Irgendwo in einem Märchenwald liegt jetzt ein Kleid von Kilian Kerner, für das ich gerne Frau sein würde.
Archiv des Autors: glamourdick
THE SPOOKY WOOD
Am Freitag erst Zahnarzt, dann Polizeikontrolle.
„Haben Sie Alkohol oder Drogen zu sich genommen?“
„Hat schon einmal jemand darauf mit „Ja“ geantwortet?“
(Besser wäre gewesen „Wenn ich Crack ausliefere, achte ich darauf, selbst nicht mehr als ein, zwei Pfeifchen geraucht zu haben.“)
„Hatten Sie sonst schon Kontakt mit Drogen?“
„NEIIIIIIIN!“
Die geben einem immer das Gefühl, man sei gerade noch einmal so davongekommen, glimpflich (schönes Wort- wie ein Hobbit-Nachname – häufiger benutzen), obwohl man gar nichts verbrochen hat und nicht einmal der TÜV abgelaufen ist.
Weiterer Polizei-Newsflash: Die Ermittlungen wegen Fahrerflucht und Sachbeschädigungs-whatever werden voraussichtlich eingestellt, da die Lackprobe am beschädigtem und meinem Fahrzeug nicht übereinstimmend waren.
Heute weiterschreiben nach zwei Tagen off. Bin in einer Sequenz, die schon beim Schreiben unglaublichen Spaß gemacht hat und die mich im Kopf, im Geist und im Herzen durch die Woche getragen hat. Klassisches bad-time-feelgood-moment. Oder Kitschfest mit Faun.
CHEMISTRY
Gott. Ich stepheniemeyere. Aber Schwimmen mit Steerpike – blaaazing away….
INTRODUCING NATASCHA

Das ist die kleine Natascha. Sie ist mir am Mehringdamm in diesem netten britischen Café zugelaufen. Zuvor wohnte sie in der Tasche von Frau Frost. Natascha ist eigentlich Stewardess, das ist schlecht – nicht grundsätzlich, nur unter den gegebenen Umständen. Denn Natascha hängt an der Tasche. Ihre Lieblingsbeschäftigung sind Schminken und Prominente. Ansonsten ist sie recht anspruchslos und nimmt wenig Platz weg. Außer ihr Kopf. Aber sie kann nichts daür, man darf es ihr nicht anlasten. Als nächstes möchte ich Natascha singen beibringen. (Als ob ich der richtige dafür wär. Ha ha.) Nützlich wäre auch wenn sie maaaaal den Müll runterbringen würde, aber da argumentiert sie immer mit ihrer Zwergwüchsigkeit. Was das angeht ist sie ein richtiger Dickkopf. Aber das darf man ihr nicht sagen, da wird sie miezig. (Auch noch empfindlich…)
Natascha würde sich gern mit meiner kleinen Hündin Sydney anfreunden, die Sie vielleicht aus einem früheren Beitrag kennen. Sydney ignoriert Natascha, weil ihr Dickschädel sie an den eigenen erinnert. Sie können sich vorstellen, wie das gerade in meiner Wohnung abgeht, wenn beide zu Hause sind. Gestern wurde es mir fast zu bunt, da habe ich Natascha in eine Kaffeetasse im Schrank stellen müssen, nein, war kein Kaffee drin, ich bin ja kein Sadist, ich brauch nur manchmal auch meine Ruhe.

(Zur Erinnerung, meine kleine Sydney.)
