Archiv der Kategorie: Auffaellig

DAS RUNDE MUSS IN DAS ECKIGE???

„Dabei musste in 43 Jahren Bundesliga keiner der heterosexuellen Kollegen mit dem Arsch zur Wand duschen, aus Angst, dass er ungewollt penetriert wird, wie eines der beliebtesten Klischees besagt.“
(Quelle Spiegel online.)

Und deshalb wäre es doch schön, wenn sich die drei schwulen Bundesligisten outen, jetzt , wo wir wissen, dass, anders als in der Bundeswehr, nicht gepaddelt und gepokt wird.

Auch schön:
„Verängstigt und anonym bewegen sich schwule Profis häufig in Kontaktbörsen und Gay-Chats durchs Internet, wo Penislängen, Rollenwünsche beim Sex und Fetischvorlieben gleich im Dutzend feilgeboten werden. Diese virtuellen Discounter der sexuellen Wünsche und Sonderwünsche seien zwar „kein wirklich gemütlicher Ort“, wie ein schwuler Bundesligaspieler verrät, „für mich aber die einzige Möglichkeit, andere Männer anonym kennen zu lernen und vielleicht auch treffen zu können“. Dabei versuche er, seinen Chatpartner vorher möglichst „auszufragen“, etwa ob sich dieser für Fußball interessiere und ihn womöglich erkennen könnte. Ein Restrisiko bleibt jedoch immer: „Jeden Moment setze ich meine Karriere aufs Spiel.“

Und ich habe wahrscheinlich den ganzen Sommer unwissentlich mit Bundesligisten gefickt!

BO NO! NOT YOU, TOO

Ich weiß schon warum ich den alten Rock-Knacker nicht mag. Gestern amüsierte er mich noch mit der Schlagzeile, dass er dem Vater von Madonnas Afrika-Baby einen Job geben wolle – denn die Afrikaner sollen sich möglichst bald wieder selbst um ihre Kinder kümmern können. Das ist doch ein feiner Hieb gegen den Womb Raider.
Aber dann, boring boring, nimmt er Satan in Schutz und zieht den Hut vor so viel Gier aufs beste Dritte-Welt-Baby Edelmut, einem Kind das keine Chancen hat, welche zu geben. Als Krabat in die Mühle kam, war er auch zunächst mal froh was zu Essen zu bekommen.

LASST UNS SCHWICHTELN, SCHWUCHTELN! oder MAKE THE YULETIDE GAY

Yul-Club – furchtbar. Korkenziehermännchen, Eierlikörschwenker, Glasuntersetzer oder Schokoladenfonduetöpfe in Puppenhausgröße und DDR-Optik. Aber das muss nicht sein. Bekanntlich sind Homosexuelle

– dem eigenen Geschlecht zugeneigt
– wahnsinnig kreativ
– wegen langjähriger Diskriminierung unglaublich empathisch
– mit einer pornografischen Fantasie beschenkt

und somit die Idealbesetzung für einen Yul-Club, was sag ich „einen Yul-Club“ – DEN Yul-Club meine ich natürlich. Die Regln sind einfach: hier eine messsage mit mailadresse hinterlassen. Oder gleich die Heimatadresse an glamourdick at aol dot com schicken. Der Zufallsgenerator in Gestalt von Glam erstellt dann eine Beschwichtelungsliste und teilt Ihnen mit, wem Sie ein liebevolles, vorzeigbares, jahresendzeittaugliches Schwichtelpäckchen zustellen dürfen. (Wünsche, wen man gerne beschwichteln würde, dürfen geäußert und können gegebenenfalls berücksichtigt werden.) Da die Geschenke nach Weihnachten auf den Blogs vorgestellt werden sollen, besteht übrigens nicht die Gefahr, dass Glam sich einen satten Weihnachtbaumunterbelag zusammenstellt.
Die Geschenke dürfen selbtsgemacht oder aus den eigenen Beständen sein. Nicht erlaubt ist alles, was man aus Makramee oder Salzteig fertigen kann.
Das Schwichtel-Komittee freut sich auf weitere Teilnehmer!
Mit dabei sind bereits: (EDIT)

Lucky
das Laster
Pheerce
der Raketenprinz
der Ereignishorizantverlauf
und Glam natürlich, sowie
Eric_HH und
Tradem

Spread the word! Mitmachen!

