Archiv des Autors: glamourdick

DARAUF EINEN OSCAR*

Die erste halbe Stunde dachte ich – das ist komödiantisch schon hinreißend, was der da macht, aber Oscar-Leistung? Aber der Film endet ja nicht nach 30 Minuten, und als er vorbei war, war ich ein weichgekochtes Ei, wachsweich. Das Schlimme – ich möchte mehr Filme mit ihm! Nein, nicht mehr Dujardin, mehr VALENTIN! (Aber zur Not behelf ich mir mit Dujardin.)

So wenig mich der Thatcher-Film interessiert, nachdem ich gestern die Vorschau sah, auch hier ganz klar: Da schmelzen Schauspielerin und Rolle so exakt und präszise ineinander, wie zuletzt bei Jessica´s „Big Edie“ und davor lange nichts, vielleicht Dunaways „Mommie Dearest“- und (wieder) Jessica Lange als Frances Farmer. So eine Leistung haben wir von Michelle als Marilyn nicht bekommen. Ist einfach so.

„Ich seh Dich mehr in der Oper als im Supermarkt“ meinte Herr Spango gestern und hat natürlich Recht. Erklären muss ich Ihnen dies trotzdem nicht. Seine Worte zu „Ashby House“ waren Gold, und er ist gerade erst bei Seite 100 gewesen, da beginnt es ja erst, sich so richtig zu entfesseln.

Ansonsten, zwei Tage en famille, mir sehr vielen glücklichen Momenten. Und jetzt ein freier Nachmittag ganz ohne Supermarkt.

*Der war extra-billig, ich weiß.

POST PARTUM (sans dépression)

Die ersten Leser lesen, das Honorar für die Fortsetzung ist angewiesen und das Leben geht weiter wie gehabt. Frust im Job bleibt frustrierend, Freude über gutes Entertainment erfreut („Vincent will Meer“, courtesy of Lucky.). Ich schreibe, mit ennervierend langsamem Output, der in keinem Verhältnis zum Tempo der Geschichte steht. Einfach zu wenig Zeit. Aber immerhin ist der Miggi wieder an Bord. Parfum ist aus. Das einzige, das noch vorhanden, ist eine Flasche No 5 aus dem Jahr 1986. Erstaunlicherweise ist es nicht umgekippt, es duftet immer noch wie Marilyn. Aber heute werde ich Givenchy aufstocken und mir vielleicht noch ein Kleidungsstück zulegen. Derweil hoffen, dass Menschen das Buch kaufen und lesen und darüber schreiben. Und es ist mir schon klar, dass einige das Buch so richtig richtig Scheiße finden werden, Gott sei Dank macht mir das weder Angst noch Sorgen. Das ist so wie mit Leuten, die mit dem Blog/ mir überfordert waren. It doesn´t hurt me. Das Geschriebene ist so ein abgekapselter Teil von mir, der stärker ist, als ich oft bin. Wie ein Kind, das im Kampfsport punktet.

DER MIGGI

Die Angst heißt bekanntlich Monika, heut hab ich einen Namen für die Inspiration gefunden – sie heißt Miggi. Sie ist ein polyamouröser Latino. Man weiß nicht, ob er heute kommt oder doch erst morgen, subjektiv erlebt man, dass er, wenn da, mal wieder zu spät ist, die Uhr sagt das auch, aber wenn er da ist – WOW!
Heut ist leider so ein Miggi-freier Tag. Es macht auch keinen Sinn, auf ihn zu warten, da nutzt man die Zeit besser sinnvoll. Die Laune, die sich senkt, wenn Miggi auf sich warten lässt, habe ich genutzt, eine Passage zu schreiben, in der jemand auch unzufrieden ist und auf etwas wartet, das ausbleibt. Aber mehr muss ich heut nicht, ich hab sechs Arbeitstage hinter mir und mach heut vielleicht einfach mal nix und fühl mich dabei schuldig.

