Archiv der Kategorie: Crazy Ladies

EINE ELKE MACHT NOCH KEINEN SOMMER oder Teil 2 aus der Rubrik, was Blogger machen, wenn sie sich selbst genug sind: Fotos

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Aber Elke tut, was Elke kann. Prost!

Elke. Nein Edith. Nein. Edit. Also ein paar Stunden später. Den Jahreswechsel verbrachte ich schlafend. Kurz vorm Einschlafen eine SMS aus Sri Lanka vom „P.“, wo ich zunächst nicht wusste ob es sich um den P. handelte, von dem ich dachte, ist ja aber schon Jahre her. Er war´s. Es waren noch paar andere Text messages, aus Kairo, aus Kopenhagen, aus Berlin, aus dem Dreckskaff, wo ich herkomme, aber ich musste schlafen, nachdem ich Maximilian Schells „Marlene“ angeschaut hatte. Das war der perfekte Ausklang. Just a Gigolo. Life goes on without you. So 2010 went away and I slept soundly. Gegen 6 kam Roomie heim und wir tranken einen Schluck Sekt, ich stellte fest, dass mein Elke-Make-up immer noch taufrisch aussah und legte eine Felldecke über den Mitbewohner und wanderte auf klobigen Schuhen und in meiner 80er Lederjacke ins Roses. Trank ein paar Becks Gold, gesponsort vom Enkel meines Patenonkels, befand, dass die Klientel der von vorvorheriger Nacht stark ähnelte, nur anders dosiert – people, people who need people everywhere. Aber alles fein. Ein Spanier kam und knutschte mich und dann war es bald so, dass es gerade eben noch so im Dunkeln nach Hause geschafft werden könnte, und das ist was ich tat. Seul. In meiner Jackentasche ein blöder Nokia-Sound, noch eine SMS aus Sri Lanka. Der Vorsatz für 2011 neben Equilibrium: mehr aktiv ficken. Dass ich nicht früher drauf gekommen bin!
Gerade jetzt: Morgentee mit Belinda (auf dem Pod, keine Ahnung wo Belinda gerade in Wirklichkeit ist). Später bohre ich noch ein paar Löcher in die Wand, jetzt, wo ich ein Mann mit Akuschrauber bin, der – oh my, ich hab das auf Facebook verlinkt, aber schon gestern, liest also kein minderjähriger Verwandter mit, denk ich mal, also der demnächst den P., frisch aus Sri Lanka, so richtig lustvoll durchficken wird! Yum. Bonne année!

JOAN JACKSON

Pausiert den Film, so dass Joan Rivers Fratze Gesicht auf dem Bildschirm einfriert.
„Sag mal – ist das nicht pathetisch – wie sie lamentiert, dass sie als Schauspielerin nicht ernst genommen wird, NUR als Komödiantin? Wenn soll sie den spielen – mit diesem Gesicht??“
„Michael Jackson!“
„Stimmt – das Thriller Video mit den Zombies.“
„Joan Rivers in „This is me“
„This is semi-me.“

SHUT YOUR TRAP

Stelle dezent den Bauhaus-Einkaufskorb aufs Band, muss ja nicht jeder sehen, dass darin zehn Mausefallen sind, weil ja auch nicht jeder wissen kann, dass fünf davon für den Haushalt Strike sind. Fünf ist ne realistische Zahl. Zwei sind schon tot, lass es noch drei sein – und dann zwei Fallen auf Vorrat. Zehn Mausefallen sieht so Grey Gardens aus, so komplett versüfft und Katzenpisse überall. Die knorke 60jährige mit der kessen Frisur schüttet den Korb aufs Band aus.
„Na? Unerwünschter Besuch, oder wie?“
„Ja. Das Nachbarhaus ist wieder eingerüstet worden.“
„Quittung schreib ick Dir, schickste dem Vermieter. Und am Besten die letzte Falle noch jefüllt beilegn.“

Erinnerte an die Woolworth-Episode, als ich mal nen Besen kaufte.
„Na? Ooch ma putzen, wa?“

MOTHER DICK

„Und ich mache mir ein bisschen Sorgen.“
Und ich dann auch. So, dass ich die vorhandenen Kontakte nutze, zu erfahren, wann er wo und wie war. Und sich ca eine Stunde lang wirklich schlimme Szenarien in meinem Kopf abspielen. Nothing seems weird und unmöglich, wenn Du gerade Opfer eines Beischlafraubes geworden bist. (Ich habe mir schon auch vorgestellt was hätte passieren können, wenn ich den nicht rausgeschmissen hätte und er über Nacht geblieben wäre.) Und so reagiere ich alarmiert, wenn mich jemand anruft und alarmiert ist, dass sich jemand, der sich regelmäßig meldet nicht meldet. Recherche ergibt, wann er wo das letzte Mal gesehen wurde, von jemandem, den ich kenne. Ca 5.00 Uhr verliert sich die Spur. 11 Stunden. Ich denke an den verschollenen Portugiesen, die Männer, die auf der O-Straße gaybashen, den Typ der nach dem Sex krankenhausreif geschlagen wurde, denke NEINNEINNEIN, suche gemeinsame Bekannte auf Facebook – „habt Ihr was gehört?“ Überlege, wenn wir um 19h nichts gehört haben, dann wandern wir die Strecke ab. Dann ruft die Anruferin an, die alarmiert war. Alles klar. Sekunde nach dem Auflegen – er. Alles klar. Eine Stunde Horror, Angst, Furcht. Und keineswegs das Gefühl „Arschloch – nächstes mal gibst Du Statusmeldung!“, sondern „Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie wichtig Du bist, and you´ve got the friends to proove it.“

Und irgendwie ein bisschen erleichtert, dass ich nicht von selbst in die Mutti-Rolle geschlüpft bin, gleichermaßen froh, sie erfolgreich bedienen zu können, wenn die Kinder um Hilfe rufen.

