Archiv des Autors: glamourdick

And the queer threw up at the sight of that

Spiegel Online sprengt meinen Safari-Browser und ich frage mich, ob das ein leiser Hack-Wink ist, der mich dazu bringen soll, mich aus dem Informations-Tsunami auszuklinken. Weshalb informiert bleiben, wenn ich doch keinen Einfluss nehmen kann? Wieviel will ich noch wissen? Ich bin, anders als Halb-Amerika, grundinformiert, gebildet, habe einen Überblick über die Weltgeschichte. Bin selbstgerecht. Letzteres ist aber Halb-Amerika auch. If you can´t fix it, Jack, you got to stand it. Ich versuch jetzt ein paar Tage ohne News, was an mir und allem nichts ändern wird.

Ignorance is bliss.

Doctors, doctors

Beim Unfallchirurgen, bei dem ich mich alle 2, 3 Tage zum Verbandswechsel einfinden muss, hab ich ein gutes standing, weil mir die Sprechstundenhilfe beim zweiten Wechsel mit der Schere ins Ohrläppchen geschnitten hat, was bei mir zu einem lauten „EY – Vorsicht! Mein Ohr“ und darauf folgenden Lach-Flash führte, slapstickmäßig unterstützt von ihr mit einem „OhmeinGott, das blutet ganz schrecklich!“ Das nächste Mal, dass wir uns sahen: „Ich bin so froh, dass Sie sich trauen, wieder zu kommen, sowas ist mir aber auch wirklich noch nie passiert.“ In der vermeintlichen Anonymität hauptstädtischer Vor- und Behandlungszimmer werde ich namentlich gegrüßt und meine Lieblingssprechstundenhilfe hat sogar ein flirtiges Lächeln für mich. Gestern hat dann auch sie den Verbandswechsel übernommen.

Beim Chirurgen habe ich nie länger als 15 Minuten gewartet, beim Psychiater vorgestern allerdings den Warterekord gebrochen. Termin 12.30 Uhr, raus aus der Praxis um 15.30. Das topt die Wartezeit in der Notaufnahme des Virchow um eine Stunde. Ich rufe dann eine halbe Stunde vorm Termin an, frage, wann ich denn wirklich kommen soll, und selbst dann ist es noch eine Stunde, die ich mit Wintermantelkauf verbringe. Tatsächlich abgesessene Zeit ist dann eine halbe Stunde. Mit „Terranauts“ von T.C. Boyle erträglich. Der Doc freut sich über die jüngsten Entwicklungen und wir visieren eine Reduktion des Medikaments an, aber entspannt. Zum Frühling vielleicht.

Der Overkill an Wartezimmern in der letzten Woche hat zu einer Entspannung geführt, was die Unannehmlichkeit des früher angstbesetzten Raums angeht. Statt Alarmbereitschaft erlebe ich Genervtheit angesichts der anderen Patienten. (Also die gesunde Angst-Wut-Skala im Kleinen.) Da ist die Oma die laut Kekse knuspert, das Dreier-Team Prolls, die wegen des langen Wartens unaufhörlich und lautstark am Meckern sind. (Die betreten nachher, während mir Blut abgenommen wird, das Sprechzimmer tatsächlich zu dritt – Dr. W. muss noch Stühle schleppen -, was die Frage aufwirft, was wohl deren Problem ist.) Und die 70% Kopftuchfrauen über 65, die sich ihre Dosis Tranquilizer verpassen lassen, die es ihnen ermöglicht, das Leben in ihren Familien auszuhalten. Das einzige Mal, dass ich in ein leeres Wartezimmer kam, fragte ich überrascht die Sprechstundenhilfe „Was ist denn hier los?!“ „Tja. Ist Ramadan.“

Falcon spirals to the Ground

The United States have been an integral part of my social and cultural make-up. I didn´t study English and American literature for no reason. The result of this election comes as a shock. Earlier this year, Brexit made me cry. And now. To comprehend that the majority of American voters chose this capitalist lying pig is another forceful blow to my ego and self. Culture thrives under adversity, I know that, and that´s my only hope in this real-life-hellish nightmare, but I would have wished for my American friends and family a country where sanity rules. Instead, the stupid people have found their voice and are not ashamed to use it. To shout shit. I´m crying as I write.

