Archiv der Kategorie: Crazy Ladies

TOUGH BITCHES

Susan Alexander: „In case you haven´t heard it – I lost all my money and it was plenty, believe me.“
Reporter: „The last ten years were tough on a lot of people.“
Susan Alexander: „They haven´t been tough on me. I just lost all my money.“

(aus „Citizen Kane“, Orson Welles)

DESPERATE HOUSEWIVES: BECKY SHARP

Ich bin eigentlich kein Fan von Reese Witherspoon (Sorry, Burnster – weiterlesen!). Trotzdem habe ich ungefähr fünf Filme mit ihr auf DVD. Wie kommt das? Sie triffft eine gute Drehbuchauswahl. Und macht ihren Job einwandfrei. Gestern also „Vanity Fair“ gesehen, die Geschichte vom pikaresken Aufstieg und Fall der Becky Sharp. Um das Buch hatte ich mich mein ganzes Studium gedrückt und nach dem Film fragte ich mich warum bloß. It´s beautiful. Hinreißende Geschichte, sexy Charaktere, fulminante Ausstattung, ecxellente Kamera und eine tückisch gute Miss Witherspoon (ihr Name klingt nach Dickens, oder?). Abgesehen von dem traumhaften Plakatmotiv (wicked…) wartet der Film mit noch etwas Zauberhaftem auf – es gibt Elefanten! Und Jonathan Rhys Meyers mit einer supert coolen Frisur!!! Ansehen!
P.S.: Was ich Miss W. indes nie verzeihen werde: dass sie Ryan Phillippe geheiratet hat.
P.P.S.: Mir kann man wirklich nicht vorwerfen, dass ich soviel vom Film verrate, dass man das Gefühl hat, ihn nicht mehr anschauen zu müssen, oder?

CEREAL MONOTONY

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass mir von Tori Amos nur die Lieder gefallen, die mit Essen zu tun haben? Cornflake Girl, Baker, Baker? Sugar?
Okay – Crucify, da wird nicht gegessen. Aber das ist auch die Hymne der Phobiker, irgendwie.
Nach den ersten beiden Platten kam von Frau Amos eh nur noch mystische Menstruation für Anglistikstudentinnen. Und vielleicht Erziehungswissenschaft.

CRUNCHY QUADRIGA OF BERLIN: IRIS SCHOKOBERBEN

Iris Berben ist überall. Im Fernsehen, im Borchardt, in der Zeitung und auf einer Tafel Ritter-Sport-Schokolade. Der quietschgelbe Hintergrund bringt ihre schokofarbenen Haare beonders gut zur Geltung, aber Iris tut nur manche Sachen aus Eitelkeit. Für die Schokolade gibt es einen Zweck. Und zwar einen guten. (Quadratischen? Praktischen?). „Machen Sie mit! Jede Packung zählt!“ Auch die, die ich extra aufgehoben habe und auf die mein Auge fällt, wenn ich es von Tastatur und Screen schweifen lasse.
Mit dem Verzehr einer Tafel Quadrago Crunchy Pop ermögliche ich einem afrikanischen Kind die Versorgung mit Lehrmitteln für einen ganzen Tag. Das ist toll. Nur gibt es ein Problem: was, wenn meine Packung aufgegessen ist? Nimmt man meinem afrikanischen Kind dann den Bleistift wieder weg? Hinzukommend nch eine ganz andere Frage: Ich habe meine Quadriga Crunchy Pop bei Reichelt erworben. Auf dem Tisch für auslaufende Ware. Für 69 Cent. Ist da noch ein Bleistift für Afrika drin? Oder zahlt das nur die Haarfarbe für Iris? Ich würde ja jeden Tag eine Tafel kaufen, aber ich kann doch nicht durch die Stadt fahren und überall nach Restbeständen Ausschau halten. Was ich machen könnte: einen Satz Bleistifte kaufen, dem Bekannten von mir in die Hand drücken, der demnächst nach Tansania geht. Dann steht hinter dem afrikanischen Kind nämlich auch nicht am Ende des Tages ein Schokoladenfunktionär, um ihm das Tageslehrmittel zu entreißen. Und ich kann auf Schokolade verzichten. Ist eh gesünder. Und irgendwie praktischer. Auch wenn es an Quadratur mangelt.

FIVE LINES FOR KATE. MOSS. NOT BUSH.

