Archiv des Autors: glamourdick

GLADGE

„Strike, es ist mir voll peinlich, aber letzte Nacht ist mir Madonna im Traum erschienen, und, was soll ich sagen – sie war nett, ich mochte sie. Sie hatte die glatteste Haut, die man sich vorstellen kann, man konnte keine Pore erkennen, und ein Au Pair aus Hildesheim, auch ganz ganz freundlich. Und als wir durch den Raum gegangen sind, da hat Madonna ihre Hand auf meinen Rücken gelegt, und das fühlte sich gut an, und da hab ich ihr gesagt You´re beautiful.“
„Oh oh. Du weißt doch, was Heidi sagt. Dass die Menschen in unseren Träumen alle wir selbst sind.“

Und so kam es, dass Glam sich auf die Suche nach seiner inneren Madonna begab. (Es sind schon Menschen unter schlimmeren Bedingungen verschollen gegangen.)

TORN TOGETHER, AGAIN

Dealing dealing dealing dealing dealing with it. Es passiert gerade nicht viel außer Durchhalten. Sie sehen mich funktionieren. Was ein nicht ganz so schöner Ausdruck ist wie Zusammenreißen, das ist doch ein plastischeres Bild und beschreibt viel besser das Erwachsenenalter, wenn einem post-therapeutisch klar geworden ist, dass man zwar viel Unangenehmes, gar Leid erlebt, aber trotzdem noch eine überschaubarer werdende Strecke vor sich hat, und man kann es sich leicht machen und sich dem Leid hingeben, die Ärgernisse auflisten, den Schmerz zelebrieren, oder man strengt sich ein bisschen mehr an und konzentriert sich auf die paar schönen Dinge, dies es ja auch gibt. Schreibt sich ganz leicht, ist aber manchmal auch ein Mordsakt.

Zusammen reißen auseinander schreiben geht auch gar nicht, aber für den Anblick musste ich´s gerade mal tun.

THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED

Den Katastrophenfilm nach einer 3/4 Stunde ausgemacht, ich habe keinen Rezeptor für chinesisches Kino, denke ich, hab das nur so aus dem Augenwinkel verfolgt. Bis ich heute Nacht aufwache und gerade so, durchs Aufwachen, einer Schneelawine entkommen bin, die sich bis in den Garten des Elternhauses erstreckte.

Tags zuvor, ein anderer Film. „Wie fandst Du den?“ fragt mich die hübsche Blonde in der Videothek, als ich am Samstag DVDs zurückbringe und ich freue mich, dass sie fragt, denn das war genau die Art Film, wo man den Rückseitentext liest, intrigued ist, aber es stimmt ja nicht immer alles, was hintendrauf steht, siehe Katastrophenfilm-Katastrophe, also fragt man besser nach.
„Ich bin hin und her. Es stimmt, dass der genial konstruiert ist und tatsächlich mit jeder Menge Unerwartetem aufwartet, was ja bei einem Kammerspiel bemerkenswert ist. Aber ich mag Gemma Arterton nicht. Ein gut gemachter fieser kleiner Film. Aber man hat keine Sympathie für die Charaktere. Trotzdem sehenswert.“

Das Problem mit den Angestellten in Videotheken ist ja häufig, dass das nicht Leute sind, die man fragt, wie sie einen Film fanden. Bin froh, dass ich jetzt eine Ansprechpartnerin habe. Das ist doch handfester, als sich per App die IMDB-Kritiken durchzulesen.

