Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

BIRTHDAY WEEKEND

2013-06-03_10-33-15_700

Die Geburtstagslaune setzt ein, als am Vortag desselben das Patenkind mit Boyfriend eintrifft. Ich marschiere mit den beiden durch den Trendkiez und tatsächlich kommt sogar die Sonne raus und macht die Stadt süß und duftig. Wir frühstücken in der Brezel-Company – das Frühstück ist so ausgezeichnet wie das Gebäck. Am Abend triff das Skailight mit Boyfriend ein und wir dinnieren zu 5t bei Rocco. Als ich die Bedienung sieze lacht das Skailight sehr, aber ich kenn den Typ nicht und er war arg distanziert. Als ich bezahle fragt er aus Eigenantrieb „Stimmt das so?“, das ist irgendwie die falsche Reihenfolge, aber sei´s drum. Ich geh ja nicht wegen der schlechten Bedienung essen, und meistens erledigt sich sowas von selbst. Dann gilt es, unter 5en einen gemeinsamen Nenner-Film zu finden, also „Some like it hot“. Mehr denn je fällt mir auf, dass Marilyn eigentlich immer ein eigener Film für sich ist – ein Spektakel, um das herum agiert wird, als sei sie etwas ganz Normales. Das kann eigentlich nur sie und das macht sie zur tatsächlich größten Ikone des amerikanischen und überhaupt allen Filmes. Um Mitternacht wird angestoßen.

Am Samstag Baumarkt, denn der Sturm hat den Zitronenbaum vom Balkon gefegt und den Blumentopf zerschmettert – praktischerweise aber auf den Balkon, nicht die Straße, bzw. auf einen Passanten, aber wer geht auch bei einem so blöden Regensturm vor meinem Haus lang?. Bauhaus am Samstag ist ja oft Cruising, aber dieses Mal beschränkt sich der zwischenmenschliche Austausch auf ein Gespräch mit dem Ur-Neukoellner Paar hinter mir in der Schlange, das mir wärmstens ein Produkt empfiehlt, das ungemein effektiver sei als Molto*fill, das ich trotzdem kaufe, weil es sich so männlich anfühlt, Molto*fill im Haus zu haben (ich besitze tatsächlich drei Schubladen mit Heimwerkerbedarf aus einer früheren Wohn-Gemeinschaft, hätten sie nicht gedacht, ist aber so). Supermarkt, dann Einkäufe nach oben und schnitzeln, schnipseln, schälen, garen, unterbrochen kurz, als ich versehentlich eine halbe Mühle schwarze Pefferkörner in die zuzubereitende Kartoffelsuppe befördere. In nur 20 Minuten haben wir aber alle bis auf eines bergen können. In der Sekunde, in der es 18 Uhr schlägt, erscheinen tatsächlich die ersten Gäste. Die Agentin mit Boyfriend, dann Familie, erste Blogger (andere sind noch bei Frau Engl) – Herr Schneck mit der Gudi, Kolleginnen und Kollegen, Ex-Roomie mit dem wunderbaren C., die Lieblingsmitbewohnerin von vor ein paar Jahren, Autorenfreund Herr Elbel mit Gattin, eine Freundin aus München, die spontan angerufen hat, Frau Casino (mit einer entrückend göttlichen Himbeer-Tiramisu), Frau Koma mit Grafen und köstlichen Bouletten, Herr Strike mit Hearty, die Lieblingsdänin, die amerikanische Nachbarin, erstmals die Neuberlinerin Frau Kelm, Matze-Baby, La Nina. Trotz ürgsem Wetter können wir den Balkon nutzen und es kommt zu Familienzusammenführungen und weiteren zwischenmenschlichen Erstbegegnugen, Wiedersehen, Kennenlernen, Essen, Gesang und Tanz, viel Lächeln und Lachen, ein paar Tränen und festen Umarmungen und am Ende der Nacht, als es gerade hell werden will, schau ich mit der Lieblingsdänin noch etwas Marilyn und schlafe ein.

