Archiv des Autors: glamourdick

ASYL

Dr. Thredson in einem wife beater (yes, bei AHS denken sie an alles). Mary Eunice singt „You don´t own me“ zu Gott. Sister Jude probiert eine neue Frisur. Monsignore Timothy bekommt endlich auch ein bisschen was storyline. Und ich schmelze*. Hach!

*Schon der Anblick Zachary Quintos hatte gereicht. Alles andere waren Feuerwerke zur Erhöhung der Zierde.

THANKSGIVIN ONE DAY EARLY slash MIT RÜCKSICHT AUF VERLUSTE

Gerade auf Spon zwei Artikel gelesen, den Mittelteil überspringend, weil die es einfach nicht drauf haben, bei Filmrezensionen nicht schon alles gleich zu verraten. So kann ich mich jetzt aber freuen auf „Borgen“, Staffel 2 auf Arte ab morgen (3 Folgen am Stück – kann mir das jemand aufzeichnen? – ich bin beim alljährlichen Thanksgiving der amerikanischen Nachbarin.) Und „Sinister“ mit Ethan Hawke und einem mysteriösen Haus. Hört sich beides sehr spannend an. Dann ist heute wieder Mittwoch und Mittwoch ist Asylum-day. Hätte mir vor zehn Jahren jemand gesagt, dass mal eine Zeit kommen wird, in der Jessica Lange drei Jahre aufeinander einen 13stündigen Film drehen wird – ich hätte gesagt „Das muss das Paradies sein“. AHS wird also verlängert und ich wäre gerne Ryan Murphy oder in seinem Team. Es fällt mir kein zweiter ein, der so sehr den Blick auf Outcasts, Misfits, Loser und Verrückte (und, ja, auf Mongos* und Pinheads und Schönheitschirurgen) verändert und neu geprägt hätte.

Dank 13tem Monatsgehalt wird in wenigen Wochen dieses Blog von einem niegelnagelneuen Macbook Pro betrieben. Die PC-Bedrohung ist abgewehrt. Dank einem Chef, der in einer Wirtschaftsflaute die richtigen Entscheidungen getroffen hat und seine Schäfchen ins Trockene gesegelt hat. Mit sowas im Hintergund geht man durch die Hauptsaison wie ein Messer durch Butter. Vielleicht spielen auch die Pillen eine Rolle, aber in dieser Zeit des Jahres, in der ich normalerweise schon gen Berserker tendiere, fühle ich mich noch recht entspannt und at ease. Und dann sind da noch die kinky Fotos von dem netten Herrn, mit dem ich mich am Wochenende treffe. So wird jeder Tag zum Vorspiel, und so eine sexuelle Spannung liefert nicht die schlechteste Energie in einem grauen Monat wie diesem.

Nach dem Duschen (ja, ich schreibe ungeduscht) geht´s weiter mit dem ODP-Redigieren. Mit dem gewonnenen Abstand überrascht es mich, wie sehr mir der Text gefällt. Zwischenzeitlich hatte ich keinerlei Bezug zum Buch und wusste nicht, ob ich da eventuell einen Haufen Schrott fabriziert habe. Aber jetzt bin ich beruhigt. Und auch versöhnt mit den Konsequenzen. Wie hat Thomas Manns Sekretärin Hilde Kahn es mal formuliert – „Das ist eben der Unterschied zwischen einem Künstler und einem normalen Menschen. Dass jedes Mittel recht ist. Und man sagt – das Werk verlangt es.“ Ich halte mich nicht für Thomas Mann. Und würde sogar sagen „Wenn der Autor es verlangt, muss es eben so sein.“ Das letzte Jahr brachte (nicht nur im Schreibenden Zusammenhang) einige „Schades“. Und ein abschließendes „Sei´s drum“. Es mit mir auszuhalten ist eine Meisterdisziplin. „You are an acquired taste!“sagt Big Edie zu Little Edie mit einer bedeutsamen Pause nach dem „You are“… Aber wenn ich es mit mir aushalte und das klappt, dann mach zumindest ich es richtig.

*Ich sage das mit Liebe und Respekt. So wie ich von Schwulen spreche und nicht von Homosexuellen oder GLBTs, was wohl die korrekteste Formulierung wäre.