I know. We got through Reagan. We got through the Bushes. But. At. What. Cost. This is like a country has voted for Bugs Bunny or something. The world is deeply, deeply disturbed.

Like a Virchow

8.45 Uhr Zahnarzt. Der erste in einer Reihe von Terminen, die ich seit dem Horror-Sommer aufgeschoben hatte. Viertel vor Neun ist ne gute Zeit, da habe ich wenig Gelegenheit, Horror-Szenarien auszuweiten, trotzdem sitze ich im Zahnarztstuhl und schlottere. Dann tritt in Erscheinung eine hochattraktive schwarzhaarige Elfe mit Mundschutz, ich sag ihr, bitte spritzen, ich nehm alles an Betäubung, was Sie haben, und sie macht. Und eine halbe Stunde später bin ich raus, zwei weitere Termine in Aussicht, mit der Gewissheit, dass ich nach über zwanzig Jahren, nie wieder von der Chefin, sondern in Zukunft nur noch von der Elfe behandelt werden möchte. Die Zeit bis zum Arbeitsbeginn sinnvoll nutzen, beschließe ich und suche meine Ärztin auf, eigentlich nur ein kurzes Gespräch mit der Sprechstundenhilfe. Ein Abszess vor dem Ohr ist in den vergangenen Tagen spontan gewachsen und ich will mich erkundigen, wie ich mich am Wochenende verhalten soll, falls er weiter wächst oder sonstwelchen Ärger verursacht. „Da sprechen Sie doch lieber mit Frau Doktor, in 20 Minuten hätte sie Zeit. Die Praxis kennt mich und fügt hinzu – gehen Sie doch in der Zwischenzeit nenn Kaffee trinken.
Die Ärztin betrachtet, tastet und schreibt mir eine Überweisung zum Chirurgen. Das müsse sofort gemacht werden. Die Sprechstundenhilfen benachrichtigen eine Praxis im Bergmannkiez und ich fahre los.
„Sprechzeiten sind aber heute vorbei.“
„Aber meine Ärztin hat-“
Die Kollegin tritt hinzu. „Ist okay. Die Praxis hat angerufen.“
Das dritte Wartezimmer des Tages, nach zwanzig Minuten, begrüßt mich der Arzt, schaut sich den Abszess an und schüttelt den Kopf. „Das kann ich nicht mit örtlicher Betäubung machen, in der Region liegen zu viele Nervenenden, das geht nur mit Vollnarkose. Ich schreibe Ihnen eine Überweisung für den Notarzt.“ Notarzt??? „Und empfehle das St. XY-Krankenhaus.“

Ich fahre erst einmal nach Hause, in der Hoffnung, dass die neue SIM-Card angekommen ist, sodass ich mein neues Handy endlich in Betrieb nehmen kann. Ins Krankenhaus ohne schnelle Kontaktmöglichkeit zur Außenwelt fühlt sich bedrohlich an. Weil ich so zittrig bin – seit 6 auf den Beinen und noch nichts gegessen, mittlerweile ist es halb Eins – hilft mir der Mitbewohner mit dem Handy, das mit der neuen Karte die alte Fehlermeldung gibt: nur Notfälle. So what? If ever there was one…

Strike redet mir ins Gewissen, die Sache sofort in Angriff zu nehmen – ich war zu der Entscheidung gekommen, am Samstag vormittag einzuchecken, in der Hoffnung, das Krankenhaus ohne dortige Übernachtung wieder verlassen zu können, jetzt ist es nämlich schon 13 Uhr. Und da ich gar keine Krankenhauserfahrung habe rufe ich dort erst mal an, um zu fragen, was ich denn alles mitbringen muss. Ich werde mit der Rettungsaufnahme des XY verbunden, schildere meine Krankheit. „Oh. Oh oh. Nee. Das können wir hier nicht machen. Da gehnse besser ans Virchow, die haben nen Jesichtschirurgen.“ Virchow. Wedding. Freitagmittag Rush hour. Da brauch ich ne Stunde. Fuck. Ich pack ein paar Sachen, das alte Handy, auf dem ich, falls Wlan, immerhin noch texten kann. Das Neue ist seit dem Sim-Card-Tausch nun gar nicht mehr erreichbar und schaltet auf die Voicemail, die ich nicht mehr abhören kann. Immer noch ohne Nahrung, mit einer Coke light lemon, dem neuen TC Boyle und ein paar Übernachtungssachen mach ich mich auf den Weg.

