiertes Buch. Und da schreib ich dann vielleicht auch nur so einen Schnörkel rein, ätsch. (No hard feelings. Sie ist in den Credits gelistet.)

GLAM BEKOMMT EIN AUTOGRAMM oder NIL???

„Sie! Entschuldigung! – ich würde Sie gern um was bitten. Ich hätte so gern eine Widmung in diesem Buch, das Belinda Carlisle geschrieben hat.“
„Nee, also des geht nicht, denn es gab ja vorhn schon das VIP-Meeting, wo man hätte signieren lassen können.“
„Aber ich hab ihr Buch gekauft und auch gelesen und ich LIEBE es, und meinen Sie ncht, dass vielleicht -„
„Hm. Okay. Ich schau mal. Lass mal das Buch hier – ich seh was ich machen kann.“
„Warten Sie mal – ich schreib noch schnell was rein für Belinda.“
„Wie – reinschreiben – willst Du Dir denn das Buch versauen?“
„Wie – versauen? Ich schreib immer in Bücher rein. Und Belinda ja vielleicht auch?“
„Ich schau mal.“

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„Na kuckma – das hätt ich auch selbst hinschlieren können.“
Skailight: „Sie dachte vielleicht, Du warst das Arschloch in der Glitzerjacke in der ersten Reihe.“
„Erste Reihe in meinem Alter?? Das war übrigens der Vorgänger-Lover von meinem Trauma-Ex.“
„Nein – ich glaub Hannelore lebt nicht mehr.“
„Na aber hm. Ich lieb sie immer noch, Belinda. (Nicht, dass Hannelore unsympathisch oder so) Aber zurück zu Belinda. Die berührt in mir einen Ort. Und – Gott war das schööööön!“
Beide: „Ooooooooh baby, do you know what that´s worth?!….. “

BYE, BERND. AND THANK YOU.

Eine spätabendliche SMS an die D.
„Eichinger ist tot.“
Sie ruft sofort zurück.
„Das ist das Ende einer Ära.“
„Weißt Du noch – der hat unser Buch gekauft, da war es nicht mal lektoriert.“
„Und dass er´s nicht verfilmt hat, das ist doch nur, weil er´s an diese Pfeife gegeben hat.“
„An´s Muttersöhnchen.“

Und dann sinnieren wir über die Zeit, als Bernd Eichinger die Filmrechte unseres Romans kaufte, und wie geadelt wir uns damals gefühlt hatten, und wie wir Monate später im Borchardt saßen und der B-Oliver auch, und wie er uns überhaupt nicht acknowledgte und wir wussten, das wird nix mit der Verfilmung, und heulen ein bisschen, aber nicht, weil dem sexy-Thriller-Filmgenre eine Perle entgangen ist, sondern wegen Bernd, der unsere Vision geteilt hatte, was uns bis heute ehrt.