


Finally, some visuals. Source: katebush.com.



Finally, some visuals. Source: katebush.com.
Es ist fast unmöglich die Platte beim Putzen zu hören – sie verlangt nicht etwa Aufmerksamkeit, sie fordert sie nicht ein, man kann einfach nicht anders als hinhören. Man wird getragen, für 65 Minuten, treibt (aber eben mehr wie eine Schneeflocke, nicht ein gejagtes Tier) von Geschichte zu Geschichte, und jede dieser Erzählungen hat sich nicht nur Raum gesucht und gefunden, sondern auch ihre eigene Zeit und Dauer, organisch.
Am Nachmittag weiter mit Stephen King auf Zeitreise. Die Platte läuft und ich gebe den Versuch, zu lesen, wieder auf, und höre noch einmal, mach die Reise mit. Nicht von ungefähr ist die Stimme häufig niedriger abgemischt als die Instrumente. Sie ist ein Element in einem komplexen Spiel, die Seele im Körper des Liedes, dessen Herzschlag die Percussion ist. Das Piano der Blutfluss. Erst im letzten Lied wird sie zum tragenden Element, „Among Angels“ war das erste Lied, das sie für das Album geschrieben hat und sie erzählt lachend dass es „absoutely nothing“ mit Schnee zu tun hat. Und irgendwie stellt es den Bezug zu den frühen Cathy-Demos her, wo einst ein junges Mädchen am Flügel saß, die Seele entblößte und ungefiltert sein Herz ausschüttete, und was für ein Herz das war! Und was für ein Herz das ist, das immer noch so voll ist und nun im Körper eine reifen Frau schlägt, ohne die die Welt ein so armseliges Fleckchen wäre. She might not know it. But she might feel it.
Und ich wollte noch schreiben, wie schön es gerade ist, allein in der Wohnung zu sein, aber es fühlte sich nicht an wie allein sein, weil ich ja Kate Bush gehört habe. Das ist ja nicht Musik hören, das ist eine Tür öffnen und eine Welt betreten.
The latest from Kate Bush, Jessica Lange, Stephen King. In good company. Und nachher ne 4stündige Hollywood-Doku. Mehr is heut nich und mehr muss auch nich.
Etwas, das nur etwa alle 33 Jahre passiert: 2 Kate Bush-Alben in einem Jahr. Und, nein, da hängt nicht schon wieder Wäsche auf der Leine – das sind Gebetsfahnen.
Heute! (Bei Amazon schon auf Platz 12).
Edit: Platz 7.
Edit: 6.
5.
Aufgewacht, halbe Stunde rumgewälzt, auf die Uhr geschaut – halb 6, um halb 7 hätte eh der Wecker geklingelt. Aufgestanden. Weil, noch eine Stunde mit diesen Nachtgedanken wollte ich nicht. Aufgewacht war ich mit der Überzeugung, wir haben „Ashby House“ überkürzt und ich kann den Gedanken immer noch nicht ganz wegschieben. Jetzt warte ich so lang auf das Buch, dass ich Angst habe, dass wir ein dünnes Bändchen draus gemacht haben, wo es doch eigentlich prall war. Gedanken, die ich mir nicht um 5 Uhr morgens machen möchte oder sonst wann. Ich bin das Warten so leid, Sie machen sich keine Vorstellung was das für anderthalb Jahre waren, mit solchen Gedanken macht man sich dann so richtig wach. Und dann kommen die Klang-Erinnerungen. Nach ca 5 mal (gestreamt) hören hat sich die Schneeplatte derart verankert, wie es beim ersten Hören unvorstellbar schien. Da schienen die Lieder teils sehr kompliziert konstruiert (man ist einfach die Länge von 7-13 Minuten nicht gewohnt), aber das Konstrukt ist so durchdacht wie eine schlau konzipierte Geisterbahn oder ein Spielfilm. Als ich den Geist der Frau aus dem See ihren Hund hab rufen hören „Snoooowflaaaaaake“ – mit aller Sehnsucht und Verzweiflung, da musste ich weinen und das tue ich immer noch. „Lake Tahoe“ ist doch irgendwie eine mögliche Folgegeschichte von „Hounds of Love“. Genau so voll mit Liebe, aber so voll von Trauer, dass es mich wegreißt. Geblieben sind der Geist einer toten Frau, die ertrunken ist, die es nicht auf dem Wasser hielt, sondern herab riss, two steps down the water, und ihr alter Hund, der träumt, er käme nach Hause und sie sei wieder da. Und das „I don´want to lose you again“ aus „Wheeler Street“ kam dann auch immer wieder und an Einschlafen war nicht mehr zu denken.
Dieses Hyperemotionale in den frühen Morgenstunden ist mir ja nicht neu, und es hat sicher auch mit den Schocks zu tun, die es gestern morgen gab, im persönlichen Turmzimmer, aber davon will ich gar nicht anfangen. Vielleicht sagt mir alles, dass ich aus dieser Wohnung raus muss. Kaufe doch bitte eine amerikanische Filmfirma die Rechte für „Ashby House“, damit ich mal ein Stück vorankomme, mit ein bisschen Geld und ein bisschen Ruhe.
Für´s kommende Wochenende sind hiermit alle Termine abgesagt. Ich rechne Freitag mit der CD in der Post, und, sobald vorhanden, werde ich laut „50 Words for Snow“ hören und alles fließen lassen. Bis ich´s aushalten kann, „Lake Tahoe“ zu hören, ohne zu schluchzen, und dann geh ich mit der Platte spazieren. Ich muss das erst mal mit mir selber ausmachen. Und außerdem noch das Turmzimmer exorzieren.
Have an ADS-Day!
The Queen is back…
In Tiefen greise Welse gleiten
Vorbei an Felsen
Nixen, die auf Karpfen reiten und schau´n
Am Firmament des Sees, Dein Leib
Licht bricht über Dir herein
Und sprenkelt funkelnd wild das Wasser
Kreise zeichnen Deine Arme
Ein Windhauch streichelt weich Dein Haupt
Du hebst Dich, senkst Dich
Vom ersten kalten Frühlingstag
Bis dass den Waldsee ziert das erste Laub
Edelgard, Edle vom Schlachtensee,
Ich rieche den Sommer, wenn ich Dich seh.
Jeden Tag steigst Du zum Wasser hinab
Auf Dich ist Verlass. Ich hab
Angst vor dem Tag, an dem ich Dich nicht seh
Edelgard, Edle, das täte mir weh
Edelgard, Edle vom Schlachtensee
Der Sommer liebt mich, wenn ich Dich seh.
OMFFFFFINGGOD!!! Lucky, hol den Kopfhörer! JETZT! Powdery fantasia indeed. StellaTUNDRA! 14. November 2011 – ich liebe Dich.
Ich komme überhaupt nicht drüber weg. Diese Schönheit. Das erleben zu dürfen. Insbesondere „Lake Tahoe“ killt mich. Wenn der Hund träumt… Heartbreak. Und einen ganzen freien Tag zu haben damit, immer mal wieder ein paar Stunden Ruhe, und wirken lassen, und dann nochmal ran und eins auswählen und ansteuern. Es ist wirklich kein einziges Lied dabei, das abrutscht. Jeder Song ein Kosmos, sublim und erhaben. Wenn Deine Heldin wieder auftaucht und immer noch Deine Heldin ist, seit 33 Jahren – that´s special. Very very special. Thank you. You´ve come home.