Das Gelände ist weitläufig aber überschaubar. Ein Dorf in der Stadt, mit Straßennamen und allem. Ich finde die richtige Station, mit Horrorvorstellungen, was da auf mich zukommt, aber tatsächlich gibt es keine Wartezeit, ich werde aufgenommen, erkläre meine auffällige Nervosität mit „Panikpatient“, woraufhin der aufnehmende Pfleger lächelt und sagt „Jut, dass Sie´s sagen. Merkt man schon, wie angespannt Sie sind. Die anderen, die damit nich klarkommen, die werden im nächsten Leben als Darmbakteriern wiedergeboren.“Er jagt mir mehrere Spritzen zur Blutabnahme rein und das erste Mal in meinem Leben schaue ich nicht weg, sondern zu und finde es bemerkenswert, weshalb ich es hier aufschreibe. Dann Warteraum zwei. Zunächst allein, ich versuche zu lesen. Aber keine Ruhe. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Ich schaue mir die Pfleger, Ärzte und die Patienten an, die da in ihren Krankenhausbetten verschoben werden und mir wird es flauer. Ich demnächst auch – bewusstlos durch die zugigen Gänge? Dann erscheint ein Mutter-Tochter-Team, das mitwartet und sich auffällig besonnen unterhält. Die Tochter fragt mich wie lange ich schon warte. „Ich hab extra nicht auf die Uhr geschaut, weil es mich sonst stressen würde.“ Die beiden werden aufgerufen. Als nächstes ein Teenie-Pärchen, er mit Basecap, sie mit schwarzem Pferdeschwanz und dem Grund ihrer Anwesenheit ebenfalls im Gesicht. Da ist was mit dem Lippen aufspritzen schiefgegangen, sie hat so ein blaues Kühlungspad in der Hand und drückt es immer wieder auf die Aufgespritzten. Die Teenies spielen „Wer bin ich“ und ich erfahre, dass es immer noch Rihanna und Beyoncé sind, die den größten Bekanntheitsgrad haben, aber auch die Stichworte Snapchat und Pro 7 (!) fallen.

Nach zwei Stunden holt mich mein Arzt ab, strahlt, Handschlag, ich lande direkt im Behandungsraum, zwei Schwestern Mitte 20 lächeln mich freundlich an und ohne großes Gedöns erklärt er mir, wie er das Abszess nun unter lokaler Betäbung (YESSSSSS!!!) absaugen wird. KEINE Nacht im Krankenhaus! Abszess weg und ab nach Hause! Während er spritzt, die Wunde öffnet und mit der Pussuction beginnt macht er Witze über meinen Hipsterbart, „Hipsterbart gibts aber nicht in weiß“ entgegne ich, woraufhin die Schwestern, der Arzt und ich Hipster diskutieren, während er mit einem Gerät an meinem Gesicht rumsaugt. „Boah! Das hat aber ordentlich gestreut! Wahnsinn!“ Und knallt die erste abgezapfte Phiole auf das nierenförmige Entsorgungsbehältnis. „Ah – da ist es ja“ Das Athrom, das den ganzen Schlamassel verursacht hat. „Ich schau mal ob ich es rauskriege. Wenn nicht machen wir das demnächst, das macht man wirklich besser unter Vollnarkose, ist nicht so angenehm.“ Und das merke ich, während er mit einer Pinzette an einem etwas in meinem Kopf zieht und zieht und ich spüre es und sehe es Splatter-comic-artig vor mir – er zieht und zieht, aber das Ding ist hartnäckig. Es scheint fast „Plong“ zu machen, als es in mein Gesicht zurückspringt.

