Dinner für drei, ein Sechs-Komponenten-Dings, was auch nur geht, wenn man die Mikrowelle mit einbezieht. Während des Kochens suche ich vergeblich nach Zigarettenfiltern. Der schönste Mann (neben dem Lieblingsfotografen), der je meine Wohnung betreten hat, verschwindet irgendwann, und als er wieder da ist hat er mir Filter gekauft und auch noch ein Päckchen meines völlig-ohne-Zusätze-Hipster-Tabaks.
„Oh, and I really like your music! Especially the band that named themselves after a song by Bon Jovi.“
„By Bowie you mean? Wir sind Helden?“
„Oh, yeah.“
Bei einem Lied von Georgette, bzw Element of Crime, vorgetragen von Georgette, hatte er, der eigentlich nicht Deutsch spricht, einen Satz akzentfrei zitiert. Und, haben Sie das schon mal erlebt – ein Mensch von solcher Schönheit, und er ist nicht der Typ High School-Bullier, sondern umsichtig, charmant, sanft?
Ich wünsche mir spontan, dass es solche Männer auch in Berlin gebe. Und am Liebsten noch in einer homosexuellen Ausgabe. Nicht, dass ich etwas gegen Heteros hätte. Irgendjemand muss sich ja um die Fortpflanzung kümmern, wir wollen ja nicht den Ameisen die Welt überlassen.
Archiv des Autors: glamourdick
TRUE COLORS
Von den Wahren Farben singt Cyndi gerade, weil ich den Trans-Europa-Tango von Ingrid hören wollte und seitdem alles mit „T“ weiterläuft. Der gestrige Arbeitstag war so, dass man da rausgeht und irgendwann sitzt und heult. Aber auch gut, weil man im Kalten Wasser neu herausgefordert ist. Erschöpfend halt.
Dann kam Roomie zu Besuch, der ja eigentlich Ex-Roomie ist, dann die beiden Couchies aus Indiana und Colorado, die in Marokko im Peace Corps tätig und rundum reizend sind, und es wurde ein Abend mit interessanten Gesprächen und Gesang und – unvermeidlich – dem Elephant Love Medley. Es war eine Verkörperung all dessen, was gut war/ ist in meinen vergangenen Jahren in Berlin, minus Exzess. Die Menschen, die man in seine Wohnung lässt und die im Herzen bleiben. Die weggehen und wiederkehren. Vielleicht lieb ich den Vogelschlag-Text deshalb so sehr.
AS GLAM AS GLAM GETS
My own personal Lieblingstext.
(Sechs isser schon, der Kleene.)
KETCHUP FÜR ANNAPURNA
Auf den reinen Schreibfrust-Tag folgt dann ein Vormittag, an dem ich mir vornehme, nicht die Laune des Vortages mit rüber zu ziehen, sondern den neuen Tag erst mal auf mich zukommen zu lassen. Er kommt, unter einer feinen Schneedecke. Wie gewohnt erscheinen die Seiten (in diesem Fall die eine Seite) vom Vortag nicht so schlecht wie beim Schreiben empfunden. Ein bisschen redigiert und allet jut. Weiter im Text. Ein Dialog mit comic relief. Das war´s, was gefehlt hat. Some fun. Miss Carter ist also nicht nur für den Slapstick, sondern auch sehr gut im Erklären paranormaler Phänomene.
Dann Online-Banking, eine Monika-Situation. Miete. Dauerauftrag Krankenkasse geändert. Finanzamt muss noch eine Woche warten. Jetzt Gästezimmer für Couchies fertig machen, dann weiterschreiben. What´s not to like about a Monday when you took the day off?!
lonely planet
Und dann roll ich so auf die Kasse zu und fange an, die Waren auf´s Band zu legen, und dann nehm ich sie wieder runter, weil die Monika wieder bei mir ist und dann tu ich die Sachen zurück ins Regal und lass den Wagen stehen und versuche, die blöde Moni zu verscheuchen, indem ich den Vertrag visualisiere, der auf dem Beifahrersitz im Wagen liegt, aber die Bitch ist heute dreist, und dann geh ich ohne Einkäufe aus dem Supermarkt. Keine 100%ige Panikattacke, aber alles lief darauf hinaus. Und ich wollte nicht.
Es war eine frustrierende Schreibwoche. Die Geschichte hatte keine Zeit, sich weiter zu entfalten. Ich hatte an den Vormittagen kaum mehr als eine oder zwei Stunden Zeit. Nach der Arbeit zu schreiben geht auch nicht, da bin ich zu erschöpft, um zu schöpfen. Nach dem Schreiben immer das Gefühl nur so rumgekritzelt zu haben. Beim Redigieren am Folgetag feststellend, dass das schon alles völlig okay ist. Es ist die Zeit, in der die Figuren im Kopf durch verschiedene Szenarios gehen können, die mir gerade fehlt. In Wochen wie dieser arbeiten sie sich lediglich durch ein Word-Dokument.
