Vielleicht floppt Melrose Place ja auch, weil niemanden eine Bürointrige mehr interessiert, da der Alltag schon voll ist von sowas. Ich merke gerade, wie wenig ich noch Lust auf so etwas habe – Unterstellungen, Sachen in den Mund gelegt bekommen, „Ich hab Dir doch gesagt“ (was nicht der Fall war) – am Besten noch vor Zeugen. Das Wort im Mund herumgedreht bekommen, Kommunikation auf Kommunikationswegen, die nicht funktionieren. Ich hab das bislang bei Kollegen beobachtet und jetzt selbst erlebt, es war eine Frage der Zeit. Jemand, der mit der Axt im Streichelzoo unterwegs ist und bislang jeden seiner Mitarbeiter in diesem Projekt dermaßen unter Druck gesetzt hat, dass ein konzentriertes Arbeiten gar nicht mehr möglich war. Es ist ruckzuck in den roten Bereich gegangen, wo man das Problem mit nach Hause nimmt, wo es eine Wichtigkeit bekommt, die die Lebensqualität beeinträchtigt. Ich muss mir nichts mehr beweisen. Mach das noch ein paar Tage mit und, da sich nichts ändern wird, arbeite ich gern noch einen Nachfolger in diesem Arbeitsbereich ein und konzentrier mich wieder auf die angenehmen Kollegen, dann sinkt vielleicht auch die Mordlust wieder. Es kann nicht angehen, dass meine Arbeitsenergie dafür draufgeht, mich beherrschen zu müssen.
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SERIAL-KILLERZ
Jetzt haben sie Amanda an Bord und wohl auch ein leises Gespür, was das für eine Figur ist. Und was machen sie? Nüscht. My hopes were high, dass der neue Melrose Place jetzt vielleicht doch ein bisschen durchstartet, aber er bleibt flügellahm.Wenn ich eine Figur wie Amanda habe, dann muss die in der ersten Episode ihres Erscheinens ein Erdbeben auslösen, das 70% der Cast in den Grundfesten erschüttert. Stattdessen pöbelt sie nur ein bisschen rum und man wünscht sich, sie würde die blöde Mieze Ella nicht nur aus der Woodward-Firma sondern auch aus ihrem Apartment kicken, bloß raus aus der Serie. Ich hätte Amanda gern mit Michael gesehen, in einem Flashback mit Syd, meine Güte, sogar ein Catfight mit der langweiligen Jane hätte ein bisschen Dampf gemacht. Aber offenbar sind die Schreiber von MP immer noch überzeugt, dass die banalen Storylines um ihre selbstkreierten seriensterotypen Teenies („get al life god damnit“ – möchte man ihnen minütlich zurufen) interessanter sind als die saftigen, überdimensionalen Original-Charaktere, denen die hochgradig bizarrsten Storylines nur so um die Ohren gehauen wurden. Oder sie können sich immer nur einen Oldie pro Folge leisten. Ich weiß es nicht. Die Produzenten erklären sich den Misserfolg mit der düsteren Stimmung der Show, es soll jetzt alles etwas heiterer, lockerer werden. NOCH banaler? Demnächst sehen Sie Ella beim Picknick, Riley beim Wäsche bügeln und whats-his-name beim Topfschlagen.
Anstatt aus Fehlern zu lernen und den miesen Quoten mit dem Rausschmiss der Schreiber entgegen zu wirken, die es offenbar immer noch nicht auf die Reihe bekommen haben, sich mal ein paar Folgen des Originals anzuschauen und vor Scham ob der eigenen Fähigkeiten in Weinkrämpfe auszubrechen, haben sie immer noch nichts begriffen. Nurse Benson, können Sie bitte den Lobotomie-Pickel reichen?
The verdict is in: „The CW needed Heather Locklear back, for the sake of ratings, but the creative team behind „Melrose Place“ didn’t have any real use for her. (…) Since Locklear can’t do subtle expressions, she should have been given broad actions. If she’s going to be Amanda Woodward, she might as well have flown into the episode on a broomstick, cackling and detonating tiny grenades along the way.“
Übrigens ebenfalls in Planung: ein Revival von „Charlies Angels“. Bitte, bitte. Nicht.
AmApp Rummage Sale
Schüler VZ LIVE!
