Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

BALSAM

Irgendwie ist ODP auch meine Liebeserklärung an Berlin (ja, ich gebe nicht Berlin die Schuld, Berlin ist schon sehr okay) und insbesondere die Berlinerinnen. Also Frauen wie Frau Koma, die Lieblingskollegin, die amerikanische Nachbarin, Frau Casino und Mlle Modeste. Die Agentin, die Gastgeberin. Frau Frost, die Flügel nicht nur verleiht, sondern verschenkt. Um nur einige wenige zu nennen. Da kommt eine in England lebende Kalifornierin mit gebrochenem Herzen nach B. und verlässt es geheilt und mit neuen Freundinnen. Und dann ist es auch noch Sommer und Frau Carlisle macht Whoohoo. Und die beste aller Berlinerinnen ist wahrscheinlich Frau Strike und ich frau mich auf den Tag. Kein Freudscher. Ein Fraudscher.

STATT BLUMEN

Mal wieder so ein Zeitspiralen-die-sich-berühren-Moment während ich eine Arielle auf rosa Papier klebe und ein paar Zeilen an eine Frau schreibe, die ich genau einmal im Jahr sehe, wenn sie das Fest ausrichtet, das ich nachher besuchen werde. So oder so ist es immer unvergesslich. Im letzten Jahr wurde der Grundstein für den neuen Roman gelegt. Die allererste Idee kam, als ich durch brausenden Regen nach Hause fuhr. Was dann noch geschah, nicht mehr auf dem Fest, am selben Abend, war schmerzhaft, aber lieferte ein paar Monate später die Klammer für den Roman. Angenommen, mein Liebespaar aus dem ersten Roman habe sich gerade getrennt…

Biografische Bezüge einzubauen und gar reale Menschen zu fiktionalisieren ist problematisch. Ich weiß nicht, ob sich meine Gastgeberin freuen wird über das Gastgeschenk. Vielleicht findet sie die Figur, die von ihr inspiriert wurde sturzblöd. Noch schwieriger im Falle desjenigen, der ein Füllhorn von Inspiration ist – nicht nur in Gestalt von Büchern, Filmen und anderem Kulturgut, auf das er mich immer wieder aufmerksam macht. Wenn nicht einmal ich sagen kann, an welcher Stelle er in die Figur eingeflossen ist und wo die Figur ein ganz anderer ist, wie soll er? Ich hoffe, dass bei beiden die Hommage als solche ankommt. Bitte bitte.

AGEISM BEGINS AT HOME.

Da schreibe ich also einem 22jährigen Kanadier, ja, sicher darfst Du auf meiner Couch surfen, aber ich empfehle Dir – such Dir besser einen Gastgeber, der in Deinem Alter ist. Wegen Party und Clubbing und so. Und dann lese ich, was vor zwei Jahren so war.

META-MARILYN

Nach einer wieder einmal ziemlich wunderschönen Geburtstagsfeier ein ebefalls wunderschöner Tag mit dem Skailight. Shopping die Oranienstraße entlang, Kirschbier und Belgische Waffeln, dann ein Kaffee und köstlichstes Gebäck im Gouter. Zu Hause blätterte das Skailight in Magazinen, während ich das neueste Marilyn-Buch las, das mir die wunderbare Lieblingskollegin geschenkt hatte. Es ist DAS Marilyn-Foto-Buch überhaupt. Unglaublich liebevoll gestaltet, aufwändigst bearbeitete Fotografien, sorgsam ausgesucht und versehen mit den Zitaten von Zeitgenossen. Ich hatte keine Ahnung, wie bewegend und anerkennend sich beispielsweise Bette Davis über Marilyn geäußert hat. Auch Lauren Bacall hat jetzt einen Platz in meinem Herzen. Zum Ende des Buches, ich gesteh, flossen Tränen. Das musste ich dem Skailight erklären, wobei ich gleichzeitig lachen musste. Und Lachen und Weinen gleichzeitig, das ist ja das Steel Magnolias-Gefühl, das man immer nur mit den besten Menschen erleben kann.

BRIAN McGREEVY: „HEMLOCK GROVE“

„The lone wolf howls to rejoin the pack from which he is separated. But why does the pack howl when no wolf is lost?
Isn´t it obvious?
Because there is no other way to say it.“

(Aus der Reihe Erste Absätze, die sich gewaschen haben. Wow. Bzw. Whohooooooo!!!