HEARTS KING

„I also loved the paperbacks I grew up with as a kid, and for that reason, we’re going to hold off on e-publishing this one for the time being. Joyland will be coming out in paperback, and folks who want to read it will have to buy the actual book.“

Stephen King

SONST SO

Am Samstag Powershopping mit Strike. Einmal durch fast alle Abteilungen Karstadts. Ein neuer Senseo, der neue Rowling-Roman, diverse Delikatessen in der Lebensmittelabteilung. Angstlos Schlangestehen. Die DVD-Abteilung ein Trauerspiel. Umso netter der Verkäufer beim Hugendubel. „Wollen Sie das nicht lieber eingeschweißt mitnehmen?“ Ich frage nicht warum. Ich mein, das erste, was man mit nem Hardcover macht, ist, die blöde Folie abzureißen. Stattdessen sag ich „Das ist die englische Ausgabe. Da gab es kein cellophaniertes Exemplar.“ Trotz Schlange rennt er los, es muss doch eins da sein! Ist aber nicht, aber egal, der Einsatz zählt.
Zuhause dann erstmal die Kaffeemaschine eingeweiht, yum. Dann Emily Rose, danach ein alberner Film mit einem ganz schön in die Breite gegangenen Brandon Fraser. Would you (still) hit it? Yes I would. Und das war´s auch schon. Schlafen, aufwachen – Stille genießen und Räkeln. Und eben, ganz süß, ruft die Mutter an und fragt, ob es denn vielleicht möglich sei, dass sie ein Vorab-Manuskript vom ODP-Roman bekäme Aber klar!

ANNELIESE MICHEL 2: THE EXCORCISM OF EMILY ROSE

Solide gemachter Hollywood-Gerichtsfilm, der das Leben von Anneliese Michel amerikanisiert. Wenn man die Hintergrundgeschichte nicht kennt bestimmt solide Unterhaltung. Hat man aber die im Vorartikel verlinkte Doku gesehen, einfach nur ärgerlich. (Und vor allem, wenn in den Special Features der Regisseur ihren Namen konsequent Anne-Lees Michelle ausspricht.) Hier wird die Geschichte aus der Perspektive der Anwältin des Exorzisten erzählt. Laura Linney, Agnostikerin, vertritt Tom Wilkinson im Auftrag der Diözese. Beide spielen das sehr gut, aber am End läuft´s darauf hinaus, dass Emily tatsächlich vom Teufel besessen war und das verordnete Epilepsie-Medikament den Dämonen ermöglichte in ihr zu bleiben – der Exorzist tat, was er konnte. Schuld ist also die Medizin. Ah! Für eine Heidin wird die Linney ziemlich sympathisch gemacht, und Tom Wilkinson spielt das so, dass man den armen Priester wirklich bemitleiden muss. Was überrascht, ist, dass die beiden sich dafür hergegeben haben, sind doch eigentlich integre Persönlichkeiten. Well, die haben auch Rechnungen zu bezahlen. Alles, was an „Requiem“ besticht – das Intime, Private, die Funktionalität und Dysfunktionaität einer Familie – tritt hier zugunsten eines Justiz-Thrillers in den Hintergrund. Das Grauen wird á la Horrorfilm inszeniert. Das ist gewöhnlich. Um so klarer wird die Strategie von „Requiem“, wo sich das Grauen im Kopf des Betrachters abspielt und Effekthascherei keinen Platz hat. Dennoch hervorzuheben ist, wie gut Jennifer Carpenter (Dexters Debra) die Emily im Ausnahmezustand spielt. So oder so ähnlich wird es bei Anneliese ausgesehen haben. Für einen Schauspieler eine tolle Rolle. Aber im Vergleich der beiden Filme wird mir klar, wie sehr ich, als Hollywood-brainchild, den europäischen Film für seine visuelle Zurückhaltung und seine leiseren Töne, seine tiefere Wirkmacht, die auf Splatter verzichtet und die Kamera eher ablenkt, als draufhält, schätze. Mitunter. In jedem Fall an diesen beiden Beispielen.

ANNELIESE MICHEL 1: REQUIEM

Nach Betrachten dieser verstörenden Doku über Anneliese Michel erinnert, dass zeitnah in den vergangenen Jahren zwei Spielfilme sich des Falls der jungen Frau angenommen hatten, die Mitte der 70er zu Tode exorziert wurde – und dies nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz sprichwörtlich. „Requiem“ rollt den Fall als Familiendrama auf, aber ohne den dörflich-intensiven Katholizismus explizit zu inszenieren. Dennoch reicht das, was an Religiösität dargestellt wird, dem Schicksal, das wir betrachten, die düstere Vornote zu geben. Der Film geht vorsichtig vor und schont sowohl die Hauptfigur, wie auch den Betrachter. An keiner Stelle sensationslüstern oder ausbeuterisch zeichnet er das Bild einer Familie auf dem Land, wie es sie auch in meiner Kindheit in der Nachbarschaft hätte geben können. Auch wertet oder urteilt der Film nicht. Was nun der ausschlaggebende Anlass oder die Erklärung für den Wahnsinn ist, der zum Tode der jungen Frau führte, muss man sich als Betrachter erschließen. Das wahre Grauen, das da in einem Kinderzimmer vor 40 Jahren stattfand, zeigt der Film gnädigerweise nicht, und das ist es, was ihn wertvoll und würdevoll macht. Alle Darsteller liefern herausragende Leistungen, die Regie und das Production Design sind erstklassig – „Requiem“ hat wirklich jeden Filmpreis, de ihm verehrt wurde verdient.