THE LAST OF THE FAMOUS INTERNATIONAL NEWSLETTER READERS
Dann mit der ausgedruckten Email zu American Apparel und eine ganz entzückende Slim Slack in der Farbe einer frischen Olive erstanden, wäre ein 5-Minuten-Stunt gewesen, wenn nicht die unfreundliche Mitsouko hinterm Tresen zu verpeilt gewesen wäre, einen Rabatt in ihre Wundermaschinenkasse einzutippen und erst die Chefin (die ich sehr schätze) vorbeikommen musste, und nicht, dass Miss Mitsouko diese Verzögerung mit Freundlichkeit zu vertuschen versucht hätte, wie es inkompetentes Personal weltweit normalerweise tut, nein, sie blieb die Kotzkuh, die in die 24er Hosen passt, die dort in den Regalen schlafen, die sonst aber keine Freude hat, und die 20 % Rabatt, die ich bekam verrechneten sich 1 zu 1 mit dem Ticket für Parken im Halteverbot. Können Sie die Schlampe bitte in die Münzstraße versetzen – da sind alle Verkäufer gleichermaßen unfreundlich und ich kann wieder angenehme Einkäufe bei meiner Lieblings-Shoplady machen. Danke.
Und, ja. Ich lese sogar die Produktempfehlungsmails, die ich täglich von Amazon bekomme. Und deshalb hab ICH demnächst ne Platte von John Barrowman, also rümpfen SIE nur ruhig die Augenbrauen oder kräuseln Sie die Nase, I am what I am, siehe oben. Is doch wahr.
PSYCHOKILLER, QU´EST-CE QUE C´EST?
Der Mörder war ja eigentlich im Keller des Ferienhauses, und ich saß feste auf der Falltür, der konnte eigentlich nicht raus. Was ich von ihm vor mir sah war nur eine täuschend echte Ektoplasma-Manifestation. Deshalb half es auch nicht, wenn ich mit dem Spaten auf ihn einschlug. Nach dem Aufwachen hab ich dann sofort die Umsatzsteuererklärung für´s dritte Quartal fertig gemacht.
AND SO WHAT I LEARNED FORM THIS LOVELY TRIP IS THAT
I need a REAL vacation, WITHOUT deadlines, worries, stupid dogs, dick cheese and walnuts. Wer mich nach einer Walnuss fragt, upon my return, kriegt die Fresse poliert.
As for now – give me the Turmzimmer. I HAVE a reservation.
LINES COMPOSED UPON GURGLING WITH VODKA AND BRUSHING TEETH ALMOST MANICALLY
Es hätte so schön werden können – wenn man nach der Hochzeit von den Eltern gefragt wird „Und wo seid Ihr beiden Euch das erste Mal begegnet?“ zu antworten „Actually, hier. Als Ihr im Urlaub wart, hab ich ihn mir ins Kinderzimmer bestellt.“
Aber es sollte nicht sein, und weshalb nicht, das lesen Sie hier.
Was für ihn sprach – er war auch ein Reisender. Also hatte er weder schlechte Haare, noch Bedenken erregendes Übergewicht. Er war sehr gut im Messages schreiben. Seine Fotos versprachen viel und hielten es visuell auch ein. Er kam direkt aus dem Büro, schon sehr angegeilt. Und dann legten wir los, und bei einer dieser strategisch wichtigen Geschichten, die man so machen kann beim Sex, da stellte sich heraus, er war wirklich direkt aus dem Büro gekommen. Und hatte nicht, wie taktisch gewieftere Männer mit Vorhaut, feuchte Wegwerftücher im Schreibtisch. Und so hielt ich nicht um seine Hand an, und meinen Eltern bleibt eine weitere peinliche Anekdote, die mit ihrem Sohn und Sex im Harz zu tun hat, erspart. Aber mit Ihnen wollte ich sie dann doch teilen, sonst hätt ich womöglich noch in der Botschaft davon angefangen. Weiter mit „Veronica Mars“ und einem afrikanischen Sauvignon Blanc (kein Neid, der Kühlschrank hier kühlt nicht richtig – manchmal frag ich mich wirklich, ob ich nicht doch adoptiert bin.). Und der dringenden Empfehlung an alle geilen Männer mit Vorhaut – feuchte Tücher. God´s gift to the uncircumcised guy on the go.
GLAMME DILEMMEN MAL WIEDER
Ich mein, ich kann ja nicht mit Adidas-Schuhen in die Botschaft, auch wenn die noch so schön phosphorisieren (gibt´s das Wort?). Aber die Ponyfell-Guccis haben auch schon bessere Zeiten gesehen. So merkt man dann, dass die Wirtschaftskrise einen nicht nur eingeholt, sondern überholt hat, wenn man keine Anzugschuhe hat, aber sehr wohl noch Occasions, für die man sie bräuchte. Oder ich kaufe mir eine Nassrupfmaschine, dann könnte ich das Fell von den Guccis gänzlich removen und hätte Ponyleder-Schuhe. Aber dann kann Ich genau so gut ein neues Paar kaufen, Das fände häufiger Verwendung als eine Nassrupfmaschine, so schön es auch wäre, eine zu besitzen. Dann verzichte ich eben auf´s N97 und geh Schuhe kaufen. Und ärgere mich jetzt, dass ich von meinem Kultschuh damals nur zwei Paar gekauft habe. Das ist so die Art Schuh, von klassischer Schönheit und trotzdem einen Tick drüber, auf denen einen jeder anspricht. Einfach glam. Es ist wie mit gutem Wein – da muss man zuschlagen und die Lager leerkaufen.