4616
Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich mir noch einmal den kompletten Melrose Place vorgenommen habe, aber in England gab´s die Staffel gerade für nen Zehner, also, dachte ich, fängste bei 3 an – Sydney ist in der zweiten dazu gekommen, dann wird´s in der dritten richtig abgehen. Halb geirrt, denn schon zu Beginn der Dritten erfahre ich, dass die schöne Prostitutions-Storyline schon erledigt ist, Syd ist bereits Mrs Mancini, ohne dass Mr Mancini das möchte, und auch mit Kimberley-Marcia-Cross wurde auf´s Heftigste intrigiert. Die ist nämlich bereits von den Toten auferstanden, wenn auch mit Glatze und einem Vollschaden, den sie geschickt vor den anderen versteckt (wie auch die Glatze) – immerhin war sie es, die Michael überfahren hat, und so richtig sicher scheint der jetzt nicht zu sein. Naheliegender ist natürlich dass es die arme Syd war, die zunächst in den Knast kommt und anschließend in die Psychiatrie. Dort macht sie den blöden Deal, den nicht-von-ihr-begangenen-Mordversuch zu gestehen, um die Anstalt verlassen zu können und in der blöden Modefirma ihrer blöden Schwester Jane quasi in Sicherheitsverwahrung zu kommen. Der einzige, der so im Urin hat, dass Sydney Unrecht widerfährt ist Matt. Und der isz selten handlungsrelevant. Wir sind jetzt erst bei der dritten Folge oder so, und ich habe mich allein auf Sydney-relevante Storylines bezogen. Ich kann ja eine Staffel „Walking Dead“ am Stück sehen und ohne Alpträume schlafen gehen, aber Melrose schafft es nach wie vor, mich zu triggern. Es waren keine Alpträume, aber jede Menge Drama.
Wenn ich mich richtig erinnere, ist es Staffel 3, in der Marcia Cross am Ende den Apartmentkomplex in die Luft jagt. Und dann bekommt Syd irgendwann den Job bei Mancini/Burns und hat gloriose Momente bester Fernsehunterhaltung. Ich freu mich.
21ST CENTURY FOX
Über Ostern kam ein Flow ins schreiben, einfach auch schon ganz banal, weil die Seiten sich aufgrund der minimierten Zeilenanzahl schneller füllten und ich mehr Zeit hatte. Seit gestern sitze ich an einer Passage, die den Leser (aber mehr noch mich) auf eine harte Probe stellt, aber ich hab das Gefühl, ich krieg es hin. Protagonistin sei Dank. Macht Spaß.
FILMSTÖCKCHEN
Herr Beethoven hat mit einem Filmstöckchen nach mir geworfen und ich hab´s aufgehoben. Frau Koma hat nur die 5 neuen Fragen beantwortet, aber bei Filmen bin ich Streber!
Was war Dein erster Kinofilm und hast Du ihn später noch einmal gesehen? Wie fandest Du ihn dann?
Das war „Das Dschungelbuch“. Als die Schlange ins Spiel kam mussten wir wegen meiner Schreierei das Kino verlassen. Das war erniedrigend. Ich habe ihn dann nie mehr sehen wollen und das auch durchgezogen.
Welches sind Deine drei liebsten Filmszenen und warum?
Sehr sehr schwer – zu viele Filme, die ich liebe. Eine Auswahl: Wenn Marilyn in „The Misfits“ die Frage stellt, ob wohl je ein Kind ohne Angst geboren wird. Jessica Langes Zwinkern als Big Edie in „Grey Gardens“. Und ein Neuzgang – die Flügelszene in „Black Swan“.
Hast Du schon einmal selbst einen Film gedreht, und sei es nur auf Video oder Super 8, so richtig mit Drehbuch, Maske/Kostüm und was war das für einer? Bzw. was wäre das für einer, wenn Du das machen würdest?
Damals war ich 18 und spielte die Hauptrolle in einem kleinen Horrorfilm, an dessen Drehbuch ich auch mitgearbeitet habe. Zu meinen liebsten Einstellungen gehört hier immer noch, wie meine damals beste Freundin Iris in den Raum stürmt, etwas brüllt, und man sie off camera auf den Boden plumpsen hört (was eigentlich nicht so geschrieben war.) Dann gab es noch eine Szene, in der ich in ein Zimmer stürmen sollte – es war ein Stürm-und Drang-Film – der Effekt wurde ein wenig dadurch beeinträchtigt, dass man die ganze Zeit vor dem Stürmen meinen Kopf durch eine Glasscheibe in der Zimmertür sehen konnte
Gibt es einen Film, der Dir Angst macht und den Du nie, nie, nie wieder sehen willst?
