Archiv des Autors: glamourdick

IN ONE PERSON

So nach 100 Seiten erschließt sich dann auch das Cover, das ich erst etwas blöd fand, jetzt aber mehr mag als das Buch (bislang). Aber ich lese weiter, zumal ich die jugendliche Verwirrung ob der eigenen sexuellen Identität herausragend gut beschrieben finde, und es mich freut, dass sich ein Bestseller-Autor eines solchen Themas annimmt. (Er hat schon in vielen anderen Büchern damit geteaset, aber jetzt geht er der Sache offenbar auf den Grund. Danke, Herr Irving.

Irving

MAYBE I WAS AFRAID BEFORE

In der ziemlich langen Schlange vor der Kasse fallen mir dann zwei Sachen ein.
1. der andere Supermarkt im Dorf hat gerade geschlossen (was die ziemlich lange Schlange erklärt.)
2. Ich habe kein In*sidon genommen.

Dann habe ich mich damit beruhigt, dass In*sidon ja eigentlich eh nie geholfen hat und es genau so wahrscheinlich war, mit eine Attacke zu bekommen wie ohne. Natürlich geht dem Kassierer an meiner Kasse dann das Wechselgeld aus, greise Greise brauchen ewig, ihre Einkäufe einzupacken, Kunden zahlen auf den Cent genau mit Centmünzen – kurz, es war ein Alptraum. Ich habe zur Entspannung den Körper angespannt, Fuckyoufuckyoufuckyoumonika gesagt, Symptome waren in Alarmbereitschaft. Dann innerlich gesungen Oooooh Baby do you know what it’s worth? Nicht mehr alles Lyrics zusammen bekommen, das Lied dreimal durch und an der Kasse dann alles in Ordnung und ziemlich erleichtert raus. Das war das erste Mal in Monaten, dass ich alleine in einem Supermarkt war, ohne Medikament und die Petra im Griff hatte. Es wird sicherlich noch geschehen, dass andersrum die Petra mich, aber Sie machen sich keine Vorstellung, was das für mich gerade jetzt bedeutet.

GLAMBERRY oder CHERRY CHERRY BOOM BOOM

Der gestrige war Kirschen und Johannisbeeren gewidmet, zunächst der Ernte derselben, dann der Reinigung und schließlich der Verarbeitung zu Marmelade. Heute steht Gemüsefond für Kartoffeln Berichonne auf dem Programm. Da ist auch ein Nachmittag schnell rum. Ansonsten lese ich den neuen Irving, dessen erste Seiten mit langen Diskussionen über Ibsen nerven, aber ich hab Lesezeit und geb ihm eine Chance. Dann müssen noch die Redigierungen nach Agentinnen- und Spezialistenkritik vom Manuskript ins Typescript übertragen werden. Eigentlich hatte ich auch noch einen Shopping-Trip vor mir, weil ich ein Oberteil für Samstag brauche. Aber die Abiturientin, die es dann zu feiern gilt, ist mir zuvorgekommen! So ein Patenkind wünschen sie sich sicher auch, gell!

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GLAM HEARTS KITTY

Es gibt nicht so viele Menschen, pro Biografie, mit denen man genau so gut reden wie schweigen an. Dass man neben jemandem eindösen kann, wenn die Sonne knallt und das Wasser plätschert, ist vielleicht eine der größten Sympathie- und Vertrauensbekundungen. Und so war es wieder mal ein wunderbarer Tag mit Frau Koma auf dem See. Es gibt auch nicht so wahnsinnig viele Menschen, mit denen man über dramatische Themen sprechen kann, ohne dass sich denen vor Neid aufgrund undramatischerer Existenz oder Angst vor Involvierung die seelischen Hoden hochziehen wie bei Kontakt mit Eiswasser. Mit Koma kann man über Dramen reden, ohne dass gleich der Zugzwang aufgebaut wird, die Probleme des Gesprächspartners beheben zu müssen. Und deshalb hab ich die unter anderem so lieb. Purrrr.

DEALING WITH IT

Nein, ich mag ihn nicht, diesen Sommer, in dem immer mal wieder etwas Schönes aufflammt (ein Sonnentag, ein Brief, Strom- und Gas-Erstattungen), um dann wieder von einer Serie der Unsicherheit und Verunsicherung platt gewalzt zu werden. Angst, Krebs, Entfremdung. Die sollen doch im Februar passieren, wenn eh alles schrecklich ist. Zu den Sachen, die von außen kommen, auch noch die, die ich mir selbst eingebrockt habe. Es. Macht. Keinen. Spaß. Aber. Siehe. Oben.