KEIN NEID
Wenn Sie glauben, dass ich hier einen wohlverdienten Urlaub genieße, oh well. Ich stehe morgens um 8.00 auf und gehe mit dem hyperaktiven Hund Gassi. Dann ernte ich Walnüsse, bevor die Nachbarn sie klauen. Mit den Walnüssen kommt dieser glitschige Müll vom Baum, in dem sich die Walnüsse aufhalten, bevor sie reif sind. Also fege ich mindestens eimal am Tag Bürgersteig und Hof, damit die Walnussklauenden Passanten sich nicht beschweren können. Da das glitschige Walnussverpackungszeug sehr klebrig ist, spare ich mir durch das Fegen sämtlichen anderen Sport. (Es ist ein großer Baum, es ist ein langer und breiter Bürgersteig, es ist eine stark befahrene Straße.) Dreimal am Tag ruft mich das Presswerk an, weil mit der DVD, deren Herstellng ich leite, irgendwas noch nicht ganz stimmt. Dann telefoniere ich mit beispielsweise dem Grafiker, bis es an der Tür klingelt und ein Kurier mir das DVD-Checkmaster zur Endabnahme bringt. Leider ist der Regisseur, der die zweite Check-DVD checken sollte, telefonisch zur Zeit nicht erreichbar, also hängen die Entscheidungen an mir. Dann ist es auch schon wieder an der Zeit, den hyperaktiven Hund etwas auszutoben. Danach müssen Fische gefüttert, in zwei Haushalten Briefkästen geleert und Blumen gegossen werden. Ups, die GEMA-Anmeldung doch nicht ans Presswerk, sondern direkt an die GEMA. Jetzt nach dem Schlüssel zum Büro suchen, in dem das Faxgerät steht. Mails checken (dazu einmal übers Grundstück in die Nähe des Hauses, von dem das Wlan kommt.) Und jetzt ist es schon wieder an der Zeit, den Bürgersteig zu fegen, in der Hoffnung, dass ich danach den Regisseur erreiche, damit ich dem Masteringstudio grünes Licht geben kann. Immerhin scheint die Sonne.
SIEHSTE SIEHSTE SIEHSTE oder SEERÄUBER-GLAMMY
Der einzige Bezug, den ich noch zu dem Ort hier habe, meine Familie, ist verreist. Okay. Das Haus vielleicht noch. Ich habe die ersten Spaziergänge mit dem Hund absichtlich ins Feld und nicht ins Dorf gemacht, wo es niemandem gibt, dem ich gerne begegnen würde. Im Gegenteil. Ich hab keine Lust, der bösen L. oder ihrem Mann, dem Heuchler, über den Weg zu laufen. Heute aber dann doch die weite Runde genommen. Erst raus aus dem Dorf, um die Reithalle rum. Dann an diesem Schweinebauern vorbei – mörderischster Gestank, rechts den Friedhof liegengelassen, um die Kirche. Vorm Pfarrhaus standen Leute bei ner Art Stehempfang mit Kaffee und Kuchen. Der alte Pastor, der mich konfirmiert hat, stand auch rum, und weil mir mein eigener Ruf zwar egal ist, ich aber Rücksicht auf den meiner Familie nehme, bin ich zum Händeschütteln hin, dann haben wir uns die Hände geschüttel, er hat nen blöden Spruch gemacht „Ach Glam, hab ich Dich gleich erkannt, sogar unter Deiner riesigen Sonnenbrille“, dann hat er das Gespräch mit den anderen Arschlöchern wieder aufgenommen, die ich auch alle schon immer Scheiße fand, weil sie mich Scheiße fanden und außerdem überhaupt, die armen Dicks mit dem durchgeknallten Homo-Sohn, das ham sie wirklich nicht verdient. Und dann weiter durchs Dorf, vorbei am Haus, wo ich 1978 zum ersten Mal Kate Bush gehört habe, bei Katrin, nun auch schon tot, vorbei an noch nem Lokal mit dem Schild „zu vermieten“, an noch nem Kiosk mit dem Schild „zu verkaufen“ und an noch nem leerstehenden Haus mit dem Schild „zu vermieten oder zu verkaufen“. Und bei jedem Schild nur gedacht, siehe oben.