PORTABLE ROMANTIC POETRY oder POUR CELINE

In my poison garden
I know my heart will harden
In my poison well
My heart will break as well
In my poison glen
My heart will count to 10
And on my poison road
My heart then shall explode
In my poison gutter
My heart will cease to flutter
And when all that is done
My poison heart goes on.

THE BITCH IS BACK oder WARTE, WARTE NOCH EIN WEILCHEN…

Entweder sie hat einen Liebhaber (Louis, der 17.?) oder sie hat einen Weg zurück in die Wohnung gefunden. Im Pastakorb hab ich sie überrascht und nach draußen befördert. Ich sollte sie in Esther umbenennen, so verlässlich lästig ist sie. Doch Marie-Antoinette Richie (oder Louis), jetzt ist Schluß mit Lebendfallen!
Die Fallbeile sind positioniert und mit Nutella präpariert. Vive la revolution! Après MOI la déluge.

UNITED SCIENTOLOGISTS

„The lunatics have taken over the asylum“, so amüsierte sich im Jahre 1919 die noch recht junge Filmindustrie, als vier der berühmtesten und beliebtesten amerikanischen Filmtätigen beschlossen, sich nicht mehr dem Studiosytsem zu unterwerfen und eine eigene Filmproduktion zu gründen. D.W. Griffith, Mary Pickford, Douglas Fairbanks und Charles Chaplin gründeten die „United Artists“. Sie waren die ersten Künstler, die gegen die Auflagen der etablierten Filmemacher, deren Berufshintergrund häufig wenig künstlerisch und eher im Teppichhandel oder Bootlegging anzusiedeln war, rebellierten. Dass so etwas nur schiefgehen kann schien vorprogrammiert. Zugegeben, UA war nie so erfolgreich wie andere Produktionsfirmen, aber es war auch nicht das Ziel der Betreiber, es den anderen Studios gleichzutun. Sie hatten hauptsächlich das Anliegen, in Filmen zu spielen, die sie selbst aussuchen, schreiben, in Szene setzen konnten. In späteren Jahren sollten andere Stars ähnliche Pläne umsetzen: Gloria Swanson suchte sich Joe Kennedy als Produzenten für „Queen Kelly“, der von Erich von Stroheim so provokant und verschwenderisch inszeniert wurde, dass er nie fertiggestellt wurde und Glorias Karriere beinahe beendete. Bette Davis verklagte in den 30ern die Warner Brothers weil sie Mitspracherecht bei der Auswahl von Filmstoffen verlangte. (Ein Filmstudio hatte das Recht, einen Schauspieler für das Ablehnen eines Drehbuchs zu suspendieren und seine Vertragszeit um die Ausfallzeit zu verlängern – so ruinierte Hitchcock die Karriere von Tippi Hedren noch in den 60ern: indem er sie unter Vertrag hatte, aber nur in zwei Filmen einsetzte). Bette verlor den Prozess – Olivia DeHavilland setzte sich in den 40ern vor Gericht durch, gewann und ebnete den Weg für künstlerische Selbstverwirklichung, der es u.a. auch Marilyn Monroe ermöglichen sollte, ihre eigene Produktionsfirma zu gründen.

„United Artists“ ist ein Firmenkonzept, das immer wieder Künstler inspirierte, die Verantwortung für und die Kontrolle über ihr eigenes Schaffen zu übernehmen und im marxistischen Sinne das Produkt der Arbeit vom Konzept bis zur Auslieferung zu betreuen. In Zeiten als der producer-credit noch keine reine Investitionsangelegenheit war (Bsp.: Melrose Place, Executive Producer: Heather Locklear), verstand sich die Künstlerproduktionsfirma nicht nur als Rebellionsmodell gegen die großen Konzerne, sondern als eine Möglichkeit, künstlerische Freiheit zu praktizieren. Heutzutage sind es Künstler wie Herr Pitt, Frau Bullock und Miss Foster, die zum Teil liebevolle Indie-Produktionen mit Rücksicht auf Verluste produzieren.