Freitag, kurz vor 5. Er legt mir einen Verband an, der weite Teile des Gesichts bedeckt. „Na heute is wohl nichts mit Ausgehen?“ „Ich bin in Kreuzberg, da sehen viele so aus.“ Wir lachen alle ein bisschen und verabschieden uns mit doppeltem Handschlag. Ein Tag voller Horror-Erlebnisse, die sich komplett wunderbar auflösten. Ungefähr neunzig Mal habe ich Gott gedankt. Und als er dann auch noch macht, dass ich die verlegene Handy-Rechnung für den heutigen Umtausch finde, sage ich ihm, „Aber nicht dass Du denkst, dass ich wieder in die Kirche eintrete. Ich glaub wir sind uns einig, oder?“

Nennen wir ihn Karli. Caught in a bad Bromance!

Eine Nacht der Unvernunft, wo der anzunehmend-eigentlich vernünftige Mann sich als Wagnis darstellt und zum Freund wird. Inklusive Synchronpinkeln. (Ich kann prinzipell nicht pinkeln, wenn jemand neben mir pinkelt, umso höher meine Wertschätzung für Karli.) Ich mochte ihn schon vorher, aber such are the nights that bromance is made of. So inklusive !“Oh! ist mein Handy noch da!-und-was-ist-in-meinem-Portemonnaie?-Na-nüschte-wat-denksten-Du? Und er hat mich nach Hause gefahren, obwohl es wirklich walking distance war. Eine Berlin-Nacht, wie es die tatsächlich immer noch giebt – mit dem Rilke-Extra-E.

Immune to cuntsultations

Nachts aufgewacht, quite aware, dass es der Aszendententag ist, Geburtstagsgrüße an Die Drei verschickt und als nächstes prompt und zusammenhangslos gedacht, was das für eine Welt ist, ohne David Bowie darin. Bei allen Verlusten dieses Jahres tatsächlich der am Schwersten zu verkraftende. Dann „Changes“ im Kopf, woraufhin obiger Titel entstand, noch ein Foto von der Wand in den Müll, nicht Papierkorb, sondern richtiger Küchenmüll, wo sich Pizzaränder mit Kippen und Weinflaschen treffen und eine Frau mit geschmacklosen grünen Handschuhen dies nun aushalten muss, bis ich morgen den Müll in die Tonne kippe. Bio-Müll.

Zwischen Geburts- und Aszendententag war ausreichend Zeit für eine Bestandsaufnahme. Eine ziemlich beschissene Strecke. Ich hatte angenommen, mir bei zu bringen, die Fresse zu halten, wäre eine Leistung. Ich pendele immer noch zwischen Aussprechen und selbst-verhandeln und habe keine schlaue Lösung parat.

So denn die Versicherung meine gekündigte Altersvorsorge zahlt, steht ein Urlaub an. Februar wäre ideal. Von den Kapverden kenne ich bislang nur die Salzinsel. Dieses Mal gerne etwas Vegetation. Oder eine Vulkaninsel, vielleicht lerne ich dann wieder kreativ zu brodeln. Vielleicht laufe ich dann auch dem Architekten aus Lissabon über den Weg, der mir 2001 eine langwierige sexuell übertragbare Krankheit verpasste und kann mich endlich angemessen bedanken.

Not a nice day. But it´s not a nice world in the first place. You´ve got to make „nice“. Again and again and again. I´ll go ahead and try. Again.