Sonntag wird aufgeräumt, aber bevor ich ernsthaft putzen kann, fällt mir die Flasche Champagner ein, die mir Ex-Roomie mitgebracht hat, die ich mit dem Sakilight und E. köpfe. So startet es sich gut in den Tag, auch wenn es sich etwas Monroe-esk anfühlt, die Medikamente mit Champagner einzunehmen. Was soll´s. Wir schieben das Putzen für einen späteren Zeitpunkt auf und schauen stattdesssen Lana-Banana bei Kunststücken zu, als die amerikanische Nachbarin spontan vorbeischaut und ihre Labradordame dabei hat. Die amerikanische Nachbarin bringt auch freundlicherweise das Patenkind zum Zug und das Skailight besorgt zunächst Leckeres von Barcomi´s, der E., zu späterem Zeitpunkt, ebenfalls köstliches Dinner aus dem Amrit. Wir schauen ca 12 Folgen French and Saunders (courtesy of Strike´s Birthday-present-Kiste) und heute tut mir vom vielen Lachen der Hals weh. Es war so schön. Und ich sage nochmal DANKE for making this weekend so very special!

Die Gäste sind abgereist, die nächsten treffen morgen ein, und ich mach mir einen schönen Tag, an dem es draußen ruhig grau sein darf, weil ich so viele Farben in mir trage, thanks to such wonderful friends and family! Eine Wohnung voll mit Pfingstrosen ist nicht der schlechteste Ort, einen griesigen Montag zu verbringen. Aber jetzt fang ich doch mal an, zu putzen.

HELLO DOLLYGLAM

Scheint eine Tradition zu werden, neben der Lieblingsdänin einzuschlafen, während etwas mit Marilyn im TV läuft und es draußen hell wird. Es war wieder einmal eine dieser magischen Frühsommernäche, in der alles stimmte. Alle meine Babies unbd Angels um mich (einige waren entschuldigt anderswo), genug Wein in der Badewanne, Essen, dass dieses Mal so gut schmeckte, dass nichts mehr übrig blieb (und es war ausreichend vorhanden!), Tanzen, Singen, Sehen und Wiedersehen. Neuzugänge und Klassiker. Angesprungen werden, Tränen, Mohn, Rosen, ein Orangenbaum. Aber am Wichtigsten: diese Melange meines erweiterten Ichs – diese wunderbaren Juwelen von Menschen, die ich Freunde und Familie nennen darf. Mir geht das Herz auf wie eine Blüte, wenn ich sehe, dass es unter denen klickt, die ich einander aus genau diesem Grund vorstelle. Und jetzt ein Sonntagmorgen mit Dolly Parton. Und noch nen Kaffee und ich hoff ich find noch ne Ibuprofen. What a magic lovely night, thank you my lovelies!

HOLIDAY!

Die Reichenberger lang und festgestellt, dass ich nicht im Stechschritt schreiten brauch und downgeslowt. Hab´s ja nicht eilig. Glühbirnen, 3 Euro det Stück, was ne Frechheit. Im Leseglück reingeschaut und Buch bestellt, kurzer Plausch, weiter zu Katie´s Blue Cat, eines dieser köstlichen Chutney-Pastries, dann Auto geholt und zum Hoffmann – Partydrinks kaufen. Parkplatz direkt vorm Haus. Jetzt John Barrowman, der sich versiert durch Musicalmelodien knödelt. Fehlt eigentlich nur ne lachsfarbene Rose und ne Tafelkerze. Und nachher kommt der Mann, der immer das richtige sagt und tut. Meinetwegen dürfte es sogar regnen.

Madonna – Rain from Max Giudice on Vimeo.

Und – hach! Schaunsemal wie Madges Augenfarbe mit dem Layout hier harmoniert!

