›Ashby House‹ hat einen würdigen Nachfolger gefunden und es bleibt zu hoffen, dass es nicht der letzte ist.
Eine Empfehlung von Thomas Elbel, Autor von Asylon, Elysion und Megapolis
Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden
Thank you, Kitty!
Der Spalt zwischen Schönheit, Glamour, Kreativität und den alten, vielfach gebrochenen und gekitteten Gebäuden füllt sich mit sonderbaren Wesen, es droht eine Katastrophe mit vielen Toten. Ich nehme das Angebot des “was wäre wenn?” dankbar an und lasse mir vom Autor in gewohnter Sprachbrillianz und Imaginationskraft erzählen, wie Laura, ihre Begleiterin Elle und ihre männlichen Helfer versuchen, das zu verhindern. Sie lesen richtig. Männliche Helfer. Den Bechdel-Test besteht das Buch mit Bravour. Es sind mehr als zwei Frauen in Aktion. Natürlich sprechen diese Frauen miteinander, sie müssen schließlich einen nicht unbedeutenden Teil der Welt retten (oder vernichten, je nachdem, auf welcher Seite sie sich befinden). Und über Männer sprechen sie nur ganz am Rande, denn sie haben wichtigeres zu tun.
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Herzlichen Dank dem unbekannten Spender!!! Meine Noni!!!
Eine unwiderstehliche Parodie, zugleich düster und unterhaltsam
„Auch im Nachfolger von “Ashby House” offenbart V. K. Ludewig sein Talent als Autor. Vor der beeindruckenden Kulisse der Berliner Oper und den Hintergrund einer privaten Tragödie erzählt er eine surreale Schauergeschichte, die fesselt und unterhält.“
Hearts Buchhexe!!!
OTTO SANDER
„Mach erstmal was Anständiges.“ Hat er gesagt. „Schreiben kannste immer noch.“ Nicht mein Vater. Der Otto. Anfang der 90er arbeitete ich in dem Spiegelzelt, für das er Schirmherr und in dem er Stammgast war. Monika und Otto gehörten zu unserer Theaterfamilie, auch Meret und Ben. Auf Augenhöhe. Wir waren alle Zirkuskinder. Noch Jahre später war er der erste, der grüßte, wenn wir uns über den Weg liefen, und glauben Sie mir, ich habe damals viele Menschen kennengelernt, die einen immer nur im richtigen Rahmen erkannten und wahrnahmen, wenn überhaupt. Otto und Monika waren ein paar Jahre lang für mich die guten Geister meines Arbeitsplatzes und sind aus meinem Herzen nie verschwunden. Otto Sander, es war mir eine Ehre.
HANNIBAL
Vier Folgen am Stück an einem Montagabend heißt schon etwas. Das ist verdammt gut. Anders, als erwartet, ist es nicht einmal die Titelfigur, die mich fasziniert, Dr Lecter kennen wir ja schon, und es ist tatsächlich, wie der jungen Ausgabe eines alten Bekannten zu begegnen. Allein dafür Hochachtung für Mads Mikkelsen, der die Rolle tatsächlich an Anthony Hopkins´ Signatur anlegt und den Sprachduktus des britischen Kollegen als Basis nimmt, eigene Feinheiten der Rolle hinzu zu fügen. Es ist der Ermittler Will Graham (Hugh Dancy), der mich noch mehr fasziniert. Als tragische Gestalt, ausgestattet mit einem Maß an Empathie, das es ihm ermöglicht, angesichts des Tatorts in die Rolle des Täters zu schlüpfen und das Geschehnis zu rekonstruieren, sowie wichtige Deatils über den state of mind des Mörders zu liefern. Production Design, Schnitt und Ton machen das ganze noch stimmiger, als es ohnehin schon ist.
Eine sehr schöne Ablösung für Dexter; auch insofern verwandt, als dass nicht pro Episode ein Fall gelöst wird, sondern Handlungsfäden sich durch mehrere Folgen ziehen.
IST UND BLEIBT
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HELDIN
Heute Abend,
Ballhaus Ost:
Cora Frost!
WILLIAM LANDAY: DEFENDING JACOB
Stellvertretender Staatsanwalt erfährt vom Mord an einem Mitschüler seines Sohnes Jacob. Schon nach kurzer Zeit gerät Jacob in Verdacht und wird unter Anklage gestellt. Der Staatsanwalt wird vorübergehend suspendiert und versucht, die Unschuld seines Sohnes zu beweisen.
Eine klar strukturierte Geschichte, der man anmerkt, dass der Autor Kenntnisse des amerikanischen Rechts-Systems hat – er hat selber als Staatsanwalt gearbeitet. Was die Kraft des Romans ausmacht ist seine Ausführlichkeit. Die Geschichte entfaltet sich langsam, aber umso effektiver. Als Leser ist man hineingezogen, sowohl in die Katastrophe einer Familie, die unter dem Druck der öffentlichen und gerichtlichen Anklage zu zerbersten droht, als auch in die ausführlichen Passagen der Vernehmung und der Verhandlung. So wie sein Vater wünscht man sich, Jacob wäre unschuldig. Anders als für ihn erschließt sich dem Leser, dass die Überzeugung „Das ist mein Sohn, er kann das nicht getan haben“ möglicherweise eine Wunschbild ist, das ein Vater zum Selbsterhalt und zum Erhalt der Familie benötigt. Psychologisch stimmig, juristisch und kriminologisch realistisch und – trotz dieser schlicht erscheinenden Storyline – erzählerisch überraschend. „Defending Jacob“ nimmt einen mit. So oder so.