LOKALWAHLLOKAL

Der Bürgerpflicht nachgekommen, aber freudlos. Aus Langeweile den Speiseplan des Pflegeheims durchgelesen, in dem das Wahllokal sich dieses Jahr verbirgt – ich versteh nicht, warum die jedes Wahljahr woanders sind. Verscherzen sie es sich mit den Schulen? Sind Wahllokalbetreiber Mietnomaden, die die Stimmzettel durch die Flure streuen und diese Menschen, die da sitzen, deren Funktion in der Häufung mir auch nicht plausibel ist – sie sitzen da mit Tassen vor sich und schaue den Wählern in der Schlange zu. Eine hat zumindest die Funktion die Urne zu deckeln, bis man seine Stimmzettel hineinfüttert, ansonsten sitzen und starren sie nur. Kann schon sein, dass sie ihresgleichen auch zurücklassen, nach der Stimmzählung, und am nächsten Tag findet man dann eine bereits leicht anwesende Leiche vor und es bleibt nichts, als Vera Int-Veen anzurufen und dann wird erstmal tüchtig geschrubbt und die Leiche für RTL fotografiert. Und welches Schulkind sitzt schon gern auf einem Stuhl mit Fäulnisbefall und sonstigem unaussprechlichen, das ist eine Zumutung, verdammtnochmal-finden-besorgte-Eltern, eine echte Zumutug. Zurück zum Speiseplan. Montags gibt es Sahnesuppe. Sahnesuppe. Hab ich noch nie von gehört und kann nur hoffen, dass ich niemals in so einem Heim enden werde. Vielleicht sollten die das zur nächsten Wahl in einem echten Lokal machen, meinetwegen in einem mit Juke-Box samt Bon-Jovi-Klassikern aus den 90ern. Da käme dann wenigstens Stimmung auf. (Verlässt kurz den Schreibtisch um den Ipod zu holen und auf Bon Jovi zu shuffeln. I´m a cowboy. Ona steeeeel horse I ride! I´m wanted. Waaaaanted. Dead or alive… Oder dem Ficken 3000, dann bekäme auch die Eltern- und Großelterngeneration den umstrittenen Schwulunterricht. Aber dann hätten wir auch wieder das Problem Sahnesuppe.) Und ansonsten: Immerhin sind heute die Haare sehr schön und jetzt geh ich und wechsle meinen Gas-Anbieter und spare 400 Euro auf einen Schlag. Da wird einem die Wahl leicht gemacht.

GLAM, TAKEN BY LIAM NEESON

Diesen Film angeschaut, in dem Liam Neeson und Berlin die Hauptrolle spielen und Diane Kruger Englisch mit Ostblock-Akzent, sowie Deutsch, fließend, ohne Akzent spricht. Können Sie sich auch anschauen, ist okay. Besser gefiel mir aber „Taken“, wo Liam Neeson Paris zu Klump haut und Famke Janssen seine Ex ist, und er seine Tochter aus den Fängen fieser Menschenhändler rettet. Festgestellt, dass ich ein großes Herz für Liam Neeson habe, ich schau dem einfach gerne zu. Und dabei fällt mir ein, dass ich mich jahrelang erfolgreich darum gedrückt habe „Rob Roy“ zu kaufen, der immerhin nicht nur Liam hat, sondern darüber hinaus auch noch Jessica. Add to wishlist.
Liam hat in diesem großen, grobschlächtig wirkenden Körper eine so feine Seele, etwas so Verwundetes. In „Love actually“ gibt er den besten aller Väter. Ich glaube, er vereint alles, was an Vätern gut ist. Lebensweisheit, ein bisschen Melancholie bedingt durch Erfahrung, Wärme und Entschlossenheit. Wenn der Dein Vater ist, dann kann Dir nichts passieren, so in etwa fühlt es sich an, ihm zuzuschauen.

Habe ich wohl schon mal gepostet, aber der es ist so prall und schnell, wenn Sie ihn noch nicht gesehen haben – los!

ROSE´S TURN

Ein Tag wie ein Selbstgespräch. Die Cast kommt langsam, sehr langsam zusammen. Aber jeder ein Charakter, der sich in die versammelte Mannschaft einfügt wie selbstverständlich. Manchmal wünschte ich, ich hätte ein Development-Team, mit dem ich am Buch arbeiten könnte, dann merke ich, dass ich das selbst bin, es ist halt ein lonely process auf der einen Seite. Auf der anderen ist es ein sehr verletzliches Stadium für ein Projekt, noch, und ich weiß nicht, wie ich auf Kritik oder Ratschläge reagieren würde. Beim Ghostwriting waren das mitunter qualvolle Prozesse, wenn ich in eine Richtung wollte, der Auftraggeber in eine andere. Sowas fällt weg. Man spuckt seine eigenen Rosen.

THE KATE WAIT 2011

Wenn ich jetzt überall lese „es ist ihr zweites Album in diesem Jahr“, dann klingt das immer wie ein Satz, den irgendjemand zwischen 1995 und 2005 in einem futuristischen Roman geschrieben hat, in welchem in der Zukunft einzigartige Sache geschehen, die man niemals niemals vorhergesehen hätte. The surreality that is Kate Bush. Just gotta love her for that.