DELIVERANCE oder WE DESERVE IT

Könnte gerade Ketterauchen, warum eigentlich auch nicht? Und ein Wein liegt auch kalt und warum auch nicht? Briefumschläge und Briefmarken gekauft, ein bisschen signiert. Den Eltern. Der Schwester. Der Nina und der Betsy eins ins Fach, und eins in die Post an die Dolly und den Michi und die Dee. Der Cora möcht ich´s gern selbst geben. Der amerikanischen Nachbarin bring ich´s vorbei, der Lieblingsfotograf kommt gleich rüber. Erika! Die Oper! Und Magda und Miriam. Und dem Skailight und Roomie/Ex-Roomie und der Lieblingsdänin würd ich eigentlich auch gern gleich eins rausschicken. Aber sind gar nicht genug da :-/

„This girl was dreamt for me
And I was dreamt for her“,

Laura Shalott, wenn Sie dies lesen, schicken Sie mir bitte Ihre Adresse. Ich möchte Ihnen so gern unser Werk zukommen lassen.

„Many miles, many roads we have travelled
Falling down on the way
Many hearts, many years have unravelled
Leading up today.

And I thank you.“

Original:

Not quite so-Original aber ooch schön:

SWOON

Anfang der 90er war der Film an mir vorbeigegangen, umso mehr freute ich mich, als ich jetzt auf ihn aufmerksam wurde. Aus dem Frühwerk des „Savage Grace“-Regisseurs Tom Kalin, erzählt „Swoon“ die Geschichte eines amerikanischen Verbrechens, das nicht nur Geschichte machte, sondern auch nachhaltig kulturelle Inspiration lieferte – Hitchcocks „Rope“ basiert lose auf den Geschehnissen im Chicago des Jahres 1924.
Zwei attraktive Studenten, Leopold und Loeb (ja, ich weiß, klingt eher wie ein Broadway-Team), beweisen sich ihre Liebe und ihren Zusammenhalt, indem sie kleinere Verbrechen begehen. Zum katastrophalen Höhepunkt ihrer Liaison beschließen sie, einen Menschen umzubringen. Und tun es. Opfer ist der 14jährige Bobby Franks. Während den Elter ein Kidnapping vorgespielt wird, ist der Leichnam des Kindes bereits beseitigt. Es dauert nicht lange, bis die Täter ermittelt werden – soviel zum Erfolg des geplanten „perfekten“ Verbrechens. Vor Gericht wird nicht nur der Tathergang an die Öffentlichkeit gebracht, sondern auch das skandalöse Verhältnis der jungen Männer. (Bei den Details über ihr Liebesleben, werden die Frauen gebeten den Gerichtssaal zu verlassen.)

Kalin hat mit dem Opfer der Mörder soviel Mitleid wie die Mörder selbst. Keines. Die Tat dient ihm nur als Illustration der Beziehung der Männer. Auch die bleiben seltsam weit weg. So wirken sie wie Pornopostkarten einer fernen Ära, ihre Gefühle werden an keiner Stelle nachvollziehbar. Vordergründig wirken die Filmbilder elegant, was jedoch allein an der gekonnten Schwarzweiß-Fotografie liegt. In Farbe würde das bescheidene Budget und die Sparmaßnahmen in der Ausstattung nur allzu deutlich ins Auge stechen. Zwischen der Bilderwelt von „Swoon“ und „Savage Grace“ klaffen Welten (liegen aber auch immerhin 15 Jahre). „Savage Grace“ ist allerdings auch nur, was die Bilder angeht, bemerkenswert. Wenn man die Vorlage kennt, weiß man dass Kalin sie in den Sand gesetzt hat. Rückblickend auf „Swoon“ hat das allerdings Tradition. Vielleicht ist es sein Markenzeichen, historische Mordfälle mit einer vermeintlichen Ästhetik zu bepinseln. Das zwischenmenschliche Grauen, das in solchen Fällen steckt, berührt in seinen Filmen kaum. Die Filme lassen einen kalt. Auch irgendwie bemerkenswert, aber nicht meins.

HACKBOOK

Drum merke: wenn jemandes Facebook-Account gehackt wurde und Du mit ihm darüber auf Facebook kommunizierst, dann solltest Du im Hinterkopf behalten, dass Du wahrscheinlich gerade mit dem Hacker kommunizierst.