Kev-Fed droht mit Tell-all-book: „The book could include details about his estranged wife’s wild drinking, alleged drug use, her sexual attraction towards other women, as well as her supposed belief in time-travel.“
imdb.com
Ah ja. Zeitreisen. Zu blöd, dass sie das noch nicht beherrscht.
Mitte der 90er. Julia Roberts stellt sich Madonna vor.
Julia (mit dem legendären Strahlen): „HIII! I´m Julia!“
Satan (frozen): „I know who you are.“
Vivenne Westwood auf einer Party. Sie sieht jemanden, winkt ihm majestätisch zu, er winkt zurück.
Vivienne Westwood: „No no. I´m not waving at you. I´m wiping you out.“
Wurde aber auch Zeit! Erstens hat er Dich eh nur als Trittbrett benutzt. Zweitens hat er sich über Dich lustig gemacht, allein schon durch seine Existenz. Dann hatte er etwas unglaublich prolliges, was irgendwie erst durch die Fusion mit Dir zum Vorschein kam (er KANN auf Fotos nämlich auch ziemlich geil aussehen.) Dann hat er sich als Trittbrettfahrer auch noch so unglaublich blöd angestellt, dass es klar war, dass er sich gar nicht so feste an der Tür festhalten kann – one bump in the road – und er landet auf der Straße, selbst wenn die olle Karosse nur Schritt fährt. Außerdem hat er miesesten Geschmack bewiesen: kaum, dass Du Kind eins geworfen hattest, musste er schon wieder über Dich drüber. Und wir wissen alle, wie Scheiße Du damals aussahst. Er hat dafür gesorgt, dass Du den Anschluss verlierst. Schau mal: Christina Aguilera hat Dich rechts überholt. Christina AGUILERA! Deine Freundin vom Kinderfernsehen! Die Welt hat sich verändert während Du mit ihm Käse-Chips auf dem abgewetzten Sofa gemampft hast. Ich hab jedenfalls kein einziges Foto von Dir magersüchtig oder mit zu großer Sonnenbrille gesehen. Ich meine, Nicole Richie zuzuschauen ist im Vergleich noch sehr lustig. Die Berichterstattung über Dich hat immer etwas Schmuddeliges, Präseniles. Da lag der Geruch von Kinderkotze in der Luft. Außerdem bin ich sicher, dass er immer über den Klorand gepisst hat – sowas sieht man doch wenn man jemandem in die Augen schaut, außer man heißt Britney. Bei Euch war eines immer klar – Ihr seid Leute, die die Klotür nicht hinter sich zumachen. Fast mochte man Paris Hilton mögen, wenn man die InTouch durchblätterte.
Eins hat er geschafft: Wir haben lange keine Platte mehr von Dir hören müssen. Immerhin. Ich fürchte, damit ist es jetzt vorbei. Meine Rat an Dich, Spears: kauf Dir ein Mobile-Home und miet Dir George Michael als Chauffeur. Die Kinder gibst Du Satan Esther Medea Madonna in Pflege. Oder hör auf Nena. Aufm Mond steht nämlich ein Auto. Die Schlüssel stecken auch noch drin.
„Look, I could have joined the U.N. and become an ambassador and visited various countries and just kind of showed up and smiled and looked concerned. But that’s not getting to the root of the problem – and by the way, neither is building orphan care centers and giving people food and medicine.“
(Satan Esther Madonna im Time Magazine via www.dose.ca)
Natürlich Madonna. Is schon klar. Ist natürlich viel besser jeden einzelnen verdammten Waisen persönlich da rauszuholen, selbst wenn´s nur ein Halbwaise ist. Better not mess with Lara Croft-Pitt, though. Und nur, weil sie zuerst die Idee mit Maddox hatte. Und weil sie the sexies woman alive ist. Und fünfzehn Jahre jünger. Und Unicef-Botschafterin sein darf. Und Brad Pitt hat. Und nen Oscar.
Komisch, selbst wenn ich mich bemühe, ganz unparteiisch zu berichten, scheint durchzuschimmern, bei welchem Raider meine Sympathien liegen.
In fernen fernen Zeiten, als der durchschnittliche Westfernseher im Zonenrandgebiet fünf Sender empfangen konnte (ARD, ZDF, NDR, DDR1 und DDR2) gab es trotz des überschaubaren Angebots einige fantastische Filmreihen: Die ARD bot Samstags ab 23h Horror und SciFi. Das ZDF zeigte in „Des Broadways liebstes Kind“ alle verfügbaren ‚Hollywood-Musicals von „Auntie Mame“ bis „The Sound of Music“, aber die schönste, schaurigste und, wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, langlebigste Filmreihe lief unter der Überschrift „Mumien, Monstren, Mutationen“ im NDR. Auf meinem kleinen Kinderzimmer-Schwarzweiß-Fernseher erlebte ich die Klassiker des Horrorfilms. Filme aus den 30ern von James Whale (Frankenstein), Tod Browning (Dracula, Freaks), Tourneur (Cat People). Verschollen geglaubte und selten wieder aufgeführte Perlen wie den Geisterfilm „The Unininvited“ oder Schocker wie „Dr. Cyclops“ und „Graf Zaroff, Genie des Bösen“ (der danach schreit, neu verfilmt zu werden).
Hollywoodfilme der 30er bis 60er sollten mein Weltbild stark prägen, was mich der Realität der 70er eher als Gestrandeten auslieferte. Wenn meine Schulkameraden unter der Bettdecke ihre Drei Fragezeichen hörten, schaute ich lieber dem incredibly shrinking young man zu oder verfolgte das Schicksal des Puppenspielers in „Dead of Night“. Und als ich das allererste Mal „Sunset Boulevard“ von Billy Wilder sah, stufte mein trainierter Blick den Film sofort als Horror-Film ein.
