Überall sterben die Blogs, oder sie verkrüppeln. Um diesem Trend etwas entgegen zu setzen, beschlossen Herr Strike und ich kürzlich aus einer Sektlaune heraus, dass wir einen Serviceblog ins Leben rufen möchten, auf dem wir diejenigen verarzten, die mit ihren Google-Anfragen ins Leere liefen (bzw. auf unseren Blogs landeten). Herzlich willkommen bei/ auf/ mit ADS!
Archiv des Autors: glamourdick
AUF DAUER SCHLAU MIT STRIKE UND DICK
Und außerdem ist heute der Tag, an dem endlich der ADS-Blog gestartet werden müsste, auf dem Herr Strike und ich die besten Google-Suchanfragen zu beantworten beabsichtigen. Denn heute fragt sich jemand hier „Was stimmt nicht mit Andrea Sawatzki?“
Das kann ich Ihnen verraten.
GLAM PRO PARASOMNIA
Aus dem Fenster der Morgensonne beim Aufgehen zugeschaut. Rauhreif auf den Dächern. Der erste Frost. Hm. Etwas stimmt nicht. Der Blick ist so frei. Wo ist der Zitronenbaum???
Im Hausflur. Im Schlaf dorthin transportiert.
BEST OF oder BRING THAT ONE DANCE ON
Noch vor dem Duschen Besuch von Bomec. Wir reden über Schreiben und den Erzengel gegenüber. Nach der Arbeit Methode Pornoschminken, einfach ne neue Schicht drüber, das klappt erstaunlich gut. Dann zum Briten, wo Bowie läuft – Aladdin Sane und Young Americans -, man für den Preis eines Getränks mit der Duftnote „Fish ´n Chips“ ausgestattet wird, gegen die kein Givenchy der Welt anstinken kann. Die C. hat mir den neuen österreichischen Jungbauernkalender mitgebracht. Wir reden über Jungbauern, Geschlechtsidentität, beim-Fotografiert-werden-nicht-in-die-Kamera-schauen und über die angenehme Überraschung, dass nicht plötzlich ab einem Gewissen Alter der Charakter und die Umtriebigkeit eingestellt wird. Wenn doch, dann ist uns diese Glocke noch nicht geschlagen oder wir haben sie überhört. Ich schminke mich nicht, um jünger auszusehen oder wie eine Frau, sondern weil es einfach besser aussieht. Ein dunker Rand um die Augen macht die Pupillen leuchtender. Und manche Frauen, die schon als Frau wunderschön sind, sind auch mit Vollbart sexy und hinreißend. Ist das jetzt ein Spiel mit Geschlechtergrenzen oder temporäre Optimierung? Vor die Wahl gestellt, ob mit Schmuck oder ohne: immer mit. Wie die Regentenmutter in „The Prince and the Showgirl“: in der Jugend – stark schminken. Im Alter – noch viel stärker. Geschlechtsidentität: Glam.
FLÜCHTLINGSKIND
Ich kann mich noch daran erinnern, was für ein geiles Gefühl es war, mit 20 die erste eigene Wohnung zu haben und den Namen aus dem Telefonbuch streichen zu lassen. Das war so eine Irmgard-Keun-Geste. Für die war ja nach-Berlin-gehen Synonym für „Untertauchen“. Oder fliehen. Und Flucht betrachtete man damals als erotisches Wort. Unwesentliche Jahrzehnte später verbreite ich mein Leben unter einem mir drei Klicken dechiffrierbaren Pseudonym im Internet und freu mir den Arsch ab, als mein ehemaliges Babysit-Kind mich auf Facebook entdeckt und anschreibt. Things do get better.
AHS oder BETÖREND VERSTÖREND

Normalerweise verwende ich ja Filme, um zu verarbeiten. Aus diesem Grund gibt´s in der Hochsaison viele Horrorfilme. Selten passiert es, dass mich ein Film so beschäftigt, dass ich ihn im Traum verarbeiten muss. Aber als der Mann den Flügel an das Schwein nähte, da war auf einmal Kate Bushs „Never for ever“-Cover lebendig geworden. Und das beschäftige mich dann noch im Traum, in dem mir meine Lieblingsschauspielerin in einem roten Kleid gegenüber saß, rauchte und schwieg.
Imagery wie seit „Twin Peaks“ nicht mehr. Wow.

TSCHÜSS, ALTES HAUS

Die Immobilie, die jahrlang ein bisschen ein Klops für meine Eltern war, hat endlich einen Käufer gefunden. Das ist eine große Erleichterung, weil der Garten pflegeintensiv war, das Haus mehrere Jahre leer stand und nur Kosten verursachte, und die Lage so war, dass man im Winter schwer hinkam, da hoch auf dem Berg in den Bergen. Für meinen Vater insbesondere handelt es sich um eine emotionale Immobilie. Von dort stammt seine Familie, bevor sie sich, und das ist auch schon mehrere Generationen her, etwas weiter unten am Fuß der Berge niederließ. Eine kleine Schmiede, damals hauptsächlich mit Hufbeschlag und der Reparatur von Landgeräten beschäftigt, gehört ebenfalls zum Grundstück. Die Schmiede und die dazu gehörige Wiese hätten meine Eltern gern behalten, aus Sentimentalität, aber sie ist jetzt auch verkauft.
Ich habe keinen sentimentalen Bezug zu dem Haus. Das einzige Mal, dass ich mich länger als ein paar Stunden dort aufhielt, war an einem schönen Sommerwochenende, das ich dort mit Herrn Strike und dem Lieblingsfotografen verbrachte. Wir aßen und tranken viel, hörten Musik und gingen im nahe gelegenen Badeteich schwimmen. Dann fuhren wir wieder raus aus den Bergen, damit meine Eltern mal zwei meiner besten Freunde kennen lernen konnten. Mein Vater machte mit uns eine Tour durchs Dorf, von der Windmühle bis zum Schloss. Wenn ich an das Haus denke, dann an dieses Wochenende. Und dann stellt sich schon ein emotionaler Bezug her, aber der hat nichts mit Häusern und Besitz zu tun, sondern mit den Menschen, die ich liebe und der Jahreszeit, in der ich mich am wohlsten fühle und der Unbeschwertheit eines Sommerwochenendes.
ABER ES IST NOCH RIESLING-SEKT IM KÜHLSCHRANK
(Es wird.)
MEINE COLA SCHMECKT WIE BLEISTIFT
…und ich sehe eine Zukunft als Twitterer.
GESTERN AM TELEFON VERSEHENTLICH GETWITTERT
„Nein nein – ich habe auch durchaus Menschen im Bekanntenkreis, die Tori Amos-Fans sind.“