Archiv des Autors: glamourdick

DIE WELT UND GLAM

Geplant war, die melancholische Reunion eines getrennten Paares zu schreiben. Stattdessen stehen die vor Madame Tussaud auf den Linden und lachen einander aus. Ich hab erstmal genug heute, die Biester machen was sie wollen.

Es fällt schwer, sich auf einen Film zu konzentrieren, wenn hinter einem Jake Gyllenhall sitzt, und ich weiß was er meint, frage mich allerdings, warum auf einen Film konzentrieren, wenn Jake Gyllenhall hinter einem sitzt?

Aus Georgien schreibt jemand, er möchte bitte nichts per Post geschickt bekommen, weil das Postsystem in Georgien noch nicht so ganz flächendeckend ausgearbeitet ist. Kann man Prinzessin Gloria da nicht vielleicht aussiedeln mal hinschicken?

Aus Los Angeles, West Hollywood, schreibt eine Freundin. Sie kommen heim vom Dinner und aus allen Fenstern hört man Whitney Houston. Es sei eine ganz andere Stimmung, als nach dem Tod des King Paedo of Pop.

In Uganda kann man dafür bestraft werden, wenn man von einem Homosexuellen weiß und ihn nicht denunziert. Ich möchte ab sofort keine Mails aus Uganda mehr beantworten oder immer dazu schreiben, dass ich schwul bin und sie dann anschwärzen, wenn sie mich nicht verpfeifen. (Anschwärzen in Uganda. Oh Mann!)

WARUM MAN MANCHMAL AUCH TRASH-TV SCHAUEN SOLLTE oder „KOMM MADLEEN, WISSE AUMA BEIM FERNSEHN?!“

Eine dieser Sendungen, wo bei Messies ausgemistet wird. Zwei klar schockierte Aufräum-Arbeiter stehen vor der Nomadenruine und kommentieren betreten und angewidert den Zustand der zugeschissenen Kaschemme. Im Bildhintergrund plötzlich reitet ein ungefähr sechsjähriges Mädchen auf einem Zwergpony auffällig langsam durch´s Bild. Die Aufräumer schauen, prusten los: „Die müssen aber beide noch wachsen.“

WARTE NOCH EIN WEILCHEN

Es ist so ein pling pling pling. Es kündigt sich an. Das Baby, das man geboren hat, das im Kindergarten war und in der Vorschule, plötzlich ist man eine Eiskunstlauftrainerin oder Hollywood-Mama und man schickt das Kind, I don´t know, auf ein Internat? In den Glee-Club? In die High School, in der es den Glee-Club gibt? Ich freu mich über alle, die sich jetzt schon mit mir freuen, aber bin vor allem darauf gespannt, was sie sagen, wenn sie das Kind in seiner Uraufführung gesehen haben.

Ansonsten ist ein klassisches Putz-, Schreib-, und Chill-Wochenende geplant. Blöderweise das Entertainmentpaket erst am Freitag in Auftrag gegeben. Da ist Material drin für ein weiteres Projekt, in das ich schon viel Zeit investiert habe und das mich seit zehn Jahren fasziniert, eigentlich noch viel länger. Und dann natürlich Blondieren chez Lucky. Ich hatte kurz erwogen, mich vom Blond zu verabschieden, aber es ist noch nicht soweit. Ich möchte noch mindestens einen blonden Sommer. Ich schaue auch jeden Tag auf ein Foto von mir an Marilyns Grab. Brünett. Sowas grämt mich im Nachhinein noch.

ASHBY´S IN DA HOUZE

Es ist also da. Also jedenfalls hier. Und ich hab mich ein bisschen feiern lassen, aber keine Exzesse. Den ersten Tippfehler entdeckt, aber der stammt nicht von mir, der muss in der Korrektur entstanden sein. Nach einem charmanten Dinner mit Strike zu Hause noch einmal hingesetzt und geblättert und laut „Love is a big scary animal“ gehört. Ich habe eine playlist namens „California Dreaming in Ashby House“. Die wird jetzt wohl die nächsten Tage laufen.

CHRIS DVORAK

Mittwoch und das Buch ist noch nicht da. Aber was sind ein paar Tage, gemessen an der Dauer von Ur-Fassung bis Belegexemplar. Den Morgen mit so Bürokratischem verbracht. Steuerschulden, Brief an Hausverwaltung. Hauswirtschaftlich alle Betten frisch bezogen, Wäsche gewaschen.

Habe ich schon erwähnt wie sehr ich das Alleinsein, bzw die Mitbewohnerlosigkeit genieße? Das Gastgeben macht soooo viel mehr Spaß, als jemanden permanent hier zu haben. Die Zeiten mit Roomie waren die große Ausnahme, und gute Zeiten haben wir auch jetzt, wo wir nicht mehr zusammen wohnen, nur eben seltener, und dafür gar keinen Zusammen-wohnen-Stress.

Zum Schreiben ist jetzt nicht mehr ausreichend Zeit, heute ist mehr so ein Sammel-Tag, wo ich Notizen mache und im Blog Sachen finde, die ich unterbringen möchte. Viel notiert. Seltsamerweise sind die Glam-Passagen meist die, die zu einer der neuen Nebenfiguren passen, die wohl auch nicht zufällig in einer Parallelstraße wohnt. Das war eigentlich nicht geplant, aber da ist Schreiben dem Träumen sehr ähnlich. Das macht man so und später kann man dann Freud spielen, weshalb eigentlich was wo mit wem, und Heidi hat sicher Recht, wenn sie sagt, dass wir im Traum alle Figuren sind. Lucky sagt, das sagt sie vielleicht auch nur, um einem zu Denken zu geben. Man weiß es nicht.