WE ARE STARDUST

Erster Urlaubstag, wach schon vor 7 – Donnerstagskonditionierung. Aber bei solcher Morgensonne absolut sensationell. Dazu singt Lady Belinda mit ein bisschen Eurotrash-Disco am Anfang zwar, aber das darf eine Frau, zu der ein Baum, den sie umarmen wollte, einst sprach „don´t touch me“ und die Opium schon rektal ausprobiert hat. Glam hearts Carlisle und freut sich aufrichtig über Sun. Jetzt liegen ein paar Tage vor mir, die so richtig yummie sind und um 8 mit der Bijou-Fassung von Dorian Gray begannen (Info für Kenner und Mitwissende – nicht Bijou Brigidde). Heute schon drei Geburtstagsgrüße verschickt, es ist diese Zeit des Jahres, die echt teuer ist, weil ich alle Nase lang The perks of being a wallflower, Beautiful Ruins, Eleanor Rigby Geburtstagsgeschenke kaufen muss. Aber sie ist mir teuer. Früghlingskinder. Gemini.

HEROES

Gerade pünktlich – das Taxi ist gerufen, die Augen sind smoky mit ein bisschen schwarzem Glitzer – kommt die Nachricht aus Montreal – „Ich vermisse Dich.“ Von dem Mann, der mich über die Jahre zu den extremsten Gefühls- und Hormonaufwallungen gebracht hat und der sich aber auch seit einem Jahr nicht mehr gemeldet hat. Ich könnte nicht sagen, dass ich ihn gerade akut vermisse, aber fehlen tut er mir schon, generell. Sein Drama, das immer ansteckend war (, ist, und bleiben wird), sein Kuss, die Art, wie er sich in einen hineingrätscht, um komplett alle Aufmerksamkeit zu haben, sein Intelligenz die an den Wahn grenzt, sein free-love-spirit, sein fetter Schwanz, den er so generös einsetzt wie seine Worte, und die (und den) in vielen Sprachen. Ihn zu lieben setzt größtmögliche Toleranz voraus, aber irgendwie war ich an dem Punkt angekommen, als ich ihn mal versehentlich in einem Pornofilm wiedersah. XYZtube ist halt das neue Facebook, sagte ich mir. Und ich bin ja selber ne Schlampe, nur dass ich mich noch nicht auf XYZtube gefunden habe, aber auszuschließen ist es nicht, was weiß ich, was Leute mit privaten Sexclips tun. Seine immerhin waren professionell. Aber selbst dort war seine absolute Hingabe zu erkennen. Ein Mann, der sein Drama meinem entgegensetzen kann, George und Martha – aber als Hippies, also jemand, in all seinem ADHS, der einen Platz in meinem Herzen hat. Dabei wollte ich dieses Jahr ganz geerdet aufs Autorenfest gehen, letztes Jahr hielt mich die Phobie ab, das Jahr davor endete eine Sommerliebelei, ein emotionaler Event also. Das Taxi ist da und wir texten ein bisschen, ich versuche, ihn zu stabilisieren, mit den Mitteln, die ich habe – Du bist hier immer willkommen, ich drück Dich, und dann bin ich schon mit etwas feuchten Augen in Schöneberg. Das Fest findet dieses Jahr nicht in dem feinen Haus an meinem geliebten See statt, bei der wunderbaren B., in die ich mich schon beim ersten Kennenlernen verknallt habe und trotzdem sehen wir uns nur bei diesem Fest, was sich von nun an ändern wird. Denn heute ist sie nicht die Gastgeberin. Und ich mach die Tür auf und da ist sie, dieses Mal als Gast, und der Abend könnte nicht besser werden, denn wir haben endlich mal Zeit zu reden und im Gespräch wird klar, dass meine Instinkte, sie für einen Weltklasse-Menschen zu halten, goldrichtig waren. Außerdem nimmt sie mir nicht übel, dass ich sie in der Oper der Phantome besetzt habe, sondern hat erkannt, dass ich meine Superhelden in dem Buch zu Superhelden gemacht habe und fühlt sich geehrt. Und ich mich geschmeichelt. Und so bekommt der Abend seine nicht enden wollende Grundstimmung – Berlin ist meine Berliner Freunde. Ein fellow-Author begrüßt mich als Glam – seit meinem Meltdown letztes Jahr liest er das Blog sehr gern, ich sag – „Das ist ja super, weil da viele abgesprungen sind, es wurde denen zu echt“, und dann geh ich mit seiner schwedischen Freundin S. zum Buffet, das, wie immer, der Hammer ist. Die Lili, die in meinem Roman unfairerweise Angie heißt, kümmert sich um alles, und in der Küche rede ich mit meiner hochgradig fantastischen und wunderschönen Agentin. Als es nicht schöner werden kann, verabschiede ich mich. Stelle fest, dass ich um die Ecke von meinem lieben Freund M. bin und ruf ihn an. „Kann ich Dich zurückrufen?“ „Of course“. Aber dann sitz ich schon im zweiten Taxi des Abends. „By the way – darf ich Ihnen sagen, dass sie heute schon der zweite Taxifahrer mit einem massiv geilen Super-Fahrstil sind? So Klotzen statt kleckern. Dominanz auf der Straße zeigen. Das gefällt mir! So fahr ich selbst!“ Und der brettert stolz weiter und bringt einen Vampir mit einem splatternden Pfützenwasserschwall zum Schmelzen. „Oh, das ist schade, dass wir uns verpasst haben. Aber bist Du zu Hause, dann käm ich nochmal vorbei.“ Und dann kommt der M., ich koche ihm Kaffee und trinke selbst Chardonnay auf Eis, und es wird ein Gespräch, wie ganz früher, als wir erstmals Freunde waren, mit dem added bonus, dass wir miteinander mittlerweile sowas von frei sprechen könne, Skandale, Tabus, Schamgrenzenniederreißung, und als der M. geht und ich den Abend Revue passieren lasse, da spür ich mich, wo ich bin und als es gerade ein ganz ganz wohliges Gefühl wird, da bricht der Regen durch das Schlafzimmerdach und ergießt sich niagaresk auf den Teppich und ich steh, kuck, und lach mich tot.