PRETTY LITTLE THIEVES oder GLAM LÖST URHEBERRECHTSDEBATTE

Noch 3 Folgen bis zum Finale und jetzt sind alle verdächtig, sogar Spencers Vater und ihre blöde Schwester. Der Kleinstadt-Cop, die blinde Jenna (in Kombi mit dem Kleinstadt-Cop mangels eigener Zielsicherheit). Alisons Bruder sowieso. Schlau schreibt man der kleinen Mona auch noch eine Bedrohung durch -A. Leider hatte Ashley zu wenig Screen-Time in dieser Staffel. Ich hoffe, das ändert sich in der nächsten. Aber sehr schön die Szene, in der Hannas Rechtschaffenheit wieder hergestellt wird und ihre intrigante Stiefschwester inklusive ihrer Mutter (2nd wife of Ashleys husband) einen vor den Latz bekommen.

Festgestellt, dass es das Ebook von AH jetzt auch 100% gratis und ebenso illegal als Download gibt. Sie sehen mich inmitten der Urheberdebatte und ich gehöre zu denen, die mit Abmahnung drohen, bzw erledigt das mein Verlag. Eine faire Vorgehensweise meines Erachtens: Die Schlecker-Mitarbeiter und Innen umschulen auf Internet-Ordnungsamt. Illegaler Download sollte doppelt soviel kosten wie das illegal geladene Digitalprodukt. Keine absurden Abmahnkosten, einfach Strafzettel mit Zahlungsaufforderung. 50/50-Teilung zwischen den Schleckers und dem Verlag. Das finde ich fair gegenüber beiden Seiten – dem Downloader und dem Urheber. Und den Schleckers. Aber ich gehöre noch der Generation an, die die Zeiten vor dem Netz erlebt hat und nicht annimmt, dass es alles was es im Laden gibt auch irgendwo gratis im Netz geben muss. Die Tatsache, dass da nicht rechtzeitig eine gesetzliche Regelung gefunden wurde hat tatsächlich zu einer Art Freibeuterei geführt. Eine Partei, die sich schon namentlich als Dieb bezeichnet kann ich nicht ernst nehmen, dann doch wirklich lieber die Tierschutzpartei. (Andererseits wäre es vielleicht begrüßenswert, wenn Parteien sich wirklich thematisch benennen würden. „Die Hupfdohlen“, „Die Koksnasen“ oder einfach mal ganz selbstlos – „Die Unfähigen“.)

24.6.12

Bis zum frühen Nachmittag so rumredigiert. Es war schon beim Schreiben klar, dass dies eher ein Buch wird, wo ich nachträglich noch aufstocke und nicht, wie bei AH, kürze. Die Agentin meinte, mehr Innenansicht der Heldin würde dem Ganzen gut tun. Daran also gefeilt, aber auch Erklärung dafür gefunden, warum sie ab einem gewissen Punkt keine Fragen mehr stellt und keine Zweifel äußert – es passiert alles so schnell, die Arme hat gar keine Zeit. Die schwächste Passage, die mich schon beim Schreiben etwas nervte, gestrichen und mit etwas Substantiellerem ausgetauscht. So wird die Welt nun nicht erfahren, warum Mrs Slasher Mozarts Klaviersonate KV 331 so schätzt, und die Welt wird dadurch keine schlechtere als sie ohnehin bereits ist.

Am Nachmittag den dtv-Kollegen-Buchtipp-Februar angefangen. „Die Flüsse von London“. Sehr amüsant. Aber, ehrlich gesagt, der März-Tipp gefiel mir besser.

Neue Lieblingssuchanfrage: Negerblockbuster. Der erinnert mich an diesen TV-Werbespot, den ich mal hörte und nicht sah, wo Dolly Buster Saucen angeboten wurden. Beim Hinschauen dann gemerkt, dass es sich um B+ertolli Pasta Saucen handelte. Siehe auch hier.

Gästezimmer für Couchsurfer klargemacht. Verschiedene Sachen gegessen, die im Kühlschrank nebeneinander noch gut aussahen. Dann beim Essen leider kurzes gleich-kotz-ich-Gefühl – vielleicht sollte ich mich doch konsequent vegetarisch ernähren, Fleisch löst das bei mir manchmal aus. Ärgerlich war´s für die meergesalzten fruchtigen Tomaten, die mit dem Fleisch in den Müll wanderten. Dann ein gnadenlos köstlicher weißer Bordeaux, 2008, den Hoffmann gerade ausverkauft, bedauerlicherweise. So ein goldenes, vollmundiges Getränk, ich werde mir die letzten Flaschen sichern.

Eine Folge „Pretty little Liars“, absolutely gorgeous, dann durch´s TV-Programm gezappt und immer wieder über HD-Qualität gestaunt. Schicke Sache.