Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

BESONDERS WERTVOLL

Pierrot Lunaire. 12-Ton-Musik. Atonal. Eine ziemliche Herausforderung. KunstPunkPunkKunst. Sehr unwahrscheinlich, dass ich mir den mit Behagen anhören würde. Aber so ziemlich genau 100 Jahre nach seiner Uraufführung kam es dazu, dass der Herr Strike und ich in der 5. Reihe des Berliner Ensembles saßen, weil niemand anderes als Ingrid Caven ihn auf die Bühne bringen würde. Eigentlich kein leichter Abend, aber sie meisterte ihn nicht nur mit Bravour, sondern der ihr eigenen Selbstironie und mit meisterhafter Finesse. Zugegeben konnte ich mit dem zweiten Teil des Abends mehr anfangen – Raben, Schuhl, Fassbinder, aber ist es nicht fanatstisch, dass es diese Frau gibt, der es eine Freude ist, beim Krächzen und Juchzen, Kieksen, Wispern, Nuscheln und Brummen zuzuhören und zu schauen?! Heute übrigens noch einmal, selber Ort.

An meiner Zeit in der Musikndustrie hat mir das Networking am Meisten Spaß gemacht. Und ich freue mich, dass die beiden Musikerinnen, die ich gestern einander vorgestellt habe, sich verstehen. Sie kommen aus unterschiedlichen Sparten, aber eines verbindet sie – sie sind Vollblutmusiker. Und Fassbinder war Fan von beiden.

KIKI?? OUI OUI!!

Am Samstag komm ich gerade aus dem Kiosk, da ruft mir die amerikanische Nachbarin zu „Hey Glämmiiiiii!“. Da meine Psychopharmaka-Einnahme gerade zwei Stunden zurückliegt bin ich wenig erzählfreudig, muss ich auch gar nicht, sie hat selbst genug zu erzählen. Und ich denk noch, boah, das hört sich aber alles nicht gut an. Am Nachmittag kommt der Lieblingsfotograf. Nicht zum Fotografieren, sondern wie man das früher halt so gemacht hat – jemanden besuchen. Da gab es einen Todesfall im Familienkreis und da der sich shakespearianisch auffächert, sowohl als auch, reden wir maßgeblich über diesen Tod und diese Familie. Dann kommt das Skailight und mit ihm zwei eindrucksvolle Frauen. Die eine ist in der Stadt, weil sie ihren Vater beim Sterben begleitet hat und dann die Beerdigung. Die andere, weil sie eine gute Freundin ist und ihr beistand. Zwei Stunden oder so berichtet sie. Es fließen ein paar Tränen, aber zwischendurch wird auch gelacht. Habe ich erwähnt, dass die beistandleistende Frau atemberaubend schön ist? Like? Granate?! Jetzt hab ich. Als ich wieder allein bin denke ich, das war aber ziemlich hochdosiert, war das jetzt zuviel? Und befinde Nein. Und denke an Leute, denen ich zuviel geworden bin und bin ganz stolz darauf, dass ich ganz schön was aushalte.

Am Sonntag will ich Roomie anrufen (Ex-Roomie ist er ja eigentlich, aber das hört sich doof an) und fragen, ob er Lust auf ein Kiki hat, denn Skailight und Lieblingsfotograf hätten gern eines. Da kommt aber schneller, als ich zum Telefon greifen kann eine SMS von Roomie und er fragt, was ich heute vorhabe. Dann ist er da und wir reden über das Reden über die Krankheit und das Sterben, alle haben wir gerade diese Geschichten, und binnen Kürzester lachen wir hysterisch und laut und ansteckend und dann sind auch die anderen Jungs da, einer geht Nachschub-Riesling beim Spaetzle-Express holen, und dann kochen wir aus dem, was da ist, Blätterteigtaschen, Veggie meat balls in Zwiebel und Apfel, sowie einen Gurken-Tomaten-Salat und hören Musik und lachen und reden und freuen uns und schauen „Cabin in the Woods“, halt ein Kiki, das sich gewaschen hat. Derweil stellt sich noch heraus, dass der blöde zugekokste Typ, den ein ehemaliger Bekannter mal mit auf die Party beim Strike gebracht hat der Ex vom jetzigen Mann von Roomie ist und ihn an diesem Tag koksend mit dem jetzigen Mann von Roomie betrogen hat. Gleichzeitig war er auch mal der Kellner, der zu nahe an einen ran kommt beim Aufnehmen der Bestellung. Also wieder son Shakespear – so saßen auf dem gepflegten Dinner an einem Tisch der damalige Gatte von Roomies Gatten, und in Gestalt von Roomie – der zukünftige Gatte. Und wussten nichts voneinander. Ich kann Ihnen so Kikis nur empfehlen. (Darüber hinaus habe ich noch einen Cocktailtisch für Roomie erbeutet, der jetzt aber erstmal hier zwischengeparkt ist und an dem wir gestern unsere Dinner genommen haben.)