Warum schreibt Glam nun über eine Filmfirma aus den 20ern? Zunächste einmal, weil er zehn Jahre lang ein Indie-Music-Label als Manager betreute, das recht erfolgreich im Schatten der Majors koexistierte, manchmal sogar aus ihm heraustrat. Wenn Sie jemals den Begriff des „Neuen Deutschen Chanson“ gehört haben, dann hat das etwas mit Glamscher PR-Arbeit im Feuielleton-Bereich zu tun. Der zweite und aktuelle Grund: weil soeben bekannt gegeben wurde, dass die UA einen neuen Betreiber hat. MGM, die sich die UA einverleibt hat, hat soeben einen Vertrag mit Tom Cruise unterschrieben, der die United Artists übernimmt und in den Dreck treten wird. Charles Chaplin fällt vor Schreck der Bart ab und Mary Pickfords Korkenzieherlocken erschlaffen. Douglas Fairbanks holt den Degen aus dem Schrank und D.W. Griffith hält die Stummfilmkamera drauf. Und Scientology ist entzückt, endlich eine Filmfirma ganz für sich allein zu haben.

GEISTERBAHN

Reese Witherspoon und Ryan Phillippe trennen sich. Nicole Richie fällt in der Disco um. Lindsey Lohan fühlt sich verfolgt und weint. Satan Esther Mrs Richie fliegt mit unlängst erworbenem Baby (trägt bereits das rote Kabballah-Bändchen) in die Staaten. Vermutlich braucht sie eine Soul Sister als Identifikationsobjekt für das Schokobaby. Ich tippe auf, haltet euch fest: Nicole Richie. Ich weiß nicht, ob Lionel noch so erfolgreich ist, vielleicht steht das dünne Elend ja zum Verkauf.
Marcia Cross ärgert sich darüber, dass sie mit Nacktfotos erpresst wird. Stella beschimpft Humpel-Heather. Whitney Huston fühlt sich auf dem Carousel of Hope Ball „great“ (klar, alles dreht sich). Was macht eigentlich Paris? Und wie geht es Keith in der Entzugs-Klinik? Wird Kate wirklich ein Methadon-Kind von Anna Nicole bekommen? Und wenn ja, wie tief muss sie dafür in die Tasche greifen?

Beruhigend: Elefanten erkennen sich im Spiegel, so Spiegel online. Mir gelingt das nicht immer.

GOING GARGOYLE oder GLAM AND THE SUNSET BANNISTER

Ich will nicht zu larmoyant klingen, aber ich habe gerade eine beschissene Woche, aus der sich vermutlich zwei beschissene Wochen entwickeln werden. Die Gründe dafür sind unzählig, einige davon profunder als andere.
Ich bemühe mich, buddhistisch durch den bösen Strom zu schwimmen und auf die Blumen am Flussrand zu starren, während mein Geist sein Spiel mit dem Exorzismus von Missgunst, Schicksal und Hass treibt. Die gestrige Blume des Tages: ich kam in den Genuss eines Geländers. Es war in einem selten benutzten Flur in einem an sich schon sehr überraschenden Gebäude, das man von außen für einen Plattenbau halten könnte, das aber im Kern einen Jahrhundertwende-Bau beherbergt (1890ies). Ja, so was gibt´s, mitten in der Stadt. In diesem unbenutzten Flur, an sich schon sehr Norma Desmond, gibt es nun eine Geländerkonstruktion: ein Holzbalken, der von aus der Wand ragenden dreifingrigen Gargoyle*-Krallen gehalten wird. Die Cocteuaschen Arm-Lüster in „La Belle et la Bête“ sind ein Dreck dagegen. Ich stellte mich daneben, winkelte meine Hand ab und legte den Ärmel meines Mantels darüber. Es sah sehr echt und zugleich sehr organisch aus. Und das liegt nicht daran, dass ich zuviel Neil Gaiman gelesen habe. Leider war keine Kamera dabei. Wenn Mlle Cassandra und ich mal unsere lang anvisierte Fotosession machen sollten – I know just the right place to go (gargoyle).

* Nach Wochen des aus-dem-Fenster-lehnend-Rauchens bin ich ziemlich sicher, wie der Wasserspeier erfunden wurde. Hässliche Bauarbeiter in Kathedralen mit Rauchverbot.