Lazarus-Dawn-Sunset

Nicht einmal amerikanische Musical-Stimmen und das Vibrato von Michael C. Hall kriegen den Bowie-Kanon kaputt, womit sich der Kauf des „Lazarus“-Albums gelohnt hat. Dies ist allerdings immer dann am Besten, wenn der amerikanische Schmonz wegfällt, bei „The Man who sold the World“ und „Always crashing in the same Car“ beispielsweise. Bowies Hinterlassenschaft überlebt. Whop bap bahoo.
Jetzt fiebere ich dem „Before the dawn“-Release entgegen, das 8minütige „King of the Mountain“, gestern releast, zeigt, was auf Live-Bühnen möglich ist und puts a bit of shame zu dem, was die Lazarus-Band an Atmosphäre erzeugt. The KT-Fellowship hat neu definiert, was geht. Vor zwei Jahren schon. Aber vielleicht ist es unfair einen lebenden Künstler, Kate Bush, mit dem Best-of-Karaoke eines körperlich verstorbenen Gottes zu vergleichen. Egal, ich tu´s trotzdem. Und räume auch ein, dass das sehr bewegende Cover von Kates „Army Dreamers“ von Moddi ganz anders bewegt, als das Original, weil es sämtliche Theatralik über Bord wirft, die 1980 noch ein akzeptabler modus operandi war.

Ebenfalls entschlackt scheint die Lübecker „Sunset Boulevard“ Inszenierung mit der Lieblingsdänin als Norma Desmond zu sein. Verzicht auf die vorprogrammierten Webber-Kostüme und Bühnenbilder, sehr gute Idee. Das Libretto, die Musik haben ausreichend Opulenz, da macht es Sinn, das Visuelle wegzuschmelzen und sich auf die Kraft des Stoffes und die Fähigkeiten des Ensembles zu erlassen. Can´t wait to see it!

Speed, Madness, Flying Saucers

Eine dieser Nächte, um 4 Uhr wach, und mich selbst überrumpelt und getan, was ich seit Wochen mich nicht traute: „Ciao Manhattan“ anzuschauen. Vorab mit allen Special Features, Interviews und etceteras angefangen, um bloß den Film zu umgehen, den ich zuletzt Ende der 80er sah, in einer deutschen Synchro, die tatsächlich „Addio Manhattan“ betitelt war, das VHS-Cover so schlimm wie der Titel. Ud damals litt ich. Es war nicht der Film über mein Idol Edie Sedgwick, den ich hatte sehen wollen, sondern ein Trash-Letzter-Klasse-Indie, der meine Edie zu Grabe trug, 28 war sie. 30 Jahre später, nach langjährigem Konsum von 70ies Porn, dessen Stilistik mich im Vergleich zu aktuellem Internet-Porn begeistert, kann ich den Film anders beurteilen, ich sehe, wo er herkommt. Frage mich, ob er ihr würdig wird, aber nur kurz, die Antwort ist Jain, wir sehen einen Junkie in ihren letzten Monaten, eine Frau, die zwei Jahre lang fragwürdigen Ruhm als Warhol-Satellit genossen hat: jede andere Umgebung wäre ihr ebenfalls zum Verhängnis geworden, das weiß man wenn man ihre Biografie (Stein/ Plimpton) gelesen hat. Der Film ist und bleibt schlecht; die Motivation ihn nach drei Jahren Produktionszeit zu Ende zu drehen, mit einer Edie, die kaum noch einen klaren Satz heraus bringt, ist menschenverachtend. Dennoch ist „Ciao Manhattan“ das Dokument einer Verwesung am lebendigen Leib, dem Zuschauen bei einem tiefen Fall ohne Netz. All das ist nicht was der Film wollte oder Edies Image generierte. Deshalb ist der Film so unerträglich, aber auf die beste Art und Weise. So einen Zustand wünscht man niemandem. Ihre Mikro-Karriere, anderthalb Jahre Factory-Star, blieb immer unterschattet und umwölkt von den Ausmaßen des Erlebnisweges, Kind einer American Horror Family zu sein. Schande ist, wie Warhol und später das „Ciao“-Filmteam das ausnutzte. Ich liebe Edie. Bekannterweise kann Glam ja gut mit schwierigen Menschen und hat Sympathien against better knowledge. Es sind nicht die schwierigen Menschen, die einem das Leben schwer machen. (Wenn man es nicht zulässt.) Ich hätte mit Edie keinen Film gedreht, sondern wäre mit ihr zum Arzt gegangen, immer und immer wieder.

Wie Iris sagt – uns bleibt die Stimme.