Von „Jesus Christ Superstar“ und „The Wiz“ einmal abgesehen: „An American Crime“. Zu echt, zu intensiv. Ich wünschte, ich hätte ihn nie gesehen.
Und welchen Film würdest Du gerne noch einmal auf der großen Leinwand sehen, der leider nur noch im TV oder auf DVD zu haben ist?
Nach „My week with Marilyn“ hätte ich jetzt große Lust auf „The Prince and the Showgirl“.
Jetzt die 5 Fragen von Herrn Beethoven:
Nenne einen Schauspieler, zwei Schauspielerinnen und drei Filme, die Du sehr gerne magst, und erzähle bitte warum!
Liam Neeson. Ich kann´s nicht erklären. Bis Liam Neeson hatte ich nie einen Vater-Komplex. Marilyn – weil es niemanden gibt, der auf der Leinwand solche Göttlichkeit ausstrahlt. Jessica Lange, weil mich keine Schauspielkunst mehr bewegt und berührt hat, als ihre. „All about Eve“ und „Sunset Bouevard“ – hier kommen Drehbuch, Besetzung und Schauspielkunst so genial zusammen, dass ich mich auf den Boden werfen, mit den Beinchen strampeln möchte und mit den Fäusten auf den Boden schlagen. Und, um einen dritten von 300 möglichen zu nennen: „Shortbus“, weil schlicht entzückend.
Bist Du schon einmal vorzeitig im Kino aus einem Film gegangen? Warum und aus welchem?
Béatrice Dalle als „Die sabbernde Hexe“ (oder so) hat mich dazu gebracht. Lebenszeit ist eine wichtige Sache, man darf sie nicht von solchen Machwerken rauben lassen, das gilt ebenso für Bücher. Ich finde es zwanghaft und suspekt, wenn Menschen Bücher zu Ende lesen, die ihnen nicht gefallen.
Gibt es eine Filmszene, in der ein Song gespielt wird, die sich Dir beide untrennbar ins Gedächtnis gegraben haben?
Ganz klar das „Elephant Love Medley“ in „Moulin Rouge“ und die Mozart-Sonate KV 331, erster Satz in „Frances“.
Welches ist Dein Lieblingskino und warum ist es das?
Da ich Kinos hasse, nicht wegen der Gebäude, lediglich wegen der Popcornfresser darin, gibt es keins. Wenn ich schon mal ins Kino gehe, dann ins Cinestar am Potsdamer Platz, weil es dort OV-Fassungen gibt, weil das „Billy Wilder“ die charmantesten Cocktails hat, und weil ich unerklärlicherweise das Sony Center mag.
Lieber Filme oder TVSerien? Warum?
Beides natürlich.
Und jetzt komm ich auch mal mit 5 Fragen:
1. Welches Remake brauchen wir?
2. In welchen Film würden Sie am Liebsten leben?
3. Wenn Sie ein Film wären (realistisch betrachtet) – welcher Film wären Sie?
4. Erklären Sie mir, warum Mery Streep als Hollywood-Star überbewertet ist.
5. Wer spielt die Hauptrollen in der Verfilmung Ihres Lebens?
Dies wüsste ich gern vonLucky, Hotel Mama und Ruhepuls!
OSTERN
Der Einkauf von Coke light lemon war dergestalt, dass der Lebensmitteleinkauf ausfiel. Muss halt reiche, was im Kühlschrank ist. Wohnung geputzt und mit schlechter Laune zwei Pflichtseiten geschrieben. Eine Szene eingeleitet, über die ich mir seit Wochen den Kopf zerbreche, für die ich unterschiedlichste Möglichkeiten habe und die dann doch erst auf der Seite, beim Schreiben entstehen wird. Vielleicht Instinkt, dass die jetzt am Ostersonntag geschrieben wird. Bei meinem momentanen Mini-Output wird´s vielleicht auch erst Montag.