(Rodent-)TEARS OF A CLOWN

Wenn man „Grey Gardens“ gesehen hat und „Grizzly Man“, dann liegt die Messlatte hoch, für eine Dokumentation, die auf Festivals ein Achtungserfolg gewesen ist. „Joan Rivers: A Piece of Work“ kommt nicht an die zuvor genannten heran und ist dennoch ein unterhaltsamer Film.

Ich schätze, Joan hält sich für uneitel, Einblicke in ihr Leben zu liefern, in dem es beruflich gerade nicht so gut läuft. Aber sie sagt ja selbst, sie würde alles machen – sich die Zähne rausschlagen und Werbung für Dritte machen, eine Windel anziehen – Hauptsache Arbeit. Dabei ist es doch der Höhepunkt der Eitelkeit, wenn man sich dem Betrachter in einer schlimmen Verfassung zumutet und trotzdem oder gerade deshalb erwartet, geliebt zu werden. Ich spreche aus Erfahrung! Und deshalb liebe ich Joan Rivers schon wieder. Sie ist so overblown und drüber, dass es eine unreine Freude ist. Sie hat sich dermaßen überstilisiert und die Ups und insbesondere Downs ihrer Karriere immer wieder so amerikanisch selbsthilfe-mäßig abgehandelt, dass ich den Hut ziehe. Sie verkörpert die Maxime meines Großvaters – es geschieht nichts so Schlechtes, als dass man nicht einen Nutzen daraus ziehen könnte.

Unangenehm wird es, wenn man Joan Rivers nicht Joan Rivers sein lässt – das bekommt ein Gast in Wisconsin* zu spüren, der ihr Programm nach einem Helen Keller Witz stört.
„That´s not funny – my son is deaf.“
Joan zögert, aber nicht lange: You son of a bitch you fucking son of a bitch wannna tell me what´s funny?
Die nächsten Minuten muss der arme Mann eine Tirade über sich ergehen lassen, die einzig klar macht, dass Joan Rivers Energie, ihr „Humor“ hauptsächlich von Wut gespeist wird. Wut, Frustration, Selbsthass. Das soll bei Comedians und Comediennes häufiger vorkommen (ich erinnere mich daran, die Dschungelkönigin** in einem Programm erlebt zu haben, wo sie unterbrochen wurde und dem zahlenden Gast androhte „seinen Mikropimmel an die nächste Lifasssäule zu schlagen“.)

Die kleinen Vorführungen, die der Film bereit hält, die wird Miss Rivers mit ihrem angeschlagenen Selbstwert und der deshalb überdimensional angelegten und zurechtgeschnurrten Persona nicht begreifen. Dass, wenn Tränen fließen, eigentlich immer nur Selbstmitleid der Grund ist (als sie beispielsweise ihren Manager feuert und dann lamentiert, wie sehr es ihr fehle, jemanden zu haben, der sie schon ganz lange kennt. Kein Gedanke, an den Ex-Mananger und seine Gefühle. Schade, dass die Regisseurin hier nicht bei ihm nachgehakt hat.)

Wie in „Grey Gardens“ und „Grizzly Man“ geht es auch in „A Piece of Work“ um eine großartige Exzentrikerin, die ihren Platz in der amerikanischen Kultur hat. Es ist gut, dass es Joan Rivers gibt, aber ich möchte nicht eines Tages als Joan Rivers aufwachen. Roomie allerdings gab, als ich mich über Joans gewöhnungsbedürftig operiertes Gesicht äußerte, zu bedenken: mit 75 wie 75 auszusehen, also alt, ist auch nicht so schön. Dann kann man auch gleich die Sau rauslassen. Und das hat Joan Rivers für die amerikanische Frau auf der Bühne erfunden. Und sie hört und hört und hört und hört nicht auf. Well done!

*Ihren Chauffeur in Wisoconsin fragt sie, wie denn hier die Gay Scene so sei. Das wisse er nicht, antwortet er. „You killed em all?“ fragt sie zurück und dafür muss man sie dann schon wieder lieben.
** Auch eine Frau, die´s nicht mehr merkt und die eigentlich nicht in einen Beitrag über Joan Rivers gehört, weil zwischen den beiden in der Ausführung ihres Handwerks qualitativ Welten liegen. (Was man insbesondere dann merkt, wenn sie Joans Witze als ihre eigenen vorträgt.)

different kind of porn cycle

Wenn es wenigstens geiler schöner wilder Porno wäre, fantasievoll und ausgerastet, aber es ist das stupide, schlecht gefilmte 0815-Zeug, wo drei Typen (zwei davon immer wechselnd) auf einer ätzenden Plastik-Leder-Couch das exakt gleiche Programm abziehen. So Cazzo-mäßig-mäßig. Und nur einer von denen ist sexy. Der, you know who. Je mehr ich sehe, desto weniger Ständer. Call me a prude, aber ich mochte den Sex mit ihm, wo noch ne Bettdecke oder Kaninchenfelle involviert waren und die Weingläser vom Nachttisch gefegt wurden, alles ohne Rücksicht auf Flecken und Abwaschbarkeit. Abe das versteht kein Porno-Regisseur.