Als ich im Büro den Vertrag unterzeichne habe ich noch die zittrige Handschrift, die auf einen Monika-Besuch folgt und fühle mich gar nicht sehr festiv, obwohl ich allen Anlass hätte. Der Verlag hat sich für die Fortsetzung entschieden, ohne die Verkaufszahlen des Erstlings abzuwarten, das ist schon mal was.
Zeit ist bekanntlich Geld, also kaufe ich mir einen freien Montag, um mal drei Tage am Stück für die Geschichte zu haben. Mrs Slasher sei bei mir. And she will be. As she always was and is.
KOPFTOPF
Angesichts dessen muss man ja froh sein, wenn einem der Beischlaftäter lediglich den Ipod gestohlen hat. (Und irgendwie erscheint die in Thüringen, Sachsen und Brandenburg verbreitete Mordopferentsorung per Tiefkühltruhe im Vergleich recht human. Ich meine, den Kopf in den Topf zu tun ist eine Sache. Aber dann den Herd auch noch anzustellen… „Einen Satz heißer Ohren“ will never be the same.)
LAKE TAHOE oder HOUNDED DREAM
WARUM „PRETTY LITTLE LIARS“?
Weil es alles hat, was die typische High School Soap braucht. Intrige, schnippische Mädchen, böse Jungs, komplizierte Affären, ein Murder mystery und lesbische Liebe. Die Hauptfiguren sind so, dass man erst denkt – wie soll ich die bloß auseinanderhalten? (Remember „Brothers & Sisters“ first episode?) Und nach der zweiten Folge spätestens hat sich jede ausreichend charakterisiert, und zwar fast so stark wie bei „Sex and the City“. Mein Favorite ist die scheinbar so spröde Spencer, die trocken analysieren kann, die Sachen auf den Punkt bringt und ein fatales Faible für die Liebhaber ihrer älteren, erfolgreicheren, hübscheren Schwester hat. Gestern hat aber auch Hannah bei mir gepunktet, als sie von ihren Freundinnen wissen wollte, ob wirklich die rechte Seite ihres Gesichts fetter sei als die linke. Eigentlich aber schaue ich das wegen Hannahs Mutter, Ashley, der Vorort-Single-Mom mit Abgründen. Gestern erst hat sie eine alte Frau um ihre Ersparnisse gebracht, um das Luxus-Niveau auch im Allein-Erzieher-Haushalt aufrecht erhalten zu können! Darüber hinaus wird sie von meiner Lieblings-TV-Schauspielerin Laura Leighton gespielt. Der könnte ich auch 8 Stunden beim Nichtstun zuschauen. Erwähnenswert wären dann noch der bambiäugige Englischlehrer Mr Fitz, der ein don´t-stand-so-close-to-me-Syndrom mit Bezug auf die puppengesichtige Aria entwickelt und der mysteriöse Toby, der von einer so fasziniernden Schönheit ist, dass es fast hässlich ist. So der Eddie Redmayne-Faktor.
Dass das ganze mittlerweile Kult ist belegen die Tribute:
ASHBY MARIN
Am Samstag dann anerkannt, dass fehlende Inspiration nicht mit Schreibblockade gleich zu setzen sondern Produkt der Erschöpfung einer Sechs-Tage-Arbeitswoche ist. Beschlossen, am Wochenende NICHT zu schreiben und stattdessen nur geputzt, mit dem Lieblingsfotografen Kaffee getrunken, gefühltes Dutzend Folgen „Pretty Little Liars“ angeschaut. Geschlafen. Treffen mit netten Bloggern verschlafen. Frau Groener – auf ein anderes Mal? Zwischen Verschlafen und wieder einschlafen noch ne Folge PLL. Where the fuck is Toby??? Und dann, in diesem Moment vorm Einschlafen. Ideen. Bloß jetzt kein Licht anmachen. Dann im Dunkeln die Ideen ins Journal notiert. Ich weiß heute allerdings nicht mehr was ich mit „Im Traum: Dialog mit Lon Chaney“ meinte. Und Junior oder Senior? Aber alles entzifferbar ansonsten und gar nicht schlecht. Viellicht hat es geholfen, die Schauspielerin vor Augen zu haben, mit der ich Mrs Slasher besetzen würde, wenn ich ein sympathischer Filmproduzent mit Vision wäre.
Ipod, was ich sonst nie tue, auf Shuffle. Und da kommen lauter Perlen, die ich vergessen hatte. Scott Matthew! Ganz viel Ingrid. Gitte singt „Sorry“. Und gleich kommt das Skailight und es wird gebruncht.
PCHÄH!
Heute ein qualvolles Schreiben, die Worte wollen nicht. Anfall von Vorstellungsschwäche. Zu wenig Plan und Nebelhirn. Unbehagen, ich werde mäkelig. Dazu Krampfschulter, Kopfschmerz und ein Wetter draußen, das von mir sein könnte. Von schwarzen Haarwurzeln ganz zu schweigen. Zur Strafe denke ich an Leute, die ich nicht leiden kann.