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CABIN IN THE WOODS

Ja, man denkt, man kennt die Geschichte. Und ja, nach dem Trailer glaubt man, man kennt jetzt auch den neuen Blickwinkel. Aber weit gefehlt. Ich hatte anderthalb Stunden grandiosen Spaß, gekrönt von einem Finale, das sich sowas von gewaschen hat. Und jetzt kein weiteres Wort mehr. Anschauen!

KIKI MIT HEARTY UND STRIKE

Zunächst, nach einem belebenden Spaziergang um den Görli, beim Strike Kaffee auf der Terrasse, dann überließ ich ihm mein Haupt zwecks Blondierung des beachtlichen Ansatzes. Zustande kam die perfekte Synthese aus Nicole Kidman und Keith Urban: ihr bestes goldblond, sein Haaransatz. Wie es sich für ein zünftiges Kiki gehört, begaben wir uns im Anschluss in die Küche und fertigten ein schlichtes, aber schmackhaftes Blätterteiggericht. Weil es zu zweit kein richtiges Kiki ist, war die Freude groß, als Hearty uns einen Besuch abstattete. Das Essen war auch gerade fertig. Und so hörten wir gebannt zu, als er erzählte, was er zu selten auf dem Blog festhält – sein erstes Jahr in Freiheit. Der junge Mann schreibt nicht nur sehr gut, er ist auch ein verdammt guter Erzähler. Und immer wieder gern gesehener Gast. I´m happy he´s happy.

(Bin gestern nicht dazu gekommen, das Treffen festzuhalten, hatte einen Jumpstart, als das Büro anrief und fragte, wo ich denn bliebe. Hatte den Schichttausch vergessen…)

GD7 spoilering GG5-FINALE

Lily hat also ihre dunkelhaarige Schwester einknasten lassen, weil die mit einer falschen Tochter an den Trustfund der echten Tochter wollte. Der echten Tochter wird nun das Vermögen der verstorbenen Großmutter Rhodes überschrieben, und was macht die? Die überschreibt´s der falschen Tochter unter der Bedingung „Bring Lily down!“ Die falsche Tochter hat unglaublich üppiges Haar. Die echte nicht. So kann man sie sehr gut unterscheiden. Blair fällt in die Kotzkuh-Phase zurück und blamet alles, was ihr jemals schief ging auf Serena, die es sich nun auch vollständig mit Dan vermasselt hat – ihn erst flachgelegt und dann kam raus, dass er eigentlich ein Date mit Blair hatte. Die widerum von Chucky (ich liebe es, wenn Lily ihn zärtlich „Charles“ nennt!) zurückgewiesen wird, weil sein toter Daddy wieder da ist und die Geschäfte allein weiterführt. Der widerum mit Lily wieder anbandelt, die daraufhin die Ehe mit dem armen Rufus annulliert, weil, Du willst keine Society-Bigamistin mit ner Schwester im Knast sein, weil das vielleicht die Aufmerksamkeit darauf lenkt, dass zwei Deiner Kinder verschwunden und offenbar auch nie wieder im Fernsehen aufgetreten sind. Blair lässt, wie gewohnt, nicht locker und erwischt Chucky in einem Casino, wo er alles, was er noch hat, einsetzt. Serena sitz derweil in einem Train to nowhere (Brooklyn?) und ein aasiger Vorstadtboy reicht ihr eine Ampulle mit einer weißen Substanz, die sie in die Nase einführt, woraufhin der aasige Vorstadtboy ihr seitlich am Nacken schnüffelt, wo es bestimmt ordentlich teuer riecht. Summing it up: LOVED LOVED LOVED the finale und freu mich sehr auf die nächsten (und letzten) 10 Folgen. Ach so ja – irgendwie egal, aber Gossip Girl ist wieder im Job und offenbar handelt es sich dieses Mal nicht um Georgina (bei der ich immer an Jenna aus PLL denken muss) oder gar S.

XO XO,

Glamourdick
P.S.: Jetzt wissen Sie schon alles, aber überprüfen können Sie´s auf Sixx. Und Nate hat wieder sehr gut Stichworte gegeben.