Und dann hatte ich heute dies in der Mailbox.

JDVKL

Thank you, Frankie! Mahhhhvelous.

DAS ALLES KOMMT MIT

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen/ gestattet, ab Seite 100 wieder mein social life zu reanimieren. Seite 30 ist immer die erste genommene Hürde – dann hat man ausreichend Material für die Leseprobe, die man mit dem Exposé abgibt. Seite 100 bringt immer das Gefühl, den ersten Akt geliefert zu haben. Und dann sollte mal wieder Zeit sein, einen Kaffee trinken zu sehen, oder abends was essen oder trinken. Jetzt bin ich aber so im Text, dass ichgerade keine soziale Ader habe. Und es fehlt mir auch nicht. Arbeiten zu gehen und parallel ein Paralleluniversum zu gestalten ist ziemlich viel Action, zumal beides so hinüberblendet. Den Stress, den die neuen Challenges im Job bringen, lasse ich so wenig im Büro wie den Roman zu Haus.
Es ist vielleicht seltsam, dass die Zahl 100 so eine Erleichterung darstellt, weil das Anliegen beim Schreiben ja nicht ist, möglichst viel zu schreiben. Aber die tägliche Aufgabe ist es, etwas Unterhaltsames zu produzieren, Spannung zu erzeugen, Figuren und Szenarios glaubhaft zu gestalten, und da tut es gut, zu sehen, dass man vorankommt, noch dazu mit dem Gefühl, dass man den eigenen Ansprüchen genügt. (Und außerdem noch jede Menge revision und revamping vor sich hat. Mr. Smith beispielsweise muss nochmal neu angelegt werden, oder abgerundet, der funktioniert noch nicht.)

MY WEEK WITH LAURA & STEERPIKE & LUCKY

Ich kann mich um´s Verrecken nicht mehr daran erinnern, wann ich meine Belegbücher in der Vergangenheit bekommen habe, außer beim allerersten, da saß ich mit der Hauptautorin, deren Co-Autor ich war, am Savignyplatz und wir signierten einander die Erstauflage. Bei denen danach ist es ein Blur. Das Auftragsbuch, das darauf folgte, das war mir eigentlich egal, dann das schwule Buch, damals saß ich im gleichen Büro wie meine damalige Agentur, und die Herren waren etwas spröde, bzw trocken, da kam nicht wirklich Feierstimmung auf, und deshalb fehlt die Erinnerung. Die Ghost-Sachen, die ich zwar mit Einsatz und Energie geschrieben habe, aber es stand halt nicht mein Name drauf. Hm. Gänzlich vergessen, meinen Namen im Impressum abzudrucken hatte man dann beim Georgette-Buch, für das ich die Redaktion gemacht und diverse Beiträge verfasst und Interviews geführt hatte. Doch, daran kann ich mich erinnern, das kam tatsächlich einen Tag vorm Bühnenjubiläum und nahm im Büro ganz schön viel Platz weg. Will sagen, ich glaube, dieses Mal wird es denkwürdiger, weil ich nicht allein irgendwo in einem Büro sitze, sondern weil der Erstleser dabei sei wird, der auch jetzt wieder, bei der Fortsetzung, als Erster mitliest. Und mit der mach ich jetzt mal weiter und freue mich auf diese Woche und auf meine Erstausgabe der Erstauflage, die irgendwann in der Post sein wird. „Ashby House“ is on its way.

HORROR DRAMA COMEDY PORNO oder A DAY IN THE LIFE OF SOMEONE WHO STAYED HOME

Am Samstag die Wohnung nur einmal verlassen, zum Lebensmitteleinkauf. Knackig kalt, aber sonnig. Es kam mir dann fast blöd vor, mich ins dunkelste Zimmer zu setzen und dort zu schreiben, aber den Schreibtisch umzusetzen war zu aufwändig. Nicht viel geschrieben, aber es schön krachen lassen. Am Nachmittag dann „Brokeback Mountain“ noch einmal angeschaut, tief bewegt. Nicht nur wegen der Geschichte und der durchweg herausragenden Schauspielkunst, sondern auch wegen der unglaublichen Bilder – nicht nur die Aufnahmen in der Natur, sondern vor allem die Einstellungen in den Wohnungen der Männer. Edward Hopper. Weil ich den Kaffee vergessen hatte – eingeschlafen und mitten in der Nacht aufgewacht. „Pineapple Express“. James Franco, sehr süß. Sehr bizarr die Porno-Werbeunterbrechungen, in denen Frauen fast aller Altersklassen ihre Brüste kneten und mit ihrer Zunge schlabbern, dass es einem Angst und bange wird.

GLAMS COUCH

Ich hatte fast vergessen, wie schön das ist. Hosting. Fremden Menschen die Wohnung zu öffnen, und im besten Fall, wie gerade einmal mehr geschehen – gehen sie als Freunde. Man tauscht Musik, Teenage-Erfahrungen, Inspiration, Kultur. Und wenn es ein bisschen schmerzt, wenn sie weiterreisen, dann weiß man, dass es die richtigen Gäste waren. Vielleicht wäre Taghazud im Februar wirklich keine schlechte Idee.