Kate Moss ist mir im Traum erschienen, sprach Deutsch und war bezaubernd. Eine ganz Liebe. Sie sah tiptop aus, und sah den Zweifel auf meinem Gesicht, las ab, dass ich so gern für die Blogger die Wahrheit über die 5 Lines herausbekäme. Sie zu fragen, verbat mir meine gute Kinderstube. Und so feierten wir parallel. Ich hatte Sex mit einem Fremden, den ich am Liebsten sofort geheiratet hätte, der aber dann ermordet wurde und Kate ging auf eine Premiere ins Tipi.
Also starring in this dream: mein Große-Liebe-Ex von 1998 und mein Mitbewohner aus dem Jahr 1996.
Das passiert, wenn man in alten Unterlagen wühlt und am gleichen Tag zur Therapeutin geht. Ich bin nicht einmal dazu gekommen, sie zu fragen, was es mit den Disney-Hexen für eine Bewandnis hat.

Nochmal 5 Zeilen zu Kates Verteidigung
– es waren sehr kleine Lines
– sie ist jung und hat das Geld
– es war Schnupftabak
– Koks ist low carb
– a rolling stone gathers no Moss (dasn ist etwas aus dem Zusammenhang, ich weiß)

CRAZY LADIES UND BESCHEUERTE TODESURSACHEN: LYA DE PUTTI

lya
Lya De Putti war Sally Bowles´ Lieblingsschauspielerin. Wie im Falle der Lupe Velez ist Lyas Tod spektakulärer als ihre Filme. Um ihren Liebhaber zu zwingen, sie zu heiraten, trat sie in einen Hungerstreik. Als der Liebhaber sie überraschend besuchte, wusste sie nicht wohin mit dem Hühnerschenkel, den sie gerade heimlich knabberte. Sie schluckte und verschluckte sich. Tod durch Ersticken.
Sagt man.

CRAZY LADIES: WARREN BEATTYS GROSSE SCHWESTER

Shirley MacLaine war lange Jahre eine große Heldin für mich. Wenn ich „Sweet Charity“ sehe, „Postcards from the Edge“ oder „Das Apartment“ kann ich nachvollziehen warum. Dazu kamen noch die Eso-Bücher die mich ein paar Jahre lang begleiteten und mir Hoffnung vermittelten, als ich noch an Glauben glaubte. Und dann war da noch die TV-Show „Illusions“, in der Shirley sich selbst spielte – als Künstlerin, Tänzerin, Schauspielerin, Autorin und Sängerin (ich gehöre zu den ca. 12 Menschen weltweit, die sogar ihre CD besitzen, aber ich habe auch die von Goldie Hawn und Bette Davis). Diese TV-Show konnte ich sprichwörtlich und sprechgesanglich auswendig. Sie half mir über meinen ersten Ferienjob in einer Fabrik, in der ich vier Wochen lang Gummiränder auf emaillierte Industriewaschbecken aufzog. An Highlight-Tagen durfte ich Emailtropfen aus den Becken schleifen! Während dieser –sagen wir- repetitiven Tätigkeit, die stets von unsagbar sexistischen, versauten, rohen, ekligen, mich-für-immer-prägenden dummen Sprüchen der Mitarbeiter begleitet war, sang-sprach ich innerlich arbeitstäglich die „Illusions-Show“ auf. Mit Moderationstexten und Songs! Bei 8 Arbeitsstunden und einer 45minütigen Sendung also … rechnet doch selbst. Bis heute verfolgen mich Textpassagen in Shirleys Intonation wie „George Bernhard Shaw and John Lennn both expressed a similar sentiment“ oder „I´m a person too. I´m a human. A someone. To me I´m important. Not something you spit on or hide in the corner. I´m a person, too.“ Ihre amerikanisierten Versionen französischer Chanson-Klassiker (und solchen, die es beinahe geworden wären) gehen mir nicht aus dem Kopf.
20 Jahre später ist Shirley auf die Rolle der „verrückten Alten“ abonniert Manchmal auch noch in Filmen. Sie hat ein Buch herausgebracht, das ihr Jack-Russell-Terrier über sie geschrieben hat. In einem anderen (ansonsten sehr schönen ) Buch über den Jakobsweg berichtet sie von ihrem Besuch des versunkenen Atlantis. Ein befreundeter Fotograf bezeichnet sie als die schrecklichste, übelste Heuchlerin, die er je ablichten musste. And Joan Rivers (das ist die amerikanische Comedienne, bei der die Vogelgrippe Désirée Nick 98% ihres Programms klaut) expresses a similar sentiment. Joan berichtet von ihren Erlebnissen als Opener für MacLaine in Las Vegas. Zum Ende der Spielzeit war es üblich, dass der Star seiner Crew ein Geschenk macht. Angesichts der Unsicherheiten in der Entertainmentbranche war das in der Regel ein Geldbetrag. Shirley MacLaines Crew bekam signierte Nagelpflege-Etuis. Sweet Charity, indeed.
„And first thing tomorrow morning: do something outrageous!“ (Regieanweisung: putzige Fratze schneiden und Schultern hochziehen.)