Archiv der Kategorie: but it refuses to shine

GLOOMY MONDAY oder TOO-REE-AY, TOO-REE-OH

Aufgewacht vor und mit Sorgen nach schrecklichen Träumen. Nicht mal Gossip Girl hat mich gestern ablenken können. Der Sommer bäumt sich noch mal auf, ist aber mehr wie ein Echo. Auf dem See schwimmt schon Laub, und Schwanenfedern und eine Damenbinde.
Im Radio beantwortet Doris Day Fragen zu ihrer neuen Single. Und solche, die ihr vermutlich schon vor sechzig Jahren gestellt wurden, bizarr. Sie hört sich allerdings an, als mache es ihr Spaß. Es war ja schon etwas schräg, Kate Bush bei Interviews zu zu hören, immer ein bisschen mit der Angst, ob sie noch oder schon oder vielleicht auch wieder in der gleichen Zeit lebt wie der Rest der Welt. (Irgendwie nicht, aber irgendwie auch egal.)

With a mind that renders everything sensitive
What chance do I have here?
Put an end, put an end
Put an end to every dream
(…)
Too-ree-ay, too-ree-oh, too-ree-ay, too-ree-oh, too-ree-oh´s what I say
To keep me going
And to keep the shit away.
(…)
Come on
We all sing

(Kate Bush: „Not this time“)

(Und das war nur ne B-Seite. Unvorstellbar.)

GOOD NIGHT, SUNSHINE

Irgendwann Anfang der 90er eine Nacht im Kumpelnest. Sunshine, vor der alle Ehrfurcht und Angst haben, setzt sich komplett zugedröhnt neben mich. Auch ich bin nicht ganz angstlos. Dann spricht sie mich auch noch an:
„Weisssdu, was das Problem mit denen is? Für die is die Welt n Bonbon.“ Bedeutungsschwangere Pause. „Für mich is die Welt n Likör.“

Solche Sätze vergisst man sein Leben lang nicht. Sunshine ist am 19.7.2011 verstorben. Jetzt scheint im Himmel die Sonne ein bisschen heller. Einen Likör auf Sunshine.

WALKING IN THE VALE OF DARKNESS

Hatte ja geplant, den hässlichen Tag dafür zu nutzen, die Steuer zu machen und dabei nicht auf dem Schirm, dass ich da mittlerweile so effektiv arbeite, dass es in ner halben Stunde erledigt ist. Außerdem schon um 7 aufgestanden, weil schlichtweg ausgeschlafen, so hat man dann noch mehr von dem Grau und dem Regen. Überlegt, ob, wenn der Tag eh schon so Scheiße ist, ich nicht auch gleich den Briefkasten aufmachen soll. Und da war, neben dem übrigen Mist, der jährliche Scheck von der VG-Wort drin, kein weltbewegender Betrag, aber immerhin.

Eigentlich wäre heute Blondieren, aber ich habe Spliss bis in die Wurzeln, hinzu kommen brüchige Fingernägel. Trennkost bekommt mir nicht, zumal dieses Trennen häufig zur Folge hat, dass ich nur ein Nahrungsmittel zu mir nehme, weil alles, was damit schmecken würde, in der falschen Nahrungsgruppe ist. So kann man natürlich auch Gewicht verlieren.

Nach dem Betrachten von „Eden Lake“ wieder viel über die menschlichen Abgründe nachgedacht, nicht nur die der anderen, vor allem auch die eigenen. Das Blöde bei dieser Art des Sinnierens – man kommt zu keinem Ergebnis, es bleibt alles beim Fazit „Die Welt ist schlecht“ und dem Aufrechterhalten des Bestrebens, der moralischen Verpflichtung nachzukommen, sich an dem zu erfreuen, was erfreulich ist. Aber auch hier schiebt einem die Welt oft den Riegel vor.

Ja, ich bin cranky, aber das wären Sie an meiner Stelle auch. Mindestens.

DAMAGES

Das Handy geht wieder, ein Not-Festnetz ist auch eingerichtet. Das Jahr hatte schon finstere Nächte, aber, man lernt, es gibt Steigerungen. Gestern ist mehr zu Bruch gegangen als ein Bilderrahmen, ein Spiegel und ein Telefon.