Mich von den Walkers verabschiedet, eigentlich auch ein schöner Zombie-Name, vergeblich „The Walking Dead“ gesucht, stattdessen „Legion“, weil ich einen rigorosen Engel brauchte. Wie wir alle? Heute Augen wie geplatzte Pfannkuchen.
Ostern fiel in der Familie immer auf das Ende der Osterferien. Da hatten wir oft drei Wochen, in denen wir uns auf den Geist gingen und zu Ostern gab es dann meistens Streit. Weihnachten fahre ich gern zur Familie, aber Ostern war ich schon immer lieber in Berlin. In den Clubs, in denen ich unterwegs war, war dann hormonell immer der Frühling ausgebrochen. Jetzt sind die Clubbing-Days over, Ruhepuls-Karaoke musste aufgrund meiner Verstimmung gestern auch ohne mich stattfinden. Mir war nicht nach singen.
Gerade jetzt wäre ich allerdings lieber im Harz. Den Kindern beim Suchen zuschauen und England-Urlaubsfotos meiner Schwester und ihrer Familie anschauen – die hat es richtig gemacht und ist mit einem Hausboot über Kanäle Südenglands geschippert.
ZEILENZÄHLER
So sitze ich an diesem Ostersonntag vor meinem Text und denke plötzlich „Hm. Das Ashby-Manuskript sah irgendwie anders aus.“ Das muss ich mir mal genauer anschauen. Ja. Weil es in Normseiten formatiert war, wie sich das für Manuskripte gehört. Zähle also Zeilen pro Seite. Aktueller Roman hat 12 Zeilen mehr als Normseite und mit einzeiligem Zeilenabstand statt anderthalb. Da müsste ich ja mal umformatieren, wenn ich wissen will, auf welcher Seite ich eigentlich wirklich gerade bin. Tue dies flugs. Und siehe – ich muss mich nicht mehr wundern über Tage an denen „nur“ 2 oder 3 Seiten entstanden. Die Umformatierung ergibt, dass ich mich auf Seite 223 befinde, nicht etwa 169. Mit einem Mal legt sich eine mittelgroße Ruhe über mich.
STEERPIKE, MODESTE, UND VIELLEICHT MARLEY UND ICH
Ein Spaziergang im Sonnenschein mit Mlle Modeste inklusive Kinderwagen mit Neugeborenem. Sowohl die junge Mutter, als auch das Kind zufrieden und gelassen und ein wunderbarer Gegenentwurf zur klassischen Prenzlauer-Berg-Mutter-Kind-Waldorf-Wahnsinn-Kombi. Einfach nur ein entspanntes Mutter-Sohn-Team, wow, und eine Modeste, die immer noch die gleiche Modeste ist, nur eben jetzt auch zusätzlich Mama. Milchkaffee vorm neuen Lieblingscafé, ein Gespräch, in dem es auch um Mutterschaft und Kinder geht, aber gleichberechtigt mit allen anderen Themen.
Zu Hause dann eine Pizza improvisiert, die mit die beste wurde, dich ich je gegessen habe. Aus dem Machmittagsschlaf um 0.00 Uhr erwacht und noch ein paar Runden mit den Walkers gelacht, geweint und das Herz gekitzelt bekommen.
Das Dreckswetter draußen kommt mir sehr gelegen, Schreibzeit. Nach all den weiblichen Reaktionen überlege ich eine Umbenennung des Romans in „Alle lieben Steerpike“. Vielleicht stelle ich ihm einen Goldenen Retriever zur Seite oder lass ihn in der Sonne glitzern und mit einer Regenbogenaura umgeben. Dann kann Edward Cullen einpacken! Dass die Abwesenheit einer Figur auch einen Spannungsbogen mit sich bringt, hatte ich nicht kalkuliert. Aber dieses Wochenende SPOILER ALERT wird der Bogen gekappt. (Bis Sommer 2013 haben Sie das längst wieder vergessen.)