Ob es Teil zwei zu diesem Schicksal geben wird enscheide ich heute Abend, wenn ich die amerikanische Adaption gesehen haben werde.

PHÄNOMENAL BÖSE oder AMERICAN HORROR SUCCESS STORY

Eine Nonne, die säuft und mit dem Rohrstock züchtigt und ein Arzt, der offensichtlich seine Nazi-Vergangenheit in einer Anstalt an der Ostküste freudig auslebt. Carries Mutti und Dr Moreau. Ein Monsignore mit fragwürdigen Verbindungen. Eine dumme Jungnonne, die erst zur vollen Form aufläuft, nachdem der Teufel in sie gefahren ist. Ein sensibler Arzt, der das Treiben in dieser Anstalt mit Skepsis beäugt. Die lesbische Journalistin, die erscheint, um die Geschichte des hier inhaftierten Serienmörders Bloody Face zu landen und dann zur „Patientin“ wird. Der sympathische KFZ-Mechaniker, bei dem es sich vielleicht um Bloody Face handelt. Und das sind nur die zentralen Figuren. Dass das Ding von Folge zu Folge besser wird, anstatt unter Ballast einzuknicken – WOW. Dass es alle Pay-TV Rekord bricht und die Kirche und der Bible-belt sich kaum konsterniert zeigt – WOW. Wie bei Staffel 1 schau ich mir alle Folgen mindestens zweimal an – there´s such a lot of insanity to see. Und die Szenen mit Jessica Lange spul ich nach dem Betrachten eh gleich immer zurück, Gott, macht die wieder alles richtig! Soeben habe ich erfahren, dass FX Staffel 3 in Auftrag gegeben hat und dass Jessica wieder mit dabei sein wird. Sie können sich nicht vorstellen, wie sehr ich jetzt hoffe, dass die Mayas nicht recht behalten und jemand die verschollene Fortsetzung des Kalenders findet. Bitte, wenn Sie hier gerne mitlesen, tun sie mir den Gefallen, inspizieren Sie alle Ihre Keller und Dachböden. Besonders, wenn Sie Verwandte in Guatemala haben, geben Sie diesen Aufruf weiter!

(Oder können Sie sich erinnern, wie es früher einmal war – da gibt es eine Serie, die wöchentlich gesendet wird, und Sie werden schon einen Tag vorher ganz feucht vor Vorfreude? So isses nämlich. Danke, Freundin Montgomery!)

NERVEN WIE DRAHTSEILE

„Hallo Frau XY, hier Herr Dick. Ich hab ein Problem. Ich habe am Donnerstag um 13 Uhr einen Termin bei Dr. AB und sehe gerade, dass ich um 16 Uhr einen Therapietermin habe.“
„Na. Das wird woll nix.“ (2-3 Stunden Wartezeit sind üblich. Ihr erster Kommentar damals „Herr Dick. Beim Nervenarzt schlagen die Uhren anders.“)
„Und da würde ich gern den Termin mit Dr. AB verschieben.“
„Herr Dick. Wenn das man so einfach wäre.“

(Ich liebe diese Sprechstundenhilfe. Die ist so der Typ Frau, die einen Angreifer mit einer Handtasche in die Flucht schlagen könnte, weil sie vorsorglich einen Backstein darin mit sich führt. Ich könnte sie mir auch gut in „American Horror Story“ vorstellen, als toughe Nonne. Einzig der hellblaue Lidschatten stünde dem im Weg.)

DANIEL

Als bräuchte man noch einen weiteren Grund, American Horror Story: Asylum zu verfallen

Lieber Ryan Murphy, Sie müssen doch zugeben, dass es schade, geradezu fahrlässig wäre, wenn wir Daniel (Casey Wyman) nur in Folge 4 zu sehen bekämen. Please? Bitte bitte? (Ich glaube in Folge 1 sieht man ihn ganz kurz im Gemeinschaftssaal.) Mehr!!!