Hollywood, Ende der 40er. Ein junger Drehbuchautor flieht vor seinen Gläubigern und versteckt seinen Wagen in der baufälligen Garage eines riesigen verwunschen wirkenden Anwesens am Sunset Boulevard. Eine herrische Dame fordert ihn auf das Haus zu betreten, sie hält ihn für einen Betstattungsunternehmer. Präsentiert aufgebahrt die Leiche eines Schimpansen. Dann erkennt er sie als Norma Desmond, entthronte Filmkönigin der Stummfilmära.
(Ca. 1.20 min.)
Für ein Kind ist Norma Desmond der böse Geist des Hauses am Sunset Boulevard. Wie ihre Hände sich krallenförmig um Mobiliar und Unterarme legen, ihre weit aufgerissenen Augen mörderische Ausbrüche anzukündigen scheinen. Die Musik im Haus – der Wind, der durch eine kaputte Orgelpfeife jault. Das Haus – ein gespenstischer, staubiger Palast. Und natürlich ist das eine völlig korrekte Lesart von Wilders Filmsprache. Der narzisstische Star als Monstrum. Das Haus ein Spukhaus, die Filmorgel als gothic instrument. Selbst der Job des Protagonisten, der sich für Norma als Salomé-Script-Ghostwriter betätigen wird, bevor er ihr Liebhaber, ihr Gigolo wird. Wenn ich heute „Sunset Boulevard“ sehe, dann nicht mehr als Horrorfilm, sondern als einen der zwei besten Filme über den Opportunismus (der andere, „All anbout Eve“, ging im gleichen Jahr ins Rennen um die Oscars und siegte). Das Drehbuch ist so stark, dass selbst die Musicalfassung dem Stoff nichts anhaben konnte – im Gegenteil. Was damit zu tun hat, dass das Libretto hauptsächlich zitiert und selten variiert. Die Figur Norma Desmond ist ein Hollywood-Archetyp geworden, genau wie Dracula und Frankenstein und Bette Davis´Margo Channing in „All about Eve“, aber in viel stärkerem Ausmaß. Eine einst mächtige Frau, die in der Illusion lebt, sie sei immer noch an der Spitze, deren Traum erst zerbricht, als der Drehbuchautor sie in die Wirklichkeit entführt, in die sie nicht gehört. Die Wirklichkeit ist nicht stumm, wie die Filme, in denen Norma erfolgreich war. („We didn´t need dialogue! We had FACES!“) Die narzisstische Schizoidie endet in einem Fall tödlich, im anderen gnädig – mit Verneblung. Norma geht zurück in ihren Traum, fast so wie Mrs Danvers, die in Manderley in den Flammen aufgeht.
(Ca. 2.30Min.)
Hollywood Gothica, further reading : Kenneth Anger „Hollywood Babylon“, Theodore Roszak „Flicker“, Clive Barker „Cold Heart Canyon“, Angela Carter „The Merchant of Dreams“.
„Sunset Boulevard“ available on Paramount DVD, Special Collector´s Edition, ca EUR 8,-
Und, falls jemand Glam eine riesengroße Freude bereiten will: der sucht seit Jahrzehnten so einen Zigarettenhalter-Ring, wie Norma ihn trägt.
Ich meine, man schlendert doch nicht so mir nichts Dir nichts eines Tages durch die Shopping Mall –
– Schatz, haben wir Milch und Eier?
– Ja, und die Windeln sind schon im Wagen.
– Wunderbar, dann lass uns doch mal nach einem Jagdgewehr schauen.
– Prima, machen wir das.
Und schiebt mit dem Einkaufswagen weiter den Gang runter. Und genau das ist der Grund, warum ich Courtney fucking Love hasse.
Da hatte ich ja wieder den Finger am Puls der Zeit! Spiegel online bestätigt (jedenfalls beinahe) meine, bzw. InTouchs Celebrity-couple-of-the-year-Theorie.
Whitney bereitet sich auf Osama vor. Ich finde, sie soll nichts überstürzen, sondern erst mal eine wenig ihre Freiheit und ihren Trailer ganz für sich alleine genießen. Überleg mal – nie wieder das Spritzbesteck teilen müssen! Sich ma nen Tag gehen und den Mopp auf dem Kleiderhaken lassen. Am besten auch schon mal die Scheiben abdunkeln, um sich auf die neue Höhlenwohnsituation vorzubereiten. If you really wanna feel the heat with somebody, Whitney, Osama is your man.
Leider wahr: „Grey Gardens“, das Musical, ist ein Sucker. Der erste Akt komplett überflüssig, die Musik retro und zwar auf die falsche Art und Weise (der Komponist hält sich für Sondheim, war aber noch nicht einmal in derselben Sauna), die Anzahl von Männern und Kindern auf der Bühne idiotisch, wenn man zwei Rollen hat wie Little Edie und Big Edie. Die anderen Bouviers können mir gestohlen bleiben. Schon die Doku kam gut ohne sie aus.
Der zweite Akt hat ein paar schöne Textideen (sämtlich Zitate aus dem Maysles-Film) und das war´s dann auch schon. Gut – die beiden Hauptdarstellerinnen reißen es ein wenig raus, aber es reicht einfach nicht. Das Ärgerlichste: die geniale Vorlage, zu der mir zweihundert bessere Umsetzungsmöglichkeiten einfallen.
And what´s a musical without a catchy tune for Barbrabitch to do a bad cover on one of her next 3 Broadway albums? Fehlanzeige. Hier rein, da raus. Grey Gardens, the movie, starring Jessica Lange, please.
(Immerhin nicht schlecht besetzt und auch sonst quite authentic: Christine Ebersole)