HAPPY 80TH, YOU GLAMOURCAT, YOU!

„Flamboyant in her personal life and in roles she pursues, Collins continues to act in theatre, film and television in a career that has spanned more than 60 years*.“
WIKI

And wasn´t she, like, the first frenemy?! Joanie, I salute ya! (And no one else has been in their sister´s movies and they were called The Bitch and The Stud. What sisterhood!)

*7 decades, actually.

VAMPIRES AND MERMAIDS

Am Dienstag dann klingelt das Telefon und es ist Couchie Lee.
„Glammy, is it possibly that I stay with you for another night?“
Of course it is. Turns out, dass die Couch bei den neuen Gastgebern den Namen nicht verdient und der Partner des Gastgebers dieses ganze Einquartieren von praktisch-Fremden ziemlich fragdwürdig findet und irritiert auf die Siegessäule schaut, in der diverse Partys und Events mit Kuli eingekringelt sind.
„Who circled these?“ Mit hochgezogener Augenbraue, versteht sich. Yuck. Gays judging gays.

„I´m glad you´re back. You set a record. You´re the first guest who comes back twice during one stay.“
„Do you know, the night we got stuck in Lucky´s elevator was the most fun night I had on this trip?!“
„Talking about it – do you remember me buying milk at the Späti?“
„Yes, milk and chocolate. You gave some to the people on the street.“
„Ah. And then wasn´t there…?“
„That, you mean. Oh yeah.“
(whispering)“Vampires…“

Magic Mike vorm Schlafen gehen. Erstaunlich und angenehm überraschend anders, als der Trailer vermuten lässt. Dennoch:

Die Körper sind natürlich massiv, aber nix gegen die Blicke von Matthew Bomer und Alex Pettyfer. SWEEEET. Und ist von Soderbergh, stellnse sich mal vor.

Wieder wird im Freundeskreis von Vampirattacken auf Touristen mitten in Berlin berichtet. Eine amerikanische Bekannte ruft entsetzt mit der Neuigkeit an, dass die Komische Oper im Herbst Rusalka bringt. Sie warnt mich eindringlich vor dem Besuch, hält sich aber bedeckt mit dem Grund, warum.